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   Lockheed C 130  -  Hercules   (ASM)                                                                                    
 
Beschreibung über den Bau und den Flugbetrieb :  für Eilige:  zu den BAUFOTOS


Video Erstflug  (60 Mb, flv)

 Meine "Hercules Story"

 Bisher hatte ich Spaß an zweimotorigen Modellen. Nach dem Besitz von bereits 3 Transall-Modellen sticht mich der
 Hafer und ich würde nur zu gerne eine Hercules bauen und fliegen. Das Angebot eines derartigen Bausatzes kann man
 in unseren Landen als nahezu unwahrscheinlich annehmen, doch Schweighofer macht's möglich. Der Sound von 4 Stück
 4ccm-Zweitaktern, letzendlich wurden es dann doch 5,2 ccm-Motoren, stellen eine Herausforderung dar. Und das 
 nicht nur vom Handling sondern auch vom Preis. - Jetzt ist es so weit, der Karton ist eingelangt und ich beginne mit
 dem Bau des Modells, einem Modell der anderen Art wie sich zeigen wird.....

 Zum Bausatz: Der Baukasten besteht aus einem Rumpf der aus einem Gerippe mit Sperrholzspanten aufgebaut und mit
 Kohlefaserstäben verstärkt ist. Neckisch ist die Umhüllung des Gerippes, welches nur mit einem elastischen geformten
 Kunststoffschalen mit Oberflächendetails (elastisch wie Plastikdickfolie) überzogen ist. Der Stoß an Ober- und
 Unterseite des Rumpfes ist nur bedingt schön, aber es ist klar, dieses Modell wird nie ein Scale-Modell werden. Die
 Flächen sind in herkömmlicher Holzbauweise aufgebaut und mit Folie bespannt. Die Motorgondeln sind einzeln am Flügel
 montiert und nur mit je einer Schraube am Flügel befestigt. Also auch etwas gänzlich ungewohnt Neues, aber zweifellos
 praktisch für den Flugbetrieb.

 Die Entstehung einer  C130 - Hercules  von ASM:

 Nachdem der Motoreneinbau eine der "spannendsten" Arbeiten beim Modellbau von Mehrmotorigen darstellt, begann
 ich gleich mit einer "Serienfertigung" der 4 Motorgondeln.- Bei den Motoren mussten zuvor die Kücken abgedreht und
 die Gashebel umgekehrt montiert werden und mit einer Lehre auf jedem Motor in gleicher Stellung montiert werden.
 Servos mit angepriesener Stellgenauigkeit wurden beschafft und die vier mit den weitestgehend gleichen Ruderwegen
 ausgesucht. Danach ging's tatsächlich an den Motoreinbau .....
 Allerdings stellt sich der Einbau der Motorträger und erst recht der Motoren als Geduldspiel dar, da die Motoren durch
 die Serviceöffnung auf der Unterseite der Motorgondel, - zwar ebenfalls für den Betrieb praktisch, aber für den Einbau
 samt Justierung ein kleiner Horror -, eingefädelt werden müssen. Die notwendigen Justierarbeiten am Motor und Tank
 und Servos sind auf diese Weise natürlich im Betrieb dann leicht möglich.
 Leider muss man den Sturz und die Einbautiefe des Motors bei jeder Motorgondel separat messen da die Gondeln sehr
 ungenau gefertigt sind. Meine Serienfertigung bei der Bearbeitung der Motorträger bezüglich Sturz und
 Befestigungslöcher war nutzlos, da die anderen 3 Gondeln alle anders als die erste waren! - Bei Motor 1 musste ich
 2 mm am Motorflansch beilegen, damit die Mitte des Spinners mit der Kontur der Motorgondel korrespondiert. Bei Motor
 Nr 3 sogar 3mm; ein Verschieben der Motorträger war nicht möglich. - Selbst beim Servoeinbau in die zwei mittleren
 Gondeln musste die Servobefestigung abgefräst werden, damit der Servoarm im Gondelbereich nicht an Flügelunterseite
 streift. -  Und so ging das bei jeder Motorgondel weiter, immer wieder Überraschungen weil etwas nicht passte.
 Da die Auspufftöpfe außerhalb der Gondeln liegen benötige ich 10mm Zwischenflanschen, die ich natürlich selber fräsen
 muss(te). Zum Glück gab's 10 x 10 mm Alustangen zu kaufen und ersparte mir weitere Frässtunden mit meiner uralten
 UNIMAT 3. Damit die Auspufftöpfe das Modell später optisch nicht so stören, habe ich sie in Modellfarbe weiß gespritzt.

