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Nach dem Tausch eines restaurierten
britischen Kriegsschiffens gelangte ein Bausatz
der MS
Helgoland von Graupner (~1965) auf meinen Bautisch.
Nach- dem ich die Arbeit bei Restaurierungen
und Reparaturen liebe, schreckt mich auch ein unfertiges
Modell nicht ab. Bei dem Baukasten war der Rumpf
roh- baufertig und die vielen Kleinteile des
Aufbaus bereits weitgehend vorbeitet. Doch
es kam anders, denn mein Freund hatte auch eine "fertiges Modell"
irg- endwo angekauft und fragte, ob mir dieses
Modell lieber wäre, da die wesent- lichen Dinge fertig
wären. Doch würde es noch eine Menge Detailarbeit geben, um das Schiff fahrbar zu machen. Also wurde
getauscht und ich bekam ein Schiff, das wie
die Graupner MS Helgoland aussah. Dazu gab es auch die diversen
abgebrochenen Kleinteile wie Rettungsboote, Davits,
Rettungsringe und Sitzbänke usw. Wie sich
später ergab, war das Modell ehemals von sei- nem
Erbauer als Standmodell gebaut worden. Aus den Bauberichten
erfahrener Modellbauer ist zu entnehmen, dass der Rumpfboden
tiefer zu fräsen ist, um dort Blei unterzubringen,
wodurch das
Krängen des Modells gemindert wird. Der
erste Blick in den Rumpf zeigte, dass der
Erbauer den Rumpfboden zusätzlich um 20mm mit
Balsabrettern erhöht hat. Daher war klar, was
wohl die erste Arbeit am Modell sein würde.
Das Modell
möchte ich so gut und genau als mir möglich
restaurieren und
zusätzlich mit einer speziellen 40 mHz Variophon
Tipp-Steuerung ausrüsten. Technische
Daten MS Helgoland, M 1:100:
Länge: 915mm, Breite: 143mm, Tiefgang: ~ 5cm,
Fahrgewicht: ~2100g, Motor: 2 x Monoperm 6V,
Propeller: 2 x M2 3Bl 30mm Dm, gegenläufig, Regler: New Rain 35A, Akkus: 2x 2S LiPo 2700mAh
parallel, Fernsteuerung: Variophon S 40mHz, -
Fahrtrichtung, Geschwindigkeit, Ruder
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MS Helgoland (Graupner, 1966)

das Vorbildschiff

aktueller Bauzustand |
Historie der MS
Helgoland Das
91,5 m lange Schiff wurde im Jahr 1963 für die Reederei HADAG bei
der Werft Howaldtswerke
Hamburg AG
als Seebäderschiff gebaut und verkehrte bis 1965 auf der
Linie Cuxhaven–Helgoland
als
zusätzliches Schiff neben der Wappen
von Hamburg.
Ab 1966 vercharterte die HADAG die Helgoland an
das Deutsche
Rote Kreuz.
Es konnte in nur 3 Wochen zum Lazarettschiff
umgebaut werden. Das Bundesverteidigungsministerium
hatte beim Bau des Schiffes einen Zuschuss
gegeben; das für den Umbau notwendige Material lagerte
seit Bau des Schiffes in Wilhelmshaven.
Im
Auftrag der Bundesregierung wurde das Schiff bis 1972
als schwimmendes Krankenhaus – offiziell
bezeichnet
Hospitalschiff
Helgoland –
in Südvietnam
eingesetzt.
Durch die Dokumentation "Nur leichte Kämpfe im Raum
Da Nang" (1970) über den deutschen Kinderarzt Alfred
Jahn wurde
das Schiff bekannt. Danach kehrte das Schiff
wieder heim und wurde als Fahrgastrschiff für
"Butterfahrten" verwendet, wobei es über die
Seegrenzen hinausfuhr.
Nach dem Ende der Butterfahrten erfolgte 2000 der Ver-
kauf an die Reederei Latin Cruises in Georgetown, Cayman
Islands.
Es folgte ein aufwändiger Umbau zum
Kreuzfahrtschiff. Als Galapagos
Legend verkehrt
das Schiff mit bis zu 100 Passagie- ren um die
Galapagos-Inseln. 2002 wurde die Galapagos Legend unter
georgische Flagge gestellt. 2006 wurde sie an
die Reederei Galatours aus Guayaquil in Equador
verkauft.
(Quelle Wikipedia)
Ein Modell meiner
Jugendträume wird restauriert Von
meinem Modellbau-Freund konnte ich ursprünglich im Gegenzug für den
Bau einer Deans Marine Fregatte HMS Zulu, einen
begonnenen Bausatz einer Graupner MS Helgoland aus 1965
bekommen. Jedoch bot er mir auch eine alte, fertig
gebaute Helgoland an, an der allerlei Arbeit anfällt, um
sie zu restaurieren und fahrbar zu machen.
Das war mir wegen de,anzunehmenden geringeren
Arbeitsauf- wand lieber, und so kam ich zu einem
fast fertigen Schiff. Nur muss man sagen, dass
Schiff zwar komplett als Standmodell gebaut worden, aber nicht so
ganz schön wie es sein sollte. Aber das ist genau das,
was mich reizt, um aus dem Modell ein schöneres machen
zzu können.
Diesmal habe ich mich im Internet vor
Baubeginn umgesehen, worauf man beim Bau achten muss,
damit das Schiff nach dem Bau
ordentlich und ohne viel zu Krängen schwimmt. Bis zum
Baubeginn mussten noch die Kopmponenten für
die 40Mhz Tipp-Fernsteuerung vorbereitet werden, mit der
da- nach die MS Helgoland ausgestattet werden
wird.
