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OS-Motoren geniessen
zurecht einen hervorragenden Ruf. Dennoch gibt es einen
Motorentyp, der weit neben der Ideallinie zu
liegen gekommen ist, die erste Version des OS FS 120 Surpass
mit Pumpe. Wie man allgemein zu dem Motor
hören kann, gibt es mit der Pumpe immer wieder große
Probleme, die nahezu nicht in Griff zu
bekommen sind. Die Einstellung des Motors ist
ausgesprochen schwierig und die Pumpe scheint
auf eine einzige Treibstoffart hinkonstruiert worden zu
sein, bei der sie exakt funktioniert und mit
der Vergasereinstellung harmoniert. Daher wurden viele
Motore dieses Typs umgebaut ..... |
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Umbau OS FT 120 Nr. 1:
Zum Thema Umbau wurde
ich erstmals im Zuge des Besitzes zweier 120er
aufmerksam. Mein Motorenfachmann Karl Petz war auch
einer jener Besitzer von 120ern, die trotz
fundierter Kenntnisse über Motorenbau und - betrieb,
ihren Frust mit dem Umstieg zu einer anderen Marke
(Laser) begruben. Dennoch ist Interesse da, diese
Motoren verwendbar zu machen, denn die wesentlichen
Bauteile sind unter allen Versionen des FS 120
Surpass gleich. Einzig die Pumpe oder der Supercharger
sind natürlich hier die Ausnahme. Mein Freund
hat die Pumpe ausgebaut und die Gehäusedeckel dann so
modifiziert, dass sie mit einem Deckel druckdicht zum
Kader hin abgedeckt worden sind. Weiters
verwendete er Super Tigre Vergaser mit 8,5mm
Durchmesser, die er bearbeiten musste, damit sie auf einer
Befestigungsplatte angeschraubt werden konnten bzw auf
den Saugkrümmer aufgeschoben werden konnten. Ein
Stahlfedrebügel hält den Vergaser dann auf der
Befestigungsplatte in Position. Die
Prüfstandtests die ich mit den beiden Motoren
durchgeführt hatte ergaben sehr gute Leistungswerte:
14x7 (3Blatt) - 8200U/Min. Vergleichsweise
hier die Daten eines OS 91 FX mit dem gleichen Prop:
max. 8100 U/Min.
Umbau OS FT 120 Nr.2:
Mein Modellflugfreund Kurt hat sich
eine sehr brauchbare Me 109 mit einem OS FS 120
Surpass mit Pumpe günstig gekauft. Es war rasch
erkennbar, warum das 2,3m spannende Modell nur 400.-
gekostet hat, denn der Motor lief schwach und nicht
wirklich regelbar. Nun bot ich meine Hilfe an,
am Prüfstand zu versuchen den Motor einzustellen oder
den Fehler zu finden und zu beheben. Schon bei den ersten
Minuten Motorlauf konnte man sehen, dass der Sprit
während des Laufes aus dem Vergaser rann. Da die Pumpe
selbst nicht regelbar ist, wurde ein Versuch
ohne Pumpe auszukommen gestartet. Siehe da, der Motor
lief nun regelbar und brauchbar. Ohne der zum Modell
gehörenden Auspuffanlage ergab sich eine merklich höhere
Enddrehzahl, die aber immer noch 1000 U/Min unter der
Sollodrehzahl von 9000 U/Min lag. Nachdem alle
Tricks zu keinem Erfolg führten entschloss ich mich zum
Vergaserumbau. Wie aus einem Internetforum
herauszulesen war, haben schon mehrere Leute ebenfalls
die Pumpen ihrer Motoren stillgelegt, d.h. die Öffnungen
der Pumpe verschlossen. Ein anderer Gehäusedeckel wäre
hier natürlich auch möglich, doch würde das auch eine
Entfernung des Mitnehmerbolzens am
Kurbelzapfen bedingen und das geht mir zu weit, insbesondere
weil das ja nicht mein eigener Motor ist. Also die Pumpe
