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Nachdem ich mich bei der Auswahl dieses Modells "nach dem Motor"
orientiert habe, war wichtig, dass der Bausatz ein möglichst leichtgewichtiges Modell erge- ben
muss, welches mein Eigenbau-Twin betreiben kann und welches von der
Größe her trotzdem
ansehbar ist. Da ich die Modelle aus dem Vertrieb von Firma
R.E.M. (Graupner) als sehr
leichte und gut fliegende Modelle kenne (zB. P47),
entschied ich mich für diesen Bausatz.
Die Spannweite beträgt 1,73 m und das Modellgewicht wird mit max. 3,7 kg angegeben. Die
Werte stimmen sehr gut, das kenne ich von meiner Thunderbolt vom gleichen Produzenten.
Nun zum Motor. Er soll ganz unter der Haube liegen und
es sollte mein selbstge- bauter Hirtenberger Viertakter HP 49 VT Twin sein. Der kommt auf 16 ccm und
ist nicht sonderlich stark. Das verhilft dem Flieger vielleicht zu einem realistische- ren,
langsameren Flugbild.
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Flugvideo
(des Nachbesitzers) |
Baubeschreibung AT
- 6:
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Zuerst einige Worte zum Bausatz. Alle Bauteile sind aus Balsaholz
gefertigt und mit Oracover bespannt, sieht man von der Motorhaube und der bereits aufgeklebten Kabinenhaube ab. Der
Bausatz enthält auch ein brauch- bares mechanisches Einziehfahrwerk und alle Zubehörteile. Es fehlt nur der
Motor, die Servos, Akku und Empfänger. Alle Teile sind von guter Qualität und es ist unverständlich, wie man dieses
Modell zu diesem niedrigen Preis fertigen kann.
Nun, ich beginne meist mit dem Motoreinbau. Das ist eine
heikle Sache, denn die Propellernabe soll ja in der Mitte der Motorhaube stehen. Das mit Sturz und Seitenzug
genau hinzubekommen ist immer ein Geduldspiel. Diesmal war es etwas einfacher, da der Rumpfquerschnitt Kreisform hat.
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Ich habe es so gemacht:
Den Motorträger entsprechend der Länge an den Motor
schrauben. Dann eine Kreischeibe aus Karton im
Durch- messer des Rumpfes mit einem Koordinatenkreuz
versehen und den Motor auf der Scheibe und dem
Koordinatenkreuz positionieren bis die gewünschte
Einbauposition hat. Dann kann man die Löcher des
Motorträgers auf der Kartonscheibe anzeichnen und hat
somit eine gute Bohrschablone.
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Der
Motoreinbau HP VT 49 Twin |
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Rumpf
Innenansicht |
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Unteransicht
mit Schalldämpfer |
Motoransicht
oben |
und so sieht
das dann mit der Motorhaube aus .... |
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Bevor ich dann das Modell zu bauen beginnen kann, muss auch der
Schalldämfer vorhanden sein. Da es für diesen Motor keinen passenden Schalldämpfer gibt, muss man sich etwas einfallen
lassen. Und auch die Einbaulage des Topfes will überlegt sein, um so alles unter der Motorhaube zu haben.
Ich gehe daran, einen Auspufftopf bauen, in
den die beiden Krümmer einmünden. Dazu konnte ich einen
brauchbaren Topf aus früheren Zeiten verwenden. Die Hartlötung der Krümmerteile wurde
jedoch zum Problem welches mir einen Tag kostete. Nachdem ich originale
Auspuffkrümmer mit einem Nirosta-Wellrohr und mit Messinglot
zusam- menlöten wollte, stellte sich heraus, dass das mit dem Hartlot nicht klappte. Es gelang nicht. Warum, das
würde
mich interessieren? - Nun, bei ZGONC kennt man
sich aus und verkauft mit Silberlot für Nirostalötungen. Und siehe da, es funktioniert perfekt! - Schließlich klappte es dann mit dem Auspufftopf ganz gut.
Danach ging es an die Anpassung der Motorhaube.
Im Original ist bei der Texan ein Luftspalt zwischen
Haube und Rumpf. Das tut der Wärmeabfuhr bei meinem
Modell sicher auch gut und ich klebe dazu mehrere
Holz- klötzchen an den Motorspant. Diese Klötzchen halten
die Distanz und dienen auch zur Befestigung. Zuletzt
noch der Spinner aus dem Bausatz montiert und siehe da,
die Haube sitzt fast richtig. Der Motor
ist, trotz viel Getue, aus dem Mittelpunkt gerutscht,
doch werde ich die Montagelöcher im Motorträger etwas
ausfräsen. Dann kann ich den Motor etwas verschieben und
hoffe das reicht.
