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Neuerlich hatte ich Glück und bekam wieder ein
gebrauchtes Schiffsmodell geschenkt, das Segelboot
Comtesse von Robbe. Mein Klubkollege, der mir
schon die Modelle Feuerlöschboot und Marauder geschenkt hat, trennt
sich auch von diesem Segelboot. Mir kommt es nicht
ungelegen, denn ich habe mich von der Graupner Collie getrennt
habe und kann sie durch dieses moderne und
größere Modell ersetzen.
Das Modell wurde vom
Freund früher gefahren und sind die dafür erforderli- chen Einbauten noch
vorhanden. Nach jahrelanger Lagerung am Dachboden
war etwas Staub angefallen, der abgewaschen
werden musste. Die Akkus, einige Abspannungen
etc. müssen erneuert und eingestellt werden, bevor an eine Fahrerprobung möglich wird.
Doch so einfach wie gedacht, wurde es nicht.
Technische Daten: Länge:950mm,
Breite: 230mm, Masthöhe: 1200mm, Ges.höhe: 1700mm, Segefläche:
30 dm², Tiefgang: 210mm, Gewicht+Steuerung: 3200g
Akku Empfänger: NiMh 5 Zellen 2200mAh
,Segelwinde: Blei 6V 1200mAh, Fernsteuerung:
Flysky FS-i6 (Nr. 7), Funktionen:
Segelverstellung, Ruder, Telemetrie:
Spannungsanzeige von Empfänger- und Windenakku
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Comtesse (Robbe)
Fahrvideo

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Die
Reaktivierungsarbeiten beginnen
Das
Schiffsmodell war etwas verstaubt, die Segel mit dem Mast
ebenfalls verschmutzt. Um die Teile zu reinigen wurde
Seitenwasser verwendet. Da die Segel viele Knickstellen
in den Segeln müssen entfernt werden. Dazu
wurden die Segel auf Leinentuch aufgelegt und mit dem mit
Stoffüberzug ver- sehenen Folienbügeleisen mit
etwas höherer
Temjperatur gebügelt. Die starken Knickstellen konnten dadurch gemildert werden, sie sind aber noch ein
wenig erkennbar. Normaler
Weise sind die Segel aus der Mastschiene herauszuziehen und in
Rollenbehältern einge- rollt unterzubringen.
Die Behälter fehlen und daher blieben die Segel am Mast
u8nd wurden irgend- wie weggepackt, wobei es zu
den Knickstellen kam. Künftig werden sie Segel amt Mast
in einem extra angefertigten Karton
aufbewahrt. An einem Fah- rtag wird der Mast
bereits daheim am Schiff montiert und das Schiff im Auto
ordentlich unterge- bracht und transportiert.
Schließlich wurde mit den Arbeiten im Rumpf begonnen. Die
anfangs zur Weiterverwendung ange- dachte Stromleitung der Segelwinde wurde
mit neuen Steckern versehen, damit der Windenakku
mit
meinem Steckersystem geladen werden kann. Die
defekten Akkus wurden ersetzt, wobei ein Bleiakku für die Winde
vor dieser abgelegt
und mit einem 80mm Gummiring fixiert. Der Akku
für den Empfänger wurde durch einen 5zelligen NiMh 2200 ersetzt und am bisherigen Ort wieder
untergebracht. Das Ruderservo war nur mit
Gummiringen befestigt, was keine gute Lösung ist. Eine
Platte wurde angeferigt, auf der die
Servohalterung engeschraubt werden konnte. Die Platte
wurde an der bestehenden Befestigung
angeklebt. Jetzt ist das Servo fest, kann im Bedarfsfall
ge- tauscht werden.
Das abnehmbare
Kabinendach enthält den Schalter für die Empfangsanlage.
Daneben wurde der 6K - Flysky Empfänger
angeklettet und eine der Antennen durch das Dach
geschoben. Dadurch ist er rasch zugänglich.
