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Die
Baureihe 01 hat schon ein begeisterndes Aussehen. Wen
wunderts also, wenn auch im kleinen Maßstab
diese Lokomotiven ein Modellbauerherz höher schlagen
lassen. In meinem Fall kommt noch eine
Sammelleidenschaft dazu, da die Modelle dieser BR 01
in den Jahren ihrer Erzeugung immer wieder
kleine Änderungen erfuhren. Weiters kommt noch dazu, dass
ich die alten Mo- delle mehr schätze, da sie
eben für Kinder noch spielbar sind und für mich eine
Erinnerung an meine Kindheit. Auch liegt mir die
altgewohnte Analogtechnik im Fahrbertrieb einfach näher
als die neue und faszinierende Digitalsteuerung des Modellbahnbetriebes.
Dass
ein Gusskessel aus den Fünfzigerjahren deutlich weniger detailiert und
maßstäblich genau ausgeführt ist, stört mich nicht.
Natürlich sehen heutige Lokomotivmodelle toller aus, doch wie in
einem Fall von mir, habe ich beim He- rausnehmen des Modells aus der Verpackung, schon Griffstangen verbogen
und abgebrochen. Weiß Gott, federnde Puffer am Modell sind toll, aber am fah- renden Modell von mir nicht
mehr zu erkennen. Mir genügt, wenn die Lok
sau- ber und möglichst störungsfrei läuft.
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 F800
3-L-DC (Wechselstromrückbau)

F800 - 3026
Fahrvideo |
Nun findet man beim
Stöbern bei ebay immer wieder interessante ältere
Modelle, die vom Sammlerwert gesehen, meist eine höhere
Wertigkeit haben als andere typgleiche Loks. So fand ich
das hier zur Restau- rierung beabsichtigte Modell einer BR 01,
Nr 3026. Das Besondere ist dabei, dass es für
mich ein
frühes Modell möglichst aus den Jahren 1958 - 59 sein
sollte. Damals
hatten diese Loks die Modellnummer F 800 und
ich denke, erst später dürfte dann die
Unterscheidungsnummer 3026 dazugekommen sein. Oder war
es
gleichzeitig? - Egal, ich habe eine interessante
Lok dazubekommen, die ich schätze.
Das für mich
Besondere an dieser Lok war, dass sie wie bei Märklin
üblich, mit einem Schleifer versehen ist, jedoch mit Gleichstrom betrieben wird. Nun habe ich
nachgelesen und herausgefunden, dass HAMO Gleichstromloks gebaut hat, jedoch konnte ich nicht
herausfinden, ob das in meinem Fall auch wirklich zu- treffend ist, denn es könnte mir auch ein Bastelobjekt in
die Hände gefallen sein. Weiters habe ich erhoben, dass man
ja auch HAMO-Dauermagneten bei
Wechselstromloks nachrüsten kann und dann
Gleichstrom- betrieb möglich ist. Inzwischen bin ich
schlauer geworden und weis, dass HAMO
nur Zweileiter-Gleich- stromloks gebaut hat. -
Scheinbar hat es
die Märklin-Loks auch im Dreileitersystem mit
Gleichstrom offiziell gegeben. Gleich wie, dass
meine Lok ein älteres Modell
aus den Jahren bis 1960 ist, scheint mir
heute halbwegs sicher. Zu dieser Zeit war ich sechs Jahre alt und konnte von so einer
Schnellzuglok nur
träumen und war überglücklich, dass ich damals zu Weihnachten eine
Anfangspackung mit einer BR 24 bekommen
habe.
Nachdem ich meine
Loks aus dem Zweileiter-Systemkreis mangels Anlage ohnedies
nicht fahren lassen kann/konnte, so dachte ich, wird auch
dieses Modell eben nicht fahren. Doch auf der Wiener Modellbau- messe 2013 wurde ich von den Märklinfreunden aufgeklärt, den
Motor als Gleichstrommotor zu belassen und die Fahrtrichtungsumkehr mit modernster Technik aus dem
Digitalfahrbetrieb, zu bewerkstelligen. Somit könnte diese Lokomotive dann auch im analogen Märklin Wechselstrombetrieb gefahren werden.
