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Von den moderneren
Elektroloktypen der ÖBB gibt es nur wenige Modelle und nur
zu hohen Preisen zu kaufen. Die Modelle sind offenbar nur in kleiner Stück- zahl
erzeugt worden, was die Preise selbst für gebrauchte
Loks natürlich in die Höhe treibt. Mir sind diese seltenen
Internet-Angebote viel zu teuer, sodass ich die Idee entwickelte, selbst eine solche Lok zusammenzubauen,
wenn ich ein passendes Gehäuse und Fahrwerk finde.
Es
gibt den chinesischen Hersteller ATLAS, der Standmodelle
vieler h0-Loks im Maßstab 1:87, herstellt. Was liegt näher,
als das Gehäuse eines solchen Modells zu
verwenden, um es auf einem passenden Fahrgestell
einer h0-Lok aufzubauen, - falls es passt. Zu
diesem Zweck wurde eine
ganz neue Piko Taurus ES
64 U2 sehr preisgünstig erstanden. Nun war zu hoffen,
dass das Atlas
1012-Gehäuse gut auf das Taurus-Fahrwerk
passen würde.
- Vorweg gesagt, es hat mit kleinen
Modifikationen gut gepasst.
Dass es in der Folge zu
kleinen Differenzen in der Originaltreue kommen würde, war klar, denn
beispeilsweise sehen die Drehgestelle der 1012 etwas
anders als die der Taurus-Lok aus. Ähnlich ist es
bei den Stromabnehmern sein, von denen ich
allenfalls handelsübliche zukaufen könnte. Trotzdem wird die
Lok für mich und meine Enkel einen besonderen
Stellenwert bekommen und sich im Spielbetrieb
bewähren. |

ÖBB 1012 001-2, Atlas Standmodell
Fahrvideo

Vergleich Lok (li) mit Standmodell (re) |
Das
Projekt Elektrolokomotive ÖBB 1012
001-2 kann beginnen
Historisch gesehen war die ÖBB Lok 1012 ein
Vorprojekt für die
Taurus-Lokomotiven. Drei Prototypen der Schnellfahrlokomotive wurden gebaut und
erprobt., wobei sie nach österreichischer Philosophie
(?) zeitweise in Doppeltraktion vor
schwere Lastzüge am Brenner usw. eingespannt worden sind. Während der Erprobung wurde
das Taurus-Projekt zum Abschluss gebracht, welches noch stärkere Motore
aufwies. Daher kam es
nicht zu einer Serienproduktion der mit einem
internationalen Schönheitspreis ausgezeich- neten
Type 1012.
Mein Bau begann mit der Bestellung eines Fernost
Standmodells einer 1012 E-Lok, um zu sehen, wie brauchbar
dieses Modell für den Umbauzweck ist. DIe Lieferung aus
China dauerte nur gute drei Wochen, doch wurde
kein Porto verrechnet..- In der Wartezeit konnte ich
überlegen, welches Fahrgestell ich für die Lok verwenden
könnte. Da das Standmodell 1/87 war und auch
Piko in dem Maßstab baut, könnte das Fahrgestell der
ähnlich großen Taurus Loktype passen. Da es ein
sehr günstiges Angebot einer neuen Taurus gab, schlug ich
zu, hoffend dass es passen wird.
Und sollten
sich zwischen dem Fahrwerk des Standmodellghäuses und
dem Taurus Fahrgestell
kleine Unterschiede ergeben, wird das meine
Anforderungen an die exakte Vorbildtreue nicht sehr
tangtieren. Es ist mir wichtig, dass die Lok als eine ÖBB 1012 zu erkenen
ist und dass sie gute Laufeigenschaften hat. Und
für mich war besonders wichtig, dass ich eine interessante
Beschäftigung während der Corona- Ausgangsbeschränkungen hatte.-
Nicht unbedeutetnd ist für mich
der "Wert" meiner Arbeit und Tüftelei, der MIR bestätigt, dass ich NOCH in der Lage bin, solch ein Vorhaben
verwirklichen zu können.
Und weil ich vom
Bau der ersten Lok nun weiß, wie ich vorgehen und worauf
ich achten muss, wollte ich noch eine zweite 1012
bauen, die jedoch zu einer
1014 umgearbeitet worden ist.
Erst fast zwei Jahre später wurde mir klar,
dass die Type 1014 eine um 2m kürzere Lok als die 1012
ist. Allerdings erkannte ich auch, dass die
1822, gleich lange wie die 1012 war und ihr sehr
ähnlich. So wurde später aus meiner zu großen
ex 1014 schließlich eine 1822. Das war auch deswegen
möglich, weil ich zufällig und preiswert eine
gebauchte Roco 1014 kaufen konnte, wodurch
meine Eigenbau 1014 überflüssig wurde.