Da das
Seil des Hauptsegels auf der Graupner Windentrommel mit dem
der Seil der Fock verhed- dert war, musste es kurz abgeschnitten
und neu eingefädelt weden. Es zeigte sich, dass diese
Lösung nicht funktioniert und eine andere
Segelwinde günstiger wäre. Für die neu
anzufertigenden Wanten aus 0,1mm Diamantlitze wurde
eine neue Methode der Befes- tigung an den
Deckösen gebaut. Dazu wurden Standard Gabelköpfe gekürzt
und mit einer Bohrung versehen. Zur Befestigung wird der Gabelkopf
über die Öse geschoben und mit einer Federklam- mer
befestigt. Ein Wantenspanner wurde aus
zufälligem
Atbestand ergänzt - Hätte ich die Bauan- leitung der
Comtesse früher gefunden und gelesen, wären die
Befsetigungen der Wantenspanner am Rumpf einfacher
gelöst worden, nämlich mit Standard
Gabelköpfen die eine Einstellung der Seilspannung an längeren Augenbolzen
ermöglicht hätten. Einstellarbeiten
an der Winde führen zu unbeabsichtigten Änderungen
Zur Steuerung wurde in der
Aufbaufase eine Flysky verwendet. Doch wurde rasch
klar, dass hier eine andere Art der Steuerung
notwendig ist. Die Segel müssen mit einem nicht
neutralisierendem Knüppel gesteuert werden, der in jeder Stellung
stehen bleibt. Das Ruder wird mit dem rechten Knüppel
gesteuert. Bei den Arbeiten zur Erprobung der
Segeleinstellung wurde klar, dass ich besser eine neue Flysky Anlage
verwende, bei der der linke Knüppel
gerastet ist, also eine Mode 2 Anlage.
Beim Fahren von
Segelschiffen muss die Fahrtrichtung dem Wind entsprechend
mit dem Ruder und der Segelstellung gesteuert werden.
Daher muss die Segelstetlung mit dem
linken, gerasteten Hebel eingestellt werden und mit dem
rechten Knüppel das Ruder dementsprechend gesteuert
wer- den, um die schnellste Fahrt oder die
gewünschte Richtung zu erreichen.
Bei den
provisorischen Arbeiten mit der vorhandenen Flysky Steuerung
(Mode 1) zum
Kennenlernen der Segelverstellung fiel auf, dass
das Seil zum Hauptsegel zu lange war und noch eine
Umdrehung um die Seiltrommel hermgewickelt
werden musste. Nach der Bauanleitung muss das Hauptsegel
in der geschlossenen zugezogenen Stellung genau in
Bootsmitte stehen. Die Fock soll 40mm ausgelenkt
sein. Das war so nicht der Fall. Während der
Versuche zur Wegeinstellung der Winde fiel der Sender
zu
Boden und die Winde begann mit Volltgas zu
laufen. Das führte zu Seilrissen an beiden Seilen und
die Karabinerhaken flogen samt Seilstücken unauffindbar durch
die Luft davon.
Infolge des Desaters fiel mir ein,
dass Freund Günter davon sprach, dass man beim
Bootsgewicht auch nicht übertreiben solle, da
das Fahrgeschwindigkeit koste. Da ich zur
Erbneuerung der Seile die Winde ausbauen
musste merkte ich, dass sie sehr
schwergewichtig ist. Dazu kommt noch ein 300g
schwerer Akku für den Windenmotor.
Die
endgültige "Winden-Lösung"
In meinem
Lager befand sich ein Windenservo, welches deutlich
leichter ist und keinen eigenen Akku für die
Stromversorgung benötigt. Damit konnte ich mehr als 400g
Gewicht einsparen. Um die künftige Seilzuführung
zur Windentrommel zu sichern (Verwicklungschutz), wurden
zwei Seilführun- gen aus Kunststoffteien
angefertigt und am Windentisch angeklebt. Sie
sollen das Seil zum Auf- wickeln in der richtigen Höhe zuführen
helfen. - Das taten sie, verhinderten aber beim Lösen
der Schoten nicht, dass diese von der Windentrommel
lose abfallen und beim Aufwickeln prrompt Schotsalat
entsteht.
