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   Variophon 4-Kanal-Sender  -  Umbaubericht zur 8K-Proportionalsteuerung (MPX)
 
 Projekt Variophon Sender mit moderner Elektronik
 
 Während und im Auslaufen der Corona Quarantäne begann ich eine alte Idee
 zu verwirklichen, die für mich eine größere Herausforderung und viel Bastel-
 arbeit darstellte. Schon der Umbau eines Varioprop12-Senders auf Jeti 2,4
 Ghz Technik vor einigen Jahren machte Spaß, doch hat der Sender ohne der
 35Mhz-Antenne nicht den aus meiner Sicht notwendigen "Retro-Look". Nach-
 dem sich in meiner Fernsteuerungssammlung ein defekter Variophon 4K
 Sender befindet, wurde er zum Versuchs- und Bastelobjekt auserkoren. Wie
 dieses Projekt durchgeführt wurde, ist im unten befindlichen Bericht zu lesen.

 Das Projekt lautet: In ein altes und defektes (Endstufe) 4-Kanal Graupner
 Variophon Sendergehäuse soll nun eine Proportionalsteuerelektronik einge-
 baut werden. Dabei schwebte mir zuerst eine 2,4Ghz Steuerung vor, eine
 günstige kleine Exmitter EX 6 Sendetechnik. Beim Studium der Technik die-
 ser Steuerung wurde rasch klar, dass sie nicht verwendet werden kann. Der
 Grund ist, dass die Trimmtaster auf der Grundplatine sitzen, aber an andere
 Stelle hätten versetzt werden müssten. Das Durchtrennen der in Doppellayer-
 technik beschichteten Printplatte hätte mit großer Wahrscheinlichkeit zu maxi-
 maler elektronischer Fehlfunktion geführt.

 Folglich wurde weitergesucht, um eine geeignete Anlage zu finden, deren
 Knüppelaggregate nicht breiter als 45mm sein dürfen, um in der Schmal-
 seite des Gehäuses untergebracht werden zu können. Es fand sich ein sehr
 preiswerter (14.-) Simprop/Sanwa Cygnus-Sender, dessen Innenleben im
 Angebot gezeigt wurde. Dort war zu sehen, dass an jedem Knüppelaggregat
 eine Printplatte montiert ist, die zwei Potis für die Trimmungen enthält. DIese
 Printplatte ist für mich "elektronisch" überschaubar, sodass eine Verwendung
 der Knüppelaggregate im Moment möglich erschien. Die Trimmungen für
 Höhe und Gas könnten so angeordnet bleiben wie sie sind, die unteren Trim-
 mungen für Quer- und Seitenruder müssen andersdwo angeordnet werden,
 was deren Betätigung jedoch nicht erleichtert, aber zumindest ermöglicht.
 Doch auch das war nicht realisierbar.

 Letztendlich bedurfte es noch des Ankaufs dreier weiterer Sender, dem
 MPX 3010 und dem endgültig verwendeten MPX 2020 und einem Reserve-
  sender  MPX 2015,
bis endlich eine brauchbare Lösung gefunden werden
 konnte. Leider kann man nach den Bildern im Internit nicht die wahre Größe
 von den Teilen abschätzen, weswegen ich Geld unnütz ausgegeben habe.

 Der Variophon 4K Sender soll in seiner umgebauten Form die Steuerung e
 ines antiken Graupner Amateur Motorflugmodelles ermöglichen. Dessen
 Erstflug wurde mit einer Variophon S 8K Fernsteuerungsanlage durchgeführt.
 Doch das Fliegen mit dermTipp-Fernsteuerungssender ist reichlich gewöh-
 nungsbedürftig und nicht meine erste Wahl. Mit modernerer Sendertechnik
 im Altgehäuse wird das Fliegen dieses Modells bestimmt vergnüglicher sein.

 Inzwischen hat sich eine weitere Verwendung der antiken Anlage ergeben,
 denn ich bekam von einem Freund ein Graupner Segelboot Collie geschenkt,
 welches in den Jahren um 1965 mit der Tippanlage gesteuert wurde. 2022
 testete ich den Umbausender erstmals erfolgreich in meiner Graupner Yacht
 Commodore.

Graupner Variophon  4 Kanal-Sender
Bjhr.1062)


Elektronik des Variophon 4K Senders
(27 Mhz AM)


die neue Technik von einem
MPX 2020-Sender (35 Mhz FM)


der fertige Sender


Sender und Modellboot Collie
Fahrvideo mit Commodore


 Umbau des Variophon Senders 

 Mangesl Elektronikkenntnissen kann ich den Tipp-Sender nicht in eine moderne proportionale Anlage
 umbauen und denke, dass das wohl kaum möglich sein dürfte? - Daher kam für mich nur der Einbau
 einer Proportionalsteuerung infrage.

