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Den Erstflug absolvierte ich mit dem Modell in Salzburg/Kraiwiesen. Für
den Zusammenbau des Modells muss man eine gute halbe Stunde einkalkulieren. Einige Servoeinstellungen mussten
geändert werden, doch sonst funktionierten die gut 15 Jahre alten Servos problemlos. Die Motoreinstellung musste für den
Testflug nicht geändert
werden, lediglich die Standgasjustierung am Sender. Der warmgelaufene Motor entwickelt mit der
16x8 Luftschraube
beachtliche Zugkraft - die braucht er auch, um das 7 kg schwere Modell in die Luft zu
bringen und dort zu bewegen.
Bei wenig Wind konnte
ich das Modell mit ein wenig Rechtsruder schnurgerade
halten und mit zartem Ziehen naturgetreu abheben. Nun auch der folgende Steigflug dürfte dem des Originals ziemlich
entsprochen haben und fiel sehr flach aus. Doch nachdem
das Modell sich dem Schnellflug näherte wirkte das
Höhenruder besser. Bei der ersten Kurve merkte ich, dass bei der Maschine ein erhebliches negatives Wendemoment besteht.
Das heißt, man muss beim Kurvenfliegen das Seitenruder mitverwenden. Doch das ist nicht meine Stärke
und war nur der langsamen Fluggeschwindigkeit
und dem gutmütigen Flugverhalten zuzuschreiben, dass mir
die Benützung des Seitenruders
gelang. Man merkt dann deutlich, dass die Maschine früher mit dem Kurven- flug beginnt und agiler wird. Die Kunstflugfiguren bis auf einen Looping sparte ich aus.
Beim Looping
merkte ich schon, dass ein ansehnlicher Durchmesser nur mit vorangehender Fahrtaufnahme
möglich ist. Die Landung war ein Erlebnis und das Modell wird so langsam, dass das
Aufsetzen ein Vergnügen ist - wie gesagt, bei kaum Wind geht das so.
Inzwischen habe ich auch auf unserem "Feldflugplatz" in Harmannsdorf zwei
Flüge bei praktisch 0-Wind absolviert. Was soll ich sagen, ein modellfliegerisches Vergnügen. Gegenüber Salzburg habe ich
an dem Modell eine Motorattrappe eingebaut und eine Mischung Quer/Seite mit 30% eingestellt. Neben einem
Looping habe ich
auch eine Rolle geflogen, wobei letztere sehr angenehm zu steuern war.
Als eigentlich nicht sehr den "alten Kisten" zugetaner Modellflieger muss
ich sagen, das Modell hat etwas, es gefällt mir. Das Modell macht wirklich
Spaß, hoffentlich auch bei Wind, das wird sich ja später
noch zeigen.
Letzter Flug: 25.09.2009
Wie es mit
dem Modell weiter ging ....
Die
interessante weitere Geschichte des Modells: Wegen
meiner geschädigten Gesundheit wurde der Verkauf von
Modellen angestrebt. Der Zufall wollte es, dass ein
Klubkamerad aus Stockerau das Modell haben wollte. Bedingt durch meine zweitweise nicht mögliche
Vorbereitung des Modells und auch bei ihm wegen Verzögerun- gen, dauerte es mehr als
ein Jahr, bis das Modell den Besitzer wechselte. Nach
mehr als zwei Jahren treffe ich wieder auf das
Modell, welches ein Mitglied meines neuen Clubs vor
einiger Zeit gekauft hat. Ich erkannte das Modell
und erfuhr dessen Geschichte. Da der Käufer keine
Erfahrung damit hat, bat er mich um Durchsicht des Modells
und eine Einschulung auf den Motor. Er fliegt bisher nur
E-Modelle. Ich sagte gerne zu.
