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Eine Mustang zu besitzen ist schon eine feine Sache und
auch ich wollte einmal so ein tolles Modell,
welches man auf den Modellflugplätzen oft sehen
kann. Da heute viele dieser Modelle als ARF entstehen ist der modellbauerische Stellenwert dieser Modelle
natürlich etwas gedämpft. Um hier all jenen Kollegen, ich
meine insbesondere die "Holzwürmer" unter ihnen, etwas entgegen halten zu können,
habe ich mir dem Bau einer Twin Mustang (P 82,
ab Kriegsende F 82) aus zwei P51-Bausätzen (aus der fernöstlichen
Produktion von Flight 8, im Vertrieb bei Schweighofer) vorgenommen. Mit ca. 2,3m Spannweite und dem angegebenen niedrigen Fluggewicht
der Einzelmodelle (beide ca. 7,6kg) genügt
nach meinen Erfahrungen die Motorisierung mit
zwei 60ern. Um sicher zu gehen, dass genügend Power
für forcierten Vortrieb vorhanden ist, werde ich zwei OS
91 FX Zweitakter einbauen. - Als zusätzliche Hilfe
und technisches Experiment, möchte ich die Twin-Elektronik von MKZ einbauen, testen und sehen, um wieviel besser
die Motoren synchron laufen als bei manueller Justierung.
Siehe dazu später, dieses Experiment ist
fehlgeschlagen, die OS laufen auch ohne Elektronik
perfekt.
Das Modell würde nach
Ametrikanischer Bezeichnung wohl als "scratch buildt"
bezeichnet werden, denn für die
Bezeichnung Scale hätten die Rümpfe usw. noch
tiefgreifender geändert werden müssen. Und das
muss ja nicht unbedingt sein, so wie ich das eben sehe. Die beiden P51 Bausätze sind
also für
die Motorvariante 2T/60 ausgelegt. Sie weisen
eine Spannweite von je 1, 67m auf, woraus bei maßstäblicher
Umrechnung vom Original, die Spannweite des Twin Mustang
Modells von
2,3m (~95") resultiert. Das entspricht einem Maßstab
von annähernd 1:7.
Der Bau des neuen Modells bedingt, dass ein Flügelmittelteil gebaut werden muss und
für die Fahrwerke eine gänzlich andere Situierung kommen muss. Weiters müssen die in den
Bausätzen
beinhalteten Seitenleitwerke neu gebaut werden, da bei
der P82 das die Rümpfe verbindende Höhenruder höher als
sonst bei der P51 angeordnet ist. Interessant
wird auch noch die bauliche Lösung für die Zerlegbarkeit
des Modells in zwei Rümpfe, einem Höhenleitwerk
und einer durchgehende Tragfläche werden. Dass es ganz gut realisierbar ist, kann hier
vorweg schon gesagt
werden, obwohl der bauliche Aufwand alle meine Erwartungen bei weitem übertroffen hat; - auf
gut wienerisch gesagt, da habe ich mich ordentlich verschätzt!
Modellhistorie: Mein
nachempfundenes Modell hat die letze im Dienst gewesene
F 82 H (46-415) des 449th Fighter Interceptor
Squadrons in der Ladd Air Force Base in Canada zum
Vorbild. Diese Maschinen wurde zur Überwachung
der Grenzen und militärischen Aktionen Russlands
in Sibirien (Beringsee) und weiter bis über den Nordpol
hinaus eingesetzt. Ebenso zählte der
Begleitschutz der B36-Peacemaker, strategischen Bomber
auf deren Patruollienflügen in diesem
Sektor (ging oft auch über russisches Gebiet)
zu deren Aufgabe. Alle Einsätze fanden bei
jedem Wetter und bei jeder Tageszeit statt. Zusätzlich
wurden zahlreiche wissenschaftliche Messungen
durchgeführt und dieser Teil der Arktis und
des Kanadischen Terretoriums kartografiert. Wegen
der Fallweise militärischen Schutzfunktion waren die F
82 mit 6 Maschinen- gewehren und Raketen
ausgerüstet, sie hätte auch auch 2 Bomben transportieren
können.