 Das Grundproblem beim Umbau ist die geringe Breite des Variophon Sendergehäuses, die nur
 45mm beträgt. Die Knüppel und die Elektronik müssen im Sender untergebracht werden und daher
 müssen kleine Knüppelaggregate gefunden werden, die nur 45mm Aussenbreite haben dürfen. Die
 Unterbringung der Elektronik ist dagegen keine unlösbare Aufgabe.

 Bereits der erste Versuch mit der Exmitter EX 6  2,4 Ghz Fernsteuerung war ein Fehlschlag. Danach
 schien ein älterer Simprop/Sanwa Cygnus Sender als geeignet, doch auch da erwies sich die Technik
 als zu groß. Bei der Suche nach geeigneten Knüppelsystemen sah ich, dass der Knüppel der MC 20
 Hott im Außenmaß tatsächlich 45 mm hat. Allerdings ist die Frage der Trimmpoti Unterbringung sowie
 die Beschaffung eines ganzen Senders für den Umbau eine viel zu teure Angelegenheit, weshalb diese
 Idee zu  verwerfen war. Auf den unten folgenden Bildern kann man die Problematik erkennen.

 Bei meiner Internetsuche fand ich ein Bild der Innenansicht einer Multiplex 3030 Fernsteuerung, deren
 Knüppel klein aussahen, die Knüppelpotis innerhalb des Knüppelgehäuses liegen und die Trimmpotis
 neben dem Knüppelgehäuse befestigt sind. DIese Trimm-Schiebepotis wären ausgesprochen einfach
 einzubauen. Es fehlt also nur das Maß der Knüppelgehäuse, um eine Entscheidung wegen derer Ver-
 wendung treffen zu können. Und woher erfahre ich die Maße des Knüppels?....also einen Sender kaufen.
 Diese MPX-Anlagen verfügen über herkömmliche Modellflugfrequenzen und über Programmiermöglich-
 keiten. Da nur der Bedarf der vier Hauptfunktionen des Senders notwendig ist, wäre auch ein "ein-
 facherer" MPX-Sender mit weniger Elektronik geeignet. Diese einfacheren Sender haben jedoch meist
 größere Knüppelaggregate, wie ich bei meinen Sammelstücken feststellen konnte. Und die Optik des
 umgebauten Variophon-Senders würde, mit einer üblichen 35Mhz-Antenne bestückt, der Originalversion
 des Variophon-Senders gleichen. Der Optik wegen scheiden mögliche 2,4Ghz-Sender gänzlich aus.
 
 Die Kriterien des Umbaues - Vorüberlegungen

 DIe Knüppelaggregate müssen in die obere metallene Grundplatte des alten Senders eingebaut werden.
 Dazu ist viel Metallbearbeitung notwendig. Die Unterbringung der Elektronik wird in dem Gehäuse nicht
 so schwierig sein, ist ja nach dem Ausbau der Altelektronik scheinbar ausreichend Platz vorhanden. Die
 neue Antenne soll an der bisherigen Stelle positioniert und der Schalter eventuell auch belassen werden.
 Sollten geeignete Knüppelaggregate vorhanden sein, deren Außenmaß einige Millimeter größer als die
 45mm sind, dann könnten die Gehäusehälften mit einenm Zwischenstreifen versehen werden, der den
 Spalt abdecken kann. Offen bleibt die Frage, ob die obere weiße Senderabdeckung weiterverwendet
 werden kann?

 Inzwischen ist abgeklärt worden, dass die lichte Weite zwischen der Sender Front und Rückwand innen
 47mm beträgt. Weiters ist geklärt, dass die Knüppelaggregate mit den Potis für Gas und Hoch/Tief in
 der Senderoberplatte genügend Platz finden. Einzig die einseitig vorstenden Befestigungsteile zweier
 Schieber müssen einige Millimeter abgeschliffen und teilweise am Knüppelgehäuse gesichert werden.
 Damit ist das Knüppelgehäuse nurmehr max. 46mm breit und findet gut Platz im Sendergehäuse.

 Zerlegung des 3010 Senders

 Es tut mir beinahe leid, den erstgekauften, gut erhaltenen intakten Sender zu zerlegen. Die Knüppel-
 aggregate, die Senderplatine, das Display und die Programmiertastatur wurden gekennzeichnet, damit
 später die diversen Stecker wieder an der richtigen Stelle angesteckt werden können. Wegen Platzman-
 gels können die Schieber, der Schalter und der Drehknopf nicht am umgebauten Variophon-Sender
 untergebracht werden. Für das Display und die Programmiertasten müsste in der Senderrückwand ein
 geeigneter Platz gefunden werden ? - Alles sehr unrealistisch.