Um für die
spätere Zeit Bilder vom Zusammenbau und den Innereien
des Modells zu haben wurden einige Fotos
aufgenommen. Damit der Neueinsteiger in den
Verbrennerflug bestmöglich informiert ist, wurde eine
Betriebsanleitung
verfasst. - Bei der Übergabe des Modells wird der Freund
am Flugplatz auf den Motor ein- geschult und
anschließend wird ein Flug von mir absolviert, damit man
sieht, dass alles OK ist.
Das seit meinem
letzten Flug 2009 nicht mehr geflogene Modell befindet
sich in einem ausgezeichneten Zu- stand.
Lediglich das Spornrad musste etwas repariert werden.
Die Gummiwülste auf den Rädern sind durch das
jahrelange Stehen abgeplattet. Hier hilft nur zuwarten
und hoffen, dass die Abplattungen wieder von selbst aufquellen.
Beim Rollen im Gras wird die Abplattung nicht auffallen.
Der nächste Test war der am Tank. Er hat ein
Füllvolumen von 0,7 l, die auch zur Einhaltung des
Schwerpunk- tes nötig sind. Beim Versuch über
das Tankventil zu betanken ergab sich ab 0,5l ein
Widerstand, weshalb der Tank ausgebaut werden
musste. Bevor das möglich war musste der Empfänger und
der Akku samt Dämpf- ungsmaterialien entfernt
werden. Das Tankausbauen stellt jedoch eine
Herausforderung dar, da die Servos und ein Teil ihrer
Befestigung demontiert werden müssen, wobei der Tank
gerade noch ausfädelbar ist. Unter Verwendung von
Einschlagmuttern wird das künftig kein Problem mehr
sein. Der Tank wurde kontrolliert und war fehlerfrei. Anstelle des bisherigen Tankpendels wurde ein
Sinterpendel eingebaut; ein Spritfilter wurde vor dem Vergaser nachgerüstet. Nach dem Einbau des
Tanks wurde ein Befüllungstest vorgenommen der in
Ord- nung war. Der Motor wurde für einen
Testlauf vorbereitet.
Der
Übergabeflug
Nach acht Jahren
sorgfältiger Lagerung erfolgte am 10.4.2017 der
Erstflug für den neuen Besitzer. Zuerst wurde
das von mir überprüfte Modell dem Besitrzer wieder
übergeben und die Teile und der Motor erklärt. Nachdem
die untere Tragfläche mit M6 und das Fahrwerk mit M5
Schrauben festgeschraubt waren konnte mit dem
einhängen einiger Abspannseile und dem Einbau der
farblich gekennzeichneten Streben und Stäbe be- gonnen
werden. Dann folgte die Montage der oberen Tragfläche.
Auch hier wurden die Abspannseile einge- hängt.
Nachträglich stellte sich heraus, dass die Streben etc.
mit roter Markierung links montiert werden müssten,
die mit der schwarzen Markierung auf der rechten Seite.
Wir haben es jedoch falsch herum gemacht, was
aber auch klappte, ausgenommen die Verbindungsstreben
für die Querruder. Abschließend wurde die Motorhaube
montiert, getankt und der Motor angestartet. Nach dem
raschen Erreichen der richtigen Einstellung konnte
ich den Testflug starten.
Schon nach
wenigen Metern Rollstrecke hob die Sopwith ab und mit
beibehaltenem leichtem Ziehen stieg sie in die
Höhe und nahm Fahrt auf. Nach einigen Trimmrunden und
ebenen Figuren wurde ein Looping geflogen, dessen
Durchmesser nicht besonders groß gelang und später noch
eine Rolle, bei der das Modell nicht ausrei- chende
Fluggeschwindigkeit erreichte und das Modell im zweiten
Teil der Rolle verhungerte. EIn langsamer niedriger
Vorbeiflug mit anschließender perfekter Landung
beendeten den Flug. Der Besitzer war erfreut über sein
nettes Modell und auch ich, da ich sah, dass er
damit Freude hat und ich alles gut vorbereitet habe.
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