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Der Zeitpunkt der Reparatur kommt
irgendwann, das ist
gewiss. Von der Hoffnung ausgehend, dass mein Gesundheitszustand
sich stabilisiert hat und gut bleibt, kann ich mich für
die dunklen Tage in einer finsteren und kalten
Jahreszeit mit einer schönen, interessanten und
modellbauerisch herausfordernden Arbeit
beschäftigen.
Besonders spannend ist es, dass
ich die Tragflächen profiltechnisch abändern möchte, damit man mit dem Modell auch langsam fliegen
kann.
Die bereits im "Hangar" befindliche
fertige Hercules
Nr 2 ist ja voll ausgestattet, angetrieben mit
den schon bei der ersten C 130 gebrauchten 4 x 5,2
ccm- Zweitak- tern, einer Motorglühung, Einziehfahrwerk
und mit funktionstauglichen
Fahrwerks- schachtabdeckungen. Das
fertige Modell Nr 2, ist in der vorliegenden Ausführung
leider ein Vollgasflieger und deswegen vom
Original weit entfernt. Die schwach- brüstigen
Fahrwerksabdeckungen lassen einen Gebrauch auf meinem
Stammflug- platz nicht zerstörungsfrei zu und
muss ein anderer Flugplatz dafür gefunden werden.
Das soll dabei dem reparierten neuen Modell anders werden.
Zum Einsatz kommen hier 4 x OS FS 40 Surpass
Viertakter, diesmal ohne Glühung. Diese Motore
sind unterschiedlich lang im Gebrauch gewesen, laufen
aber solo gut. Das zu reparierende Modell soll mit
Fixfahrwerk und rasentauglichen Fahrwerksschachtabdeckungen
ausgeführt werden. Betreffend Landeklappen wird eine
gegenüber dem Originalbausatz abgeänderte
Bauweise gewählt werden.
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 C 130, das Ausgangsprodukt nach Baumlandung

derzeitiger Reparaturstatus |
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Die
Reparatur der ASM C 130 Hercules
Die
Reparaturarbeiten lassen
sich in einige Abschnitte unterteilen:
-
Rumpfarbeiten mit Einbau des Fixfahrwerkes,
- Flügelkonstruktion
und Flügelneubau mit Servoeinbauten samt
Verdrahtung,
- Motoreinbau in den
neuen Motorgondeln,
- Neulackierung (wie
österreichisches Bundesheer)
Zu den Vorbereitungen auf den Modellbau habe
ich mich wegen der Motorisierung festgelegt. Es werden
Verbrenner, deren ich ja genügend besitze. Müsste
ich auf E-Antrieb umrüsten, würde das einen Batzen Geld
kosten, also spare ich mir das. Es werden vier
OS FS 40 Surpass eingebaut, deren Leistung ausreichend
sein wird. Die Motore sind genügsam, sehr
betriebssicher und leicht einzustellen. Auch die kleinen
250er-Tanks sind im Bausatz enthalten, also was will man mehr? Zum
Thema Fahrwerk gibt es auch nur eine Sparvariante. Das
fixe Fahrwerk ist vorhanden, auch alle Räder dazu, nur das vorgesehene Bugfahrwerk ist typisch
amerikanisch einfach und sehr schwach und muss
geändert werden. Der Flieger wird ja an
die 9 kg bekommen, so dass das Bugfahrwerk
schon etwas aushalten muss. Als Bugfahrwerk verwende ich
Teile älterer chinesischer Einzieh- fahrwerke
und Reste von Federbeinen die zusammen passen.
Instandsetzung
der Rumpfbeschädigungen
Der Rumpf
hatte viele kleine Risse und einige fehlende
Kunststoffteile. Der Rumpfbug war durch den Aufprall mehr in Mitleidenschaft gezogen worden und in
viele Bruchstücke zerbrochen. Die Stücke wurden am
Absturz-- ort sorgsam aufgehoben und werden jetzt wie ein Puzzle mit
Sekundenkleber zusammengeheftet. Später wird jeder Riss
mit dünnem Glasfasergewebe verstärkt.
Für
den verloren gegangenen vorderen Rumpfspantoberteil
musste ein neues Teil hergestellt werden. Mit einer
Schablone
wurde die Rumpfkontur abgenommen und auf Holz
aufgezeichnet. Die Erleichterungsbohrungen wurden nicht mehr hergestellt, da bei meinen Modellen
ohnehin meist Gewicht am Rumpfbug fehlt. Nach dem Ausschneiden
des Spants erfolgte die Einpassung
des Spants.