 Zerlegung Variophon Gehäuse

 Um die Rückwand beim Öffnen nicht zu beschädigen sind die oberen seitlichen Schrauben der ver-
 chromten  Halterung des Riemens, unten am Gehäuse die zwei Schrauben neben dem Akkuschacht-
 deckel, die zwei grauen Abdeckungen und der Akkudeckel zu entfernen. Mit leichtem Anheben an der
 Unterseite, leichtem Zug nach hinten und mit ein wenig vorsichtigem Wackeln, lässt sich der Deckel
 entfernen.
 
       
der alte Variophon S 4K Sender die ursprüngliche Innenansicht die Elektronik des 4k Senders 
Ansicht der Oberplatte mit Knüppel   die Zerlegung beginnt die NF-Elektronik
der Sendeteil     Exmitter EX6 - Printplatte zerschneiden ?
Cygnus, Simprop-Sanwa Knüppelaggregatbreite 55mm Multiplex 3010 Knüppelaggregatbreite passt
Knüppel 1 Anschlüsse bei Knüppel 1 Mittelanschlüsse (Knüppel2) Anschlüsse bei Knüppel 2
       
 
 Start des Umbaues  "Variophon Proportional"


 Nachdem der Variophon Sender offen vor mir lag und das leere Akkufach ins Auge stach, entstand
 die Idee, ihn nach dem Umbau mit einem Lipo 2S zu betreiben, weil dieser Akku wesentlich kleiner als
 die üblichen 6 NiMh-Zellen sind. Zuvor stehen aber noch viel wichtigere Entscheidungen an.

 Als der Multiplex Sender 3010-zerlegt war konnte mit der Anpassung der Knüppelaggregate begon-
 nen werden. Grundsätzlich sind die Trimmschieber aus dem Knüppelaggregatrahmen ausklickbar. EIn
 Schieberegler für die Gas bzw. Höhenrudertrimmung steht jedoch etwa 7mm vor, weswegen der Über-
 stand abgesägt werden musste, ohne dass die Funktion gestört würde. Mit einem Tropfen Superkleber
 wurde das gekürzte Schiebergehäuse an den Knüppelaggregatrahmen angeheftet.

 Zur Überprüfung des Passens des Knüppelaggregates wurde probeweise ein Aggregat in das Gehäu-
 se gehalten und - oh Freude -, er passte genau hinein. Mittels Skizzen wurde nun der Knüppeleinbau
 gezeichnet, um festzustellen, wo/wie die abgenommenen Trimmschieber untergebracht werden können.
 Es zeigt sich, dass wegen Platzmangels zwischen den Knüppeln, die Schieberegler für Quer und Seite
 gegen gleichwertige lineare 5K Drehpotentiometer getauscht werden müssen. Das hat den Vorteil,
 dass man beim Trimmen den anderen Schieber nicht unbewusst verstellen kann. Kritisch wird im Mittel-
 bereich dann noch die Halterung für die Antenne, wobei originale Senderbauteile verwendet werden
 könnten.

 Fest steht nach den zeichnerischen und praktischen Erprobungen, dass die umfangreiche 3010-Sen-
 derelektronik samt Display und Programmierfeld, nicht unterzubringen ist. Das alte Sendergehäuse ist
 sehr klein! Nötigenfalls müssten sogar der Akku und/oder die Programmiereinheit mit Display, außer-
 halb des Gehäuses untergebracht werden. - Das ist keine gute Losung, das geht nicht - ein NOGO!

 Um die Knüppelaggregate befestigen und die div. Elektroniken unterbringen zu können, war geplant
 einen komplett neuen Variophon-Senderrahmen aus Blech herzustellen. Doch wurde die Idee fallen ge-
 lassen und wird der vorhandene Rahmen verwendet. Das bedarf jedoch vieler Metallarbeiten, wobei zu
 sagen ist, dass das Material des Rahmens eine sonderbare Qualität aufwies Weicheisen?) . Mag sein,
 dass das HF-technisch notwenig ist. Auf nachfolgenden Bildern sieht man die Arbeiten an der Sender-
 Oberplatte, wie ich das Teil benenne.
 
 Eine weitere Frage war, wie das Unterbringen des Displays und der Programmiertasten möglich ist.
 Da während des Betriebes nicht programmiert wird, kann eine allfällige Umprogrammierung nach/
 zwischen dem Flugbetrieb "am Tisch" erfolgen. Dazu muss die Sendergehäuserückwand abgenom-
 men werden. Weil es mit der Elektronik des 3010-Sendern nicht geht, musste eine andere Lösung
 gefunden werden.

