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   TORNADO  Renngleitboot  (Bauplan Sperl Wien)                                            (verschenkt)
 
 
 Diesmal kam mein Modellbahnfreund zu mir und brachte mir von seinem
 Sohn eine Fernsteuerung für Flug- und eine für Schiffsmodelle, diverse
 Ladegeräte, einen beschädigten Motorsegler, eine begonnene Jacht und
 ein benütztes Rennboot mit Luftschraubenantrieb. Letzteres ist ehemals vom
 bekannten Modellbauhändler SPERL in Wien vertrieben worden. Der Bau-
 plan ist M 1:1 und die Teile mussten alle auf die vorgeschriebenen Holzsor-
 ten durchgepaust und anschliessend ausgesägt werden. So war das damals.
 Erst wenn die Teile abgeschliffen und passend waren, konnte das Boot
 schrittweise aufgebaut werden. Als Antrieb des Bootes aus den Jahren
 nach 1960 wurde ein Webra 2,5ccm Dieselmotor empfohlen; der eine
 Zweiblatt Druck-Luftschraube mit den Abmesungen 200 x 150mm hatte.

 Mein geschenktes Rennboot war jedoch mit einem 1,5ccm Webra Glüh-
 zünder ausgestattet, der nach dem Ausbau überholt und danach aufbewahrt
 wurde. An seiner Stelle war ein Brushless Motor mit Propeller angedacht,
 der das Boot mit geringerer Lärmentwicklung besser und einfacher ver-
 wendbarer macht.

 Im Internet fand sich ein Video von so einem elektrischen Rennboot Tornado.
 Die Angaben für dessen Motorwahl, Propeller und Akku sind ein Anhalts-
 punkt: Motor 37 Dm, 850kV, Prop 8x4,5" Slow Fly, Akku 4S 3200.
 Da mir der Lärm des Propellerantriebes zu Laut erschien, überlegte ich
 innenbordantrieb zu verwirklichen. Doch die Unterbringung des Stevenrohres.
 des Motors und Akkus, schien mir im Hinblick auf die Schwerpunktlage zu
 unklar. 
 Schließlich entschied ich mich zum Umbau und der Verwendung eines 
 Elektro-Außenbordmotors als günstigste und einfachere Arbeit.

 
Technische Daten TORNADO:
 Länge 590mm, Breite 230mm, Gewicht: 1320g,
 Luftschraubenantrieb mit Motor: Webra 1,5 Sport Glow (statt 2,5ccm Diesel),
 Fernsteuerung 40Mhz, Funktionen: Gas und Ruder,
 
neue Version:
 Antirebsmotor: Außenborder Aqua Race 50,
 Motor: Prpodrive 28 1400 kV,  Propeller: 3Bl, 35 Dm, neu 30 Dm
 Regler: 60A,  Akku:  3S Lipo 3000,
 Fernsteuerung 2,4 Ghz, Exmitter EX6,  Funktionen: vorwärts/rückwärts, Ruder

Tornado, Rennboot mit Druckschraubenantrieb

Tornado am Sprung
Fahrvideo erste Testfahrt
Fahrvideo zweiter Test


vorläufig fertiges Boot


 Umbau auf E-Antrieb mit Außenbordmotor

 Wegen der zu erwartenden Lärmentwicklung durch den Luftschraubenantrieb entschied ich mich
 schon zu Beginn für einen Außenbordmotor. Allerdings zeigte sich bei den Erprobungsfahrten, dass
 der Außnborder mit Kegelradgetriebe ebenfalls erheblich laut ist.

 Zu Beginn der Arbeiten an dem Boot wurde der Verbrenner und alle anderen Einbauten ausgebaut
 und alle verschließbaren Öffnungen am Bootsrumpf geöffnet, um zu sehen, wie die bisherige Fern-
 steuerung eingebaut war.
 Jetzt konnte überlegt werden, wo künftig der Akku untergebracht werden kann und wie groß und wo
 er sein darf, damit er ohne starke Eingriffe in der Konstruktion untergebracht werden kann.
 Dabei ist zu beachten, dass der Schwerpunkt eingehalten wird, denn andernfalls funktioniert das
 Boot nicht richtig und beginnt nicht zu gleiten. Da der vorhandene Plan von Mäusen zerfressen
 wurde musste erst ein neuer Plan beschafft werden, um die Schwerpunktfrage klären zu können.