(=Rückbaumöglichkeit) muss bleiben. Die Lösung des
Problems lag also in der reversiblen Montage eines
anderen Vergasers. Idealer Weise konnte ich
auf einen meiner neuen MVVS-Vergaser (für 10-15ccm
2Takter, mit 8mm Durchlass) zugreifen, der noch dazu eine
ideale ebene Gehäuseform besitzt, sodass er auf der
Halteplatte des Originalvergasers relativ einfach
befestigt werden kann. Die dichte Verbindung
des Vergaserfusses mit dem Ansaugkrümmer konnte mit
einem Silikonschlauch (innen 10 Durchmesser)
bewerkstelligt werden. Fertig! Am
Prüfstand lief der Motor jetzt gut, konnte aber nicht
die Vergleichswerte meiner anderen 120iger erreichen. Das
Maximum wurde mit 8000 U/Min (14x7 (3Bl))
erreicht. Die Regelbarkeit war sehr gut, ebenso das
Ansprechen auf Nadelverstellungen. Als Auspuff wurde nur
ein 25cm langes Wellrohr ohne
Drucktankanschluss verwendet. Beim Testlauf mit dem
Originalauspuff wurden fast identische Drehzahlen erreicht. Im
Modell mit dem eigenen Schalldämpfer eingebaut, wurde der
Motor mit 30% nitromehtanhaltigem Kraftstoff betrieben.
Das brachte nahezu 500 U/Min mehr, jdeoch
einen hart klingenden Vollgasbetrieb. Schon beim ersten
Vollgasversuch verursachte vermutlich der Sprit Klopfen
und das Lockern des Propellers. Im Anschluss daran lief
der Motor nach neuerlicher Nachregelung gut, jedoch bei
Vollgas sehr laut und hart. Schließlich gelang
es dann doch, im Modell die gleiche Drehzahl wie am
Prüfstand zu erreichen; auch das Drosselverhalten und
das Beschleunigen funktionierten sehr zufriedenstellend.
Bei einer Zugkraftmessung konnten mit einer 15x8 (2Bl)
8300 U/Min eingestellt werden, was eine
Zugkraft von 3,7kg ergab. - Anschließend wurde nur
10%-iger Sprit verwendet, was zu einem Drehzahlverlust
von fast 1000 U/Min führte. Dennoch ließ sich
das Modell einer Me 109 im Winkel von max. 30 Grad starten und
fliegen. Für diesen Flugzeugtyp ist das jedoch
unbefriedigend, sodass ein anderer, größerer Motor
eingebaut werden muss. Zusammenfassend ist zu
sagen, das diese Vergaserumrüstung sehr einfach realisierbar
war. Mit großer Wahrscheinlichkeit bereitete das bisher am Modell befindliche Abgassystem dem Motor
zusätzliche Probleme die zu Überhitzung und
Drehzahlverlust führten.
Weitere
Prüfstandtests ergaben einen Fehler bei der
Nockenwelleneinstellung, die um einen Zahn falsch war.
Nach der Berichtigung war das Laufverhalten
und die Laufleistung deutlich besser und es konnten 8200
kurz sogar manchmal 8500 U/Min (14x7-3Bl) erreicht
werden. Bei einem Probelauf des Motors im
Modell einer September Fury wurde ein orginaler Auspuff
verwendet, an den zwei Silikon-Krümmer befestigt
wurden, welche die Abgase aus dem Motorraum bringen
sollten. Diese Krümmer dürften nicht optimal gewesen
sein, denn der Motor kam nurmehr auf 7700
U/Min. Der Zufall brachte das an den Tag, als der
Silikonschlauch an Auspufftopf stark einriss und das Abgas
direkt entweichen konnte. Schlagartig konnte der Motor
auf 8200-8300 U/Min eingestellt werden. UIm die
Abgasführung zu reparieren wurde ein Wellrohr
mit einem deutlich größeren Durchmesser mittels
Silikonschlauch an den Auspufftopf angeschlossen und so
konnte die selbe Leistung erreicht werden, wie am
Prüfstand.
HD
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