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   Telecont Sender S1, S2 und Empfänger E1 (Robbe) - Funktion, Erfahrungen, Einzelteile
   Telecont S1/E1 3K bis S2/E2 9K
(Robbe) - Reparaturen, Servos
   Telecont S2/9K 
-  Einbau und Betrieb im Schiffsmodell
 

 Für Wissende sei vorweg angemerkt:  Mangels Kennern an meiner Seite
 wurden von mir laienhaft nachfolgende Aufzeichungen über meine Erfah-
 rungen zum Themenkreis und zu meinen Steuerungen über Telecont
 Fernsteuerung angefertigt. Sie sollen veranschaulichen, wie ehemals Tipp-
 Fernsteuerungen funktioniert haben und mit welchen Rudermaschinen,
 welche Steuermöglichkeiten bestanden. - Mir ist klar, dass bereits vor Fa.
 Telecont schon andere Hersteller gute Fernsteuerungen noch älterer Bau-
 art am Markt und Modellbauer damit zu tun hatten.
 Alles hier aufgeschriebene stammt aus eigenen praktischen und oft unge-
 schickten Erfahrungen bei den Aufbereitungsversuchen von drei Telecont
 Anlagen. Ohne meinen Elektronik-Freund würden die Anlagen nicht mehr
 funktioniert haben.
 Damit möchte ich Basisinformationen zum Betrieb einer Telecont-Tipp-
 fernsteuerung an interressierte Modellbauer weitergeben.
 
 
Für Eilige vorweggenommen erfolgt eine Aufzählung der zu reparierenden
 Anlagen die ich erstehen konnte und über deren Repartaturenh nachfolgend
 im Detail berichtet wird: 
 
2 x 27mHz Sender 9K Telecont S2, 2 x Empfänger 3K Grundstufe E1,
 1 x 6K Empfänger Ausbaustufe E2 für 9K Empfänger (= E1 + E2),
 1 x 2K Empfänger Ausbaustufe E3 für 5K Empfänger (= E1 + E3),
 Ich kann damit also eine 9K und eine 5K Anlage betreiben.
 1 x 40mHz Sender 3K Telecont S1, 1 x Empfänger E1 (an Verkäufer retour)

 Ein Betrieb von zwei Sendern gleicher Frequenz nebeneinander ist nicht mög-
 lich, da die Empfänger mit Pendelaudion Schaltung keinen Quarz haben! 
 27mHz- und 40mHz-Betrieb  nebeneinander wäre jedoch möglich.
 Anmerkung:
 Das ist auch bei Variophon 27mHz Anlagen mit fixem Quarz so, wenn sie
 mit Pendelaudion Empfängern betrieben werden. Graupner verzichtete auf
 Variphon-Anlagen mit 40mHz und stieg deshalb beim
Variophon S Sender
 und bei den Superhet Empfängerrn ebenfalls auf Wechselquarze um, was
 den gleichzeigtigen Betrieb mehrerer Anlagen mit anderen Quarzen zulässt.


 
Mit enorm viel Glück und durch Zufall fand sich ein Techniker, der meine
 Telecont Steuerungen repariert hat, wie man im Einzelnen ausführlich via
 Klick auf eine der obigen Titelzeilen, aufrufen und nachlesen kann.
 Nach seinen Aussagen "starben" alle Anlagen den Transistoren-Tod infolge 
 Kristallbildung und oft auch durch unprofessionelle Eingriffe. Ob es heute
 noch möglich ist, eine im Originalzustand befindliche und voll funktionstaug-
 liche Telecont Steuerung zu finden, ist daher eher unwahrscheinlich. Der op-
 tisch gute Eindruck ist dabei leider irreführend und nicht aussagekräftig.

 Telecont Historie:

 Die Telecont Steuerungen konnten offenbar nicht die erwarteten Verkaufs-
 zahlen erreichen. Das ist vielleicht eine Folge der Vertriebsorganisation,
 aber auch von der Größe der Empfänger und der eher geringen Auswahl
 und Eignung bei den frühen Rudermaschinen zuzuordnen.
 Das Konkurrenzprodukt Graupner Variophon / Varioton konnte in jeder
 Hinsicht mehr anbieten. Heute ist die Verfügbarkeit von Robbe-Telecont-
 Anlagen oder Rudermaschinen sehr gering. Graupner Rudermaschinen
 sind bei Telecont problemlos (mit Zwischenkabel) verwendbar und kön-
 nen den Mangel locker ausfüllen. Trotz den gelungenen Reparaturen an
 meinen Anlagen sorge ich mich, ob deren Funktion weiterhin bestehen
 bleibt. Die Anwendung im Schiffsmodell gilt sicher, im Flugmodell würde
 ich sie allein wegen der Sorge um die Reichweite nicht einsetzen.
 
