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   Antriebstechnik bei Schiffsmodellen  
   meine Erfahrungen als Newcomer 

    Akkufragen
 

 Der Einstieg in den Schiffsmodellbau 2018 / 2019 stellte mich, einen langjährigen Modellflieger vor neue
 unbekannte Fragen und Schwierigkeiten. Der Grund für die Beschäftigung mit Schiffsmodellen entstand
 wegen meiner Enkel,  die später die vorhandenen Modellflugzeuge fliegen sollen. Um ihnen das propor-
 tionale Steuern näherzubringen entstand die Idee, es mit Schiffsmodellen zu versuchen, denn die stürzen
 nicht ab. - Erschwerend ist dabei, dass bei Flugmodellen mit einem Steuerknüppel zwei Funktionen gleich-
 zeitig zu  bedienen sind. Deshalb werden meine Schiffe mit nur einem, dem rechten Knüppel gefahren,
 was die Sache nicht erleichtert, aber eine gute Übung ist. 
 Parallel zu der Intention mit den Enkeln entstand bei mir der Wunsch, etwa 60 Jahre alte Traum-Modelle
 aus meiner Schul- und Jugendzeit anzukaufen und sie wieder betriebsbereit zu machen, um gemeinsam
 mit den Enkeln damit fahren zu können.- Heute kann ich mir solche alten und reparaturbedürftigen Schiffe
 aus früher Zeit nach 1950 kaufen, z.B. die Graupner Condor, sie restaurieren, reparieren oder begonnene
 Modelle anderer Modellbauer, fertig zu bauen und zu betreiben.
 Jetzt fahre ich zu meiner und zur Freude der Enkel und gelegentlicher Zuschauer, mit solchen überarbei-
 teten oder mit Eigenbauten von Schiffsmodellen.

 Da die Antriebstechnik von der im Flugmodell abweicht, habe ich meine Erfahrungen aufgeschrieben, 
 möchte aber darauf hinweisen, dass ich keine Berechnungen oder andere Weisheiten wiedergeben
 oder erstellen kann. Bei Restaurierungen zeigte sich oft, dass es nicht so ganz einfach ist, alte Gleich-
 strommotore, Wellenkupplungen oder alte Elektronikteile wieder zu verwenden oder nachzubeschaffen.
 Nebenbei tut sich fahrtechnisch ein für Modellflieger ein unklarer Bereich auf, speziell betreffend das
 Lenkverhalten eines Schiffmodells, ganz besonders bei der Retourfahrt. Um die Feinheiten der Schiffs-
 modelle erkunden zu können, fand ich in meinem Umfeld (Schifferlvereine) keinerlei Hilfe.
 Erst im Forum >rc-modellbau-schiffe.de< fand ich Gehör und vor allem große Hilfestellung und Erklä-
 rungen zu diversen Fragen und möchte mich hier dafür bedanken.

 Nachstehend meine bisherigen Erfahrungen und Erkenntnisse zum Themenkreis Antriebe und anderen
 Schiffbaufragen.
  
 Themenkreis Gleichstrom-Motore und Lenkbarkeit eines Schiffes etc.

 
Kommt man zu einem mehr als 50 Jahre alten Schiffsmodell, stellt sich meist
 die Frage nach der passenden / empfohlenen Motorisierung. Alte Kataloge
 würden hier helfen, aber wer hat die noch. Hat man die Frage Motore irgend-
 wie beantwortet und einen Motor eingebaut, taucht die Frage auf, welche
 Wellenkupplung passt und wo bekomme ich noch eine passende? Denn die
 alten Motore haben 2mm Wellen und da wird es mit der Beschaffung schwie-
 rig, - zumindest für einen Anüänger.
 Ist dann mal alles beisammen, folgt der Fahrtest. Bei dem zeigt sich, ob der
 Motor und Propeller richtig dimensioniert sind und ob das Schiff gut fährt.
 Doch die richtige Motorisierung allein genügt nicht, denn bei der Lenkbarkeit
 eines Schiffes kommen auch Fragen auf. Wie so oft spielen verschiedene 
 Faktoren zusammen, damit eine gute Funktion des Schiffs zustandekommt.

 
In Internetforen kann man dazu viele Informationen und gute Berechnungen zur
 Motor- und Propellerdimensionierung und für Rudergrößen finden. Sie berei-
 ten mir wenig Freude, sodass ich mich lieber auf mein technisches Gefühl für
 das Gelesene und eine eventuelle Erprobung der mir sinnvoll erscheinenden
 Tipps verlasse.