 Vor dem Beginn der Umrüstung des Bootes war zuerst der reichlich verschmutzte Motor mit Rizi-
 nus-Patina einer Tiefenreinigung zu unterziehen. Der Webra Motor wurde teilzerlegt, innen gereinigt 
 und mit Rostschutzöl für eine Langzeitlagerung geschützt. Somit ist die Motorensammlung wieder um
 einen Motor mit Auspuff gewachsen.
 Dann musste mit meinem Klubkollegen und E-Antriebsspezialisten überlegt werden, welche Dimen-
 sion eines Brushlessmotors zum Einsatz kommen kann, damit ich meine vorhandenen  Lipo Akkus
 verwenden kann.
 Doch wegen anderer Vorhaben blieb das zerlegte Boot fast zwei Jahre lang gut verpackt oben auf
 einem Kasten unter dem Flugdach liegen

 Der Umbau kann beginnen

 Dann war während der für mich unerträglichen Hitze die Zeit gekommen, ein neues unbekanntes
 Projekt in Angriff zu nehmen. Da fiel mir der TORNADO ein und ich holte ihn auf den Bautisch. Beim
 Auspackenbe merkte ich die Reste des zerfressenen Planes, doch hat die Maus am Modell keinen
 Geschmack gefunden. Eine Großreinigung der Box und des Modells folgte, um die Schmutzreste zu
 entfernen.

 Entgegen den anfänglichen Überlegungen, wieder einen Luftschraubenantrieb zu bauen,hatte ich
 schon entschieden, einen Außenbordmotor, der für diese Bootsgröße geeignet ist, zu verwenden.
 Nicht wissend, und ohen aus den Forendarstellungen herauslesbar, worauf in dem Fall zu achten
 wäre, habe ich nach Überlegung diese Wahl getroffen.
 Die Entscheidung wurde durch die ohnedies notwenige Platzsuche für den Ablageort des Antriebs-
 akkus ausgelöst. Der muss möglichst weit vorne liegen und tief in Bodennähe. Dazu mussten in der
 Bootsmitte auf eine Länge von mehr als 25cm, alle bisherigen Spanten und Stegen auf max. 1cm
 über dem Boden ausgeschnitten und ausgefräst werden. Da das Holz dort aus 4mm Sperrholz und
 dicken Kieferleisten bestand, war das eine umfangreiche Arbeit. Trotz der Ausfräsungen ist die
 Festigkeit weiterhin ausreichend gegeben.

 Während der Wartezeit auf den Motor, der ohne Propeller und E-Motor kommt, konnte überlegt
 werden, wie dessen Befestigung am Heck möglich sein wird. Aller Voraussicht nach, muss wegen
 der Schwerpunktlage das Rumpfheck für die Motorbefestigung ausgeschnitten und ein Befestigungs-
 spant eingebaut werden.
 Damit vor weiteren Eingriffen in den Rumpf keine falschen Arbeiten ausgeführt werden, wurde be-
 gonnen, einen Plan vom umzubauenden Tornado zu zeichnen. Natürlich wird der Plan nicht ganz
 genau mit dem fertigen Rumpf des Modells übereinstimmen, doch für die weiteren Einbauten und
 Überlegungen genügt das.

 Endlich trudelte der Außenborder ein. Schon auf den ersten Blick sehe ich, dass mein vorgesehener 
 2217 Brushless Motor nicht befestigt werden kann. Zum Glück hatte ich einen 28ziger Brushlessmotor
 der passte. Der benötigt jedoch einen 3S-Akku, den es in passender Größe gibt und der Regler ist
 bis 6S verwendbar. Der Motor wurde im Gehäuse des Außenborders eingebaut und ein Probelauf
 erfolgreich durchgeführt.

 Um für den Motor Platz zu schaffen und den Schwerpunkt näher zur Bootsmitte zu bekommen, wurde
 rumpfmittig ein Ausschnitt für den Motor angefertigt. Da der Motor unten länger und breiter baut,
 braucht er für den Schwenkbereich Platz, der einen Ausschnittes im Rumpfheck bedingt. Seitlich wird
 der Spalt zwischen Boden- und Deckbereich mit 1mm Sperrholz verschlossen. Der eingeklebte
 Motorspant wurde mit den Bohrungen für die Motorbefestigung versehen und die Schrauben probe-
 weise eingedreht.