 Hersteller der Telecont Fernsteuerung war Fa. Reichert-Elektronik und
 Robbe hatte sie im Vertrieb - aber das liegt lange zurück. Wie ich erfahren
 habe, stellte Fa. Reichert (München) Geigerzähler her und ist der Sender
 angeblich im ehemals verwendeten Zähler-Lederetui untergebracht worden.
 Wie man liest, ist das Geschäft mit Telecont Steuerungen kein Gewinn ge-
 worden was Fa. Reichert nicht zugute kam.
 Wegen der kleinen Serie ist die Seltenheit der Steuerung für mich nicht
 mehr verwunderlich. Daher gibt es wenig Informationen zur Telecont Fern-
 steuerung, weshalb ich begonnen habe, meine holprigen Erfahrungen da-
 rüber niederzuschreiben.
 Nicht unerwähnt möchte ich lassen, dass es Jahre später auch eine Pro-
 portionalsteierung gegeben haben soll, die sich noch weniger als die Tipp-
 steuerungen am Markr etablieren konnte.

 Über Telecont Steuerungen und ihre wesentlichen Bestandteile:

 Ehemalige Erfolgsmeldung: Mit einer Telecont S2 9K, ist der Deutsche
 Fritz Bosch, 1963 Vize-Weltmeister in RC-1 Kunstflug geworden (Welt-
 meister wurde Phil Kraft, USA). - Bosch's Erfolg wird damit verknüpft, dass
 die "dreifach simultane Steuerung" von Telecont den Erfolg ermöglichte.
 Das heißt, der Pilot konnte drei Funktionen gleichzeitig steuern, wie das
 beim Kunstflug notwendig und heute üblich ist.

 
Telecont Steuerungen gab es mit 27,12 und 40,68 mHz.
 
Die Typenbezeichnungen  bei Telecont Sendern lauten: S1 mit 3 Kanälen,
 S2 mit 9 Kanälen und S3 mit 5 Kanälen.
 Die Senderkanäle ergeben sich nach den verbauten Knüppeln und Tastern.
 Ein Kreuzküppel steuert 4K, der einfache Knüppel 2K und jede Taste nur je
 1Kanal. Mit einem 9K Sender/Empfänger sind 6 Rudermaschinen steuerbar.
 (Vergleichsweise kann Graupners Variophon 10 Kanal Sender nur 5 Ruder-
 maschinen steuern).
 Bei den Telecont Empfängern gibt es die Empfänger 3K Grundstufe  E1,
 
weiters die 6 Kanal Ausbaustufe E2 (ermöglicht 9K) und eine 2 Kanal Aus-
 baustufe E3 (ermöglicht 5K). Es gab auch einen kleinen Empfänger E4
 (mit 2K), von dem nur eine Zweikanal Rudermaschine (und möglicher Weise
 zwei Einkanal RM) betrieben werden konnten, der aber eine echte Rarität
 sein dürfte. Die Baugröße der Größe der Empfänger ermöglicht nur den
 Einsatz in groß bauenden Flugmodellen und Schiffen.
 Die einzelnen Empfänger Ausbaustufen werden mit je 20 Kontakstiften auf
 der 3K-Empfänger Grundstufe aufgesteckt. - Fertig!
 Die von Robbe angebotenen Rudermaschinen sind rar und für meinen Be-
 darf ungenügend. Erst spät kamen brauchbare Typen auf den Markt. Die
 vorhandenen Rudermaschinen sind groß, mechanisch kompliziert und lockten
 mich nicht, sie in Modellen zu verwenden.

 Insgesamt sehe ich meine Telecont Anlagen als Versionen für Bastler, die
 vieles ermöglichen, aber dazu "grobe Mittel" verwenden.
 Graupner Anlagen sehe ich nach den inzwischen erlebten Telecont- und
 Variophon Vergleichen, hingegen als "professionellere" Tipp-Steuerungen.