 Der erste Problemfall war das 1,2m große Fahrgastschiff Liberty  für mich,
 welches gebraucht gekauft wurde. Das Schiff war zu hoch über der Wasser-
 linie, wodurch die Propeller nicht wirksam arbeiten konnten und sprudelten.
 Bei der Rückwärtsfahrt bestand keine Lenkfunktion. Ein erster Tipp zur Ver-
 besserung der Rückwärtsfahrt mit meinem Fahrgaststchiff war, die Propeller
 gegeneinander auszutauschen und die Drehrichtung der Motore umzudrehen.
 Das half aber kaum. - Erst die Verkleinerung des Propellerdurchmessers um
 eine Größe und die Tieferlegung des gesamten Schiffs, mittels Bleieinlagen
 am Rumpfboden, half. - Danach saugten die Schrauben bei hoher Drehzahl
 keine Luft mehr an, sondern wirkten und zogen das Schiff.
 
 Der nächste Tipp mit der Vergrößerung des Ruderwinkels und der Ruder-
 fläche um bis zu 50% half natürlich gewaltig. Danach ließ sich das Schiff
 auch bei Retourfahrt ein wenig besser lenken. 
 Eine bessere Ruderwirkung könnte man mit einem Becker Ruder erreichen,
 doch ist der nachträgliche Einbau u.U. heikel.

 Die notwenig gewordene intensive Beschäftigung mit der Propellerdrehzahl,
 der Rudergröße etc.öffnete mir die Augen, wie Fehlfunktionen an der Fahrt
 eines Schiffsmodells entstehen. - Ein Tipp war auch hilfreich, die Propeller-
 drehzahlen zu messen, denn die beeinflussen merklich die Fahrtrichtung,ins-
 besonder,  wenn die Drehzahldifferenzen größer sind (zB.>1000 U/Min), wo-
 durch die Lenkbarkeit merklich beeinflusst wird.

die zwei "neuen" alten Monoperm Ersatzmotore



kleinere Propeller und vergrößerte Ruder
können helfen


auch vergrößertes Ruder




Becker Ruder (Flossen-Ruder)

 
 Meine Suche nach alten Elektromotoren für Modellschiffe

 Eines Tages kaufte ich ein Modellschiff Condor (Graupner, Bjhr.1956) ohne
 Motor. Die Frage, welcher Motor da hinein gehört, ist heutzutage nicht sofort
 zu klären. Weder alte Kataloge noch alte Modellbauer geben Auskunft, wel-
 che Motore in den Jahren nach 1955, 1960 und 1970 in den Graupner Schiffs-
 modellen eingebaut werden sollten. Erst nach langer Suche fand ich im Inter-
 net Angaben auf Teilen alter Katalogseiten.

 Nicht zu übersehen ist das Manko bei alten Motoren, dass sie Motorwellen
 von 2,0mm Durchmesser haben. Nachfolgetypen wie der Speed 400
 haben 2,13mm Wellenduchmesser, worduch die vorher verwendeten 2mm-
 Kupplungen nicht mehr passen und Ersatz schwierig zu beschaffen ist. Solche
 Durchmesserunterschiede bestehen auch bei den heute aktuellen Brushless-
 motoren, doch gibt es aktuell dazu die passenden Wellenkupplungen zu kaufen.
 
 Nur beim langwierigen Stöbern im Internet und bei Schiffmodellbauforen wie
 "rc- modellbauschiffe.de", konnte ich Zugang finden und die abgebildeten
 Tabellen kopieren. Sie ermöglichen gute Informationen über Spannung,
 Stromaufnahme, Leistung und Abmessungen. Ich hatte nach einiger Zeit
 Glück und konnte brauchbare Alt-Ersatzmotore kaufen. Eilig darf man es
 hierbei nicht haben, aber im Internet wird man fündig.

 Schließlich ergab sich der Versuch, Brushlessmotore im Schiffsmodell einzu-
 setzen. Konkretes, außer niedriger kV Drehzahlen, war im Internet kaum zu
 finden, also versuchte ich es nach Gefühl und beschaffte mir Motore. Durch
 Glück oder die Erahnung, wie Strom, Motor und Propeller zusammenhängen,
 fand ich eine brauchbare Antriebsvariante für mein Gepard-Wiesel Schnell-
 boot und die bei mir vom Modellflug vorhandenen Lipo-Akkus.

Monoperm Tabelle



Monoperm Super Spezial Tabelle





vergleichbarer Brushless Motor
  
 Was tun, ein Elektromotor zeigt Schwächen, - was ist der Grund?