Wie
nachfolgend beschrieben, kam es dann aber doch anders.
Die Restaurierung /
später Umrüstung auf Wagner Windleitbleche und Rückbau
auf Wechselstrom
F 800 - DC: Nach
dem Erhalt der Lok wurde eine genaue Prüfung
durchgeführt, was an dem Modell anders ist als auf den
Bildern von den gleichen Loks im Internet.
Optisch war zu erkennen, dass die Pufferbohle eine
andere ist, nämlich eine die den sonst
üblichen Kupplungshaken aufnehmen kann. Das zu beheben
wird auch eine Herausforderung der Feinmechanik werden,
oder ich bekomme die notwendigen
Ersatzteile für den Umbau. Weiters
fehlen sämtliche Silberdraht Leitungen am Kessel und die
Griffstangen beim Führerstand. Weiters fehlt die Lichtplatte
für die Stirnlampen und alle Gehäuseschrauben. Der
Tender stammt vermutlich von einer 01 neuerer Baujahre
ist aber nicht aus Metall. Doch dazu passen tut er. Nachdem die
Äußerlichkeiten geprüft wurden, ging es an die Mechanik
und den Motor. Da gab es nicht viel zu bemängeln,
abgesehen von den Ölern, deren Einlagen zerfallen waren
und entfernt worden sind. Nach deren Erneuerung entstand
die brennende Frage: ..."und mit Gleichstrom läuft sie?"
- Mit Hilfe eines unmittel- bar verfügbaren regelbaren Netzteiles
konnte der Test erfolgen und siehe da, sie läuft perfekt
in beiden Rich- tungen. Bei dem etliche Minuten dauernden
Testlauf verlor sich das Vorlaufdrehgestell, doch
genügte es, die Schrauben wieder festzuziehen. Nun muss auf die Lampenhalterung und den Lampenbügel
gewartet werden und nach deren Montage kann Kontakt zu
den Märklinfreunden wegen des Decoders
aufgenommen werden. Betreffend die
Motorisierung hatte ich mich entschlossen, auf
Wechselstromantrieb umzusteigen. Leichter gesagt als getan, denn schwups hatte
ich ein zweites Fahrgestell mit Motor und Umschalter,
sogar für Telex- betrieb. Bei den Erhebungen zum
Modelljahr dieses Fahrgestells fand ich heraus, dass es
sogar zwei Jahre älter sein könnte als die erste F 800. Also werde
ich mich jetzt dieser Lok zuwenden und sie mit einem Kessel mit origi- naler Pufferbohle usw. bestücken. Die erste F 800-DC bleibt daher in dem ursprünglichen Zustand mit Gleich- strommotor bestehen.
Mühsam wurde
ein
Alu-Silberdraht mit 1,2 mm Durchmesser gefunden, den man
für die Rohrleitungen am Kessel verwenden
kann. Später wurden jedoch alle Leitungen durch einen 0.8mm
Silberdraht ersetzt. Die Haltesplinte mussten
ebenfalls aus dem
Silberdraht gefertigt werden. Mit schlechten Augen und wenig Licht
war das eine echte Herausforderung. Doch
es klappte dann doch und ich gebe mich mit dieser
Variante zufrie- den. Zufrieden geben werde ich
mich wohl auch mit der Pufferbohle ohne Haken. Die
Lampenbügel mit Haken sind eine echte Rarität...
Inzwischen habe ich eine Ersatzvariante gefunden, einen
Lampenbügel aus schwar- zem Stahldraht und leicht zu montieren.
