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Um meine sehr
zufriedenstellend fliegendeTwin Mustang (M 1: 6,7) noch
interes- santer zu machen und meinen
Experimentiertrieb zu befriedigen, ging ich daran, den
Abschuss kleiner, maßstäblich passender
Modellraketen, zu realisieren. Ohne eine Ahnung über den Umgang
mit Modellraketen blieb mir nix anderes übrig, als im Internet zu
suchen, denn man denkt, sowas wird es ja schon geben und
ich müßte das Rad nicht nochmal erfinden. Nix da, es
war außer in Threads, welche die rechtliche Situation
wegen Abwurfs von Gegenständen aus Modell- flugzeugen
besprachen, nichts Brauchbares zu finden. Bei den
Raketenmodell- Klubs konnte ich zumindest
einiges herauslesen und erfuhr wie solche kleine
Raketen angetrieben, gezündet usw. werden. Nach
nächtelangem unergiebigem Surfen entschloss ich mich dann, das
Rad doch nochmals zu erfinden und wenn, es an meine
Gegebenheiten anzupassen.
Die
Rakete Passend zum Modellmaßstab
ca. 1 : 7 fand ich bei Raketenmodellbau Klima GmbH eine Rakete mit 20 mm Durchmesser und 330 mm Länge
(T-Minus 5 K1) die an die 12 Euro kostet, also
noch verschmerzbar wenn abgebrannt. Als Antrieb verwende ich
den Raketenmotor Typ A 8-3 der nur 0,32 sek
Brenndauer hat und dabei max.7,8N Schubkraft entwickelt.
Das soll bei senkrechtem Start eine max. Ausgangshöhe
von 100 m ergeben. Da ich vom Modell aus
grundsätz- lich nicht weit schießen möchte, damit die
Rakete möglichst noch am Flugplatz zu Boden kommt, passt also
die kurze Brenndauer sehr gut. Auch der Praxistest von
einem Bodenabschuss von einer stehenden P51 Mustang
weg zeigte, dass die Annahmen ganz gut passten. Die
Zündelektronik Die Zündung der Rakete
stellt eine Herausforderung dar, denn sie muss sicher
und verläßlich funktionieren. Bei Raketen
Klima wird eine solche Zündelektronik angeboten und ich
verwende diese auch. Allerdings mit zusätzlich an den
Dioden auf der Printplatte angelöteten Kabeln
mit parallel geschalteten LEDs die im Cockpit
an sichtbarer Stelle befestigt werden. Man sieht dann
von Außen den Einschaltzustandstand der
Elektronik. Nachdem ich nur zwei Raketen und diese gleichzeitig abfeuere, vereinfacht sich alles ein wenig. Die als Stromquelle empfohlene neue 9V
Zündbatterie hat bei mir nur einen einzigen Zünder
illuminiert und wurde daher durch einen Eneloop 4,8V (!) Akku erfolgreich ersetzt. Die
Auslösung der Zündung erfolgt über einen Schaltkanal am
Sender, am besten mit einem verriegelbaren
Schalter. Für meineTwin Mustang musste
zusätzlich eine dementsprechende Verkabelung zu den Abschussrampen im Flügel
verlegt
werden. Es wurden Servokabel verwendet, die auch
die
spätere Möglichkeit geben, dass an den
Steckerbuchsen die 2 mm aus dem Flügel herausragen, auch Servos angesteckt
werden könnten (zB. Servos zur Auslösung für Plastik-Modellbomben
von Fa. Engel). Die Raketen sind dabei in Serie geschaltet, denn die Elektronik testet vor jeder Scharfschaltung, ob der Stromkreislauf
geschlossen ist.
Handhabung
der Auslösung der Zündung der
Raketen: Vor dem
Einschalten der Fernsteuerung am Sender den Schalter für die
Zündakti- vierung in Stellung Zündung = EIN bringen.
(Es passiert nix!) Dann Sender
und Empfänger einschalten, was weiters keinen Einfluss
auf die Zündelelektronik hat: alles ist
sicher! - Soll die Zündanlage nach Motorstart usw.
unmittelbar vor dem Abflug einsatzbereit geschaltet
werden, wird der Zünd- schalter in die andere Stellung