 Änderung des verwendeten Senders: anstelle MPX 3010 kommt MPX 2020

 Ja, bei einem Projekt kommt es schon mal vor, dass sich im Verlauf der Umsetzung diverse Ände-
 rungen der Planung ergeben. - Nachdem die 3010-Elektronik nicht komplett untergebracht werden
 kann, wurde nach anderen, technisch einfacheren MPX-Sendern gesucht. Bald fand sich eine prei-
 werte MPX 2020 mit wesentlich einfacherer Technik. Bei dieser Anlage kann die Elektronik samt
 Display und Eingabetastatur im Variophon-Gehäuse untergebracht werden und die baugleichen
 Knüppelaggregate konnten gegen die aus der 3010 ausgetauscht werden. Somit konnte die 3010
 wieder in den Originalzustand rückgebaut werden und sie könnte eventuell wieder als 35 Mhz-Sender
 (oder mit anderem HF-Modul) für Modelle zur Verwendung kommen. -  Als die 2020 Anlage samt
 Beschreibung, Empfänger und Quarzen eingetroffen war, wurde sofort ein Test durchgeführt, der
 zeigte, dass sie voll funktionsfähig ist und sie verwendet werden kann. 
 
 Wegen anderer Platinenstecker mussten die Knüppelaggregate der 3010 ausgebaut und die Knüppel
 der 2020 eingepasst werden. Die MPX-Knüppel werden an ihren Ecken mit dem Knüppelbefestigungs-
 rahmen mit je 4 schwarzen 2,2mm Blechschrauben befestigt. - Nachdem der inzwischen bereits mit den
 Ausnehmungen für die Knüppel versehene oberen Metallrahmen  verwendet werden konnte, wurden die
 bisherigen Seitenteile des Variophon-Gehäuses ebenfalls wieder verwendet. Ebenso fand der Verbin-
 dungsteilteil des ehemaligen Batteriefaches weiterhin Verwendung, er wurde jedoch gekürzt, damit die
 2020-Senderelektronik gut untergebracht werden kann und somit ein Akkuschacht für einen 2S 2000er
 Lipo Akku geschaffen wurde.

 Auch die originale obere weiße Variophon-Senderdeckplatte wird wieder verwendet. Die Öffnungen für
 die Knüppelaggregate mussten hergestellt werden, ebenso die Schlitze für die Trimmschieber.

 Die Trimmhebel der Schieber mussten verlängert werden, damit sie über die Platte hinausragen. Dazu
 wurden Messingstreifen angefertigt und zurechtgebogen und mit einer Bohrung für eine 2,2 Blech-
 schraube versehen. Auch im Schieberhebel wurde eine Bohrung hergestellt in die die 2,2-Blechschraube
 ein wenig eingedreht wird. Danach wurden beide Blechbügel über den Trimmknopf gesteckt, ange-
 schraubt und mit UHU Plus angeklebt. Am Folgetag wurden zusätzlich kleine Tropfen Sekundenkleber-
 Mittel aufgebracht, um mehr Haltekraft und Steifigkeit zu erreichen. Das hat funktioniert. - Auf den Schrau-
 benköpfen wurden rote Kunststoffkappen aufgedrückt (müssen beim Zerlegen abgezogen werden).

 Die bestehenden Befestigungsbohrungen der weißen Oberplatte werden auch wieder verwendet. Die
 ehemaligen Scheiben auf denen sie befestigt war, wurden etwas verkleinert und mit Beli-Zell auf der
 Knüppel-Befestigungsplatte angeklebt. Mit zwei extra kurzen Senkkopfschrauben wird jetzt die Platte
 und der Chromrahmen gehalten. Die endgültige Befestigung der weißen Oberplatte kann erst nach dem
 fixen Einbau der zwei Potis und nach der Anfertigung passender Bohrungen für die Potiachsen, erfolgen.

 Die Potis wurden auf einer kleinen Platte montiert, die mit Uhu Plus im Bereich der ehemaligen Öffnung
 für den Schalter angeordnet werden konnte. Nach einigen Schleif- und Fräsarbeiten konnten die Potis
 dann festgeschraubt werden. Die zugekauften Drehknöpfe wurden auf der Drehbank gekürzt und auf die
 Potiachsen aufgeschoben. Nach dem Einbau der Drehpotis konnten die dafür notwendigen Durchbrüche
 in der weißen Deckplatte angefertigt und schließlich die Platte montiert werden.

