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Beim
Internetsurfen suchte und stolperte ich wieder über eine gefällige Lok
aus dem Hause Liliput Wien. Natürlich gäbe es so
eine Lok auch von Märklin, Fleisch- mann usw., doch
bevorzuge ich Modelle aus österreichischer Erzeugung,
deren Eigenheiten ich gerne kennen lernen
möchte. Als kleiner Sammler dieser öster- reichischen Marke, konnte ich mich lange Zeit nicht entschließen zu kaufen, schlug
dann aber bei
einem sehr günstigen Angebot doch zu. Den Angaben des Verkäu- fers nach, soll die
Lok gut laufen, doch funktioniere die Beleuchtung
nicht.
Nach dem Eintreffen der Lok
stellte sich die Sache aber etwas anders als nach dem
Angebot angenommen dar. Die Lok
läuft unrund, da die Radstellungen nicht stimmen.
Weiters führen beidseits lose Schubstangengleitstücke ihr
munte- res Eigenleben, was zur Verkantung der Steuerungsteile und
damit zu unrundem Lauf der Lok führt. Daneben haben
einige Räder einen Seitenschlag. Außerdem hat
ein Vorbesitzer die Lok in Betriebsnummer 78 454 umnummeriert
und die Metallgriffstangen überlackiert, jedoch mit schwarzem Glanzlack und ungenau. Zu der
ruckeligen Fahrweise dürfte auch ein größeres
Kontaktproblem beitragen. Zugegeben, der Preis ließ
das erwarten, denn er war für diese Lok sehr
niedrig.
Wegen der auf unebener Gleisfahrbahn
eher heiklen Liliput Lok sah ich mich nach einer
Lok von Hamo um, die ich sehr preiswert fand. Sie ist
schon viel ge- laufen, dennoch noch in gutem
Zustand.
Schon früher erstand ich eine
78er Lok von Kleinbahn, die jedoch die alte BBÖ- Nummer
729.02 trägt.
Sie ist noch eine alte Ausführung mit ZinkAl-Rädern und Rundmotor,
die jedoch ein Kontaktproblem aufwies. Nach langem
Testen fand ich die Ursache des Lokstillstandes
bei langsamster Fahrt über Weichen und ergänzte
zusätzlich einen Masseschleifer, der den Fehler behob.
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 78
134, DB, Liliput Wien
Fahrvideo

78 355, DB, Hamo,modifiziert
Fahrvideo
 729.02,
ÖBB, Kleinbahn Fahrvideo |
Das Service
der BR 78 von Liliput
Das Zerlegen der Lok ist wie bei vielen Liliput
Loks rasch erledigt, wenn man weiß, dass die kleine
frontsei- tige Wurmschraube ausgedreht werden
muss. Dann kann man das Gehäuse vorne anheben und leicht
nach rückwärts schieben und es ist frei. Dann
leigt das Innere vor einem und man kann entscheiden, was
zu tun ist. Mein sonst übliches "Benzinbad" kann diesmal
zwar entfallen, denn so gut ist das bei den Sitzen der
Räder auf den Achsen ohnedies nicht
immer, da das "Lösöl", wie der Waschbenzin heißt, in den
Sitz eindringt und ihn lockert. Nach der
Korrektur der Radstellungen, - waren nicht im 90
Gradwinkel versetzt sondern in gleicher Position
-, und etlichen Fahrversuchen wurde klar, dass das
Service auf eine Generalreparatur hinausläuft. Und von
wegen Beleuchtung, da war alles ausgebaut. In
der Folge wurden alle lockeren Achsen zerlegt, und
aufgekerbt und die Radscheiben in der richtigen Rad- stellung
aufgepresst und mit Loctide grün gesichert. Nachträglich
wurde jedes Rad auf Seitenschlag kontrol- liert und
nötigenfalls nach gebessert bis sie nahezu schlagfrei
laufen. Geduld war angesagt. Ein Problem zeichnete
sich bei den Radkontakten ab, die schon mal reichlich
verbogen worden sind und auf der Plusseite
hätten mehr sein können. Hier wird mit zusätzlich
angelöteten Radschleiferresten auch bei der Mittelachse
ein zusätzlicher Kontakt geschaffen. Da sich das so gut
machen ließ, wurde auch auf der anderen Seite
ein Zusatzschleifer angelötet.