Als sinnvollere Lösung kaufte ich
eine Windcraft 1004 Segelwinde bei Krick, die von der Stärke
und mit der geschlossenen Windentrommel, das
Problem mit den Schoten lösen sollte. Jedoch im Inter- net wurde nicht sehr ermutigend
beschrieben, dass auch dieses System nicht optimal funktioniert. Man
benötigt eine Einrichtung zum Erhalt einer
Spannung auf den Schoten, wenn keine Zugkraft mehr auf
den Schoten angreift. Im Internet liest man von
Gummizügen oder komplizierten Spannrol- lensystemen. Eine Umlaufschot wäre bestens, aber
das müsste von Beginn an eingebaut werden. Doch für meine Anfängerfahrten genügt die einfachere Lösung
bestimmt auch.
Seilspannplatte
Folglich suchte ich nach
anderen Möglichkeiten, wozu ich immer eine Zeichnung
benötige. Ich zeichnete die Rumpfumrisse auf
und meine Winde und die Seildurchgführungen im Grund-
und Aufriss ebenfalls. Dann maß ich die
Seillängen bei geöffneten Segeln ab und legte die
Takelgarn- stücke am Plan auf. Nun sah ich,
wieviel Seil im Rumpf einer Führung bedarf. Es sind
erhebliche Längen, die irgendwie auseinandergezogen
und auf Zulaufhöhe zur WInde gebracht werden müs- sen. Da
fiel mir die einfache und überschaubre Drerhstabfederung
von Ferd. Porsche ein. Und schon konnten aus
einem 0,7mm Stahldraht entsprechende Seilstraffer
gebogen und auf einer demontierbaren Montageplatte
mit Stabilit befestigt werden. DIe Straffer haben an den
Enden gebo- gene Ösen durch die das Seil läuft.
Ein Test zeigte, wie sich die drei Straffer verbiegen, wenn die Segel gestrafft werden.
Das Servo sollte dadurch
nicht überlastet werden.
Endlich kam das
lange ausständige Takelgarn daher und konnte gleich mit
der neuen Winde ver- wendet werden. Das als 1mm
dickes Takelgarn bestellte Garn kam als 0,5mm Garn
daher. Die Reißprobe überzeugte mich und die
Festigkeit sollte ausreichen. Allerdings dürfte sich die
Seil- länge nach schwerem Zug verlängern, was
mit der Wegeinstellung ausgeglichen werden kann. Die neue Trommel-Winde
scheint vorerst bei der Erprobung ordentlich zu
funktionieren. Die Seil- führung durch die Ösen
der Seilspanner war ein schwieriger Montageprozess, der aber
doch erfolg- reich abgeschlossen werden konnte.
Das Seil musste zuerst beim Deckbeschlag in den
Rumpf und danach durch die Seilspanner Ösen
und die Seiltrommel durchgefädelt werden. Erst danach
konnte das Seil auf der Wickeltrommel befestigt
werden. Da das Seil sehr dünn ist, musste anstelle der
sonst üblichen Mehrfachknoten eine M2 Mutter
als Befestigung verwendet werden. Schließlich konnten
die provisorisch mit kleinen Bleigewichten beschwerten Schoten auf-
und ab gefahren werden. Es gab damit bisher
noch kein Problem. - Im Zweifelsfall muss nach den
ersten Fahrten auf das 1mm Takelgarn
umgerüstet werden.
Die angedachte Funktion
der Seilspannvorrichtung soll durch die Spanndrähte das
Seil in einer Höhe und geordnet zur
Windentrommel führen. Beim Straffen der Segel werden die
Spannfedern verbogen und das Seil gerade oder
annähernd gerade, in Abgängigkeit von der Windkraft auf
das Segel, der Windentrommel zugeführt. Lässt
der Winddruck nach, werden die Seilspanner so weit es
der Winddruck ermöglicht, in die Ausgangslage
zurückfedern und dabei das Seil gespannt halten.
Nun kam auch noch die gekaufte neue
Fernsteuerung Flysky FS-i6 mit Mode 2 (Gas links) an und die
Winde wurde daran angeschlossen und erprobt. Die
provisorische Wegeinstelllung der Winden- scheibe,
die maximal 4,5 Umdrehungen macht, wurde vorerst auf die
Erprobungsphase angepasst. Die
Segelverstellung wurde nach dem Aufstellen des Mastes
aktiviert und beide Schoten an den Haken angeknüpft.