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Das Modellvorbild F82 H

Mein Modell

Video
vom Erstflug (45 Mb)
Video mit Startvorbereitungen
(282 Mb)
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Der
Bau (Bilder
siehe unten)
Flächenmittelstück:
Begonnen wurde mit der
zeichnerischen Konstruktion des
Flügelmittelstücks. Zu klären war zuerst noch die Anordnung
des Empängers im Modell, wobei für
diese elektronischen Einheiten die Flügelmitte von mir
ausgewählt worden ist. In dem Zusammenhang
war auch die Aufteilung der diversen Steuerorgane und
Akkus (für Empfänger und Glühung) abzuklären. Weiters
war die Landeklappenanordnung und die Bau- und Montageart des
Einziehfahrwerks sowie erste Überlegungen dessen
Befestigung im Flügel zu entscheiden.
Musterrippen wurden
dann angefertigt
und die Rippen auf den soliden Trägerleisten
aus Kiefer eingeklebt. Die Zungenkästen wurden
gebaut und zwischen den Holmen Stege eingeklebt; die
Fläche muss drehstabil sein, denn sie trägt den Großteil
der Stabilität des Gesamtrahmens Fläche -
Rumpf - Höhenleitwerk - Rumpf - Fläche. Schritt für
Schritt ging es
weiter mit der Aufbringung der unteren Beplankung. Um
die Fahrwerke einbauen zu können mussten nun
die Flächenaussenstücke "provisorisch" mit dem Mittelstück verklebt
(mit PVH Express-Leim) werden. Später wird noch mit
Epoxy und Glasgewebeband die Endverklebung
vorgenommen.
Vor der Zusammenfügung der drei
Flächenstücke wurden noch die Servokabel für die Querruder
eingebaut, denn nach der Beplankung ist das nurmehr
schwer möglich. Die Kabel zu den Rümpfen, für das Höhenruder
und
Seitenruder, das
Preßluftsteuerungsventil,
Schlauchführung der Preßluft in den Rumpf, Glühung und den
Hauptschalter können nachträglich eingebaut werden.
Das Einrichten der V-Form
beim Klebevorgang bedurfte etwas Geduld; die 6 Grad V-Form des
Originalflugzeuges sehen am Modell wegen der größeren
Flügeldicke etwas gewöhnungsbedürftig aus.
Danach
wurden die Fahrwerke neuerlich eingepasst und die tatsächliche
Einbaulage bzw. die richtige
Stellung im ein- und ausgefahrenen Zustand hergestellt.
Schließlich konnte auch die obere Beplankung aufgeklebt
werden und in der Folge auch die Beplankung im
Fahrwerksbereich der Außenflügel. Die nächste Arbeit am nun langsam
unhandlich gewordenen (2300mm) Flügel bestand
aus dem Verschleifen der Fläche und dem Ausschneiden und
Entfernen der Landeklappe. Zuletzt wurden die Außenflügel
(vom Bausatz)
von der alten Bügelfolie befreit und nachgeputzt.
Als
letzte Bauarbeit wurde die Montage der Landeklappe
durchgeführt. Mittels vier spezieller Klappenscharniere
wird die
Landeklappe angelenkt. Diese
Scharniere erzeugen einen je nach Ausfahrtswinkel
varieierenden Spalt zwischen Fläche und Klappe,
wodurch die Naturähnlichkeit unterstützt wird. Ganz
bewußt wird auf den Umbau der Tragflächenaußenteile und
der Herstellung von weiteren Landeklappen
verzichtet. Aufgrund des Flügelprofiles darf angenommen
werden, dass der Einsatz der Landeklappen
keine wesentlichen Verbesserungen bei den
Langsamflugeigenschaften ergeben wird.
