|
Nachdem ich mich nach mehr als 8 Jahren Porschefahrens wieder dem
Modell- flug zugewendet habe, kam mir eine alte Transall über den
Weg "geflogen". Alt deshalb, da ich das Modell kenne, da es bei
der Schließung des Flughafens Aspern bei der Abschlussfeier zuletzt geflogen worden ist.
Bereits vorher, es muss wohl so um 1975-1976
gewesen sein, hing das Modell für mich in jeder Hinsicht
unerreichbar, an der Wand des
Modellbaugeschäfts GÖSCHL in Wien. Das ist
sehr lange her.....
Jahre danach reichte es
endlich zum Ankauf einer Topp
Transall, der
Transall 1.
Die in dem Modell
ursprünglich verwendeten Wankelmotoren soffen derartig viel
Sprit, dass ein Wettbewerbseinsatz bei Scalebewerben
kritisch war. Daher wurde bald auf Zweitakter Magnum 40 Pro
(mit 10x6 Props) umgerüstet. Diese Motore wurden nach
dem Verkauf der Nr 1 später gepflegt gelagert
und konnten bedenkenlos in der hier nun
beschriebene Transall eingebaut werden. Mit diesen
Motoren
erhob sich schließlich dieses 6,5kg-Modell wieder in die Lüfte. Die Optik des Modells ist zwar nicht so schön wie
bei den beiden anderen Transalls, aber fliegen
tut sie genauso gut. Das Starten und das landen ist ein Spaß, das kann man uneingeschränkt weiterempfehlen. Übrigens das Modell wird noch
immer bei TOPP-RIPPIN angeboten.
|

Transall (Topp-Rippin)
Video
vom Erstflug
 |
|
TRANSALL -
Meine Bedienungsanleitung für
Interessierte
Das Modell ist von einem
durchschnittlichen Flieger leicht zu beherrschen.
Vorausgesetzt der Schwerpunkt und die Ruderfunktionen
entsprechen den Herstellerangaben. Einzig die Motoren
stellen eine neue Herausforderung dar. Fällt ein Motor
aus und folgt dem Ausfall keine richtige Reaktion des
Piloten (drücken um aus dem Trudeln herauszukommen), stürzt das Modell unweigerlich ab.
Allgemein lässt sich die Transall von einem
durchschnittlichen Piloten sehr leicht starten. Gas
zügig hinein schieben und bereits nach einigen Metern
zeigt sich auf Asphalt bereits die Tendenz des Anhebens
des Bug- rades. Mit geringem Ziehen hebt die Maschine
flach ab und steigt (wenn gewünscht auch relativ steil)
auf. Im Flug mit Vollgas entwickelt das Modell
ansehnliche Geschwindigkeit und können damit alle
Kunstflugfiguren geflogen werden.
Auch im Langsamflug beweist das Modell sein Können und
das auch ohne den Einsatz der
Landeklappen. Da das
Modell sehr gutmütige Flugeigenschaften besitzt sind
Landungen ohne Klappen pro- blemlos möglich. Mit dem
Höhenruder kann der Landeanflug sehr feinfühlig
eingestellt werden und das Modell über der Piste durch
hohe Anstellung (ohne Strömungsabriss) aerodynamisch
gebremst und butterweich am Hauptfahrwerk aufgesetzt werden. Mit den
relativ kleinen Landeklappen lässt sich die Landegeschwindigkeit
nicht wesentlich verlangsamen,
sodass sie eher von optischer Wirkung sind. Ihr Einsatz
ist nicht notwendig.
Der Schlüssel zum Erfolg ist eine perfekte
Motorenbehandlung:
Von überragender Bedeutung ist bei der Transall der
Umgang und die Einstellung der Motoren. Es ist daher
unbedingte Sorgfalt bei der Behandlung und Einstellung
der Motoren erforderlich. Hierzu einige Tipps:
Beginnend beim Treibstoff sollte immer der gleiche Sprit
(Synt-Sprit mit 10% Methanol und Plus-Öl) verwen- det
werden. Desgleichen natürlich auf beiden Motoren die
gleichen Propeller, Glühkerzen, die gleichen Anlen- kungen
und idente Servos(!).