Bei der
Probefahrt war eine "Neue Lok" zu sehen. Ohne der
beidseitig montierten Steuerrung lief die Lok sehr
gut und in allen Richtungen und Bögen. Um bei den
Radschleifern der Plusseite Kurzschlüsse infolge Achsverschiebung
in Kurven, wurden Isolierbandstreifen am Fahrgestell
befestigt. Nun ist diese Gefahr auch ausgeschaltet
(vorläufig).
Nach der Montage der Steuerungen erfolgten
wieder lange Probefahrten. Besonders in einer
Fahrtrichtung traten wieder kleine
Kurzschlüsse auf, die bei den Schub.- und Steuerstangen
durch kleine Blitze sichtbar wurden. Es
stellte sich heraus, dass der infolge Spurverringerung,
nun auf der Plusseite vorstehende Achs- stummel
der Mittelachse mit der Kuppelstange Kontakt bekommt
und ein kurzer Kurzschluss entsteht. Das
Problem wurde so gelöst: Aus PVC-Kunststoff wurde eine
Scheibe ausgestanzt und auf der Radscheibe mit
Sekundenkleber befestigt. Nun kann die Schubstange nicht
mehr an den Achstummel ankommen und es blitzt
nimmer. - Problem gelöst (vorläufig).
Als nächstes
Kapitel wurden die Beleuchtungen hergestellt, da die
Originateile ja fehlten. Bei der vorderen Beleuchtung
wurde eine Massefahne in die bestehende Bohrung für das
Lämpchen M4 eingelegt und das Lämpchen eingeschoben.
Dann wurde eine Drahtverbindung vom Gleichrichter direkt
an den Mittelpol des Lämpchens angelötet. Bei
der hinteren Beleuchtung wurde aus einer beschichteten
Printplatte eine Lampen- halterung hergestellt.
Die beschichtete Seite an der das Lämpchen anliegt,
wurde mit einem kleinen Draht- stück mit dem ursprünglichen
Lötpunkt verbunden. Der Mittelkontakt des Lämpchens
wurde mit einem Kabel mit dem zweiten Pol des
Gleichrichters verbunden. Damit das Lämpchen an die
Beschichtung der Print- platte angepresst wird,
wurde aus einem Streifen Berylliumblech eine Klammer
hergestellt, die über den fixen Halter in der
Lok drübergeschoben werden kann. Ist jetzt fix und damít
fertig. MIt nun aufmontiertem Kessel war
die Lok betriebsbereit. Der Test der Beleuchtung war
unbefriedigend, denn bei der Heckbe- leuchtung
kann man an den unteren Scheinwerfern noch etwas Licht
vom Lämpchen erkennen, vorne sind sie finster
und es leuchtet nur das obere Licht. Hier wird noch
versucht
nachzubessern.
Dann der Langzeit -
Fahrtest. Nun, mit dem montierten Gehäuse, wird das
zuvor angenehme, leise singende Motorgeräusch,
unangenehm laut. Zwar immer noch leiser als die Liliput
BR 18 451, aber grenzwertig. Da lobe ich mir die BR
75 von Piko, denn die läuft angenehm leise.(nicht zu
vergleichen mit älteren Piko BR 52 usw). Nach
einer viertelstündigen Fahrt fiel mir auf, dass das
Schiebestück von der Schubstange zum Zylinder nicht
ordentlich montiert ist. Die Korrektur brachte aber auch
kein besseres Fahren der Lok. Nachdem die Lok
noch immer etwas eierte, versuchte ich die Seitenschläge
der Räder zu verbessern. Das gelang halbwegs,
doch bemerkte ich, dass erste Achse kein
Seitenspiel hat. Ursache war, dass die Lager- büchse
auf einer Seite sich mit der Achse mitdrehte und
bremste. Das Spiel wurde vorsichtig vergrößert, doch blieb
ein kleine Achsstummel dummer Weise auf der Pluspolseite
vorstehend und gelegentlich kurzschleißend. Das
hatten wir ja schon mal....