Rumpfarbeiten:
Bei der P82
(=F82) ist der Rumpf gegenüber
der P51 etwas verlängert und das Seitenruder vergrößert. Daher
müssen beide Rümpfe um je 80 mm verlängert werden. Dazu
wurde im Heckbereich mittels Kiefernleisten und 3mm
dicker
Balsabeplankung eine tragfähige Basis für das neue, gegenüber der p51 ebenfalls vergrößerte,
Seitenleitwerk geschaffen. Dabei mussten gegenüber dem Originalflugzeug kleine Kompromisse
gegenüber dem Verlauf der Rumpfkontur im Leitwerksbereich eingegangen werden. Ungeachtet
dessen mussten beide Rümpfe im vorderen Bereich mit
Glasmatten verstärkt werden. Bedauerlich ist zu
bemerken, dass die Qualität der Klebungen in
diesem Breich
"unter dem Hund" ist und dort unbedingt nachgekelbt
werden
muss. Die Einbringung der Glasmattenstücke
wurde dadurch erleichtert, dass der Schacht für den
auf der Rumpfunterseite liegenden Auspuff gebaut werden, und daher ohnediese der
Rumpf im unteren Vorderteil geöffnet werden musste.
Die
Arbeiten zur Lagebestimmung des Motors fallen immer sehr
zeitraubend aus. Die Einbaulage musste darüber hinaus, zur
Herstellung größerer Übereinstimmung mit dem Original,
noch etwas höher vorgenommen werden. Diesmal baute ich
mir eine Schablone mit einem drehbaren Kreuz mit den
Mittellinien, die ich mit den am Rumpf befindlichen,
versetzten (wegen Seitenzug), in Deckung bringen
muss. Dann kann ich den Motorumriss solange drehen, bis
der Auspuff oder der Zylinder in der Stellung ist, wo
ich ihn haben möchte. Und dann wird diese
Stellung angezeichnet und es können später die Löcher für
den Motorträger gebohrt werden usw.
Betreffend
die spätere Konstellation des Modells ist festzuhalten,
dass ich die
Rumpfachsen mit einem Seitenzug nach
außen, von je ca. 1 Grad verlaufen
lasse. Das soll bei Motorausfall die Flugeigenschaften
mit einem Motor verbessern.
Ein weiteres
Highlight der Rumpfarbeiten ist das Anpassen der
Motorhaube(n). Diesmal beschaffte ich mir eine
zusätzliche Haube für Experimente, denn der
Rumpfkonturenverlauf des Bausatzes ist nicht mit dem des
Originals vergleichbar: Es gibt eine Stufe
durch eine gegenüber der Rumpfhöhe längeren Haube
(gedacht für Abluft). Da jedoch der Auspuffschacht bei
mir als Abluftöffnung vorhanden ist, konnte
durch Aufdoppeln von Balsaholz die Rumpfkontur an die
Motorhaube angeglichen und naturähnlich
gestaltet werden. - Auch die Kürzung der Hauben ist ein
Unheil, aber notwendig. Die Herstellung eines schönen Stoßes zwischen Rumpf und Motorhaube ist sehr
arbeitsintensiv und bis die Haube in Relation zum
Spinner richtig sitzt, das ist nochmal ein
Horror. Wenn das dann mal so stimmt, sieht man wie und wo man auf der Motorhaube aufdoppeln muss, damit die Kontur mit der Spinnerrückseite parallel
verläuft. Das ist viel Arbeit, lässt sich aber
nicht völlig realisieren, da die Motorhauben mit viel zu
großem Sturz und Seitenzug gebaut sind;
da kann man später noch mühsam aufdoppeln. Schließlich
konnte ich die Passung halbwegs "hinschummeln", sodass
sich mein bisheriger Aufwand letztlich gelohnt hat.
Leitwerk:
Betreffend
Höhenleitwerk war die Frage des Servoeinbaues zu klären.