Grundsätzlich sollten immer zwei gleich lang betriebene
Motoren des gleichen Typs eingesetzt werden. - Bevor mit
der Feineinstellung der beiden Motoren begonnen werden
kann, ist jeder Motor für sich so optimal wie möglich
einzustellen. Also der Leerlauf, der Übergang beim
raschen Gasgeben und der Vollgaslauf müssen passen. Die
Angleichung und der erste Parallellauf der Motoren
erfordert weitere Aufmerksamkeit. Obwohl die Herstellung der Motoren als sehr präzise
anzusehen ist, sind die mechanischen und sonstigen
Unterschiede
zwischen zwei gleichen Motoren minimal!
Das bedeutet, dass die Drosselkükenstellung, die
Schlauchlängen beim Tank und vor allem auch die
Genauigkeit der eingesetzten Servos von
ausschlaggebender Bedeutung sind. Meist sind die Servos
an den hörbaren Unterschieden schuldtragend, da sie
(zumindest die billigeren Servos) so ungenau arbeiten, dass über den gesamten Servoweg die Drehwinkel zwischen
zwei Servos un- gleich sind. Abhilfe kann hier eine
getrennte Ansteuerung über 2 gemischte Kanäle bringen
(sonst wäre es auch mit V-Kabel möglich), wo man jeden
Kanal (Servo) im Weg und in der Mittenstellung und mit
dem Mischverhält- nis selbst, beeinflussen kann. Damit
lassen sich hörbare Erfolge im Gleichlauf erzielen.
Ungeachtet dessen ist anzumerken, dass ein heute
erfolgter zufriedenstellender Probelauf morgen trotzdem
wieder andere Werte ergibt.
Ist einer der sonst gleichen Motoren
länger in einem Modell betrieben worden (gilt für diese
Transall), führt das im Zwischenlastbereich unweigerlich
zu hörbaren Drehzahl- unterschieden. Wie schon gesagt,
kann man die Unterschiede zu einem gewissen Grad mit
Elektronik korrigieren.
Es gibt noch eine etwas weniger verlässliche und eher
unsichere Methode, die eine Korrektur der Motor- unterschiede im Teillastbereich ermöglicht, dann
nämlich wenn ein Motor im Übergang etwas zu fett läuft.
Sie kann funktionieren muss es aber nicht! -
Der betreffende fette Motor ist im Teillastlauf so weit
abzumagern (Düsennadel zudrehen) bis er mit dem zweiten
Motor weitgehend synchron läuft. Dann muss ein
Vollgastest mit ausreichend langem Anheben des Modells erfolgen. Läuft der korrigierte Motor dann auch durch,
steht dem Flug nichts entgegen. Entscheidend ist jedoch immer, dass beide Motoren
durchlaufen! Auch bei gewissen Fluggeschwindigkeiten
hörbare Drehzahlunterschiede müssen nicht beunruhigen,
sie sind jedoch akustisch störend. Wesentlich ist, dass
beim Gasgeben immer beide Motoren sicher hochdrehen und
dann ihre Leistung konstant abgeben. –
Drehzahlunterschiede machen sich im Flugbetrieb
praktisch nicht bemerkbar, ausgenom- men ein Motor steht
(!).
Stellt ein Motor ab, muss mit Seitenruder
versucht werden die Flugrichtung zu stabilisieren (es
kann ein Kreisel helfen) und unbedingt vom laufenden Motor die Leistung auf etwa Drittelgas zu
verringern und aus- schließlich über den laufenden Motor die Kurven zu fliegen (linker Motor in
Flugrichtung läuft – nur Linkskurven fliegen)! Wenn der Motorausfall beim Vollgasflug
geschieht, ist die Leistung des noch laufenden Motors
zumin- dest zu halbieren. Damit wird das Drehmoment
verringert, das durch den laufenden Motor entsteht.
Unter glück- lichen Umständen oder wenn ein hervorragender
Pilot am Steuerknüppel ist, kann er mit dem Modell u.U.
sogar noch weiterfliegen und leicht beschleunigen und ein wenig Höhe gewinnen können.
Weniger geübten Fliegern ist bei noch ausreichender
Flughöhe die Radikalmethode anzuraten, nämlich Gas
heraus und sofort zur Landung (notfalls auch mit dem
Wind) ansetzen und im “Gleitflug“ landen.