Zeit verging seit der Renovierung und ich
erfuhr, dass es frühe BR 01 Loks mit Wagner
Windleitblechen gab. Also besorgte ich mir
welche und baute sie an. - Darüber hinaus entschloss ich
mich, einen Wechselstroman- trieb für die Lok
zu beschaffen und einzubauen. Es wäre zu schade, dass
diese geänderte Lok später nicht auf einer
vielleicht einmal von mir für meinen Enkel
eingerichteten Märklin M-Gleisanlage fahren können
würde. Später erfolgten bei der Lok große
Änderungen:
Wagner Windleitbleche und
Mobatron-Sound
3026 / F 800: Der
Aufbau der 3026 stellt sich auch nicht gerade einfach
heraus. Zum Fahrgestell müssen noch die Vor- und
Nachlaufdrehgestelle
beschafft werden, der Kessel, die Lampenplatten, ein
Fahrtrichtungsumschalter usw. Zum Glück konnte
ich einen exakt dazu passenen Tender mit Telexkupplung
kaufen. Inzwischen habe ich die wesentlichen Teile ersteigert
und warte auf deren Lieferung. Das
Fahrgestell wurde inzwischen gereinigt und geölt und mit
dem zugekauften Fahrtrichtungsumschalter bestückt. Nun ging es daran herauszufinden, welcher
Zungenkontakt mit welchem Kabel beschaltet werden muss.
Motorschaltungen aus dem Internet zeigten
diesen Umschalter leider nicht. Mit Logik, Geduld und Ver- suchen fand sich dann
bald die Lösung: Die
Feldwicklungskabel gehen an die zwei oberen
Kontaktfahnen. Die untere dritte Fahne ist für die
Telexspule. Deren zweites Kabel geht an
Motorplus. Der Fahrtrichtungsum- schalter ermöglicht dann
eine Umschaltung von einer Fahrtrichtung in
die andere mit zweimaligem Schalt- impuls. Drückt man nur
einmal bleibt die Fahrtrichtung bestehen und Telex
entkuppelt solange bis ein zweites Mal der Schaltimpuls
zur Fahrtrichtungsumkehr gegeben wird. - So weit so gut.
Ein Hammer ist jedoch die Einstellung des
Hauptschaltkontaktes am Umschalter. Der schaltet den
Strom zum Motor durch. Dieser Schaltkontakt
ist an sich genial, denn bei richtiger Einstellung macht
die Lok keine "Bocksprünge" mehr! Die
Einstellung ist deshalb sehr schwierig, da man erst
draufkommen muss, was, wann, wo und wie er schaltet. Die übliche Rückzugfeder am Schaltrelais macht hier
vorerst die geringsten Probelme. Einstellung des Motorhauptkontaktes auf der Schalteroberseite: Wesentlich
für die Funktion ist ein gewisser Kontaktdruck, der so
groß sein muss, dass der Motorkontakt nicht feuert. Den kann
man mit größter Vorsicht so einstellen, dass man den
Ausrückhebel in die Schaltstellung hineindrückt, sodass der darunter liegende
Hebekontakt ein
Gegenlager bildet welches dann ermöglich, die
Kontaktfeder leicht einzudrücken und damit vorzuspannen. Dadurch senkt
sich der vordere Federteil etwas ab und erzeugt so mehr
Druck. Allerdings ver- dreht sich dadurch
ungewollt der Motorschaltkontakt,
den man dann mit einer Pinzette und nur unter gaaanz
zartem Anheben, wieder horizontal hinbiegt. Sieht
man von der Seite in den Kontaktbereich hinein, erkennt
man die Abhebebewegung des Motorkontaktes sehr schön.
Der springende Punkt kommt zuletzt, nämlich
die Einstellung, wann der Kontakt beim Anziehen des
Relais den Motorkontakt abhebt. Jetzt darf man
nicht mehr an der oberen Schaltfahne herumwerkeln, denn
dann beginnt das bisherige Einstelldrama wieder von vorne. Um
den richtigen Schaltpunkt zu erhalten, kann man den
Handausrückhebel am Kopf des Relais dementsrechend
leicht verbiegen. Ist das geschafft, dann darf man an der Sache
nix mehr herumdrücken und nachbessern, denn
sonst geht alles wieder von vorne an.