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Tragflächenmittelstück |
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bereits verklebte Tragfläche mit eingebautem
Einziehfahrwerk |
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Als nächster Schritt folgt das Flächenmittelstück mit
dem Einbau des Einziehfahrwerkes (s.o.). - Ein Wort zum Einziehfahrwerk: Es ist ein gutes mechanisches Fahrwerk mit
nachbiegbaren Federbeinen.
Doch das Fahrwerk muss nachgearbeitet
werden, so dass der Fahrwerksstahl gekürzt wird, da
sonst die Räder an den Fahrwerksschächten und Radmulden streifen. Um
die Räder in die richtige Stellung zu bringen, muss der
Fahrwerksstahl tiefer in der Fahrwerksnocke befestigt
werden. Wenn das geschieht, steht die Torsions- wendel am
Fahrwerkswinkel an, das Fahrwerk fährt nicht ganz ein.
Es muss also abgefräst werden, denn ein Kürzen der
Fahrwerksbeine ist nicht möglich.
Alles in allem aber
kein echtes Problem.
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das eingebaute
Servo |
Rumpf fertig
und Tragfläche |
Höhenleitwerksteile |
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Dann beginne ich die Flächenhälften mit den Querruderservos
zu bestücken. Schließlich kann die Tragfläche durch ankleben der Flügelaußenstücke auf das Mittelteil komplettiert werden.- Ich
klebe in solchen Fälle neben der originalen Flächenbefestigung mittels Alu-Rohr auch noch zusätzlich
einen Holzdübbel im Bereich hin zur Endleiste ein, der
das Verdrehen der Fläche während der Verklebung verhindern soll.
Dann wird das Höhenleit- werk nach Ausmessung und Anpassung der EWD eingeklebt. Sowohl der Flächenbau als auch der Einbau des
Höhen- und
Seitenleitwerkes stellen kein Problem dar.
Anschließend wurde das Modell zusammengestellt und der
Schwerpunkt bestimmt. Das Ergebnis besagte, dass die Akkus für den Empfänger und für die Glühung am Spant der
Flügelverschraubung (eher hinten) unterzubringen ist. Na das ließ sich
nach einigem Grübeln bewerkstelligen, sodass der
Motortestlauf des erst- mals komplett zusammengefügten Modells erfolgen konnte.
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Technikbereich |
fertig.... |
zum
Motortestlauf
Video
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Der neue Motor
HP_61_VT_Twin |
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der nackte
Motorspant |
und jetzt mit
dem Oldtimer Hörnlein 61 |
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mit Motorhaube |
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Nach dem Leerlauftest mit
dem Eigenbau-Motor wurde
die Leistung gesteigert und schließlich versucht, die
optimale Motordrehzahl zu erreichen. Doch als die Nadel
des Drehzahlmessers 12.500 U/Min zeigte (mit Prop
Graupner 12x5-2Blatt) war der Motor plötzlich zu "mager" und ich zu
langsam, um den Gasknüppel auf Leerlauf zu stellen, um
damit
die Situation zu retten. - Leider endete der forcierte
Testlauf nach wenigen Minu- ten durch einen Kolbenreiber
und/oder dem Bruch einiger Zähne einer Königswelle.
Da ich über zwei HP_61_VT-Motoren verfüge, baute ich
mir ersatzweise sofort den Motor 07, der dann
eben 20ccm Hubraum aufwies und das Bisschen mehr an
Leistung wird sicher kein Problem darstellen. Dieser Motor funktionierte auch zufriedenstellend was die
Höchstleistung betraf; wichtiger ist bei diesem Modell
aber ein sicherer Leerlauf, der sich mit dem 14,5x5 Prop
nicht unter 3000 U/Min hinbasteln ließ. Also das war
dann auch nicht DIE Lösung. - Nixda, um mit ex-Vizekanzler
Molterer zu sprechen: "es reicht!"
Der Motor wurde ausgebaut, fein säuberlich gereinigt,
geölt und eingeschachtelt - und wenn mir mal danach ist
dann beschäftige ich mich wieder damit.
Schließlich baute ich in die
Texan einen antiken Graupner HÖRNLEIN 61
Zweitaktmotor ein. Diese Motoren waren früher sehr teuer und in
Österreich vermutlich deshalb nicht sehr verbreitet.
Auch dieser Motor ist ge- braucht und musste zur Erzielung
eines akzeptablen Leerlaufes knapp unter 2000 U/Min einen alten Webra
Vergaser
anbauen. Der Motor lässt sich jetzt gut
drosseln, sodass das Modell am Asphalt problemlos stehen bleibt; -
Herz was willst Du mehr!