 Zum Einbau der 2020 Knüppel mussten die Trimmschieber wie bei der 3010 um 7mm gekürzt werden,
 damit sie montiert werden konnten. Danach wurden die Trimmschieber für Quer. Und Seitenrudertrim-
 mung abgelötet und abgebaut. Anstelle der Schieber wurden gleichwertige 5k lin Drehpotis angelötet.
 Um bei Arbeiten am Senderinneren die Potis später nicht ausbauen zu müssen, wurden sie mit Stek-
 kern versehen.

 Die Sendeeinheit samt Display und Tatstatur wurde vorerst provisorisch im Variophon Gehäuse einge-
 bettet und samt Antennenkabel angeschlossen. Der Test mit dem zuvor schon auf Modell 1 eingestell-
 ten Sender (6 Modelle könnten gespeichert werden) verlief jedoch nur teilweise erfolgreich. Zwar
 konnten alle Knüppelkanäle bedient werden, jedoch dürfte eine Mischung einprogrammiert sein, die
 ich nicht löschen konnte. Schlimmer ist jedoch, dass es mit den Trimmungen Probleme gibt, da sie
 nicht richtig funktionieren und bei Überweg scheinbar eine krasse Senderstörung (?) verursachen.

 Zuerst waren die Drehpotis angeschlossen worden und danach kam es zu den Problemen, doch auch
 nach dem Anlöten der originalen Schieber bot sich das gleiche Bild mit den Fehlfunktionen und den
 damit (scheinbar) zusammenhängenden Pieptönen. Man könnte jetzt die Anlage betreiben, doch funkti-
 onieren die Trimmungen nicht.  -  Wegen Demotivation wurde das Projekt mit der Multiplex Sendetech-
 nik vorerst für eine Nachdenkfase gestoppt.

 Während der Nachdenkpause kam die Vermutung auf, dass ich einen gröblichen Fehler beim Umar-
 beiten mit den Steuerungsteilen angestellt haben könnte. Also kaufte ich eine gebrauchte MPX 2015-
 Steuerung, deren Technik der 2010 bestimmt ähnlich, aber einfacher ist.
 Und die Hoffnung, es findet sich noch ein Elektroniker oder MPX-Kenner, der mir dabei helfen kann,
 die 2020 Anlage in Funktion zu bringen. die stirbt bekanntlich zuletzt.

 Neuer Anlauf zur Fertigstellung

 Um zu sehen, ob die Fehlfunktionen mit dem Variophon-Sendergehäuse zusammenhängen oder
 nicht, wurde die gesamte MPX-Sendertechnik wieder in das Originalgehäuse eingebaut. Die origi-
 nalen Trimmschieber wurden auch wieder angelötet. Der nachfolgende Test zeigte, dass der Sender
 in Ordnung sein dürfte, doch etliche störende Mischungen und Einstellungen vom Vorbesitzer sind
 noch  immer aktivt. Deshalb funktioniert das Ganze nicht wirklich so, wie ich es erwartete. Daher
 wurde anhand der Bedienungsanleitung Modell 1 neu angelegt und einige Servo- und Trimmungsein-
 stellungen korrigiert. Irgendwie gelang es dann, dass endlich alle Trimmungen annehmbar funktionier-
 ten. Bei diesen Arbeiten stellte sich heraus, dass der gelegentliche Piepton die eingespeicherte
 Mittelstellung ankündigt (intelligent). Leider speicherte ich den Zustand nicht ab. - Dann wurden die
 zwei Drehpotisdurchgemessen und weil passend, wie die Schiebepotis des Senders verdrahtet.
 Siehe da, die Trimmungen funktionierten plötzlich ???. Sicher war jedoch nicht, ob die Wirkrichtung
 richtig ist.

 Sukzessive wurde danach die Senderelektronik wieder im Variophon-Gehäuse eingebaut. Damit
 der Elektronikteil der 2020 im Gehäuse untergebracht werden kann, musste das MPX-Senderge-
 häuse zersägt werden, da sich dort die Elektronik befindet. Die Senderelektronik, das Display, das
 Tastenfeld und das HF-Modul blieben im Stück beisammen wie im MPX-Sender. 

 DIe abgesägte gesamte Elektronik passte nun gut ins Variophon-Gehäuse hinein. Die Schalterein-
 heit mit der Ladebuchse wurde im unteren Eck des Gehäuses eingebaut.

 Um eine Programmierung vorzunehmen, muss die Senderrückwand abgenommen werden, was
 keine große Arbeit ist. Da aber der Sender ohnedies nur in einem Modell verwendet werden soll,
 sind weitere Programmierungen nicht vorgesehen, könnten aber durchgeführt werden.

