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   BR 01 097   (F800, Märklin)  -  Umbau und Einbau von Mobatron-Sound
 
 
 Eine meiner  BR 01 von Märklin trägt noch die alte Nummer, nämlich F 800.
 Die Lok kaufte ich gebraucht als 3-Leiter Gleichstrom Märklin Lok. Da sie nicht
 auf dem Zweileitersystem eingesetzt werden kann, wurde eine Rückrüstung auf
 Wechselstrom geplant. Nachdem kein Zeitdruck dafür bestand, ergab sich die
 Idee einer weiteren Umabeitung auf einen früheren Loktyp der 01, der mit Wag-
 ner-Windleitblechen ausgestattet war. Der letzte Gedankensplitter an Umbau-
 ideen war, die Lok mit einem analogen Soundsystem auszurüsten. Der Umbau
 der Lok machte mir Spaß und hielt mich in Schwung.

 Nun findet man beim Stöbern bei ebay immer wieder interessante ältere Mo-
 delle, die vom Sammlerwert gesehen, meist eine höhere Wertigkeit haben als
 andere typgleiche Loks. So fand ich das hier zur Restaurierung beabsichtigte
 Modell einer BR 01, Nr 3026. Das Besondere ist dabei, dass es für mich ein
 frühes Modell  möglichst aus den Jahren 1958 - 59 sein sollte. Damals hatten
 diese Loks die Modellnummer F 800 und ich denke, erst später dürfte dann die
 Modellnummer 3026 dazugekommen sein. Oder war es gleichzeitig? Egal, ich
 habe eine interessante und schöne Lok dazubekommen, die ich schätze.

BR 01 / F800 vorher Witte-Leitbleche


BR 01/F800 nachher  Wagner-Leitbleche Fahrvideo
 
 Das für mich Besondere an dieser Lok war, dass sie wie bei Märklin üblich, mit einem Schleifer verse-
 hen ist und mit Gleichstrom betrieben wurde. Nun habe ich nachgelesen und herausgefunden, dass
 HAMO  Gleichstromloks gebaut hat, jedoch konnte ich nicht herausfinden, ob das auf meine Lok zutrifft,
 denn es könnte mir auch ein Bastelobjekt in die Hände gefallen sein. Weiters habe ich erhoben, dass
 man auch HAMO-Dauermagneten bei Wechselstromloks nachrüsten kann und dann ist Gleichstrombe-
 trieb möglich.
 Inzwischen bin ich schlauer geworden und weiß, dass HAMO meist nur Zweileiter-Gleichstromloks ge-
 baut hat. Offenbar dürfte es die Märklin-Lok auch im Dreileitersystem mit Gleichstrom gegeben haben?
 Gleich wie, dass meine Lok ein älteres Modell aus den Jahren bis 1960 ist, scheint mir heute halbwegs
 sicher. Zu dieser Zeit war ich sechs Jahre alt und konnte von so einer Schnellzuglok nur träumen und war
 überglücklich, dass ich zu Weihnachten 1955 eine Märklin Startpackung mit einer BR 24 bekommen hatte.

 Nachdem ich meine Loks aus dem Zweileiter-Systemkreis mangels Anlage ohnedies nicht fahren lassen
 kann/konnte, so dachte ich, wird auch dieses Modell eben nicht fahren. Doch auf der Wiener Modellbau-
 messe 2013 wurde ich von den Märklinfreunden aufgeklärt, den Motor als Gleichstrommotor zu belassen
 und die Fahrtrichtungsumkehr mit modernster Technik aus dem Digitalfahrbetrieb, zu bewerkstelligen.
 Somit könnte diese Lokomotive dann auch im analogen Märklin Wechselstrombetrieb gefahren werden.
 Wie nachfolgend beschrieben, kam es dann aber doch anders.


 Die Restaurierung, Umrüstung für Wechselstrom, Einbau eines Soundsystems und der Umbau
 mit Wagner Windleitblechen
 
 Nach dem Erhalt der Lok wurde eine genaue Prüfung durchgeführt, was an dem Modell anders ist als auf
 den Bildern von den selben Loks im Internet. Optisch war zu erkennen, dass die Pufferbohle eine andere
 ist, nämlich eine die den sonst üblichen Kupplungshaken aufnehmen kann. Das zu beheben wird auch eine
 Herausforderung der Feinmechanik werden, oder ich bekomme die notwendigen Ersatzteile für den Um-
 bau. Weiters fehlen sämtliche Silberdraht Leitungen am Kessel und die Griffstangen beim Führerstand und
 es fehlt die Lichtplatte für die Stirnlampen und alle Gehäuseschrauben. Der Tender stammt vermutlich von
 einer 01 neuerer Baujahre und ist nicht aus Metall. Optisch passt er dazu.
 
 Nachdem die Äußerlichkeiten geprüft wurden, ging es an die Mechanik und den Motor. Da gab es nicht
 viel zu bemängeln, abgesehen von den Ölern, deren Einlagen zerfallen waren und gleich entfernt wurden.
 Nach deren Erneuerung entstand die brennende Frage: ..."und mit Gleichstrom läuft sie?" - Mit Hilfe eines
 unmittelbar verfügbaren regelbaren Netzteiles konnte der Test erfolgen und siehe da, sie läuft perfekt in
 beiden Richtungen. Bei dem etliche Minuten dauernden Testlauf verlor sich das Vorlaufdrehgestell, doch
 genügte es, die Schrauben wieder festzuziehen. Nun muss ich auf die Ersatz Lampenhalterung und den
 Lampenbügel warten und nach deren Montage könnte der Kontakt zu den Märklinfreunden wegen des
 empfohlenen Decoders aufgenommen werden.

