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Warum
auch immer, manchmal gibt's 'nen Krach und die
Kurbelwelle ist ab. Bei gebraucht gekauften
Flugzeugen muss man mit allem rechnen, also auch mit
solchen Ereignissen. Aber auch bei neuen
Motoren kommen solche Defekte vor. Natürlich
kann - kann! - auch eine ungünstige Behandlung zB.
unpassender Sprit, Auswirkung auf Motorschäden
haben. Doch so lange es Ersatzteile gibt, ist alles
nicht so schlimm. - Wiederum hat es Freund Kurt
erwischt, bei einem seiner Zukäufe brach im Flug die Kurbelwelle
des ST 3250. |
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Die Reparatur
Mit der noch im
Kurbelgehäuse steckenden vorderen Kurbelwelle und mit
demontiertem Kurbelgehäuse- deckel samt dem Rest
der Kurbelwelle erhielt ich den Motor. Dazu eine neue
Kurbelwelle für diesen Motor- typ.
Die
Zerlegung des Motors begann mit dem Abbau des Vergasers.
Danach konnte der Lagerblock erhitzt werden, damit die
Kurbelwelle und Kugellager ausgebaut werden konnten.
Schade dass nicht auch gleichzei- tig die Kugellager
erneuert werden konnten, ein Schaden für die
Laufruhe des Motors wäre es nicht gewesen. Leider
bedenken Modellfliegr nicht, dass der
reparierte Motor mit der erneuerten Kurbelwelle ja noch
viele Jahre länger verwendet werden kann. Na gut, ich kann es nicht ändern.
Die Reiningung
der Kugellager und des Lagerteiles waren keine
schwierige Aufgabe. Auch der Rest des Motors wurde gereinigt,
damit er für den Zusammenbau sauber ist. Danach
stellte sich heraus, dass der Vorbesitzer des Motors
offenbar das Bedürfnis zu Staubfreiheit hatte. Anders
läßt sich nicht erklären, dass er vor dem
vorderen Kugellager eine Art Simmerring zwischen das
Kugel- lager und den Konus für die Propellernabe
gebaut hat. Dieser Gummiring hatte aber keine
Zentrierung zur Kurbelwelle hin, mag sein dass eine passende
Hülse bei den Zerlegungsversuchen von Kut verloren
gegan- gen ist. Also musste ich so ein Teil herstellen, denn andernfalls wird der Dichtring bei der
Montage der Prop- nabe gequetscht und die Kurbelwelle
lässt sich nicht ganz leicht drehen. Mit
meinem Ring wurde die notwen- dige Distanz und Abdichtung
hergestellt. - Dabei sollte es ja so sein, dass
das Kurbellager durch die über die Kurbelwelle
austretenden kleinen Kraftstoffmengen geschmiert wird
und das Zuviel an Gemisch über das Lager
austritt. Ich möchte nicht hoffen, dass dieser gut
gemeinte Trick des Vorbesitzers nur eine
Sicherheitsmaßnahme war, dass sein Modell ganz sauber
und trocken bleibt, da der Motor undicht ist.
Nach
Ölung aller einzubauenden Teile wurde wieder das Gehäuse
angewärmt und danach das Hauptlager samt Kurbelgehäuse
in den Lagerteil eingeführt. Anschließend auch gleich
das vordere Kugellager, welches mit leichtem Druck bis
zum Anschlag in das Gehäuse eingeschoben wurde. Dann
wurde der neue Distanz- ring aufgeschoben, der Dichtring dazu und danach der Konus und die
Propellernabe. Flink ein Propeller aufgeschraubt, bis
zum Anschlag, und die Kurbelwelle dreht sich
noch immer leicht. Der Einbau hat funktio- niert. Im
nächsten Schritt wurde der Lagerteil mit der Kurbelwelle
an das Gehäuse angeseztz, das Pleuel auf den geölten Kurbelzapfen
gefädelt und schließlich den Lagerteil hineingedrückt
und geprüft ob sich der Kurbelzapfen tatsächlich im Pleuelauge
befindet. Ja, es hat auf Anhieb geklappt. Dann
noch die Schrauben angezogen und mit einem Propellertest (mit Propeller den Motor mehrmals schwungvoll
durchdrehen) geprüft ob wirklich alles richtig läuft. Der
letzet Streich bestand in der Montage des Vergasers.
Nur, - Schock -, dem fehlt doch die Haupnadel.
oder besser, wie sieht die denn aus??? - "Murx
as Murx can", die Hauptdüse konnte offenbar nurmehr mit
einer kleinen Zange verdreht werden. - Hmmmm? Also musste ich nochmals
an die
Drehbank und eine neue Düsennadel anfertigen. Das
dauerte zwar, denn die herkömmliche Super
Tigre Methode zur Vermeidung der selbständigen
Verdrehung der Nadel, mit dem Klemmkonus, war
schon
mehr als überbeansprucht und fixierte nicht mehr. Daher
musste ich in meiner Teilesammlung kramen, um eine verwendbare
Rastfeder zu finden, die ich zur Einrastung für
eine auf der Düsennadel befind- liche Rändelmutter verwenden
könnte. Mit Glück fand ich eine solche Feder und aus
abgebrochenen OS- Düsennadeln konnte ich eine Rändelmutter
auslösen und mit einem Gewinde versehen, damit ich sie
auf das bestehende Gewinde auf der Düsennadel selbst,
draufdrehen kann. Mit einigem Zeitaufwand gelang es
schließlich, eine funktionsfähige neue Düsennadelarretierung
herzustellen. Da ich keinen Probelauf
durchge- führt habe denke ich, dass der Motor jetzt wieder
perfekt laufen wird. - Vorausgesetzt er
bekommt den Sprit, den Super Tigre vorschreibt. Dabei
sollte Sprit beim Einlaufen mit 15 - 18 %, später
nicht
unter 10%
Öl enthalten. Bei "Magerölsprit" ist
die Düsennadeleinstellung nach optimaler Einstellung
wenige Winkelgrade fetter zu stellen. Damit
liegt man dann auf der sicheren Seite.
Hier
der Link zur originalen Bedienungsanleitung für den ST
3250:
http://www.supertigre.com/manuals/index.html
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