AUS (=Scharf) geschaltet.
Die
Zündung erfolgt im Flug nach neuerlichem Umschalten des
Zündschalters in Stellung EIN. Dann läuft
automatisch der Systemtest von der Zündelektronik
ab (dauert ca. 1,2 Sek !), wodurch es zu einer
kurzen Verzögerung kommt. Dann er- folgt die Zündung.
Anmerkung: Die Zündelektronik schaltet
immer ab, wenn die Empfängerstromver- sorgung fehlt
(zB. der Empfänger abgeschaltet wird) bzw kein, oder kein richtiges
Empfangssignal vom Sender
kommt.
Die Zünder und ihre Montage Die
Zünder sind eine heikle Sache, da sie sehr klein, dünn und zart sind und
ihre Anschlussdrähte (+/-) nicht isoliert sind.
Die Zünder werden bis auf Anschlag in den Raketenmotor
gesteckt und mit einem mitgelieferten
Plastikstöpsel gegen Herausrutschen fixiert. Um die Zünder
kontaktsicher ansteuern zu können, habe ich mich
entschlossen, dünne Servokabel direkt an die
Zünder anzulöten. Die Servokabel werden an den o.a.
erwähnten Steckern am Flügel (siehe Bild unten) angesteckt und
bleiben samt den abgebrannten Zündern nach dem Abschuss
daran hängen und können wieder verwendet werden.
Abschussrampen Für
den problemlosen Transport der Tragfläche (bei F82 ein Stück mit
2,3m) sind die "Rampen" abnehmbar ausgeführt.
Die Rampen sind nach oben mit einem Hitzeschutz
(Alu-Blech) ausgestattet, welches gleichzeitig auch eine
Führungsauf- gabe für die Raketenflügel übernimmt. Die Rampen haben je eine (bei Bedarf)
demontiernbare, 25 cm lange Abschusslafette aus
2mm Stahldraht. (Bei den normalerweise senkrecht
gestarteten Raketen weist diese eine Länge von 60 - 90 cm auf!) Durch die kurze Führung kann die Rakete nicht
genau die Sollflug- richtung annehmen; Abweichungen in jede Richtung sind
daher einzuplanen. Im Praxistest beim
Flugabschuss zeigte sich, dass die Raketenbahnen sich
auch kreuzen können, wobei jedoch die nach
vorne strebende Flugrichtung eingehalten wird.
Zielen kann man nicht wirklich.
Testbericht vom Abschuss
von einem stehenden Modell
Der Test ist geglückt. Die
Rakete schoss ohne Brandanzeichen oder Schmauch- spuren am Flügel zu
verursachen davon. Die Richtungsstabilität
erreicht sie erst ca. eine Sekunde nach dem Start. Mag sein dass die Flugbahn beim Abschuss
im Flug stabiler
sein wird. Insgesamt ist die Rakete ca.100m weit
geflogen. Die Absprengung der Raketenspitze
samt Auswurf des Fallschirms erfolgte erst am Boden ohne dass die Rakete dabei Schaden genommen hat.
Video
Test bei Abschuss im
Flug erfolgreich abgelaufen Mit
meiner alten Spitfire wurde der erste Abschuss der
Raketen im Flug erprobt. Nach
der Abschussvorbereitung der Elektronik wurde dann im
Flug die Zündung ausgelöst. Es funktionierte
alles perfekt. Die Rakenten flogen entsprechend der kurzen
Brenndauer nicht zu weit und konnten im nächster Nähe
neben der Piste gefunden werden. Es zeigte
sich, dass die Zündverzögerung eine Zündung gut 200m
vor der Pistenlängenmitte notwendig ist. Bezüglich
Aerodynamik haben sich durch die Mitfühtrung der Raketen
und deren Abschuss keine merklichen Änderungen im Flug
und bei der Steuerung ergeben.
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Start der Modellrakete
Video
vom Testabschuss

Rakete T-Minus 5 K1

Raketenmotor A8-3
mit Zünder

die Testanordnung
an meiner P 51

der erste Testabschuss
vom Boden

die Raketenmontage für den
Flugtest
an meiner Spitfire

der
erste Testabschuss im Flug
Video vom
Abschuss im Flug |