 Die Verkleidung des Motorraumes wurde mit Porenfüller gestrichen und nachgeschliffen. Mit einer
 Schicht Grundlack grau war das Boot fertig für die Schwimmprobe. Bestückt mit Akku, Regler und
 Empfänger schwamm es im Schwimmbad völlig ausgeglichen.
 Danach wurde das Ruderservo und der Motor mit einer starken Neigung eingebaut, deren Moment
 das Boot vorne neiderdrücken sollte. Schließlich erfolgte der einwandfreie Probelauf des Motors..

 Fahrprobe im Pool
 Das provisorisch mit allen notwendigen Dingen bestückte Boot wurde eingeschaltet und ein kurzer Pro-
 belauf durchgeführt, bevor es ins Wasser gelangte. Langsam wurde losgefahren und die Steuerwirkung
 des Motors erprobt. Der Ausschlag genügt, um im Pool umkehren zu können, was aber nur bei lang-
 samer Fahrt möglich ist. Eine kurze Einschaltung auf Vollgas beschleunigte das Boot spektakulär und
 es zeigte sofort die Tendenz zu hüpfen. Voll ausfahren konnte man das Boot nicht. Beim Abbremsen
 mit Umkehrschub schwappte massenhaft Wasser auf und ins Boot. Dabei wurde der Test mit einem
 2S-Lipo durchgeführt.
 Zur Verminderung des Überschwappens bei Bremsungen wurde eine demontierbare Abdeckung um
 den Motor herum befestigt. Diese Abdeckung muss demontierbar sein, um die Anstellung des Motors
 ändern zu können.

 Fahrprobe am 11.9.2023
 Nun stand die erste Probefahrt mit einem schwereren 3S Akku im Werfthafen an. Außerdem wurden
 Bleiplattenstücke mitgenommen, um nötigenfalls im Bugbereich Gewicht einbringen zu können. Mangels
 Erfahrung mit Renngleitbooten wurde der Fahrversuch interessant. Sorge macht mir, dass es zu einem
 Überschlag kommen könnte, der das Boot untergehen lassen könnte.

 Mit provisorisch im Rumpf untergebrachten Einbauten wurde das Boot im Werfthafen für den Start vor-
 bereitet und ein Probelauf des Motors durchgeführt. Dann wurde es gewässert und mit dem am Sender
 schaltbaren halbem Steuerweg langsam in Fahrt gebracht. Nachdem die Bootslage gut und normal
 aussah, steigerte ich die Motorleistung und erprobte die Kurvenfahrt. Es zeigte sich gleich, dass sich
 selbst mit halber Kraft der Kurvenradius fliehkraftbedingt erheblich vergrößert. Selbst mit halber Kraft
 wäre der Tornado im Waldteich nicht mehr fahrbar.
 Dann wurde das Boot mit dem Ruderweg Beghrenzungsschalter auf vollem Gasweg hochgeschaltet
 und das hob den Bug merklich an, aber auf noch glattem Wasser fuhr es anfangs ohne Sprünge. Nach-
 dem es rasch Fahrt aufnahm, begann das Boot nickende kleine Sprünge zu machen. Bei der Querung
 einer größeren Welle sprang das Boot und flog über dem Wasser. Danach schlug es auf und die Motor-
 kraft ließ das Boot voll aus dem Wasser springen. Nach dem Sprung setze das Boot wieder auf und
 durch die deutliche Reduzierung der Leistung fuhr es wieder ruhig.

 Nun wurde eine 65g Bleiplatte im Bugbereich beim Akku eingelegt und eine neuerliche Fahrt gestartet.
 Jetzt sah man dass bei der Fahrt mit Halbgas die Tendenz zur Anstellung des Rumpfes geringer wurde.
 Eine Vollgasfahrt wurde nicht mehr versucht, da sichtlich Wasser im Boot war und es sinnvoller ist, bis
 zur nächsten Fahrt, kleine Verbesserungen und eine Abdeckung der Rumpföffnungen herzustellen.