Nachtrag von
meinem Flugtag
im "Ausland"
Auf die Frage ob mir bei dieser Maschine schon mal der
Motor im Flug abgestorben sei, antwortete ich mit voller Bestimmtheit NEIN. Das darf nicht geschehen!
Nun der Flug am 25.8.08 stellte mich dann doch vor
Probleme. Erstens erfolgte der Flug bei sehr steifer
Brise von einer Graspiste, eine Novität für mich.
Zweitens zeigte schon das Anrollen, dass eine längere
Startphase zu erwarten sein würde. So war es auch, denn
nach der üblichen Rolldistanz auf Asphalt hebt die
Maschine meist von alleine ab. Ich wollte nachhelfen und
merkte das Gras bremst erheblich. Schließlich naht immer
mal das Ende der Piste, weshalb das Höhenruder
strapaziert worden ist. der Vogel hob ab, ließ aber
deutlich mit Flächenwackeln erkennen, dass das am Limit war.
Der dann zunehmend rasante Steigflug ließ alle Zweifler
verstummen, die meinten, dass bei dem Wind die Motoren
zu schwach wären, den Widerstand des Modells zu
überwinden. Schließlich ging es oben ganz gut und
erstmals flog ich mit der Transall eine Rolle und eine
Platzlänge im Rückenflug. Auch eine verhaute gerade-noch-Kuban Acht folgte und dann höher hinauf und mit leicht
zurückgenommenen Motoren ein flotter
Vorbeiflug, dann schon wieder mit Vollgas in größere
Höhen.
Nach den ebenso
forcierten Steigflug begann dann plötzlich im vierten
Stock die Leistung nachzulassen und ehe ich mir klar
wurde was das bedeutet befand sich die Transall im
Trudeln. Wow, da ging's aber bergab!. Ich versuchte gegen die Drehrichtung mit den Querrudern zu werken, -
falsch -, denn beim Strömungsabriss hilft das eben
nicht.
Mein Freund Fred schreit mir zu drücken, drücken,
damit die Strömung wieder anliegt. - Ein Wunder ich
mache das, - obwohl der Flieger die Nase ohnedies mit
Eile gegen den Boden befördert -, und siehe da, ich
fange die Maschine in gut 300m Entfernung nach kurzem
Blickverlust hinter dem angrenzenden Kukurutzfeld ab und der gute
Motor läuft noch mit Halbgas weiter. Mit dieser Einstellung
gelingt mir sogar ein leichter, verzweifelter Steigflug, bzw ist es mir
möglich die Höhe zu halten und mich dem Flugplatz zu nähern.
Schließlich konnte ich
das Modell im Gras nahezu perfekt auch mit nur einem laufenden Motor landen.
Bei der Fehlersuche stelle ich fest, dass die
Kückenarretierschraube locker geworden ist und das
Kücken aus dem Vergaser herausgerutscht ist. - Da kann
der beste Motor nicht weiterlaufen. Nach der Reparatur musste
der
Motor natürlich wieder "synchronisert" werden. - Seither hängt die Transall
in einem echten Hangar im "Ausland" in Ameis bis zum 24.07.2009.
Danach wurde das Modell wieder in Betrieb genommen und beim schadhaft
gewordenen Vergaser die provisorische Arretierschraube gegen eine originale ersetzt. Neuerlich war
Synchronisation angesagt. - Beim Rollen am neuen sehr gepflegten Rasen des FMBC Austria traten neue Probleme auf die durch das
Aufklappen und die folgende Bremswirkung des Hauptfahrwerks verursacht wurden. Ein Start war so nicht möglich. Nach
der Montage von Rückholfedern - sie ziehen das hintere Räderpaar nach unten, sodass es zuerst am Boden
aufsetzt bzw. nicht nach hinten klappt - gelangen die Starts wieder wie gewöhnt. Na aber auch erst nach dem
ersten
Trimmflug, dessen Start katastrophal war. Mit 60% Expo am Höhenruder ist es nun mal sehr ungewöhn- lich zu ziehen,
doch mit den zusätzlich gesetzten Klappen ging sie dann schlagartig in die Luft. Nach Rückset- tung auf 30% Expo
verlöief der nächste Start wieder normal.
Letzter Flug: im Dezember 2009
|