 Betreffend die Motorisierung hatte ich mich entschlossen, auf Wechselstromantrieb umzusteigen. Leichter
 gesagt als getan, denn schwups hatte ich ein zweites Fahrgestell mit Wechselstrommotor und Umschalter,
 samt Telexkupplungen. Hier den Motor anzugreifen tat mir leid daher werde ich diese BR01 neu aufbauen.

 Bei den Erhebungen zum Modelljahr dieses Fahrgestells fand ich heraus, dass es sogar zwei Jahre älter
 sein könnte als die erste F 800 mit dem Telex. Die hier beschriebene F 800-DC wird in einiger Zeit auf
 Wechselstrom umgerüstet und soll auch ein Soundmodul eingebaut werden. Die Montage von Wagner
 Leitblechen ist auch vorgesehen.

 Der äußerliche Arbeitsbeginn bestand in der Nachrüstung der Rohrleitungen aus silbernem Draht. Müh-
 sam wurde ein Alu-Silberdraht mit 1,2 mm Durchmesser gefunden, den man für die Rohrleitungen am
 Kessel verwenden kann. Später wurden jedoch alle Leitungen durch einen 0.8mm Silberdraht ersetzt. Die
 Haltesplinte mussten ebenfalls aus dem Silberdraht gefertigt werden. Mit schlechten Augen und wenig
 Licht war das eine echte Herausforderung. Doch es klappte und ich gebe mich mit dieser Variante zufrie-
 den. Zufrieden geben werde ich mich wohl auch mit der Pufferbohle ohne Haken. Die Lampenbügel mit
 Haken sind eine echte Rarität... Inzwischen habe ich eine Ersatzvariante gefunden, einen Lampenbügel
 aus schwarzem Stahldraht und leicht zu montieren.

 Zeit verging seit der Renovierung und ich erfuhr, dass es frühe BR 01 Loks mit Wagner Windleitblechen
 gab. Also besorgte ich mir welche werde sie umbauen, sobald es meine Gesundheit zuläst - Darüber
 hinaus entschloss ich mich, einen Dekoder für Wechselstrombetrieb zu beschaffen und einzubauen. Dazu
 eignet sich der Uhlenbrock FRU 55 500 am Besten, so hörte ich. Es wäre zu schade, dass diese geän-
 derte Lokrarität später nicht auf einer vielleicht einmal von mir für meine Enkel eingerichteten Märklin M-
 Gleisanlage fahren können würde.

 2016 kam die Schlechtwetterzeit rascher als erwartet daher, sodass ich, um mich zu beschäftigen, mit
 dem Umbau der Gleichstrom-BR 01 beginnen konnte. Es wurde also mit einem FRU 55 500 von Uhlen-
 brock die Lok mit dem Gleichstrommotor wechselstromtauglich gemacht. Das ist ja eine einfache Auf-
 gabe, denn die vier Kabel sind einfach zu verlegen.

 moba-Sound Einbau

 Mehr Aufwand war für den Einbau der Soundanlage notwendig. Entgegen der Einbauanleitung begann
 ich mit dem schwierigsten Teil, nämlich der Aufklebung der Steuerscheibe auf der Radinnenseite eines
 großen Rades. Ich wählte die Steuerscheibe für die Zweizylindervariante, der Lok, die übliche, da dann
 die Dampfstöße auch bei schneller Fahrt besser hörbar sind. Das ausschneiden aus dem mit anderen
 Steuerscheibentypen versehenen Folienblatt war nochnicht das Problem. Die Ablösung klappte auch
 noch, doch die Aufklebung war geduldraubend. Hingegen war die gut beschriebene Anklebung des Opto-
 sensors gut gelungen.

 Bei der Verkabelung musste eine dauernde Verbindung zwischen Lok und Tender hergestellt werden,
 denn die dünnen Kabel für das im Tender untergebrachte Soundsystem sind dafür ungeeignet. Dazu
 wurde ein 1mm breites Stück Messingrohr auf den Anhängestift aufgerückt und mit Sekundenkleber ge-
 sichert. Dann musste im Tender ein Durchbruch für die Kabel geschaffen werden. Schließlich muste das
 Tendergehäuse bearbeitet und die darinnen vorhandenen Kunststoffstege entfernt werden. Jetzt war für
 das Soundmodul und den Lautsprecher genügend Platz vorhanden und sie konnten eingebaut werden.

 Die weitere Verkabelung erfolgte nach den Angaben von Uhlenbrock bzw. des Soundsystems und endete
 erfolgreich. Die Lok fährt und der Sound funktioniert, für meine Beurteilung fast etwas zu laut.

 Zuletzt wurden die Witte-Windleitbleche gegen Wagner-Leitbleche ausgetauscht, um so eine anders aus-
 sehende BR 01 in meiner Sammlung zu haben. Damit konnte das Erscheinungsbild der frühen Produktions-
 serien der H 800 und dem Original wie BR 01 018 angenähert werden.

 
Ankaufszustand Änderung Stufe 1    
das Dampflok-Soundmodul         Video das Fahrgestello vor dem Umbau der Optogeber wird eingebaut der Optosensor 
Fahrgestell mit eingebautem FRU Einbau des Soundsystems im Tender die "fixe" Kupplung zw. Tender-Lok Ansicht abgenommenes Tendergehäuse
mit Lok