Ich entschied mich nach Anraten für 2 Stk Hitec HS 125 BBMG mit je 3 kg Stellkraft. Die Servos werden an jeder
Seite des Höhenleitwerks montiert und an die Ruderklappe
angelenkt. Beide Servossind über ein
V-Kabel angesteuert, welches aus dem Höhenleitwerk herausgeführt
wird und außen am Rumpf in einer Steckbuchse
mit dem Kabel zum Empfänger verbunden wird. Die
Befestigung des Höhenruders erfolgt mit je 2 M4 Schrauben pro Rumpf. Das HLWk wurde mit 0,5
Grad EWD justiert (hoffe das wird passen, denn eine
Änderung ist später nicht einfach möglich). Die
2 Seitenruder werden ebenfalls mit Hitec HS 125 Servos angetrieben, welche mit dem jeweiligen Seitenruder und dem Heckfahrwerk verbunden sind. Die Anordnung des
Heckfahrwerkes wurde umgekehrt (s. Bild), so dass es
eher dem originalen Montagepunkt nahe kommt.
Diese Bauweise des Bugfahrwerkes erlaubt eine Fixe
Montage. Das bedeutet, es ist möglich ohne Federn
und nur mit dünnen Drahtseilen die Heckfahrwerke anzulenken.
Die Zartheit der Heckfahrwerke wird im Flug der
Originaltreue kaum Abbruch leisten.
Langsam
geht's der Fertigstellung entgegen:
Die nächsten Arbeiten betreffen schon die
Montage der Querruder plus deren Servos und Servodeckel
etc. Damit sind die wesentlichen Bauteile fertig und es ist eine
erste Schwerpunktsermittlung möglich. Dabei soll
auch festgestellt werden, wo Gewicht, also Servos, Akkus usw.,
angeordent werden sollen/können, damit der Schwerpunkt
so weit als möglich ohne Bleizugabe eingestellt werden kann. Bisher hat sich ein Rohgewicht von 6kg
eingestellt. Mit einer Schätzung denke ich,
dass noch gut 1,5 Kilo dazukommen können, sodass
schließlich ein Gesamtgewicht von 7,5 bis 8 kg zustandekommen könnte. Das wäre für 2 x 15 ccm und 2300mm Spannweite
nicht schlecht. Genauere Angaben folgen später.
- Das
Mehrgewicht entsteht aus allerlei Details, wie zB die
Verkastung der Radkästen in den Flächen, die Einbauten
für die Pressluftanlage des Fahrwerks und die
Synchroniseirungseinheit für die Motoren, die Lackierung
der Radkästen und Motorspanten mit Silberlack
und 2K-Lack, der Bügelfolie, usw. usw. Nun sind die
Rümpfe schon bebügelt und alle Servos eingebaut, sodass
es mit dem Einbau der Motoren ernst wird. Zuvor musste
aber noch der neue OS 91 FX eingelaufen (1 Liter) und
beim schon gebrauchten Motor die Einstellung mit dem neuen
Auspuff geprüft werden. Die Motoren brachten
zufriedenstellende Ergebnisse mit der
14x7-3-Blatt- Luftschraube mit je ca 7500
U/Min. Ich bin schon gespannt, wie die dann mit der
Synchroeinheit laufen werden. Viel dürfte die nicht zu tun bekommen, da die Motoren sehr gut
laufen. Das ist auch der Grund, weshalb ich mir diesmal
(vorläufig) die geplante Glühung ersparen möchte: das
ist bestimmt eine Gewichtseinsparung von mindestens 350
Gramm. Zum Thema Synchronisiereinrichtung ein
Paar Worte: Die Synchroneinheit ist von MZK und
besteht aus einem Elektronikkasterl mit einem Schalter
und einigen Kabeln dran, aus 2 Sonden und 2
Scheiben, in denen die Magnete einzukleben sind. So weit
so gut, doch die "Magnetscheiben" passen nicht