 Zur besseren Vorstellung - Größenangaben von Empfängern und Ausbaustufen:

 Empfänger Grundstufe E1-3K: 65x64x45mm (170g), = 1+2* od.3 Ruderm.,
 Ausbaustufe E2-6K: 65x65x45 (190g),
 9K Empfänger E1+E2: 65x65x90mm (365g), = 3+3* Rudermaschinen,
 Ausbaustufe E3-2K: 65x656x30mm (110g),
 5K Empfänger E1+E3: 65x65x75mm (280g), = 1+2* Rudermaschinen
 *) ... 2K(anal) Rudermaschinen (ansonsten 1K Rudermaschinen)
 
 Vergleichsangaben zu Varioton Empfangsanlagen (bei Graupner 10K)
 Pendler Empfänger+5Schaltsufen (10K), 95x55x40mm (223g), = 5 Ruderm,
 Superhert Empfän.+5Schaltstufen (10K), 115x55x40mm (281g), = 5 Ruderm.
 (Rudermaschinen sind nur 2K Versionen, - 1K Ruderm. könnten auch ver-
  wendet werden (mit Tasten beim 10K Sender) oder halben Knüppelwegen)

 
 Die  Vorgeschichte zum Thema "Meine Telecont Modellfernsteuerung":

 Mein Modellbauerleben hat mit einer kurzen Zugehörigkeit zu einer Freiflie-
 gergruppe begonnen. Einmal kam der Chef der Gruppe in den frühen 60ziger
 Jahren mit seiner neuen Telecont Fernsteuerung in den Bauraum und alle
 waren hin und weg; natürlich auch ich. 
 Damals lernte ich die Telecont Fernsteuerung kennen, sah aber nie eine in
 Verwendung, was mich natürlich immer interessiert hatte. Schon seit damals
 träumte ich davon, irgendwann eine solche Fernsteuerung zu besitzen. Doch
 es kam nie dazu, denn in den Jahren kurz nach 1960 war eine Fernsteuerung
 in Österreich nur schwierig finanzierbar.
 Und heutzutage wollte ich es wissen und erproben, wie hat damals der Um-
 gang und das Steuern mit einer Telecont Fernsteuerung funktioniert.
 Meine Erfahrungen schrieb ich nieder, um sie den Enkeln oder anderen Inter-
 essenten weitergeben zu können. Es ist möglich, dass ich einiges nicht er-
 wähnt oder falsch zugeordnet habe. Bin für Fachinformationen dankbar.

 Die lange Suche nach einer Telecont-Steuerung begann

 Seit jeher suche ich OMU- und Telecont Steuerungen für meine Sammlung.
 Erst 2019, mit 70 Jahren, gelang mir der Kauf eines Telecont S2 27mHz-9K-
 Senders, wie ich ihn vor 60 Jahren erstmals gesehen hatte. Er war ein Einzel-
 stück und ohne Empfänger und Rudermaschinen. Wo sind all diese Sachen  
 geblieben?
 Endlich 2023 konnte ein Set einer 40mHz S1 / E1-3K-Telecont Fernsteue-
 rung erstanden werden, welches entgegen der Angabe, leider nicht problem-
 los funktionierte. Die Reichweite der Steuerung endete nämlich in 30cm Ent-
 fernung. Aber der nette Verkäufer stellte eine Besserung in Aussicht, die
 auch bestens gelang.

 Dann überschlugen sich die Ereignisse und plötzlich gab es Angebote von
 Telecont Teilen im Internet zu finden. Noch in den Tagen vor Weihnachten 23
 gab es ein Konvolut aus leicht angerosteten Elektromotoren mit einem Tele-
 cont Empfänger, einer Bellamatic und Kinematic. Nachdem 40ziger Telecont-
 Anlagen rar sind nahm ich an, der Empänger wäre ein 27mHz Stück. Plötzlich
 sah ich mit dem Kauf des Konvoluts eine Chance, meinen 9K-Sender verwen-
 den zu können.
 Doch so einfach gestaltete sich die Sache dann leider nicht, da mein 27mHz
 Sender beim späteren Test ebenfalls unter minderer Sendeleistung litt. Er
 wurde daher wie das 40ziger Set zur Reparatur zum empfohlenen Elektronik-
 fachmann geschickt.