Der
allerletzte Schritt kann sein, dass bei
Volllasteinstellung das Relais anzieht. Genau jetzt ist
eine Erhöhung der Federkraft der
Rückstellfeder notwendig. Hat man das alles geschafft,
dann macht es Spass, diese Fahrtrichtungsänderungen
und Entkupplungsvorgänge ständig durchzuführen. - Und,
so lange der Kessel nicht montiert ist, streng darauf achten, das Fahrgestell immer so
anzugreifen, dass man ja nichtmehr an den Kontakten am Schaltrelais ankommt! Wie
heikel das ist zeigte sich beim Anschluss des Tenders,
denn da lag die Lok am Rücken und ... schon war der Hauptkontakt
wieder verbogen. Der Reparaturversuch wurde nach vielen
Stunden erfolglos abgebrochen, denn die so wichtige Kontaktfeder
brach ab. Somit musste ein neues (gebrauchtes)
Umschaltrelais montiert werden, welches sich
zum Glück in weit besserem
Zustand beand als meine betagten Bastelexemplare.
Ein weiterer ganz heikler Punkt beim Schaltrelais
besteht in den dünnen Anschlusskabeln der Relaiswicklung. Der eine geht zum Anschluss
des Stromkabels vom Schleifer, das zweite Kabel ist an
der kleinen Lötfahne der bei der Relaisbefestigungsschraube angelötet. Es ist dort dringend darauf zu achten, dass
diese Lötfahne immer in der Platine eingehängt bleibt.
Verdreht sie sich, dann ist eine neue
Anschlussherstellung mit dem abgerissenen
Wicklungsdraht sehr kritisch! Der zugekaufte etwas ramponierte Kesselteil der Lok ist
geliefert worden.
Offenbar hat jemand hier "gealtert", doch das mag ich nicht. Fazit, eine Totallackierung steht an,
wobei auch der Tender mitlackiert wird. Seltsam ist bei
dem Kessel die Färbung der Rohrleitungen, die
hier messingfarben ist. War das ursprünglich so?, ich
glaube nicht. -
Ungeachtet dessen wird mit Nitroverdünnung der Lack
der Lok entfernt. Beim Tender wird wohl Waschbenzin zur
Reinigung verwendet. Die Lackierung mit einer
Spraydose "Belton Schwarz/Seidenmatt" ging rasch
vonstatten. Dann folgte der Einbau der neuen
"Rohrleitungen" aus Silberdraht. Schließlich konnten die
diversen Teile die mit eíner roten Farbe lackiert sind
auch mit Revell rot seidenmatt gestrichen werden. Jetzt
sieht die Lok fast wie neu auch, doch irgendwie
beeinträüchtigen die abgebrochenen Stiegen am Kessel und am
Tender das tolle Gesamtbild.
Zusammenfassung: Beide
Loks sind jetzt in sehr schönem und gut gewartetem
Zustand. Beide Loks laufen anstandslos und der
Telexumschalter
funktioniert korrekt. Der Ankauf der vielen Einzelteile
kostete doch einige Euronen, doch ge- messen am Preis
mit dem diese Loks bei ebay zu kaufen sind (man aber
beim Kauf sich über die Qualität doch nicht
sicher sein kann), ist die Resraurierung doch insgesamt zufriedenstellend
zu bezeichnen. Nicht zu vergessen
wäre auch, dass mir das Zusammenfinden der Teile, die
Wiederinbetriebnahme und die optische Aufwertung der Loks mir auch sehr viel Spass bereitet haben.
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F800 - DC |
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die F800 so wie sie jetzt fetrtig geworden ist |
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neue Rohrleitungen werden montiert |
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das Fahrgestell mit dem Gleichstrommotor |
Vergleich der Fahrgestelle zwischen Gleichstrom- (vorne)
und Wechsel stromantrieb |
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F800 - 3026 |
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das F800er Fahrgestell mit dem Umschaltrelais |
die Kontaktbelegung des Umschalters mit Telex |
Test des Tenders mit Telex-Kupplung |
ein älterer Umschalter wurde eingebaut und funktioniert |
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das zugekaufte Gehäuse wird zerlegt |
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die Aufstiegstreppe fehlt |
lackierfertiges Gehäuse |
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die einzelteile halbseitig lackiert |
die fertige Lokomotive |
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Lokvergleich: hinten die 3026 vorn die F800-DC-3L |
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