auf eine OS 91-Nabe, also musste die Nabe an den Stellen
an denen sich die Magnete befinden, angefräst werden. Dies dient dazu, dass die Magente bei Montage
des Spinners oder Props, nicht aus der Scheibe
herausgepresst werden können. Bei kleinen
Motoren passt die "Magnetscheibe", aber nicht bei
"richtigen Motoren". Die Elektronik wird mit
einem Servokabel am K 1 angesteckt und damit ist alles
fertrig. Die Sorge mit der Motoreinstellung
hat sich inzwischen auch geklärt, denn dazu dient der
kleine Schalter an der Elektronik. Er überbrückt die
Elektronik (und wird auch zur Programmierung
benötigt), damit der andere Motor eingestellt werden
kann. Also es besteht quasi ein V-Kabel, welches mit der Umschaltung durch die Synchroelektronik geht
und beide Motoren dann synchronisiert laufen. Eingeschobener
Testbericht dazu: Die Programmierung ist an sich keine
Hexerei, doch die erste Funktionsprobe des Ganzen war
nicht von Erfolg gekrönt. Vielleicht sollte man das
besser auf einem Prüfstand einstellen, denn im Modell
ist es für mich nicht befriedigend
realisierbar. Schließlich stellte sich das Ergebnis so,
dass bei V-Kabel-Schaltung die Motoren nahezu
optimal liefen, nicht so bei eingeschalteter
Synchronisierung. In der Synchrostellung ergab sich zB
bei Mittelgas, dass ein magerer eingestellter
Motor langsamer geworden ist, wonach die Elektronik den
anderen beschleunigte. Das Hochdrehen regelt
dann den langsameren Motor wieder hoch und der andere
wird langsamer. Also da könnte man noch diesen
Effekt wegprogrammieren, aber nicht ich, und schon gar
nicht in diesem Modell. Folglich wurde die Elektronik entfernt und der
Kanal 6 für den zweiten Motor
eingestellt. Mit der Mischung der Kanäle im Sender ist
das ja ein "Vergnügen", die ohnehins schon toll
laufenden Motoren noch feiner einstellen zu können.
Jetzt
ist wieder der Zeitpunkt für die weitere Arbeiten wie
die Installation
der Servos usw. gekommen. Insbesondere muss ich darauf achten, dass beide Rümpfe gleich schwer werden.
In Verbindung mit einer Akkuweiche bringt das neue
Probleme, denn es muss daher ein Akku in jedem
Rumpf unterkommen. Zum Glück habe ich für die anfangs
beabsichtigte Glühung bereits dicke Kabel
eingezogen, die jetzt bei der Akkuaufteilung natürlich
willkommen sind. Die neuerliche Kontrolle des Schwerpunktes
wurde jetzt durchgeführt und ein brauchbares Ergebnis,
leichte Kopflastigkeit, trat ein. Nun mussten
die Fahrwerke endmontiert werden, d.h. die Räder
ordentlich montiert werden, sowie auch die am Federbein
befestigten Fahrwerksschachtabdeckungen. Den Schwerpunkt
habe ich (sinngemäß zur Anleitung der P51) mit
120 mm eingestellt. Betreffend
Gwicht sieht die Sache jetzt so aus: Rumpf 1 und 2 (mit
Akkus usw.) haben jetzt je 2,14kg und die fertige Fläche
samt allen Ein- und Anbauten wiegt 3,92 kg. Das ergibt
ein Gesamtgewicht von 8,2kg - das geht so .... Mal
sehen, wie sich das beim Flug darstellen wird.
Flugbericht: Der
Transport des Modells geht ja noch, aber die Montage der
Tragfläche auf den Rümpfen wird dann schon zur Aufgabe.