 Noch vor der Klärung, ob meine ersten Telecont Elemente reparabel wären,
 fand sich im Jänner 2024 ein kpl. Telecont-Set, bestehend aus Neunkanal-
 Sender S2 und einer 3 K-Empfängergrundstufe und der Erweiterung E2 für
 9 K-Verwendung. Ob es funktioniert, war nicht angegeben und abzuschätzen,
 doch ging ich davon aus, dass es auch hier an Reichweite krankt und Nach-
 arbeit erforderlich sein würde. Allenfalls könnten Teile davon für die anderen
 Telecont-Reparatuen verwendet werden.

 Bald wurde jedoch geklärt, dass der Empfänger im gekauften 40mHz Set 
 einer mit 27mHz ist, aber mein vermeintlicher Konvolut-27mHz Empfänger,
 einer mit 40 mHz ist. Somit konnten bei der Reparatur die richtigen Empfän-
 ger den jeweiligen Sendern zugeordnet werden. Jedoch hatte mein Konvo-
 lut-Empfänger einst im Wasser gelegen und war die Reparaturmöglichkeit
 unsicher. Zuletzt gelang sie dem  geschickten Elektronikfachmann aber doch.

 Beim letzgekauften Set aus 2024 gibt es neben HF-Teil Mängeln zusätzliche
 Schwierigkeiten mit den Tonkreisen in der 6K Empfänger Erweiterungsstufe,
 wie ich schmerzlich erfahren musste. Deren  Reparaturmöglichkeit ist aber
 mit großem Aufwand so weit gelungen, dass fünf der sechs Funktionen akti-
 viert werden konnten. Jemand hatte zuvor bereits deftig im Empfängter umge-
 stochert, was großen Schaden angerichtet hat.
 Es funktionieren jetzt nurmehr der 4K-Knüppel für zwei Zweikanal-Servos, ein
 2K-Knüppel für ein Zweikanal-Servo und zwei der drei Taster für je ein Einka-
 nal-Servos. Insgesamt können also 5 (von 6) Funktionen ausgeführt werden.
 (Begriff Servo = Rudermaschine)

 Inzwischen erhielt ich die reparierten Fernsteuerungen zurück und bin über-
 glücklich.

 Mitte 2024 fand sich im Internet eine 2K-Ausbaustufe, die mir nun für meinen
 zweiten Telecont 9K Sender den Betrieb eines 5K Empfängers mit 3 Steuer-
 funktionen ermögflicht.
 Ein 4K-Knüppel für zwei Zweikanal-Servos und ein Taster für eine Einkanal-
 Rudermaschine funktonieren einwandfrei.  Damit kann man die Hauptfunktio-
 nen in einem Schiffsmodell bedienen: Ruder, Fahrtrichtung, Geschwindigtkeit.

 Zum Thema Rudermaschinen war festzustellen, dass die frühen von Robbe
 dafür voresehenen, nicht ganz an die Qualität von Graupner Rudermaschinen
 herankamen. Der Vorteil bei Telecont war von Beginn an, dass alle geeigneten
 Fabrikate von Rudermaschinen verwendet werden konnten, so lange sie die
 selbe Versorgungsspannung haben.
 Meine ersten alten Robbe- und EKZ-Rudermaschinen laufen etwas langsamer
 als zB. eine Bellamatic von Graupner, was nicht unangenehm ist, sie sind aber
 meist schwächer und haben nur geringere Steuerwege.
 Für's Erste konnte ich mir daher gut vorstellen, dass ich mit der Telecont Steue-
 rung gut zurechtkommen werde.

 
 Wie letztendlich meine weiteren Telecont-Reparaturen im Einzelnen verlaufen
 sind und wie eine derartige Steuerung funktioniert, wird gesondert beschrieben.

 Nachfolgende Berichte nach dem ersten Bilderblock gliedern sich in:

 .) Einzelteile einer Telecont Fernsteuerung
 .) Einführung in die Telecont Welt - Was beim Kauf zu beachten wäre
 .) Rudermaschinen und deren Steuermöglichkeiten

 Details über notwenige Reparaturen, Servos etc. siehe die zweite Seite.