 Altersbedingt befasse ich mich nur mit althergrbrachten Antriebsmethoden;
 moderne Rennbootantriebe sind für mich kein Thema.
 Die Ursache, dass mein Zweiwellen-Schiff bei der Retourfahrt immer eine
 bestimmte Kurve fuhr und kein Gegensteuern half, klärte sich auf. Das hatte
 nicht nur mit dem Radeffekt der Propeller, sondern mit den Elektromotoren
 selbst zu tun. Denn bei der Drehzahlmessung der im Leerlauf laufenden
 Schiffswellen bzw. Motore stellte ich fest, dass eine Schraube mit 6600U/Min
 läuft, die andere nur mit 5500U/Min. Dieser Umstand erklärt, dass allein durch
 die Drehzahldifferenz eine gewisse Kurvenenfahrt entstehen kann.
 Es gibt aber auch den Radeffekt eines Propellers, auf den ich besser nicht
 eingehe, da es dann wissenschaftlich und kompliziert wírd. (siehe Internet)
 Nach Überarbeitung und Schmierung meiner "langsameren Welle" blieb
 die Drehzahl unverändert bei 5700U/Min. Also musste das Problem tat-
 sächlich am langsamen Motor liegen.

 Eine Zerlegung und die Fehlersuche an den Teilen des Motors, wollte ich mir
 wegen des unsicheren Erfolges ersparen. Die Verwendung eines anderen 
 Motors gleichen Gehäusedurchmessers scheitert in der heutigen Zeit daran,
 dass die Motorwellen größer als 2mm im Durchmesser haben und vorhande-
 ne Kupplungen nicht mehr verwendet werden können. Passende Kupplun-
 gen sind kaum erhältlich. Meine Versuche von selbst angefertigten Wellen-
 kupplungen waren nicht erfolgreich gewesen, da eine Unwucht auftrat?

 Die Ursache der geringeren Drehzahl eines Motors
liegt nicht an den Zulei-
 tungen oder Wellen, sondern sie muss am Motor selbst liegen. Vielleicht
 sind die Kohlenbürsten abgenützt? Oder liegt es an etwas anderem?

 Von der Modelleisenbahn ist mir von uralten englischen Lokmotivmodellen 
 (Hornby, Dublo, mit gut 60 Jahren am Buckel) bekannt, dass deren Dauer-
 magnete ihre Magnetkraft verlieren. Das führt zu langsamem Anlaufen der
 Motore, zu weniger Kraft und zu deutlich erhöhter Stromaufnahme. - Ein
 neuer Magnet (zB.Neodym) macht die Lok motorisch wieder neu!

 Möglich ist also, dass es bei dem langsamen Motor daran liegt, dass es dem
 Ringmagneten an Kraft fehlt. Vielleicht wurde er einmal viel zu heiß, was an-
 geblich  zum Verlust an Magnetkraft führen soll. In diesem Fall hilft heutzutage
 nur der Ersatz des Motors.
 
 Nach spätem Ankauf zweier gebrauchter orangfarbiger Monoperm Super 6V
 Ersatzmotore wurde deren Drehzahlen gemessen, die praktisch identisch sind.  Interessant ist, dass bei beiden Motoren die umgepolte Drehrichtung etwas 
 langsamer dreht. Bei 7,8V drehen beide 8000 U/Min, in umgepolter Richtung
 nur 7800 U/Min. - Damit kann man/ich leben.

 Nun hatte ich wie anfangs schon erwähnt, den Tipp bekommen, zur Erreichung
 einer eher geraden Reourfahrt, die Propeller gegeneinander zu tauschen und
 danach natürlich die Motordrehrichtungen umzudrehen. Das führte dazu, dass
 mein bisher "langsamerer" Motor anstelle 1100U/Min nurmehr 450 U/Min  lang-
 samer drehte, was bei der Retourfahrt der Liberty tatsächlich zu einem gera-
 deren Kurs verhalf. Jetzt ist das Schiff bei Rückwärtsfahrt etwas steuerbar.

Monoperm Super



Monoperm Super, Motorteile



Monoperm Super Spezial, 5 polig



Monoperm Super Spezial, EInzelteile



Monoperm mit Umschalter
(Stator,Anker mit  Bürstenhalter,
und Drehrichtungsumschalter)
 
 Was passiert bei doppelter Spannung bei einem Monoperm Super ?


 Die Frage ist natürlich im Voraus schon klar zu beantworten, nicht aber, wie
 sich die Zerstörung darstellt. Wegen der missverständlichen Angabe, dass
 bei den Monoperm Super Motoren die Nennspannung von 6V bis 12V am
 Motorschild angegeben ist, machte ich ein Experiment. Nachdem klar war,
 dass doppelte Spannung wohl kaum auf Dauer vom Motor vertragen werden
 würde, startete ich trotzdem den Versuch, um zu sehen was wirklich geschieht.
 In meiner alten Commodore sind zwei 6V Monoperm Spezial eingebaut, die
 bei 2S-Lipoversorgung anstandslos ihre Arbeit verrichteten. Ein Test mit 3S
 Lipos brachte tolle Fahrleistungen im Rennbootstil, aber nur 3 Minuten lang!
 Der Test wurde mit einem Temperatursensor am metallenen Motorgehäuse
 überwacht, der aber nur 36,6 Grad angezeigt hat, denn am Gehäuse wurde
 es nicht heiß, jedoch beim Kollektor. Die Kohlenhalter sitzen im grauen Kunst-
 stoff, der durch die starke Erwärmung am Kollektor und bei den Bürsten
 rasch schmilzt. Der Vorgang läuft schnell und die Bürstenhalter verdrehen
 sich und blockieren dabei den Anker. Ein Kurzschluss ist dann auch möglich.