Denn bis, -wenn ohne Helfer-, alle Stecker an den richtigen Gegenstücken
angesteckt sind und dann auch noch die vier Befestigungsschrauben
angebissen haben, dann kann das schon mal Nerven kosten. Mit
helfenden Händen ist das aber gut zu
bewerkstelligen. Dann muss auch noch das Höhenruder
vorerst lose befestigt werden, denn es kann erst nach
der Festschraubung der Rümpfe am Flügel
endgültig festgeschraubt werden. Alles in Allem aber
machbar. Doch der folgende unproblematische
Flug mit dem Modell und dessen faszinierendes Flugbild
machen diese Unhandlichkeiten aber voll wett.
Mit vielen
Gedanken im Kopf ging es schließlich an der ersten
Start. Wird sie so schwierig zu rollen sein wie meine
P51? Wie wird das Fahrwerk bei und nach
der Landung funktionieren, denn immerhin sind da 8,2kg in der
Luft und dann am Boden unterwegs? Wird meine
Konstruktion den Luftkräften und G-Beanspruchungen
standhalten? Also der Start verlief
mustergültig und die Maschine war beim Gasgeben mit dem
Höhenruder hundertprozentig zu beherrschen
ohne auf die Nase(n) zu gehen.
Die Motoren liefen auch schön, na was soll bei zwei OS
91 FX (1700-9000 U/Min mit 14x7(2Bl) und max. 6,4kg Standzug) denn schon schiefgehen? Und der eigentliche
Trimmflug konnte ebenso gut absolviert werden und endete
mit nur geringen Korrekturen an Höhe und Querrudern.
Dann versuchte ich Looping mit mittlerem Durchmesser und
eine mittellange Rolle, alles bestens. Dann Gas weggenommen und Landeanflug
angesetzt, das
passte und war für mein Können unproblematisch und
bestens steuerbar zu ende zu bringen. Eine
Nachkontrolle am Fahrwerk ergab keinerlei Veränderungen
oder Schäden. Einzig die Rollrate des Modells
scheint mir mit den nur kleinen Querrudern sehr naturgetreu
aber etwas verbesserbar. Ich werde daher
noch einige Prozent Ruderweg dazugeben. Jetzt freue
ich mich schon auf den nächsten Flug und auch auf etwas
Wind zum Training. Und der nächste Flug fand
bei mittlerem aber böigem Wind in Pistenachse statt. Der
Start wurde diesmal von mir langsamer begonnen und mit
längerer Rollfase durchgeführt. Dabei hörte man, wie das
Fahrwerk durchschlug, also die Federn in den
Federbeinen voll auf Anschlag zusammengedrückt worden
sind. Um das Fahrwerk nicht länger zu strapazieren hob ich ab und brachte das Modell in einen
rasanten Steigflug um rasch auf Sicherheitshöhe für dne
Trimmflug zu kommen. Im Mitwindflug stieg das
Modell weiter, sodass ich einwenig tief trimmen musste.