Telecont S2 - 9K-Fernsteuerung,
27,12mHz
Funktionsvideo
 





Telecont S1 - 3K-Fernsteuerung, 40.68mHz
Funktionsvideo





Telecont 9K-Sender S2, Betätigung







Telecont 9K-Empfänger E1 mit E2







Telecont Rudermaschine R1
Funktionsvideo






Einkanal Rudermaschine EKV Rekord







Zweikanal Ruderma
schine EKV ZR6






Graupner Kinematic







Röbbe Navimat MFS







Robbe Rotator, Umpolschalkter







 Überblick über die Einzelteile einer Telecont Fernsteuerung
Telecont 3K Sender (~1960)
 Funktionsvideo
Telecont 9K-Sendefr  das Innenleben des 9K-Senders
(mit provisorischem Ersatzakku)
Telecont 5k-Sender* 
3K-Empfänger E1 02 = 27mHz 
(Empfänger Grundstufe)
Ansichten im Ankufszustand,
 6K Ausbaustufe
9-Kanal-Empfänger mit Programmkarten  Zweikanal Empfänger E4*
Betriebsanleitung 9K Ausschnitt  Datenblatt 9K-Empfänger 5 K Empfänger (E1 + E3) unten 3K Empfänger, oben Ausbaustufe 
Robbe Navimat-MN Rudermaschine , 6V Einlanal  Rudermaschine EKV Rekord, 6V   Robbe Rotator Umpolrudermaschine, 6V Betriebsanleitung Rotator
Zweikanal Graupnere Duomatic, 6V Zweikanal Rudermaschine EKV ZR6, 6V Graupner Kinematic 4,5V für Auto und Schiff        Funktionsvideo Zweikanal Graupner Bellamatic 2,4V
Zweikanal Robbe Rudermaschine ,6V   Sender und E-Akku werden geladen (Sender 40std !) Betriebsanleitung Lader L1
 
 
Einführung in meine Telecont-Welt:   Was ich beim Kauf von drei Steuerungen gelernt habe

 Mit inzwischen gesammelten Erfahrungen beim Kauf und Betrieb einer Telecont Fernsteuerung aus
 den 1960ziger Jahren, lässt sich sagen, dass in großem Umfang die alten Sender und Empfänger,
 gleichgültig ob 27mHz oder 40mHz, wegen deren schadhafter Leistungstransistoren nicht mehr für den
 Betrieb eines Modells geeignet sind. Es mangelt vor allem an Reichweite, die sich meist auf max.
 50cm erstreckt.
 Das ist in der Regel nicht Folge schlechter Behandlung oder Verwendung der Anlage, sondern von
 der Kristallbildung in den Germanium-Transistortypen aus den 60ziger Jahren, ohne Bezug auf die
 Einschaltdauer.
 Auch nachgekaufte, neue Transistoren dieser originalen Typen unterliegen während der Lagerung
 diesem Prozess! - Soll die Anlage wieder verwendbar sein, geht das zu Lasten des Originalzustandes.
 Eine Reparatur bedingt neue moderne Silizium Transistoren und amdere Bauteile, die eine geänderte
 HF-Platine erfordern, aber dann langfristig funktionieren.

 Zur Senkung der Reparaturkostenbei meinen 27mHz-Anlagen wurde die reparierte 40mHz-Steuerung
 an den  Verkäufer "zurück verkauft", sprich, er übernahm die Reparaturkosten einer meiner Anlagen.
 
 Die Fehlerquote bei den Empfängern erscheint weniger problematisch, doch besteht dort das Problem,
 dass man deren Betriebsfrequenz äußerlich kaum erkennen kann, da es zwischen  27mHz- und 40mHz
 Empfängern optisch keinen Unterschied gibt. Allfällige Nummerierungen auf den Typenschildern sind
 oft unleserlich oder fehlen.

 Beim Kauf von Einzelstücken eines Senders, besonders eines Empfängers ist unbedingt zu beach-
 te
n, welche Frequenz er hat. Im geöffneten Sendegehäuse sieht man am großen alten Quarz die Fre-
 quenzangabe. Bei den Telecont Empfängern sieht man das jedoch nicht., da die Empfänger keinen
 Quarz haben, da sie Pendelaudion-Empfänger sind.
 Dabei ist tückisch, dass sowohl der 27mHz- als auch der 40mHz Empfänger, vom Sender mit der je-
 weils anderen Sendefrequenz im engen Nahbereich fast funktioniert. Kann man ein komplettes Set
 kaufen, verringert sich die Fehlerquelle falscher Empfänger.
 