 Störend sind auch die auf der Flügelaußenseite aufliegenden Servos für alle Ruder am Modell; es wäre reichlich Platz in
 der Flügeldicke usw. vorhanden. Aber auch hier scheint der Konstrukteur der besseren Zugänglichkeit halber, diesen
 optischen Minuspunkt an den Flügelunterseiten der Betriebssicherheit zu opfern.
 Leider hat der Konstrukteur doch auch Fehler gemacht, indem er a) für das Modell ein vollsymmetrisches Profil auf der
 Tragfläche! und am Höhenleitwerk verwendet, wobei er b) 5,5 Grad Einstellwinkeldifferenz vorgegeben hat und ..., die
 Motorzugachsen pervers um ca. 10 Grad ! nach unten gerichtet hat. - Es konnte, meiner Einschätzung nach, wegen
 dem vollsymmetrischen Tragflächenprofils auch nicht anders kommen, dass es zu kritischem Strömungsabriss kommen
 musste und die Flieger schon beim Erstflug geerdet worden sind. Das alles kann man aus dem RCU-Forum C 130
 herauslesen.
 Der Baufortschritt bringt mich wieder weiter und ich muss nun klären, wie das mit den im Forum beschriebenen miesen
 Flugverhalten wirklich ist. Denn, sieht man sich die Flüge an, bzw. die Abstürze, dann erkennt man eine Tendenz zum
 plötzlichen Abreißen der Strömung und nachfolgend einen nicht mehr zu beendenden Spiralsturz. Die Experten rätseln 
 ....... für mich sind die Hinweise doch sehr aufschlussreich und helfen mit Fehler nicht zu machen oder Dinge doch zu
 beachten, an die bisher kein Gedanke verloren wurde.
 Von dem amerikanischen Produzenten sind keine Antworten auf diese offenen Fragen zu bekommen; er ist weder über
 Telefon noch über E-Mail erreichbar.
 Nun, auf den Startcrash kann ich verzichten und daher  überlegte ich .... und entschied mich dann dazu, einen B
 ekannten, Hr. Oskar Czepa, ein Aerodynamik-Experte höchster Klasse, ihn um seinen Rat und seine Ansicht zu den
 Modelldaten zu bitten. Sein Kurzbericht: EWD soll ca. 1 Grad sein. Allerdings wozu ein derart grässlicher Motorzug
 vorgesehen worden ist, konnte auch er nicht erklären. Nachdem ich Hr. Czepa aus Erfahrung glauben darf, habe ich
 nach seinen Darstellungen die EWD nun auf 1,5 Grad reduziert. Jetzt wirkt das nicht mehr bündig zum Rumpf
 abschließende Höhenleitwerk natürlich optisch als großer Störfaktor. Gut, nach einem eventuell erfolgreichen Erstflug
 kann ich ja mal nachdenken wie ich die Plastikhaut des Modelles an die geänderte Kontur anpassen kann.
 Auch bei den Motorgondeln muss ich nacharbeiten. Das geniale Befestigungsprinzip lässt das relativ einfach zu: Eine 
 20x30 Kiefernleiste wird zwischen die Flügeloberfläche und dem Tragbrettchen in der Motorgondel eingebaut und die
 Gondel somit auf den Motorzug von 1 - 2 Grad nach unten eingestellt. Dann passen nämlich auch optisch viele Dinge
 wieder am Modell zusammen. Wie sich die Änderungen beim Flug darstellen werden ? - Auch bei der Transall, der B25
 usw, sind die Verhältnisse normal und die Dinger fliegen problemlos.
 Der Weiterbau wird also durch die Nachjustierungen etwas verlangsamt, aber das Bauchgefühl wird dadurch viel besser.