 Senderprogrammierung

 Zur Programmierung muss der Rückwanddeckel abgenommen werden. Danach besteht der Zugriff
 auf das Tastenfeld und der Blick auf die Anzeige. Die Programmierung erfolgt entsprechend der
 Betriebsanleitung.


 Deckelabnahme:
 Um den hinteren Rückwanddeckel abzunehmen, müssen beidseitig jeweils die zwei oberen
 Schrauben der seitlichen Gurthalterungern samt den Halterungen entfernt werden.
 Danach werden die beiden Sekkopfschrauben der weißen Senderabdeckplatte ausgedreht. An-
 schliessend  werden die darunter liegenden Halteschraube der Chromblende gelockert. Die Blende
 samt Senderabdeckplatte können nach oben abgehoben werden.
 Die Akkuabdeckung wird abgenommen.
 Zuletzt müssen die beiden Befestigungsschrauben des dunklen Rückwanddeckels (neben dem
 Akkuschacht)  weit gelockert werden, damit der Deckel nach oben abgehoben und leicht nach
 hinten herausgezogen werden kann.
 Beim Ausbau eines Knüppelaggregates ist auch die Abnahme des vorderen, hellen Front-
 deckels erfoderlich. Dazu müssen die beiden Front-Schrauben entfernt werden. Weiters müssen
 die beiden Schrauben neben dem Akkuschacht gelockert werden, damit der Deckel abgenommen
 werden kann. Der Zusammenbau erfolgt sinngemäß in umgekehrter Reihenfolge.

 Erster Sendertest

 Nach fertig gestellter Befestigung der Elektronik und der Verlegung der Antennenleitung im Sender
 wurde ein Sendertest durchgeführt. Leider habe ich durch das mehrfache Berühren der Programmier-
 tasten wieder eine Umstellung eingestellt. Es müssen die Knüppelfunktionen wieder umprogrammiert
 werden, sodass der Gasknüppel und das Querruder am rechten Knüppel liegen. Schließlich gelang
 fast alles und der Sender erscheint einsatzbereit. - Einzig das Problem besteht, dass die wichtige
 Höhenrudertrimmung nicht funktioniert!
 Was die Ursache ist, kann ich nicht sagen und ich komme auch nicht drauf. Irgend ein Trick ist dabei,
 den ich nicht wieder gefunden habe, denn es hatte alles schon einmal funktioniert.
 Eine Vergleichsmessung der beiden Schieberegler ergab keine Unterschiede in den Endstellen,
 woraus ich folgere, dass es an der Programmierung liegt. Durch die Umprogrammierung von Mode 2
 auf Mode 1 dürfte das Problem entstanden sein.

 Als Stromquelle  sollte ursprünglich ein 2S Lipo verwendet werden. Beim Erproben wurde bewusst,
 dass der Lipo-Akku zur Ladung immer ein und ausgebaut werden muss, was durch die ständige
 Öffnung und Schließung des Gehäuses ungünstig erscheint. Daher werden 6 NiMh-Zellen mit 2700
 mAh Kapazität  verwendet, die jederzeizt via MPX-Standard Ladekabel geladen werden können.
 Allerdings stellte sich heraus, dass die Steckbuchse ein Problem darstellt, denn der Akku kann mit
 dem modernen Computer-Ladegerät nicht geladen werden. Möglich wäre, dass die vorhandene Diode
 zur Vermeidung einer Falschpolung bei der Ladung die Ursache dafür wäre. Daher wurde die Diode
 mit einer Kabelbrücke überbrückt und jetzt funktioniert die Ladung mit dem Computer-Lader.

 Beim Reichweitentest konnten die empfohlenen 80m mit eingeschobener Antenne nicht ganz erreicht
 werden, docvh denke ich, dass der Sender trotzdem einsetzbar ist. Bis zur Ertüchtigung der Höhenru-
 dertrimmung könnte der Sender zum Test in einem Schiff am Teich erprobt werden.

 Vorläufige Zusammenfassung des Umbaues

 Der Sender ist mit seinen kleinen Mängeln fertig gestellt und einsatzbereit. Allerdings muss gesagt
 werden, dass eine Verwendung im Modellflugzeug wegen der anfangs fehlenden Funktion der Höhenru-
 dertrimmung, nicht denkbar ist. Inzwischen funktioniert die Höhenrudertrimmung halbwegs, doch die
 Querreuder, beim Schiff die Rudertrimmung, fehlt.
 Vielleicht findet sich einmal jemand, der die richtige Funktion wieder hesrtellen und einprogrammie-
 ren kann.