 Bei der Schadenerhebung zeigte sich, dass sich alle Ankerwicklungen am
 Kollektor entlötet hatten. Dort muss es also wirklich heiß geworden sein. Bei
 einem Motor ging das Schmelzen rascher, der andere bekam das Problem
 in etwas geminderter Form, ist aber auch unbrauchbar geworden. Interessant
 war auch, dass sogar das kollektorseitige Ankerwellen-Bronzelager so heiß 
 wurde, dass es im Kunststoff seitlich verrutschte. Bereits 1mm reicht aus,
 dass sich der Motor nicht mehr dreht, weil der Anker am Rundmagnet streift. 
 Die Reparatur eines noch rettbaren Motors gelang mit vielen Tricks, doch
 wird er künftig nur mehr als Not-Notreserve Verwendung finden.
 Beim Folgeversuch mit zwei hochdrehenden Speed 400 7,2V, wurde im
 2S-Betrieb nach 5 Minuten auch ein Motor so heiß, dass er einen Masse-
 schluss aller Ankerwicklungen und eine verbrannte Schleifkohlenhalterung
 bekam. Ebenfalls ein Totalschaden und damit das Ende meiner Testserie.

 Wenn ein Motor nichtmehr selbst anläuft, aber sonst noch dreht, liegt oft der
 Fehler vor, dass eine Kohle infolge Abnützung nicht mehr richtig am Kollektor
 anliegt, oder dass sich eine Lötstelle der Ankerwicklung am Kollektor (durch
 Überhitzung) gelöst hat und die Schleifkohle auf dem nicht mehr verbundenen
 Kollektorfeld zu liegen kommt. Damit ist der Stromkreis offen und der Motor
 kann nicht von selbst anlaufen.
 So war es bei einem Jumbo 2000 6V, der nach dem Nachlöten aller Anschlüs-
 se wieder einwandfrei läuft. Die Montage seiner Schleifkohlen bedurfte Geduld!

 Man sieht, Überspannung ist keine gute Lösung, um Boote flotter zu machen!
 Um die Commodore flotter zu bekommen, wurde auf einen zeitgemäßen
 Brushless-Antrieb umgerüstet, wobei aber die Rumpfform hydrodynamische
 Grenzen setzte, was zu einer programmierten und erheblichen Reduzierung des
 Gas-Knüppelweges führte.

 Nachdem meine Überbeanspruchung von Gleichstrommotoren logischer Wei-
 se zu Schäden infolge Überhitzung führen musste, achte ich jetzt darauf, die
 Motore im Betrieb zusätzlich zu kühlen. Dazu verwende ich 12V PC-Lüfter,
 die ich mit  Motorstrom oder direkt vom Akku mit Strom versorge. Mit Motor-
 strom laufen sie nur bei Vorwärtsfahrt. Wasserkühlung gibt es, die ist mir zu nass.
 Inzwischen fand ich, auf Motore aufklickbare Lüfter in verschiedneen Größen,
 die mit der Empfängerspannung betrieben werden. Da sie direkt am Motorge-
 häuse sitzen wird ein guter Kühleffekt erwartet. Ich habe diese Lüfter bei Robbe
 Navy-Getriebeantrieben angebaut (EF 76 II, Dm=36mm), jedoch liegt dort keine
 kritische Motor-Beanspruchung vor.




durch Hitze Bürstenhalter verändert,
(hat Anker blockiert)




normale Schleifkohlehalterung




Jumbo 2000 6V




ähnlich wie beim Monoperm




der Lüfter direkt am Motor
 
 Bühler Motore mit niedriger Drehzahl für ein Schlachtschiff M 1:100

 Als Einsteiger in die Schiffbauerszene ist viel Lernen angesagt. Das gilt spezi-
 ell für die Dimensionierung von Schiffsantrieben. Als "Nicht-gerne-Rechner"
 sehe ich mich in Foren um und nehme Kontakt zu Experten auf, die Kenntnisse
 zu diesem Thema haben und auch Berechnungen durchführen. Für mein  Pro-
 jekt des österreichischen Schlachtschiffes (1910) "Radetzky", einem Eigenbau,
 waren die Experten-Empfehlungen eine große Hilfe.
 Obwohl ich mich bei Flugmodellantrieben mit Verbrennermotoren sehr gut zu-
 recht finde, fehlt mir bei den Schiffsmotoren, deren Drehzahlen und den zuge-
 hörigen Propelleren im Medium Wasser, alleredings jedes (Bauch-)Gefühl.