Am Bautisch wurde das Boot aufgelght, sodaß die Segel
über der Tischlkante ausschwenken konnten.
Durch die Vorspanneinrichtung kam es zu keinen
Seilöverwicklungen. Allerdings wird erst der
Fahrbetrieb zeigen, wie die Schotwege justeirt werden
müssen, wenn Wind- druck auf die Segel kommt. -
Die ersten Segel-Schwenkversuche des
Bootes verliefen erfolgreich. Fahrerprobung
Pool und Werfthafen
Jetzt steht im Pool die
Schwimmerprobung und die Einstellung auf die theoretisch Wasserlinie
an. Dabei wird man erstmals sehen, wie der Wind
die Segel beaufschlagt und ob der Sollabstand der Fock
beim Mast 40mm erreicht und hält und unter welchen
Windbedungungen das möglich ist. Jedenfalls
zeigte sich im Schwimmbecken, dass der Wind das Boot gut
bewegen kann und dass die Segelverstellung
funktioniert. Was bei dem kurzen Test jedoch klar wurde,
ist die Notwendigkiet einer Aushaksicherung an
dem Bäumen. Schon nach wenigen Minuten und kurzen
Fahrstrecken im Pool hängten sich die Haken aus. Zur
Vermeidung des Aushakens wurde ein Stück Silikonschlauf
über den Haken geschoben, der zum Aushängen
Richtung Seil zurückgezogen werden muss, damit der Haken
frei wird und ausgehängt werden kann. Nach
weiterer Erprobung ist zu überlegen, eine etwas solidere
Ausführung der "Silikonrohr-Sicherung"
anzufertigen.
29. 07. 2024,
Erster Fahrtest im Werfthafen: Um auf einer
größeren freien Wasserfläche erste Erfahrung mit der
Comtesse zu sammeln wurde
der Test im Werfthafen durchgeführt. Bei
den ersten Fahrten geht
es darum, wie das Boot fährt und reagiert und wie ich damit zurechtkom- me und ob noch Fehler oder Fragen
auftauchen. Positiv ist die Verwendung der Flysky
Fernsteuerung mit den Telemetriedaten, der
Spannung des 5zelligen 2700er Akkus, nach denen man sich
richten kann, wann mit dem Fahren Schluss zu machen und
einzupacken ist.
An 28. 09. 2024 die
nächste Fahrt im Werfthafen: Bei relativ
kräftigem Wind und Wellengang, wurde die Comtesse zu
Wasser gebracht. Mangels mehr Kenntnis übers
Segelbootfahren, konnte ich den Wind nicht immer und
richtig ausnützen. Dreimal bekam das Schiff
extreme Seitenlage. die ich eine Zeit lang hätte halten
wollen, was mir aber nicht gelungen ist. Es kam
zu Künftig
wird das Wassern des Modells an der rechten Seite der
ltzten Sliprampe vorgenommen, da dort das
Wasser tief genug für den Kiel ist. Ich habe bisher dort
die Comtesse aus dem, Wasser geholt und an der
Mastspitze nach oben hochgezogen.
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erste Fahrterprobung im Werfthafen |
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Rumpfansichten |
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Empfängereinbau |
Blick auf die Winde und den Akku |
der Empfängerakku |
Wantenspanner li. |
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Wantenspanner re. |
Zugeinheit alt |
Befestigung Windenseil |
Schotabweiser eingeklebt |
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Seilführungen |
Winde mit den Seilführungen |
neue Baum-Segelverstellung |
Seilstrafferplatte |
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Seilstrafferplatte provis. re. neben Winde |
Windcraft 1004 wurde eingebaut und man erkennt die
Fock-Seilführung |
Blick auf die Seilführung Haupsegel
Funktionsvideo |
erstes Segelverstellvideo |
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Sicherung Schothaken Fock mit Silkonschlauch |
Sicherung Schothaken Hauptsegel mit
Silkonschlauch |
Transport der Comtesse |
Comtesse am gut zugänglichen Anlageort |
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