 Der Sender wurde 04. 2022  im Modellboot Commodore am Teich in Würnitz erfolgreich erprobt. Die
 Reichweite passte auch, obwohl die Empfängerantenne nicht in voller Länge angeordnet werden konnte
 und unweit des Reglers verlief. Das Seitenruder ließ sich einwandfrei steuern und die Motorregelung
 funktionierte fehlerfrei. mehr dazu nach den Bildern.
 
       
Knüppel mit beiden Trimmschiebern  der abgesägte Schieberegler  Knüppel passt genau ins Gehäuse  die zwei Knüppel in der Skizze  
so passten die alten Teile zusammen Drehpoti 5k lin anstelle Schiebepoti die MC 2020 doch weniger Technik enthalten
   
Ersatzanlage MPX 2015 Ersatzteilelektronik -. falls erforderlich    
die ursprüngliche Oberplatte Ausschnitte fertig - ein Knüppel montiert beide Knüppel montiert   
Ansicht Gehäuse mit Knüppelaggregaten  alles passt ins Gehäuse  Ansicht mit Blende angepasst Ansicht mit modifizierter Deckplatte 
die Trimmhebelverlängerungen angeklebt  verkleinertes Akkufach 5k-Ersatzpotis für Quer-/Seite eingebaut Potibedienknöpfe aufgesteckt
Rückbau 2020 wegen Test der Elektronik die gesamte Elektronik des Senders  die Steckerbelegung am Schild neuer Anlauf beim Einbau der Anlage
Elektronik samt Programmierfeld und Display ausgesägt und eingebaut Version mit Lipo-Akku  Endausstattung: 6 NiMh-Zellen 2700mAh Schalter, Kontrollleuchte und Ladebuchse
Frontansicht Draufsicht auf fertige Deckplatte mit Knüppeln und Trimmern  ein wirklich kleiner Sender  Vergleich:8K-Tipp- und 8K-Prop-Anlage
 
 Der erste Praxistest im Modellschiff Commodore

 Nachdem ich die umgebaute Anlage endlich einmal testen wollte, ob es mit der Reichweite usw.
 passt, wurde ein antikes Schiffsmodell dafür auserkoren. Die Graupner Commodore schien dafür
 geeignet, nachdem ich sie vor kurzer Zeit mit einer 40Mhz-Steuerung gefahren bin. Um die MPX-
 Anlage zu verwenden ergab sich, dass einige Anpassungen beim Variophon-Sender notwendig
 wurden, damit der Rückumstieg wieder auf Graupner FM 314 40Mhz, ohne Änderungen am Boot
 erfolgen kann.

 
Doch wieder einmal verlief die Sache nicht so einfach wie gedacht. Als der Sender mit dem
 Modell funktionsfähig war, ergab sich, dass das Ruder nicht in Neutralstellung war, schlimmer
 noch, dass die Ausschläge ungleich groß waren. Weiters ist es bei Verwendung von elektroni-
 schen Fahrtreglern notwenidig dass es eine genau festgelegte Mittelstellung gibt (Motor AUS).
 Um diese Stellun zufinden, muss in der Gasraste des Knüppels eine Kerbe eingearbeitet werden.
 Bei der Bewegung des Knüppels muss man die Kerbe/Raste auch spüren können. Um eine Kerbe
 in der Gasraste einzuarbeiten, muss das Knüppelaggregat, somit der Sender, zerlegt werden.......
 
 Nachdem die verwendete Multiplex Elektronik (MC 2020) und die Knüppelaggregate sehr ausge-
 klügelte Dertails aufweisen, fasste ich Mut, die Anlage mit der fehlenden Höhenrudertrimmung für
 das Schiff verwendbar zu machen. Eine kluge Klemmmethode der Potiachse ermöglichte die
 rasche Zerlegung des Knüppels und so konnte die Einkerbung in der Mittelstellung mittels einer
 Dreikant-Schlüsselfeile hergestellt werden.

 Bei der nachfolgenden Erprobung aktivierte ich unbeabsichtigt offenbar die Programmierung
 und plötzlich tat ein Mischer seine Arbeit, den ich nie bestellt hatte. Also her mit der Bedienungs-
 anleitung..brrr!
 Im Zuge der Umprogrammierung funktionierte plötzlich die Höhenrudertrimmung wieder und der
 ungewollte Mischer war auch weg. Dafür war jetzt die Querrudertrimmung wirkungslos. Außer-
 dem merkte ich am Schiff, dass das Querruder,- hier das Ruder -, ungleich weit ausschlägt. Beim
 Gasweg war alles brauchbar und die Trimmung funktioniert auch, ist aber beim Schiff nicht not-
 wendig.
 Nachdem ich mit der Ruderwegprogrammierung die Endstellungen nicht wie angestrebt program-
 mieren konnte, begann ich vorsichtig die Potiachse zu verdrehen, bis ein gleichmäßiger Ruderweg
 beidseits zustande gekommen ist. Leider fehlt die Rudertrimmung, doch beim Schiff ist das nicht
 so kritisch und man muss Notfalls am Servogestänge die Geradeausfahrt mauell einstellen.- Mein
 Home-Standard-Reichweitentest verlief einwandfrei.