 
     
Rennboot Tornado, Luftschraubenantrieb      
  Motor ohne Auspuff Technikraum: Tank, Empfänger, Servo Bauplan Tornado, Sperl Wien
Platz für Akk muss geschaffen werden ... Akku passt    
    der Aqua race 50 der starke Motor
die Motorbefestigung Ausschnitt für Beweglichkeit des Motors Motorträger mit Harz befestigt  
Motorraum seitlich beplankt   der Motor eingebaut für Bewegungstest  
Servo mitz Anlenkung eingebaut fertig für den erste3n Test  Schwimmlage OK  langsame Fahrt - Halbgas
beim Aufstieg  im Flug  hartes Aufsetzen  und dan der Luftsprung 
Kanzel als Spritzwasserschutz   die Ausbesserung beginnt deutlich sichtbare Neigung des Motors  Seitenansicht 
vorläufig fertig  Ansicht mit Pilotenkopf     
 
zweite Fahrt  17.9.23 Fahrvideo 2     
 
 
Nacharbeiten für weitere Fahrtests
 Mangels Kenntnissen von Rennbooten, speziell mit einer Stufe im Rumpfboden, habe ich mich in
 meinem Hilfe-Forum umgehört und zahlreiche Tipps und Erklärungen erhalten. Gelesen habe ich,
 dass bei solchen Booten keine wissenschaftlichen Daten, sondern überwiegend Erfahrungswerte 
 für Verbeserungen vorliegen.

 Wichtig für eine ruhige Fahrweise ist der Schwerpunkt. Ein guter Wert für die Lage des Schwerpunk-
 tes beträgt 30 - 35% Rumpflänge, vom Heck aus gemessen. Der nachgekaufte Plan von Sperl weist
 den Schwerpunkt bei 50mm nach der Stufe aus. (~42%)
 Mit dem neuen Akku wurde das Boot ausgewogen und versucht, den Drittelwert einzustellen. Doch
 weit gefehlt, mein Schwerpunkt liegt bei 39%,wobei der Akku so weit möglich, in Richtung Heck ge-
 schoben worden war.

 Den Tipps aus dem Forum, möchte ich nacheinander erproben und umsetzen. Es wurde geraten,
 mit der Akkuposition zu experimentieren, den Motor ohne "Sturz", also parallel  zur Befestigungs-
 fläche einstellen, etwas höher zu befestigen und einen kleineren Propeller mit zB. 30mm montieren
 solle. Offenbar bleibt mir nix anderes übrig, als die Tipps nacheinander zu erproben, um so die Wirk-
 samkeit feststellen zu können.
 Zuerst erprobe ich jedoch die Änderung des Akkuposition und somit des Schwerpunktes.

 Am 17.9.2023 wurde die zweite Testfahrt absolviert. Der Akku war motorseitig (hinten) eingelagert und
 es ging los. Die Fahrt mit Halbgas war keinesfalls besser geworden trotzdem wurde Vollgas versucht,
 koste es was es wolle. Das Boot fuhr flott und hüpfte über die zuvor produzierten eigenen Wellen.
 Danach wurde der Akku so weit möglich nach vorne geschoben und neuerlich gefahren. Beinahe neige
 ich dazu, dass es besser geworden wäre, bin mir aber nicht sicher. Wenn man davon ausgeht, wie weit
 die Sprünge sind, dann waren sie länger und somit besser?  Allerdingsi schaukelte sich das Hüpfen
 auf, sodass das Gas reduziert werden musste. Beim fünften Vollgasversuch verabschiedete sich der
 Propeller, das Boot trieb 25m vom Ufer entfernt dahin.
 Zum Glück hatte ich das Torpedoboot Zobel (Dachs) mit, mit dessen Heckspiegel nach mehreren Ziel-
 versuchen der Tornado zum Ufer geschoben werden konnte.

 Zwischenzeitlich wurde der Motorsturz korrigiert, der Motor 2mm höher gestellt, ein 30Dm Prop montiert,
 und der Akku wieder vorne positioniert, sodaß die nächste Testserie begonnen werden könnte. -  Die
 warme Wetterphase hat ihr Ende mit Sturm und Regen beendet, daher fanden auch meine Versuchs-
 fahrten das vorläufige Ende.