Jetzt
geht es los, das neue
Fahrgestell kann begutachtet werden
Nach
Lieferung der neuen Taurus-Lok, musste das
Gehäuse abgenommen werden, um zu sehen, ob und wie sich
das Atlas-Gehäuse anpassen lassen wird. Aber wie geht
das Tausrus-Gehäuse vom Fahrgestell herun- ter? Das
Internet machts möglich, denn auf den Papieren bei der
Lok war nicht ersichtlich, wie man das Ge- häuse abnehmen
kann. Wie nachgelesen geht's ganz einfach: alle Puffer
vorsichtig herausziehen und schon ist das Lokgehäuse
gewaltlos abnehmbar. - Raffiniert! Vorerst wurde die
neue Lok lt. Anleitung eingefahren. Sie läuft sehr gut, doch hört man bei der Fahrt in einer
Fahrtrichtung ein wenig den Gelenkwellenantrieb, doch
ist das nicht schlimm.
Zwei Standmodelle
sind eingetroffen, der Umbau beginnt
Endlich kann mit der
Arbeit begonnen werden. Es wurden sicherheitshalber zwei
ATLAS-Modelle ange- kauft, falls bei der ersten Bearbeitung
ein Schaden entstehen sollte. Wenn nicht, werde ich für
meinen Freund eine zweite Lok
bauen. Das ist dann schon einfacher, weil ich schon
weiß, worauf ich achten muss. Der
erste Vergleichstest der nebeneinander liegenden Lokteile war positiv, denn
der Radstand der Piko Taurus-Lok, sowie die Länge des
Gehäuses und seine Breite, entsprechen fast genau den
Abmessungen des Standmodells. Daher wird die Montage des 1012-Gehäuses
machbar sein und eine interessante Beschäftigung
in Corona-Zeiten werden.
Interessant ist, dass dieses 1012 Standmodell
einen Unterbau aus Metall hat. Die Drehgestelle sind
ab- montierbar und das Gehäuse ist an der
Metallplatte angeschraubt. Die Fahrerstände sind auf der
Metall- platte angeklebt, aber leicht unzerstört
ablösbar. Zu Beginn wurden die nicht beweglichen
Plastik-Stromab- nehmer entfernt. Unglücklicher
Weise sind die Scheibenwischer nicht sehr fix montiert
und gehen schneller verloren, als man sie wieder
findet: sie sind sehr sehr zierlich .... und einer ist
nicht mehr auffindbar und musste später
nachgebaut werden.
Um das Gehäuse auf
das Taurus Fahrgestell aufsetzen zu können, müssen die
Fahrgestellecken bis auf das Niveau der
mittigen Fläche (oberhalb der
Kupplungen) um je mindestens 2mm abgefeilt (elektrische
Powerfeile) und die Ecken abgerundet werden. Die
naturähnlichen Fahrerstände müssen
(leider) nahezu ganz entfernt werden, sodass nur das
Armaturenbrett übrig bliebt. Jedes Armaturenbrett
muss noch in der Mitte ausgeschnitten werden, sodass der
Ausschnitt zur seitlichen Ortung bei der Lichtblende am
Fahrge- stell dienen kann.
Danach können die Armaturenbretter im Gehäuse eingeklebt
werden. - Beim zweiten Lokumbau wurden die
Fahrerstände angepasst und konten bleiben. Damit das Gehäuse in der richtigen
Höhenlage gehalten werden kann, müssen als
Hinterwand der Fahrer- kabinen, aus ABS-Kunstoffwände am Gehäuse
(Sekundenkleber mitteldick) angeklebt werden. Sie zentri- reren und
stabilisieren das Gehäuse am Fahrgestell. Um
das Gehäuse dem Vorbild anzugleichen, müssen am unteren
Gehäuserand rundum Schürzen aus ABS-Folie angeklebt werden.
Nach genauer Betrachtung der Fotos vom Vorbild,
beschränke ich die Schürzen auf die Bereiche der
Pufferbohlen und bei den Berei- chen zwischen den
Drehgestellen. Eigentlich sollte noch ein 3mm breiter
Streifen zwischen der Pufferbohle und der mittigen Schürze
sein, doch ist dessen Herstellung und Anbringung sehr
schwierig. Ebenso wurden die Auftritte an Rundungen
der Pufferbohlen nicht hertgestellt, weil sie nicht so
sehr ins Auge stechen. Diese kleinen Details kann
ich mit meinen Fingern nicht mehr herstellen bzw.
ankleben. Da ist weniger oft mehr. Die Pufferbohlen und die
mittigen Schürzen wurden mit Sekundenkleber mitteldick
aufgeklebt.