 Am 12.04.2022 erfolgte bei günstigem Wetter die Testfahrt mit der Commodore. Der Variophon
 Sender arbeitete einwandfrei und gab es keine Reichweitenprobleme. Einzig die Enddrehzahl der
 Motore ist etwas niedriger als beim FM 314 40Mhz Sender. Das liegt daran, dass ich an der vor-
 handenen Ruderwegeinstellung am MPX Sendeteil nichts mehr umändern wollte. Man könnte ver-
 suchen, den Ruderweg im Sender größer einzustellen, doch das ließ ich vorerst sein. - Bei Ver-
 wendung an einem Verbrennungsmotor-Vergaser kann das Ruderweg-Manko mit der Hebellänge
 korrigiert werden.

 2023 wurde der Sender abermals für eine neu gebaute antike Yacht ausgewählt. Am vorhande-
 nen Gasknüppelweg war nichts auszusetzen, denn vorwärts war die höhere Drehzahl möglich,
 rückwärts etwas weniger, was aber kein Problem darstellt. Der Gas-Trimmweg hilft allenfalls dazu,
 die Mittelstellung für den Regler-Startpunkt zu verbessern.
 Hingegen gab es beim Rudereinschlag ungleiche Wege und eine Fehlsetllung der Mitteneinstel-
 lung. Um den Ruderausschlag und die Mittenstellung neu zu justieren wurde die Poto-Achse ver-
 dreht, bis eine befriedigende Einstellung gefunden worden ist. Die Trimmung funktioniert noch
 immer nicht. Da ich das Risiko einer neuerlichen Fehlprogrammierung vermeiden möchte, bleibt
 die Einstellung bestehen.
 
 Wie es mit dem unvollkommenen Sender weitergeht

 Da sich der Variophon Sender bei sehr alten Modellen aus den späten 1960ziger Jahren optisch
 gut macht, beschaffte ich mir ein 40Mhz-Sendermodul, damit der Funkverordnug für Modellschiffe
 in Zukunft Rechnung getragen wird.
 
 Im Hinblick auf die spätere Verwendung in einem Flugmodell stört mich, dass nun wieder ein Pro-
 blem besteht, da die Seitenrudertrimmung (Querruder) diesmal nicht funktioniert. Trotz vielem
 Experimentieren  gelingt es mir nicht, am neuen Speicherplatz für Modell 2 den vorhandenen
 Mischer zu löschen. Dort ist es so, dass am linken Knüppel alle Funktionen gegenseitig gemischt
 werden. Ich hatte gedacht, dass ich zum Schutz der brauchbaren EInstellungen bei Modell 1, ein
 Modell 2 anlege, um dort gefahrlos herumprogrammieren zu können. Doch der Erfolg blieb aus.
 Dann dachte ich, ich versuche es mit Modellspeicher 5 und siehe da, da waren kein Mischer pro-
 grammiert und die Ruderwege in normalen Größen vorhanden. Es gelang mir sogar, sie an mei-
 nen Bedarf anzupassen. Doch die Querrudertrimmung funktioniert noch immer nicht. Der Trimm-
 weg der Höhenrudertrimmung ist zwar da, könnte aber größer sein, doch kann ich das mit der
 bestehenden Einstellung nicht hinbekommen.

 Mein Freund Berti gab mir den Tipp, einen Multiplex Experten anzusprechen, der mit seinen frühe-
 ren Sendern ähnliche Probleme hatte, aber auch nicht allumfassend zufrieden wurde. Ich hoffe,
 er kann mir helfen und er sagte mir seine Hilfe zu.
 Aus der Resignation über die nur bedingte Verwendbarkeit, wird der Sende künftig nicht für Flug-
 modelle verwendet. Das Treffen mit dem Helfer wurde abgesagt. Eventuell beschaffe ich einen
 weiteren MPX 2020-Sender und versuche den ohne vorprogrammierten Modellen zu bekommen
 und die Elektronik umzubauen.

       
der Knüppel wird zerlegt  der Halter der Achse mit dem Klemmteil  die Einkerbung ist fertig  Varophon-Fahrtest mit Commodore