 Man riet mir, Bühler Motore 12V Typ 1.13.055.267, (8-poliger Anker), Leer-
 laufstrom 0,35A, Laststrom 1,5A / 2,5Ncm, Drehzahl 4472 U/Min (!) zu
 verwenden, noch dazu mit meinen 2S-Lipos, die für noch weniger Drehzahl
 sorgen würden. Der passende Propeller wäre ein MS 55DM/H49-Typ in 3-
 Blattversion. Dass damit ein vorberechnet 14kg schweres Schiffsmodell in
 Vorbildgeschwindigkeit 3,9km/h angetrieben werden kann, schien mir vor-
 erst unglaublich. - Inzwischen hat es die Praxis die Angaben bestätigt.

 Nachdem die Motore am Tisch lagen erstaunten mich die dünnen, die direkt
 aus den Motoren kommenden Anschlussdrähte wie von Servokablen. Doch
 tatsächlich passen die Motore sehr gut zum Schiff und auch die niedrige Dreh-
 zahl ist in der Lage, den im Rohbau befindlichen, 8,1kg schweren Rumpf,
 spielend anzutreiben. Das ergab ein Fahrtest im Pool. Unter der scheinbar
 geringen Drehzahl leidet der Vortrieb offensichtlich nicht. Eher sehe ich die
 geringere Drehzahl als Hilfe zu besserer Steuerbarkeit.

 Und zur Ansteuerung zweier Motore ist ein kleiner New Rain 60A Regler mehr
 als ausreichend dimensioniert. Die Verwendung eínes zweiten Reglers zur
 Verbesserung der Ruderkräfte durch ggf. gegenläufige Propeller, scheint
 wegen der guten Ruderwirkung der Doppelruderanlage nicht notwendig.

Bühler Motor 12V, 4472U/Min




Einbausituation in Radetzky-Rumpf




Propeller und Ruder

 Lange Stevenrohre mit Kugellagern und ihre Besonderheiten
 
 Für das k.u.k. Schlachtschiff Radetzky waren zwei Schiffschraubenwellen zu
 beschaffen. Für das Schiff waren 450mm lange Stevenrohre erforderlich. An
 beiden Enden befinden sich doppelt gekapselte Kugellager mit einem Flansch
 und mittig, wie ich später festtsellen konnte, befindet sich noch ein Kugellager.
 In der blauäugigen Meinung, dass die Lager das Stevenrohr nach innen ab-
 dichten, erfolgten drei kurze Fahrtests im Pool, die anfangs keine Probleme
 erkennen ließen. Doch nach einer Woche am Bautisch, tropfte es bei einem
 Propeller. Nachschau haltend wurde der Prop abmontiert und die Kontermutter
 gelöst, worauf eine kleine Menge Wasser auslief. Nach Ausblasen des Steven-
 rohres wurde alles montiert und ein Probelauf durchgeführt. Ergebnis: laute
 Laufgeräusche von Kugellagern infolge Rostbildung. Dere Lager-Nachkauf
 klappte und die neuen Flanschlager wurden eingebaut und ein neuerlicher Pro-
 belauf zeigte zwar eine Verbesserung, doch noch immer rasselte es bei der
 Welle. - Was nun? - I n Chlorwasser oder Salzwasser entsteht Rost!!!

 Nun war beim Einschieben der Welle zu bemerken, dass (sinnvoll) mittig noch
 ein Kugellager sitzt, welches durch Wasser infolge des horizontal liegenden
 Steven, ebenfalls einen Rostschaden bekommen hat. Da Chlorwassereintritt in
 diesem Fall nicht konstruktiv verhindert wurde, kam es zur Rostbildung. Und
 das zum Glück nur bei einer Welle. -  Seitens des Herstellers wurde mitgeteilt,
 dass das Lager eingepresst sei, und nicht entfernt werden kann. Mit Öl oder
 Wellenfett werde das Lager schon leiser werden...... Ha,ha- ein Fachgeschäft?
 
 Der logische Versuch, das Lager mit einer speziell angefertigten langen M4
 Gewindestange Richtung Propellerende auszuziehen, verlief erfolgreich. Ein
 neues Lager wurde auf die ähnliche Weise in das Rohr hineingezogen, wieder
 vom Propellerende her, denn offenbar ist das Rohr innen nur bis zu einer be-
 stimmten Stelle bearbeitet, bis zu der das Lager "eingezogen" werden kann.