Nun konnte auch der Rumpfbug wieder
angepasst werden. Auch hierfür war eine Schablone erforderlich,
mit deren Hilfe ein passende Trageteile aus
Balsa hergestellt und in
der Bugkappe angeklebt werden konnte. Danach musste die Kappe an den vordersten Rumpfspant angepasst
werden. Darüber hinaus wurden die diversen verformten
Stellen der Bugkappe mit der Powerfeile grob
niveliert und in Form gebracht. Die Fein- arbeit folgt
später mit viel Spachetlmasse und Schleifpapier.
Schließlich wurde ein Balsklotz am Servohalter angeklebt
und die Rumpfkappe provisorisch angeschraubt.
Es
ist praktisch, dass die Kappe abnehmbar ist, denn so
kann man wesentlich besser das Lenkservo heran- kommen
(falls einmal notwendig). Nach provisorischem Einbau des Bugfahrwerks und des Lenkservos konnten
dann zusätzliche Verstärkungs- hölzer zwischen dem Spant und
dem Servohalter eingeklebt werden. Das
fixe Hauptfahrwerk ist rasch einge- baut, bestanden ja die Befestigungsbohrungen schon vom früher hier montierten Einziehfahrwerk. Schwieriger gestaltet sich
die Schaffung des Bugfahrwerks. Es kommt ein altes
chinesisches Einziehfahrwerk der ersten pneumatischen Version zur Verwendung. Allerdings muss
hierfür ein "Federbein" (federt aber nicht, kein Federweg möglich) selbst gedreht werden. Die Fahrwerksmechanik wird oberhalb der Holzträger montiert.
Das ermöglicht eine einfache Federung zur
Verkleinerung der Schläge durch Fahrthindernisse. Das
Fahrwerk wird nur an zwei gegenüber liegenden
Bohrungen fast fest angeschraubt, an den anderen
Bohrungen werden Schrauben verwendet, über die Schraubenfedern gestülpt und in gepresstem Zustand mit einer Mutter festge- halten werden. Durch Anziehen
der Mutter kann die Federkraft eingestellt werden.
Für
den Moment wurde abschließend mit dem Kitten der Risse
und Unebenheiten am Rumpf und vor allem im Bereich des Rumpfbugs begonnen. Während der zwei,
drei Tage dauernden Aushärtezeit des stellenweise sehr
dick aufgetragenen Kittes wurden die Motorgondeln
für die spätere Verwendung vorbereitet. Ebenso wurden
die Motore geprüft und siehe da, einer hatte eine kleinere
(-0,5mm) Ansaugbohrung. Da musste ich das Kücken
aufbohren und auch das Saugrohr. Bei allen Motoren wurden
die Vergaseranlenkhebel auf die gleiche Stellung bei
Vollast gebracht. Die Anpassung der
Bugkappe an den Rumpf verlangte nach viel Kitt, damit
das dann optisch gut passt. Jetzt wurde
geschliffen, gekittet , wieder geschliffen und
schließlich mit Filler gespritzt. So sieht man die
Uneben- heiten besser. Wegen des beim
Absturz verbogenen Flpügelrohres musste es erneuert
werden, doch dieses Maß gibt es nicht in
Europa, das gibt's nur in England: 21,4 mm !!! - Da ich
ein Steckungsset mit 25mm Durchmesser am Lager hatte
verwende ich dieses und muss daher das Steckungsrohr im
Rumpf neu einbauen. Der Mittelpunkt ver- schiebt
sich, doch macht das nix, weil ja die Tragflächen neu
gebaut werden und da kann man das berücksich- tigen.
Flügelkonstruktion
und -bau ..... derzeit verschoben auf später
Begonnen
wird mit einer zeichnerischen Auslegung des Flügels,
wobei der Übergang vom fast symmetrischen
Wurzelprofil
bis zur ersten Motorgondel auf ein NACA 2415-ähnliches
Profil, erfolgen soll. Wegen der Bauweise des "NÖM-Becher
Rumpfes" kann die bestehende Wurzelrippe nicht verändert
werden. Zwischen den Motor- gondeln beginnend
und nach außen
hin soll sich das Profil auf ein NACA 2412 ändern. Die Fläche soll
nach Infos im Internet ungefähr 2 Grad
Anstellwinkel haben. - In Kenntnis, dass das
Höhenleit- werk mit +6 Grad angestellt ist, werde ich wohl
noch nachdenken müssen wie die Tragfläche
letztendlich anzu- stellen ist, bzw wie weit ich wegen der
unveränderbaren Wurzelrippe den Anstellwinkel des
NACA-Profiles ändern
kann.
.... aber das ist Zukunftsmusik.
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