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Der Flugbericht:
Mit dem voreingestellten
Motor und allen Akkus geladen ging's also auf den
Flugplatz des HSV Burg Kreuzen- stein. Ein leichter Wind hauchte über die
Piste, sodass es nur Pro Forma gegen den Wind zu starten
ging. Mit wenig Gas angerollt Seite korrigiert,
Schwänzchen in der Höh' und dann Vollgas...., das war es
aber nicht. Das Modell ließ sich nach dem Ausbruchsversuch leicht beherrschen und abheben. Etwas
Querruder musste leicht getrimmt werden und später dann noch die Höhe. Mit eingezogenem Fahrwerk konnte die
Höhentrimmung wieder zurückgenommen werden. Querruder
und Höhe waren mit 35% Expo belegt, das machte es mir
leichter, denn die 120% Wege der Ruder waren des Guten
zuviel. Schließlich flog der Vogel und das von Beginn an
nicht so schlecht. Im Rückenflug musste ich
leicht nachdrücken und im hoch hinauf gezogenen Looping
passt eigentlich alles. Der erste Turn gelang nach
meinem Bewertungsspiegel so halbwegs. Noch die Rolle
getestet, absichtlich eher langsam, die kommt auch ganz
gut. Wenn man rechtzeitig und nicht wie ich, und zu viel im
Rücken
drückt, könnte sie sogar perfekt ausfallen.
Interessant auch die Langsamflugeigenschaften, die ich
zwar nicht bis zum Extremfall getestet habe, aber so
für's Grobe passt das auch; man muss eben ein Bisserl
ziehen, aber Anzeichen für's Abkippen gab es hierbei
nicht. Der Abschluss des Fluges
ist das Interessanteste. Wie gleitet das Modell, wie
reagiert es auf Seitenwindein- fluss und wie wird das mit
dem sehr schmalen und weichen Fahrwerk funktionieren.
Also - nachdem das Modell keine Spreizklappen hat, ist die Landespeed ohne Gegenwind relativ hoch, um es
sicher ohne springen genau am Punkt aufzusetzen. Nun das gelang mir erst so
halbwegs ab der fünften Landung.
Zum Fahrwerk noch einige Hinweise: Man muss also die Langsamflugeigenschaften für die
Landungen doch genauer testen, insbesondere wenn man optimale Landungen auf Beton oder Asphalt
machen möchte. Bei
dem weichen Fahrwerksstahl führt das dazu, dass sich
dieser ein wenig verbiegt und die Geschichte zwar noch
funktioniert, aber unelegant aussieht. Verstärkt als
sonst bei Zweibeinfahrwerken üblich, kommt es in der
schon langsameren Auslaufphase zum Ausbrechen des
Modells auf irgendeine Seite. Die Randbogen streifen
dann wegen der niedrigen Bauhöhe sofort den Boden; sieht
unschön aus. Dafür dürfte die Kopfstandproblematik bei
diesem Modell nicht groß sein. Das Startverhalten im Gras
wollte ich natürlich auch kennen lernen, was mir beim
FMBC Austria ermög- licht worden ist.
Die AT6 lässt sich
voll gezogen problemlos im kurzen Gras ohne
Kopfstandtendenz rollen und der Start ist
unvergleichlich einfacher als auf Beton. Ebenso die
Landung, die mit relativ niedriger Geschwindigkeit jetzt
möglich war. Das Rollen nach dem Aufsetzen war ein
Gedicht und verlief ohne Ausbrechern bis zum Stillstand.
Nach den ersten Flügen/Landungen war klar, dass der
Schwerpunkt etwa 1cm + nach hinten geschoben werden musste, was im Rückenflug mit weniger Drücken belohnt
werden würde. - Es stimmt, wie ich im Flug danach
erkennen konnte. Auch die Härtung der Federbeinstähle
dürfte mir gelungen sein, denn nach der l etzten Landung
hatte sich das Fahrwerk nicht mehr verbogen und es zog exakt
in die Radmulden ein.
Zusammengefasst ist das
Modell zu empfehlen weil auch gut und unkompliziert zu fliegen
ist. Es liegt
gut in der Luft und reagiert exakt und macht bei
entsprechendem Flugstil ein recht realitätsnahen optischen
Eindruck. - Das Landen auf
dem schmalfüßigen Fahrwerk
ist insbesondere auf Hartböden gewöhnungsbedürftig.
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das
flugfertige Modell |
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nach dem
Erstflug |
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