 Eine Empfehlung der Experten für möglichst problemlose Lager lautete:
 Künftig nur Lager mit Kunststoffabdeckungen und möglichst Nirosta- oder
 Keramik-Lager verwenden und Wellenabdichtungen (Stopfbuchsen) einbau-
 en. Vor längeren Betriebspausen aus den Wellenrohren allfällig eingedrunge-
 nes Wasser entfernen und die Wellen und Lager neu fetten. - Es zeigte sich
 jedoch, dass die Flanschlager, auch die normalen Mittellager, besser gleich
 in Keramikausführung zu beschaffen wären.

 Damit ich künftig allenfalls nur das Propeller Lager tauschen muss, wurde nach
 dem Propeller Lager om Stevenrohr eine Stopfbuchse mit einem Simmerring
 NBR 4x8x2 eingebaut. Vor und nach dem Simmerring wird Wellenfett einge- 
 bracht, um den Simmerring zu schmieren. Als Lager sind bei den Stevenrohren
 von MB Flanschlager MF84RS und das Mittellager Typ MR84RS (RS= Kunst-
 stoffabdeckung) verbaut.

 Um die Stopfbuchse, die eigentlich nur als Anlagefläche für den Simmerring
 dient und für einen eventuell späteren Mittellager Tausch Entfernen zu können,
 wurde in die Messingbuchse mit 8mm Durchmesser, ein M5 Gewinde geschnit-
 ten, um sie mit einem speziellen Ausziehwerkzeug herausziehen zu können.
 Damit die Buchse nicht verrutscht wurde sie mit wenig Loctide grün gesichert.

 Jetzt sind bei beiden Wellen meiner "SMS Radetztky" alle Lager erneuert und
 je eine Stopfbuchse mit einem Wellendichtring wurde eingebaut. Besser wäre
 es, wenn das Kugellager durch den Simmerring vor Wasser geschützt würde,
 doch ist das mit Flanschlagern nicht möglich. Um dem Wasser noch eine Hürde
 zu schaffen, wurden an den Flanschlagern bei den Propellern, zusätzlich noch
 Teflonscheiben vorgesetzt. Das Ergebnis ist zufriedenstellend, denn nach den
 Fahrten des Modells am Waldteich und im Werfthafen laufen die Wellen leise.

 Abschließendes Statement: Ich finde  Wellen mit Gleitlagern für niedertourig
 drehende Wellen in mehrfacher Hinsicht problemloser.  -  Ob sogenannte
 "wasserdichte Wellen" wirklich funktionieren ist mir unbekannt / fraglich.

Stevenrohre mit Kugellagern (MB)



MF 84 ZZ



MR 84 RS



das selbstgebaute Auszihwerkzeug





Wellendichtring
 




Wellendicjhtring, dahinter Buchse




 Brushless Motore - eine neue Antriebsvariante für Schiffsmodelle

 Neben den Bemühungen am Sektor Gleichstrommotore (Bürstenmotore)
 fiel mir auf, dass heute Schiffmodellbauer Bürstenlose Motore (Brushless)
 verwenden und empfehlen. - Gut und schön, wenn ich ein Rennboot betrei-
 ben  möchte, dann mag das gut passen. Aber bei einem alten Schiffsmodell
 zB- einem Fahrgastschiff, da ist Höchstgeschwindigkeit keine Frage. Außer-
 dem wird es hier auch problematisch, wenn ein alter Motor mit niedriger 
 Leistung durch einen Brushless Motor ersetzt werden soll, denn die moder-
 nen Motore haben deutlich mehr Leistung. Dazu kommen noch die akusti-
 schen Geräusche die von Reglern und Motoren ausgehen, die mir nicht so
 sehr gefallen, aber ein notwendiges Übel darstellen. Vermutlich gibt es auch
 "geräuschlose" Regler, doch nach denen habe ich bisher noch nicht gesucht.

 Meine persönlichen Erfahrungen mit Brushless-Antrieben:

 Auch bei Brushless Typen kommt es auf die Drehzahl (k/V=Umdrehungen
 pro Volt) und die für den Motor verwendbare Spannung an. Höhere Betriebs-
 spannung ergibt niedrigere Ströme! - Bedingt durch die hohe Leistung und
 das bessere Drehmoment sind die Entscheidungen bei der Propelleraus-
 wahl nicht leicht. Man kann das alles berechnen, ich weiß schon, doch das
 ist nicht meine Stärke. Gelegentlich findet sich im Forum eine passende
 Anwendung, die man übernehmen kann. Ich mache das gerne so.
 Hohe KV braucht kleinere Propeller, niedrige KV vertträgt große Propeller.
 