 Während man leider (offenbar generell) bei den Sendern mit schadhaften HF-Stufen rechnen muss,
 konnten die von meinem Elektroniker gebauten HF-Stufen jedoch mit modernen Bauteilen auf einem
 neuen  aufgebauten HF-Print saniert werden.
 Die Empfänger können im Normalfall und nach trockener Lagerung, durch Abstimmarbeiten mit dem
 Sender abgeglichen und verwendbar gemacht werden. Nur geringe Bautielschäden sind zu verbuchen.
 Empfänger Reparaturen sind jedoch infolge der geklebten Bauteile (Rüttelschutz) aufwändig und die
 Beschaffung mancher alter Bauteile schwierig.
 (Die Problematik "sterbender Bauteile" betrifft auch Graupner Variopohon und Varioton Geräte!)

 Eine Neuabstimmung Sender mit Empfänger ist durch einen Fachmann mit den dafür notwendigen
 Gerätschaften (Oszillograph) kein Problem. Allerdings sind solche Experten sehr selten, was die Ver-
 wendbarkeit der ohnedies seltenen Telecont-Anlagen in diesen Tagen, erheblich einschränkt.

 Die technikbezogenen Aussagen entstammen nicht aus meinen Fingern, sondern wurden nach Infos
 von meinem Elektronikexperten, der meine Gerätschaften wieder zum Leben erweckte, zusammenge-
 schrieben. Ich vermute daher, dass wegen der sehr geringen Reparaturchancen, die Telecont Anlagen
 kaum im Internet zu finden sind / waren. Da das Reservoir davon gering zu sein scheint, ist der "Ange-
 bots-Hype" inzwischen schon wieder vorbei.

 Die angekauften Rudermaschinen für Telecont in meinem Besitz funktionieren zwar, sind aber eher
 heikel einzustufen. Speziell die ehemals verwendeten Rutschkupplungen sowie die vielen Schleifer und
 Steuerscheiben sind nicht annähernd mit heutiger Servoqualität vergleichbar. - Rudermaschinen der
 Graupner Varioton Serie sind erheblich besser geeignet.

 Bei meinen gesammelten und z.T. verwendeten Graupner Variophon-Anlagen scheint die Transistor-
 Ausfallquote merklich niedriger zu liegen. Dort dürfte das Transistor- oder Störungsproblem eher in
 den Schaltstufen (ebenfalls Transistoren und Relaiskontakte)  stecken, die bei Telecont im großen
 Empfänger und den Ausbaustufen untergebracht sind.

 In meiner zweiten Telecont-Seite  beschreibe ich, wie es zu den bisherigen Feststellungen und Erfah-
 rungen gekommen ist.


  Rudermaschinen und Steuermöglichkeiten für Telecont Fernsteuerungen
         
 Funktion der Rudermaschinen und ihre Verwendungsmöglichkeiten

 Robbe hat beim Telecont Empfangssystem die Verwendung von Fremdfabrikat-Rudernaschinen
 vorgesehen und den Modellbauern Möglichkeiten für eigene Anwendungen offen gelassen. Im
 Gegensatz dazu können bei den Graupner Anlagen fast nur Graupner Rudermaschinen verwendet
 werden. Ausnahmen sind Spezial Rudermaschninen mit 2,4V Betriebsspannung oder die Ruder-
 maschinen wie die Kinematic, Dumatic, oder ähnliche, wobei das Steckersystem anzupassen ist.

 Die Stromversorgung eines Telecont Empfängers benötigt wie auch bei Variophon ebenfalls zwei
 Akkus: 6V Empfänger, nur 6V oder nur 2,4V für Rudermaschinen.  Bei Telecont wurde durch die
 getrennte Stromversorgung ermöglicht, dass andere Rudermaschionen mit anderer Betriebsspan-
 nung (zB. Graupner mit 2,4V) verwendet werden, jedoch müssen alle verwendeten Rudermaschi-
 nen mit der gleichen Spannung arbeiten.