 Also wurde inzwischen das original für das Modell erhältliche (teure 360.- Euro) pneumatische Einziehfahrwerk in den
 Rumpf eingebaut. Sehen sie dazu auch die Bilder. -  Das Hauptfahrwerk wird über eine Blattfeder abgefedert. Im
 Internetforum war zu lesen, dass die hier zahlreich erforderlichen T-Stücke der Druckluftleitungen durch ordentliche zu
 ersetzen sind, denn die Originalteile sind meist undicht. Bei einigen Modellen waren die Schweißstellen der Blattfedern
 schlecht und bei der Landung brachen sie dramatisch. Bei Meinem Bausatz sieht alles gut aus, hoffentlich trügt der
 Schein nicht.

 Um nichts zur Verhinderung eines Absturzes zu unterlassen, habe ich mich an einen Aerodynamik-Spezialisten, Hr.
 Oskar Czepa, gewandt und ihm die Flugzeugdaten übermittelt. Seine Schlüsse sind niederschmetternd! Alleine die
 Darstellung, dass im Horizontalflug bei der hohen EWD der der Tragflügel nach außen bereits mit abgerissenen Strömung
 fliegt. Jede Kurve mit gezogenem Höhenruder kann das Abkippen auslösen. Seine Tipps: EWD auf 1,5 Grad reduzieren
 und den irren Motorzug von 10 Grad abwärts, deutlich verringern; warum der Zug so gewählt wurde ist auch ihm nicht
 nachvollziehbar.

 Einiges vom Flugbetrieb:

 So, nach allem von oben nun noch etwas zur "reliability" (Betriebssicherheit) und zum Flugbetrieb. Die Betriebssicherheit
 trägt einen entscheidenden Beitrag zur Lebensdauer eines Modelles bei. Bei einem Abfluggewicht von  9,75 kg ist das
 wichtig.

 Es ist aber nicht so einfach (wie man es gerne hätte), vier Motoren exakt zu regeln, sodass in jeder Gasknüppelstellung
 nahezu die gleiche Drehzahl vorliegt. Nun ich habe das nach den Anweisungen des Herstellers gemacht und das mit
 einem gewissen Erfolg. Grundsätzlich musste ich zwei Motorgruppen einrichten, die Motoren außen bzw. innen.
 Nachdem ich nicht jeden Motor mangels Einstellreglern gesondert regeln kann, mussten also immer zwei einer Gruppe an
 ein V-Kabel angeschlossen werden. Am Sender der MC 24 mussten zwei Schalter montiert werden, mit denen die
 Mischer geschaltet werden konnten. Dies ist im Falle eines in der Luft abgestorbenen Motors günstig, da man die
 Motorgruppe vom Gasknüppel wegschalten und auf Leerlauf stellen kann. Leerlauf stört nicht, hingegen ein stehender
 Propeller sehr.

 Um möglichst viele Fehler von vornherein auszuschließen, besorgte ich angepriesener Weise vier als stellgenau
 bezeichnete GR-Servos und stellte bei jedem Motor das Gaskücken mit einer Lehre ein, sodass bei den Wegen und dem
 Öffnungswinkel der Motoren alles gleich ist. - Dennoch liefen die Motoren vor allem im Leerlauf nicht alle gleich schnell,
 sodass ich die Feineinstellung mit der Längenänderung des Gasgestänges ausgleichen musste. Hierbei lernte ich die
 Konstruktion mit den abnehmbaren Motorgondeln zu schätzen.
 Endlich nach mehreren Stunden Einstelllauf ergab sich eine brauchbare Einstellung. Ungünstig festzustellen war aber,
 dass die Motoren doch noch sehr empfindlich auf Temperaturunterschiede reagieren, nämlich dass man die Hauptdüse
 verstellen muss. Dummer Weise wirkt sich das auf den Übergang aus, was bedeutet, dass ein Motor spontan, der
 andere aber zB. fetter reagiert und langsamer hochdreht. Alles kein wirkliches Problem, solange er sich nicht dabei
 verschluckt.- Damit nur ja kein Motor ausgeht, baute ich auch eine Glühkerzenheizung (Microsens Glow 2 LP +=mit
 zusätzlicher Stromstärke) ein. Allerdings die kann einen abgestorbenen Motor nicht wieder anstarten. Dennoch erhöht
 sie die Motorlaufsicherheit ganz entscheidend. - Eine feine Sache: Glühung ein und Starter an den Motor und der läuft
 an.