 Mir hilft ein wenig das Abschätzen der Motorleistung im Vergleich zu den
 Altmotoren. Bei meinem Gepard, ein umgebautes Graupner Wiesel, hatte ich
 keine alten Motore und versuchte einen Umstieg auf Brushless Motore. In den
 Foren sah ich mich um, doch halfen mir die Berechnungen der Leistung, der
 Propeller wieder nicht. Aus wenigen Beiträgen las ich jedoch heraus, worauf
 ich achten müsste. Das Problem bestand schon darin, dass ich meine bisher
 verwendeten 2S Lipos einsetzen möchte. Weiters war wichtig, ob es Regler
 für den beabsíchtigten Motor gibt, der mit der Betriebsspannung des Motors
 bzw. Akkus korrespondiert. Und zuletzt las ich für mich heraus, dass der Motor
 eher mit einer niedrigen Drehzahl pro Volt (kV) laufen sollte.

 Mein Bauchgefühl riet mir, drei AX 2212 mit 820 kV für Gepard anzuschaffen,
 um damit mein Glück zu versuchen. Um nicht zu tief die Geldbörse zu greifen
 wurden für den Versuch diese kleinen Billigmotore gekauft. Ein zu den Strom-
 daten passender (bidirektionaler) Regler wie der EZRUN 18 oder ein New
 Rain Regler, ist für jeden Motor auch erforderlich. - Der erste Fahrtest zeigte,
 dass meine Einschätzung richtig war und Regler, Motore und die 45mm
 Propeller zusammenpastsen.
 
 Und als es dann beim ersten  Fahrversuchsmit 3S Lipo so weit war, war ich
 platt. Zum Glück hatte ich den Gasknüppelweg auf 50% reduziert, sodass
 das Schiff nicht sofort raketenartig abflog. Der Versuch kurz auf 100% Leis-
 tung zu schalten, war für mich im Moment erschreckend, denn das Schiff
 begann rennbootartig  dahinzuflitzen, sodass die Länge des kleinen Teiches
 für dieses Tempo zu kurz wurde. Und mit Volllast eine Kurve zu fahren, das
 getraute ich mich nicht, sodaß ich rasch wieder auf Langsamfahrt  zurück-
 schalten musste.- Die drei Motore laufen hervorragend und sind viel zu stark, 
 aber das kann man heute mit moderner Senderelektronik reduzieren.
 Allerdings wurde bisher hauptsächlich nur mit halber Kraft gefahren und noch
 kein mehrere Minuten langer Vollgas-Fahretst durchgeführt. Dann könnte es
 erfahrungsgemäß zur Überanspruchung der 18A-Regler kommen. Daher
 wird das Boot nurmehr mit 2S Lipos betrieben; das genügt vollkommen.

 Die Fahrleistung betreffend ist das hohe Tempo mit den AX 2212 klar,
 bringt es jeder Motor mit 2S Akku auf angeblich 120 W? (gesamt 360W !)
 Leistung. Zum Vergleich bringen die alten Monoperm Super je 18 W.
 Erstaunlich finde ich es, dass mein altmotorisiertes Wiesel mit nur 54 W
 auch ein flottes Fahrbild abgibt, was dem des mit 2S Lipo und 50% Gas-
 wegreduzierung gefahrenen Gepard mit den starken Motoren nahe kommt.
 Zur Sicherheit wurde gegen Überhitzung über den gedrosselten Reglern ein
 PC-Lüfter montiert.
 Bezugnehmend auf den Stromverbrauch scheinen beide Motorvarianten an-
 nähernd gleich zu liegen. Bei meinen meist viertelstündlichen Fahrzeiten
 merke ich bisher noch keinen gravierenden Unterschied zwischen meinen
 beiden Wiesel-Varianten.


der kleine AX 2212/820kV





zweiter A 2217 mit 2300kV






Gepard, drei Motore sind eingebaut




   

drei Regler




 

Regler EZRUN 18A






der Motorraum mit einem Lüfter
oberhalb der Regler im Gepard (Wiesel)



 Verdrahtung mehrerer Brushless-Motore - meine Varianten

 Es ist ratsam, in Schiffen wie die Graupner Commodore mit zwei Motoren,
 bei jedem Motor einen Regler zu verwenden. - Bei meinen zweimotorigen
 Schiffen werden die Steuerkabel der Regler zum Empfänger mittels V-Kabel
 verbunden, wobei jedoch bei einem Stecker der Pluspol abgezogen werden
 muss. Der Anschluss der Motore ist wie sonst üblich vorzunehmen. - Verwen-
 det man einen Mischer, kann jeder Regler an einem Empfängerausgang an-
 gesteckt werden. Dadurch könnten die Motore auch gegenläufig laufen, wo-
 durch eine bessere Kurvensteuerung möglich wird.