 Alle Tipp-Rudermaschinen von Graupner oder andere Herstellern, zB. EKV, Robbe usw.,können
 daher mit an die Rudermaschinenstecker angepassten Zwischenkabeln am Teleconr Empfänger
 verwendet werden. Das ist beim Graupner System nicht klar so vorgesehn ist. Da muss sich de
 Anwender selbst Lösungen mit Zwischenkabeln suchen.
 Graupner Rudernaschinen haben den Vorteil gegenüber meinen Telecont-/Robbe-Rudermaschi-
 nen, dass sie kleiner, leichter, moderner gebaut und leistungsfähiger sind. Die Rudermaschinen
 wie Bellamatic, Servoautomatic, Trimmomatic, Unimatic, Fahrtregler, etc., können bei Telecont
 problemlos bestens verwendet werden.

 Einkanal-Rudermaschinen

 Wie im Funktionsvideo sichtbar, wird z.B. die Einkanal-Rudermaschine EKV Rekord mit einer
 Taste, das ist EIN KANAL, betätigt. Man kann nur nachfolgende fixe Steuerfolgen steuern wie:
 Tasten = Rechtsausschlag, Taste auslassen = neutral, nächstes Tasten = Linksausschlag,
 Taste auslassen = neutral usw. - Es ist also nicht möglich, zB. zweimal links zu steuern. Solange
 die Taste gedrückt wird, bleibt der Endausschlag jedoch erhalten.
 
 Darüber hinaus gibt es spezielle Einkanal-Rudermaschinen von Telecont oder wie auch die
 Graupner UNIMATIC Rudermaschine, die mit ihrem elektrischem Antrieb eine selbsstätige Neutral-
 stellung ermöglichen. Mit speziellen Steuerscheiben können mit unterschiedlich langen Tastungen,
 auch andere Ruderbetätigungen erfolgen. Schwierig aber möglich.
 Die Graupner KINEMATIC Einkanal-Rudermaschine kann zB. neben der Ruderbetätigung mit
 gewünscht langen Ausschlägen, zusätzlich mit kurzen Tastimpulsen eine einfache Elektromotor-
 Umpolung Vorwärts - Aus - Rückwärts - AUS usw. ausführen.
 Entstehende kleine Ruderausschläge fallen im Normalfall beim Betrieb eines langsam gefahre-
 nen Schiffes kaum auf, bzw. muss man damit leben.

 Zweikanal-Rudermaschinen

 Zweikanal-Rudermaschinen wie EKV ZR6 oder Graupner Bellamatic, brauchen ZWEI KANÄLE
 zum Steuern, also einen Knüppel mit zwei Endstellungen. So lange man den Knüppel in die Endstelle
 einer Richtung bewegt, so lange führt die Rudermaschine diesen Ausschlag aus. Dabei wird meist
 eine Rutschkupplung wirksam. Ist der Knüppel  wieder in der Neutralstellung, läuft der Servoarm
 mit Federkraft oder elektromotorisch angetrieben, in die Mittelstellung zurück.
 Tatstet man nur ganz kurz, schlägt die Rudermaschine weniger weit aus, wodurch man geringere
 Ruderausschläge erreichen kann. Doch das bedarf besonders bei der schnellen Bellamatic großer
 Fingerfertigkeit. (Dafür müsste ich noch sehr viel trainieren.)
 
 Bei Graupner gibt es Zweikanal-Rudermaschinen, wie die selbst neutralisiernde Bellamatic
 (Ruderfunktionsvideo), Variomatic und die starke Duomatic mit großem Ruderweg und Kraft etc.
 Es gibt Rudermaschinen, welche die angesteuerte Position halten, also nicht neutralisieren, also
 nicht in die Mittelstellung zurücklaufen, wie die Servoautomatic, Variomatic, Trimmomatic und
 der Fahrtregler. Speziell diese Servos erweitern die Steuerungsmöglichkeiten erheblich.
 Um den erherblich verzögerten Rücklauf bei der Bellamatic variabel auszugleichen, gibt es von
 Graupner Rücklaufregler.