Alle Achsen wurden
wieder am Gleis auf seitliches Spur-Spiel kontrolliert,
sodass künftig das Radinnenmaß eine Spurweite
von 14mm (+0,5) betragen soll. Damit läuft die Lok ordentlich
in Bögen und über Weichen. Allerdings zeigt
sich ein Problem auf einer Weiche beim Aufschneiden,
welches sonst üblicher Weise die Vorlaufachsen
der Lok schaffen und nicht entgleisen. Die nicht
anliegende Weichenzunge ist schadhaft ver- kürzt,
was das Entgleisen fördert. Da der Eindruck entstanden
ist, dass der Vorläufer zu leicht ist, wurde an der
Unterseite ein Stück Blei angeklebt. Jetzt kann die
Weiche auch mit hoher Geschwindigkeit ohne Entglei- sung
überfahren werden. - Der jetzige Fahreindruck
der Lok ist gut. An die Geräuschkulisse habe ich
mich gewöhnt, höre aber derzeit nicht gut, da
ein Ohr total verlegt ist, was die Situation
erträglicher macht.
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DB BR 78 134 - jetzt 78 454 |
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Reparaturbegtinn-Gehäusedemontage |
Motor sieht gut aus |
der Kardenantireb |
Antrieb zerlegt |
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Schleifkontakt 1 |
Schleifkontakt 2 mit losgelöstem Rad |
Ausbau der Achsen |
Blick auf den Schneckenantrieb |
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die Teile für den Zusammenbau fertig |
Lokfahrgesdtell für erste Testfahrten |
die Radstellungen passen jetzt |
Ansicht des angelöteten Schleifers |
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alle drei Achsstummel abgeschliffen - kein
Kurzschluss mehr |
Eigenbau hintere Belauchtung |
Stromversorgung für vorderes Lämpchen |
Ansicht EInbausituation des Lämpchens |
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Versuch Eiegener Lichtleiter - erfolglos; es kommt
original auch kaum Licht durch |
aufgeklebtes Blei-Zusatzgewicht am Vorläufer |
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Das Service
und Anbau von Windleitblechen bei der BR 78 von Hamo
Das Zerlegen der Lok ist wie bei vielen Loks rasch
erledigt, weil sie eine zentrale Schraube
haben. Bei dieser Lok ist der vordere Dampfdom
abzunehmen, um zur Gehäuseschraube zu kömmen.
Bei der Lok waren die
Getriebegeräusche bei Langsamfahrt enttäuschend laut,
doch liegt es nicht an mangelner Schmierung. Bei
der Durchsicht fiel auf, dass die Haftreifen
durch Öl locker wurden und bei der Fahrt von den Rädern
abspran- gen. Die Haftreifen wurden erneuert.
Da die Lok sauber war konnte eine große
Reinigungsaktion unterbleiben. Ledig- lich
erfogte eine Entstaubung des Lokgehäuses mit einem
Pinsel.
Die Montage der Windleitbleche
gestaltete sich schwieriger als gedacht, da der Kessel
aus Metallguss besteht, in den die Löcher für die
Windleitbleche zu boh- ren waren. Das weiche
schmierende Metall und die langsam laufende Bohrma- schiene
verlangten Geduld beim Bohren. Die Windleitbleche
von Piko konnten mit etwas Sekundenkleber am
Kessel befestigt werden.
Bei der Montage
des Gehäuses ging der abnehmbare Dampfdom verloren und
ein Ersatz angekauft werden. Irgendwie
ist es schade, dass die sehr schön ausgeführte Lok durch
ihr relativ lautes Fahrgeräusch etwas
Image einbüßt.
Doch beim Spielen wird das die Enkelkinder kaum
stören, denn sie haben eine gute, schöne Lok dazubekommen.
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 B
78 355, Version mit Windleitblechen
Fahrvideo

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