 Für die Inbetriebnahme des Modells, bedarf es einer Checkliste, bei der die einzelnen Schritte beschrieben und genau
 abzuarbeiten sind. Damit ist weitgehend Sicherheit gegeben, dass kaum mehr Dinge vergessen werden können. 
 Allerdings wäre hier ein Helfer notwendig, der die Einhaltung der Liste überwacht und mithilft. So auch die Startprozedur
 mit der Nachjustierung der Motor-Hauptdüsen. Nach der Prozedur geht's ab auf die Piste.
 
 Der Start verlief sehr Naturgetreu und trotz Seitenwind fast von alleine; vielleicht glich den der Kreisel für das
 Seitenruder den Abtrieb aus? Auch die Querlage war gut und kaum etwas zu trimmen. Aber ich muss falls es nochmals
 dazu kommen sollte, die Expo-Funktion ändern und den Prozentsatz verringern. Beim Höhenruder konnte ich bereits
 beim selbsttätigen Abheben, dass ich etwas Tiefenruder benötige. Rückschluss: der Schwerpunkt muss nach vor. Der
 Flug wurde von mir anfangs sehr weiträumig geführt und erst später drosselte ich die Motoren hörbar herunter (8000)
 was eine Verlangsamung der Fluggeschwindigkeit ergab. Aber auch hier keine Tendenz abzukippen. Allerdings für einen
 Scale-Flugstil müsste es noch viel langsamer sein.
 Die Problematik des großen Modells (Spannweite 2,54m) und des weiträumigen Flugstils zeigte sich dann beim
 Landeanflug. Vermeintlich schon vor den Bäumen bei Fa. KWIZDA , krachte dann doch das Modell knapp seitlich in eine
 Pappel und hing dort. So weit ersichtlich war der Rumpf ziemlich ganz geblieben, wobei ich natürlich trotzdem mit
 erheblichen Schäden rechen musste.

 Nun, das vom Baum geborgene Modell ist jetzt genau das, was mir eigentlich sehr viel Spaß macht: Ein zerstörtes
 Modell das in vielen Bereichen intensive, tiefgreifende und herausfordernde Reparaturen benötigt. Einzig die Technik ist
 praktisch unbeschädigt geblieben, sieht man von einer gebrochenen Düsenstockhalterung bei einem Motor ab. - Das
 doch jähe Ende der Coast Guard Maschine wird später, in der Pension, zum Neubeginn der Hercules des
 österreichischen Bundesheeres werden, - wie gesagt, wenn ich dann in Pension bin.

 Jetzt sollte ein Satz Ersatzflächen ausreichen das Modell zu reparieren, doch kosten die Flächen fast zwei Drittel des
 Neupreises eines Komplettbausatzes. Daher schraube ich die Motorgondeln von Nr 1  auf die Flächen des zweiten
 Bausatzes und ersparte mir vorerst Arbeit. Die Motorgondeln der Nr 2 kann ich dann für die allfällige
 Bundesheermaschine verwenden oder werde meine OS 40 FS einbauen, das würde dann weniger flottes Fliegen
 bedeuten und eher realistisches Motorengeräusch.

 Letzter Flug: 25.08.2007                   
 

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