Dann versuchte ich einige weiche und langsam
gerollte halbe Kuban-Achten zu fliegen, einen diesmal
weit gezogenen Looping, eine langgezogene Rolle und sogar
einen Turn, der gar nicht schlecht gelungen war. Dann
langsame Fluggeschwindigkeit und ein Anflug über die Straße
in ausreichender Höhe, einen Landeanflug simulierend. Da
zu erkennen war dass diese Anflugrichtung keine wesentlich
höhere Landegeschwindigkeit ergibt, führte ich nach
einschieben von Vollgas einen niederen Vorbeiflug in ca. 1,5m Höhe durch. Wow, das war für mich
ungewöhnlich aber sah toll aus. Nach einem 360 Grad
Sinkflug schaffte ich nicht ganz die 6m Höhe
und schloss einen liegende Acht an und war mit dem
Ergebnis fürs erste zufrieden. Dann der Anflug
zur Landung wobei ich beim ersten Anflug zu hoch herein
gekommen bin. Im zweiten Anflug drosselte ich früher und
kam, wegen des starken Gegenwindes, nicht wie gewohnt so
weit dem Flugplatzbeginn nahe. Mit etwas Gas stieg das
Modell ein weing und ich konnte erst beim ersten Viertel
der Platzlänge den idealen Gleitflug einstellen und erst
in Platzmitte aufsetzen. Mit gehobenem Heck
lief das Modell noch weiter, sodass ich zog um das Heck
auf den Boden zu bekommen. Als die Maschine
dann schon langsam war leitete ich eine weiche
Kehrtkurve ein. Das Modell kehrte nur in geringster
Entfernung vom Flugplatzrand um und ich konnte wieder
zum Startplatz zurück fahren. Am Standplatz
führte ich noch eine weitere Verbesserung der
Leerlaufeinstellung durch, wobei mir auffiel, dass der
zweite Motor nicht auf die Übernahme der
Trimmwerte des Gaskanals eingestellt war. Danach war die
Anpassung der beiden Motoren auch im langsamen
Leerlauf ein Kinderspiel. Endgültig gelang es die Motore
auf sicheren Leerlauf unter 1500 U/Min zu
bekommen. Für den Flugbetrieb stelle ich jedoch etwa
2000 U/Min ein. Der obere Regelbereich der Motore verlangte
nach keiner Nachbesserung und die Düsennadeln blieben
ebenfalls unberührt. Zur Überprüfung der Einstellung der
Hauptdüsen hob ich das Modell an und der Ausspruch Hans
Mosers file mir dazu ein:"..wia nemma mas denn?" Auch das Anheben des Modells verlangte keine
Nachjustierung; die beiden OS laufen wie ein "Glöckerl"
! - Möge das immer so bleiben.
Zusammengefasst
darf ich mir zu meinem Eigenbau gratulieren, denn das
Modell fliegt bei weitem besser als mache meiner
anderen Bomber, es lässt sich angenehm starten und fast
noch angenehmer landen. Fliegerherz, was willst Du mehr?
Und weiter geht's ....
Während meines Ausfalls beim Warbirdtreffen
2010 wegen Krankheit konnte ich nach zwei Tagen meinen
PC traktieren und suchte nach mehr Infos zu
meinem Modell. Schließlich stolperte ich über die
Erwähnung, dass diese Maschienen mit Raketen
bestückt werden konnten. Das brachte mich auf die Idee,
solche "Abschussrampen" für mein Modell zu erdenken
und dazu passende Raketen (T - Minus K1) und Rauchpatronen zu suchen.
Ich wurde fündig und bestellte mir eine Rakete, deren
Treibsatz 0,32 sekunden lang mit 7,81 N anschiebt. Damit fliegt das
Dingerl angeblich max. 100m hoch, - bei Senkrechtstart. Weiter
der Gedanke, wie und ob das wohl funktionieren würde,
wenn ich mit zB 100 km/h so ein Ding horizontal
abzuschießen versuchen würde. Kommt das
Raketerl mit der irren Brenndauer überhaupt gegen den
Fahrtwind an? - Gut, mit Rauchpatronen, das
ist kein Schwierigkeitsgrad für mich. Um das
herauszufinden werde ich, Wohl oder Übel, an einem Reserveflügel am Flugplatz
annähernd horizontale Teststarts aus dem Stand vornehmen
müssen. Spannend, nicht!?!
Nach
schlaflosen Nächten fiel mir die Lösung für die
Zündleitungen ein: Ein ehemals
für die Hallgeber der Motorsynchronisierung vorhandenen Kabel wurden als Zündleitung adaptiert.
Anstelle eines Servos zum Ein- und Ausschalten einer
Kamera wurde die Zündelektronik samt 4,8V Akku
eingebaut und mit den Zündungskabeln verbunden.