 Moderne Regler haben meist einen extra Schalter zum ein- und ausschalten.
 Ein Regler, der mit allen 3 Kablen am Empfänger steckt, wird zum MASTER-
 Regler, der zweite Regler, der mit dem V-Kabel angeschlossen ist, kann im-
 mer eingeschaltet bleiben. Nur der MASTER-Schalter schaltet das Modell
 zum Betrieb ein oder aus. Bei dieser Anordnung laufen immer beide Motore
 gleichzeitig.
 Achtung:
 Ungeachtet dessen muss nach jeder längeren Fahrtunterbrechung der
 Akku unbedingt abgezogen werden, da er andernfalls entleert und beschä-
 digt wird.

 
 Bei meinem Gepard sind drei Brushlessmotore und drei Regler nach dem
 selben Grundsatzschema verdrahtet. Lediglich für den Regler für den Mittel-
 motor wird ein weiterer Kanal benützt, der mit dem Gas-Kanal elektronisch
 schaltbar gemischt ist und gesondert ein- und ausgeschaltet werden kann.

 Bei meinem Zobel (Dachs) sind die drei Monoperm Gleichstrommotore an-
 ders angeschlossen, wobei nur zwei Regler verwendet werden. An einem
 Regler sind die Außenmotore angeschlossen, der mittlere Motor hängt am
 zweiten Regler. Auch hier werden die Anschlüsse am Empfänger mittels
 V-Kabel vorgenommen und der Extraschalter bleibt immer eingeschaltet. Der
 zweite Schalter ist der MASTER-Schalter mit dem das Schiff aktiviert wird.
 Bei dem Schiff wird durch ein Servo der Servo-Impuls-Anschluss zum zweiten
 Empfäner ein- oder ausgeschaltet, also der mittlere Motor läuft mit den ande-
 ren mit oder nicht.

 Vergleichsweise die Daten eines Extron 2217-Brushlessmotors:
 Stromquelle 2-3S Lipo-Akku,
 Wirkungsgrad >85%,
 max. Leistung 320W (!),
 max. Belastung 27A

die zwei Motore der Commodore
mit 2 Reglern und "Extraschaltern"




Motore mit den Reglern und
Akkus



Ansicht Antri8eb im Gepard


Extron 2217/12/1520kV
   
 Rückwärtsfahrt und Wendigkeit - ein Problem

 Zusammengefasst stelle ich aus meinen bisherigen Modellschiff-Erfahrungen
 fest, dass man bei der Motorisierung eines Modellschiffes auf dessen Typ
 Rücksicht nehmen muss. Bei Problemen bei der gesteuerten Rückwärtsfahrt
 mit Modellen mit Antrieben durch Propellerwellen, kann vor allem die Vergrös-
 serung der Rudereinschlages und/oder der Ruderfläche erlösende Wirkung
 bringen. Nur mit Gas geht da nix. Die Drehrichtung der Propeller kann hier
 auch helfen, aber ohne Erprobung oder Erfahrungswerte wird es nicht zufrie-
 denstellend funktionieren.
 Besonders gute Steuereigtenschaften erreicht man mit einem "Becker-Ruder "
 (= Flossen-Ruder). Ebenso sind Schottelantriebe, Kortdüsen o.Ä. für gutes
 Lenkverhalten empfehlenswert, doch habe ich damit kaum Erfahrung. Bugstrahl-
 ruder erlauben auch das Wenden am Stand.

 Wie mir oft im Forum empfohlen wurde, ist bei einem Zwei- oder Vierwellenbe-
 trieb die Verwendung von zwei Mischern empfehlenswert. Sie ermöglichen
 durch die getrennte Drehzahl-  und Drehrichtungsregelung eine wesentlich ver-
 besserte Kurvenfahrt, was speziell bei Rückwärtsfahrten hilfreich ist.

 Ich verwende überwiegend nur einen Regler und versuche bei Rangierfahtrten
 mit Einwellenantrieben, den "Radeffekt" so gut es geht zu nutzen.  Der Effekt
 wirkt aber nur in eine Richtung und man muss auf engem Raum zuvor abschät-
 zen, in welche Richtung sich das Heck bewegt.

  Aus dem Internet entnommen: (immer Ansicht vom Heck auf die Props):
  Bei Schleppern usw. werden die Propeller "über oben nach außen 
  gedreht" -- bessere Wendigkeit.
  Bei Schnellbooten etc. laufen die Schrauben "über oben nach
  innen" .. bringt mehr Geschwindigkeit sowie Stabilität beim Gerade-
  auslauf.


  Meine Erfahrungen mit Antriebsakkus - siehe neue Seite


Becker Ruder - Flossen Ruder





kleinere Propeller und vergrößerte Ruder  helfen




Feuerlöschboot Düsseldorf (Robbe)
vier Ruder für besseres Lenkverhalten