Anschließend wurden die Puffer des
Standmodells, in den zuvor in den Pufferbohlen-Schürzen
gebohrten Bohrungen, eingeklebt. Danach
wurden alle Schürzen und die Pufferbohlen schwarz
gestrichen, so wie sie beim Protototyp auch lackiert
waren. Zum Schluss wurden die Piko-Schienenräumer rot
lackiert.
Zur Befestigung des Taurus-Gehäuses dienen die vier
Puffer. Das geht bei dem entstandenem Modell nicht.
Für die Gehäusebefestigung wird eine Methode
verwendet, wie sie bei älteren Fleischmann Loks angewen- det
wurde. Zwei M2 Senkkopfschrauben in der Mitte der Pufferbohlen
reichen aus, um das Gehäuse unver- lierbar zu
machen. Um die Schrauben eindrehen zu können, mussten im
Fahrgestell dafür Bohrungen mit M2 Gewinde
hergestellt werden.
Die beschafften Stromabnehmer sind
eine feine Arbeit. Sie haben nur den Nachteil, dass sie
nicht sehr leicht zu montieren sind, da sie
sehr zart ausgrführt sind. Zuerst
musste in das vorhandenen M1,7 Gewinde mangels
passender Schrauben, ein M2 Gewinde nachgeschnitten werden. Aufgrund der
Konstruktion musste unter der Befestigungplatte des Stromabnehmers eine
Unterlage aufgeklebt werden, damit er
in horizontaler Position zu liegen kommt. Die seitlich
von der Befestigungsplatte wegstehenden
Abstützungen passten ziemlich genau zu den Isolatoren am Dach.
Hätte ich das Loch für die Befestigung richtig
gesetzt, würden sie genau dort aufliegen. Mit dem UV-Kleber
wurden die Abstützungen an den Isolatoren angeklebt
und mit roter Farbe dezent angetupft.
Damit ist der geringe Versatz kaschiert worden. - Erst
jetzt konnten die Scheibenwischer wieder
angeklebt werden.
Eine sehr zarte Angelegenheit. Zuletzt
wurden die zwei Aufstiege zu den Einstiegstüren aus 1mm
ABS angefertigt und im Gehäuse am vorgesehenen
Platz einge- klebt und schwarz lackiert.
Wenn es möglich ist, werden auf jeder Seite zwei
Stirnlampen mit kleinen LEDs ( bis 18V) bestückt, sofern sich
dafür Platz findet.
Nach dem Anbohren der 1,5mm Aufnahmebohrungen für
die LEDs wurde sofort klar, dass sie ohne
umfangreiche Fräsarbeiten im Fahrgestell
nicht eingebaut werden können. Die Fräsar- beiten an der
fertigen Lok waren mir zu heftig und
unterblieben daher. Anstelle der LEDs wurden die
vorhan- denen Lichtleiter der Taurus-Lok adaptiert
und belassen. Es sind nur die unteren
Lichtpunkte des Lichtleiters übrig geblieben,
die man aber bei mittlerer Fahrgeschwindigkeit noch erkennen
kann.
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ÖBB 1012 001-2 |
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ÖBB 1012 001-2 ist fahrbereit |
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Video |
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optischer Größenvergleich mit Reihe 185 |
li EIgenbaumodell re
Standmodell |
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Das Fahrgestell kommt
vom Piko Taurus |
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ES 64 U2 (Piko) Fahrgestellspender |
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Ansicht Fahrgestell |
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der Gelenkwellenantrieb |
Gehäuse innen Frontbereich |
Lokgehäuse vorne -. mit gezogenem Puffer zum Abnehmen
des Gehäuses |
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Das Standmodell von
ATLAS |
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das Standmodell ATLAS .. |
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Der Bau kann beginnen |
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Untersicht |
das Stand-Drehgestell |
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Gehäuse passt fast genau |
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Blick ins Gehäuse |
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Fahrerstand kann so nicht bleiben |
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Probe Gehäuse auf dem Fahrgestell |
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Ecken abgefeilt und abgerundet |
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Fahrerstandrückwand als Höhenmaß |
die Rückwand ist eingeklebt |
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Pufferbolhenschürze wird angepasst |
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Gehäude mit Schürzen aufgesetzt |
Befestigungsschraube ist sichtbar |
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Lichtleiter
angepasst |
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das Vorbild, ÖBB 1012 001-2 |
Vergleichsfoto vom Modell |
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erste Testfahrt
Video |
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