Allerdings mussten noch zusätzliche Kabel bis
zu den Startträgern neu eingezogen werden. Hmmmm, ging
eigentlich gerade noch gut. Dann begann das
Öffnen der Flügelbespannung an den Stellen an der die
Befestigung der Startträger vorgesehen wurde.
Schließlich war die Lösung so, dass die Startträger auf
der Montageplatte an-/abgeschraubt werden können, sodass
das kriegerische Aussehen der Maschine nicht immer sein
muss. Auf den Startträgern werden die Lafetten aus 2mm
Stahldraht und einer Länge von ca. 25cm montiert. Sie
dienen als Aufnahme der Raketen bzw. als "Zielvorrichtung"
beim Abschuss. Die Raketen sind lose
aufgeschoben und werden mit dem Zündverlängerungskabel
und dem Zünder vor dem Abrutschen von den
Lafetten gesichert.
Um die F 82 nicht zu
beschädigen werde ich von meiner P 51 "Marie" einen
Abschussversuch am Boden (s. Bild unten) vornehmen.
Wie ich inzwischen im Internet erheben konnte, ist mit
meiner Raketenmotorisierung eine Flughöhe von maximal
80m zu erwarten. Das würde also ganz gut passen. Der
Praxistest mit der P 51 brachte ein gutes Ergebnis, d.h.
es ist nichts angebrannt, lediglich die nur 25 cm langen
Führungsstäbe können gerade noch die
Führung beim Start bringen. Als zusätzliche Führung und
als Flammenschutz nach oben zum Flügel habe
ich Alubleche montiert. Vom Stand aus
abgeschossen schlingert die Rakete nach dem Verlassen
des Führungsdrahtes, legt aber dann deutlich Geschwindigkeit
zu und es scheint als stabilisiere sie sich dann.
Allerdings ist zu diesem Zeitpunkt die Brenndauer von
0,3 sek schon lange vorbei und es geht bergab.
Nach ca. 100m schlug die Rakete sanft und flach am
Grasboden auf und es scheint als wäre erst
dort die Spitze (nach 3 sek) abgesprengt worden. Der
Flugtest wird mit der Twin Mustang mit 2 Raketen
erfolgen.
Technische Ausbauten Zur Verbesserung der Detailtreue
wurde der Einbau eines Landescheinwerfers vorgenommen.
Es ist nicht zu glauben, auch das Original hat
nur einen so kleinen Scheinwerfer am Federbein. Mit der
Einziehung des Kabels gab es so kleine Probleme,
sprich das war ein Geduldspiel. Die Funktion des
Scheinwerfers wird über einen Kanal mit einem kleinen
Schalt-Servo ausgelöst und mit
der Landeklappe kombiniert. Wird die Landeklappe
ausgefahren, dann leuchtet der Scheinwerfer. Auch
der Bombenabwurfmechanismus kam nun an die Reihe.
Nachdem die gekauften Bomben mit deren Ausklinkvorrichtung
nicht ins Konzept passten, musste eine neue Methode
gefunden werden. Zu diesem Zweck wird auf der
am Flügel angeschraubten Bombenhalterung (wie
Raketenabschussrampe) ein kleines Servo montiert; es ist
seitlich an der Halteung angeschraubt, schaut
nicht schön aus, funktioniert aber gut. Die
Ausklinkrasten der Bomben wurden beibehalten
und dienen zur Richtungsführung der Bomben. Weiters wird
durch sie ein dünner Stahldraht durchgesteckt der
die Bombe daran hindert, am Servohebel vorbei und damit
frei zu kommen. Man könnte natürlich das Servo in den
Halter einbauen, doch bedürfte das eines
komplizierten Servohebels; - das ist zu unsicher. Nach
Fertigstellung der Rohbaumechanismen wird mit
silberner Folie bebügelt. Die mit einem Farbband
zusammengehalteten Bombenhälften werden danach
mit oliver Farbe lackiert. - Fertig und es funktioniert
auch, .... zumindest am Bautisch.
Letzter Flug: September 2010
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