Es
geht los...
Als erste vorgezogene Arbeit wurde das
Oberdeck abgenommen, damit der Zugriff in den Rumpf möglich wird.
Doch das lange Mitteldeck hat nur eine eingeschränkte
Öffnung, durch die spätere Einbauten nicht eingebracht
und befestigt werden können. Daher musste das geklebte
Mitteldeck (bei einem Standmodell wird nix im
Rumpf untergebracht) vorsichtig ausgebrochen werden,
was infolge der nur zarten Klebung zerstörungsfrei
möglich war. Nun sah man, dass mittschiffs zwei 10mm starke Bodenplatten
aufgeklebt waren deren Entfernung notwendig
ist, um mit dem Schwerpunkt so tief als möglich hinunter zu
kommen. Mit der Handfräse und
einem Stemmeisen mussten die Balsaplatten abgetragen werden.
Vielleicht wird später mit der Powerfeile (schmaler
Bandschleifer) der Rumpfboden zusätzlich vertieft.
Nach
einer Arbeitsunterbrechung von Wochen wurde zuerst das
Ruder repariert. Es stellte sich näm- lich heraus, dass
der Erbauer als Ruderwelle einen 3mm Holzrundstab
verwendete, auf dem ein Ru- derhebel aufgeklebt war.
Das zeigt, dass das Modell ursprünglich nie für den
Fahrbetrieb vorgesehen war. Mit geringem
Aufwand ließ sich der Ruderhebel in der schwer
zugänglichen Heckmulde im Schiffsheck entfernen.
Danach wurde die Holzwelle im Ruderblatt ausgebohrt, um
es entfernen zu können. Nun war sichtbar, dass
das Ruderrohr aus dünnem Alurohr bestand und gegen ein
neues aus Messing zu ersetzten war; es wurde
ausgebohrt. Ein neues Ruderrohr wurde eingeklebt und
eine Ru- derwelle mit einer Abflachung für die
Stellschraube des Stellrings hergestellt. Um eine gute
Abdichtung zu erreichen, wurde in die
Ruderwelle eine Nut für den 1mm O-Ring eingefreht und die
Welle
einbau- fertig gemacht. Die Erreichbarkeit einer neuen
Ruderwelle an dieser Stelle im Rumpf ist schwierig, da
von oben durch zwei Decks hindurch kein Zugriff
möglich ist. Es kann daher nur ein
Ruderhebels mit einem Stellring unter den Decks
eingeschoben und befestigt werden. Danach wurde ein neues
Ruderblatt in etwas vergrößerter Form angefertigt, wobei
die Ruderwelle zwischen zwei ABS-Platten mit
UHU Plus eingeklebt wurde. Die Form des Ruders wurde dem
Rumpf angepasst. Vor der Montage des
Ruders musste die Rudermaschine Bellamatic eingebaut und
die Länge des Rudergestänges ermittelt werden.
Das Gestänge wurde hergestellt und am Ruderhebel
eingeklickt. Nach Fettung der Welle efrfolgte
die Montage des Ruders durch Einschieben in das
Führungsrohr. Im Rumpf wurde der angefertigte
Ruderhebel mit dem bereits eingeklinkten Rudergestänge
auf die Ruder- welle aufgefädelt und die
Stellschraube konnte festgezogen werden. Später
konnte die Restaurierung des Mittel- und Oberdecks
begonnen werden. Das Mitteldeck musste neu
eingepasst werden, wobei die Auflagen in den
Seitenwänden von alten Klebstoffresten zu reinigen waren.
Dann wurden die teilweie losen und fehlenden
Relingabschnitte montiert und mit Sekundenkle- ber
befestigt. Es wurde sichtbar, dass das
Mitteldeck im Heckbereich stärker als im Bauplan
gezeichnet ansteigt. Das Oberdeck liegt daher
wegen der Krümmung nicht richtig am Mitteldeck auf.
Durrch Beschleifen der Unterseite des Oberdecks
konnte die Situation verbessert werden. - Zusätzlich war
die Zentrierung des vorderen Oberdecks mittels
Anklebung eines Quersteges notwendig. - Eine definitive
ordentliche Anpas- sung ist erst möglich, wenn das
Mitteldeck auf einzubauenden Befestigungspunkten angeschraubt
wer- den kann.
Um einen weiteren
Arbeitsbereich zu beginnen, wurden die Rettungsboote
angesehen und die gebro- chenen Davits und
Bootsbefestigungen repariert. Dabei wurde klar, dass die
beim Betrieb des Schiffs notwendigie Abnahme
und vor allem das Aufsetzen des oberen Aufbaus zum
Problem werden, da die Davits mit den Booten
dort nur mit schwachen Klebepunkten befestigt sind. Die
Stützpunkte der Davits befinden sich zudem auf
dem schmalen Rand außerhalb der Reling am Hauptdeck,
wodurch das Aufset- zen zum Geduldspiel wird
oder Brüche zu erwarten sein werden.
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Der Baubeginn |
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Ansicht und Grundriss |
das Vorbildschiff |
das Modell nach dem Erhalt |
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Blick in den Rumpf |
Antrieb noch nicht eingebaut |
Ruderrohr ausgebohrt |
neue Ruderwelle mit Dichtring |
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eingebaute Ruderwelle |
die wesentlichen Teile des Modells |
Mitteldeck aufgelegt |
Oberdeck aufgelegt |
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provisorische Zusammenstellung |
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