 Zusatzgeräte

 Um mit einer Telecont-Anlage die Fahrgeschwindigkeit eines Schiffsmodells steuern zu können,
 bedurfte es ehemals eines mechanischen Reglers und eines Umpolschalters für den Fartrich-
 tungswechsel Vorwärts-Rückwärts.
 Tamiya, Graupner usw. bieten einen einfachen Auto-Fahrtregler mit Umpolung an, der in jeder
 Fahrtrichtung zB. drei Geschwindigkeiten oder auch eine stufenlose Regelung erlauben. Für ein
 Schiffsmodell hat das früher mal auch genügt. 
 Allerdings scheitern die meisten meiner alten Robbe Rudermaschinen an zu geringer Stellkraft
 und / oder zu geringem Stellweg, um solche Regler benutzen zu können.

 Für die Betätigung des Fahrtreglers zur Geschwindigkeitsregelung kann ein Taster (ein Kanal)
 für eine Einkanal Rudermaschine verwendet werden.
 Besser geeignet ist eine nicht neutralisierende Zweikanal Rudermaschine, die aus jeder Position
 in jede Richtung tastbar ist. Dafür eignet sich der Zwei-Kanal-Steuereknüppel am Sender
 
 Graupner hatte einen Zweikanal-Fahrtregler (mit 10 oder 20 Ohm Widerstand) mit stufenloser 
 Verstellbarkeit am Markt, der eine kompakte gut funktionierende Einheit ist (schwierig erhältlich).
 Er kann ausschalten, aber nicht umpolen.

 Youtube-Link zur Zusammenstellung meiner Alt-Rudermaschinen über ihre Funktionsabläufe:
 Vintage Rudermaschinen in Funktion
 
 Zur Vervollständigung meiner Sammlung und zur Veranschaulichung, wie früher Modellbauer
 selbst Rudermaschinen bauten, konnten einige Beispiele angekauft werden. Man sieht, es musste
 ehemals für spezielle Anwendungen wie zB. eine riesige Segelwinde und eine massive Umpol-
 maschine intensiv mit Feinmechanik gebaut werden, um wie gewünscht steuern zu können.

 Später wurde von mir versucht, mit Elektronikbausteinen Umpolschalter zu bauen, oder diversen
 2,4V Varioprop Servos und anderen 4,8V Standardservos zu kräftigen, aber nicht neutralisieren-
 den Zweikanal Rudermaschinen umzubauen. Die hohen Haltekräfte der Servos machen sie für
 einige verwendungen sehr geeignet.  Beispiel: Graupner Leistungsschalter mit umgebautem C05-
 Linearservo.
 Problermatisch sind in diesen Fällen die schwierigst aufzutreibenden zweipoligen Servokabel mit
 8poligem Rundstecker.Die Varioprop-8poligen Stecker müssen umgebaut werden, da sie im
 Steckerkopf anders verschaltet sind und daher in den Schaltsufen nicht funktionieren!
 (Kurzschlussgefahr) Siehe dazu: Bellamatic, Servoautomatic, Servoumbau, Steckerkabel

       
Einlanal  Rudermaschine EKV Rekord Unimatic Unimatik Steuerscheibe  Graupner Kinematic Rudermaschine für Auto- und Schiff         Funktionsvideo
Zweikanal Rudermaschine EKV ZR6 Graupner Bellamatic Graupner ServoAutomatic Graupner Duomatic
Graupner Trimmomatic Servoautomatic mit Umpolschaltern Graupner Fahrregler Graupner Telematic
Robbe Navimat-MN Robbe Rotator-Fahrtrichtungsumschalter Betriebsanleitung Rotator gute Mechanik mit Metall
 Telecont Einkanal Rudermaschine R1 BA Telecont R1           Funktionsvideo mit Standard Steuerscheibe  Betriebsanleitung Telecont R1
Zweikanal Rudermaschine R2* Zweikanal Rudermaschine R1* Zweikanal Rudermaschine R3* Telecont-2K-Empfänger E4
EKV- Zweikanal Rudermaschine  Getriebeansicht  Verriegelungsmechanik 
fremder Eigenbau Segelwinde fremder Eigenbau Umpolmaschine Zechmann Opto Regler                Video Telecont Ruderbetätigung          Video
Bellamatic nicht neutraliserend beim Test Umpolschaklter angebaut  die Verdrahtung          Funktionsvideo Beispiel: zur 2K Verwendung umgebauter Graupner Leistungsschalter