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Nachdem
wir schon ein antikes Polizeiboot Helgoland besitzen,
sollte die- ses Boot als "Polizeiboot Wien"
dazukommen um als Hilfsfahrzeug verwen- det
werden zu können. Bedauerlicher Weise hatte ich in der letzten Zeit
mit meinen Zweiwellenbooten immer wieder das Pech, dass
bei meinen Experi- menten aus unterschiedlichen Gründen das Modell
liegen blieb, sodass ein einfaches
Einwellenboot helfen könnte. Bei den Motorausfällen der
Zweiwel- lenschiffe half nur der WInd, der das Schiff
ans Ufer geblasen hat und freund- liche Leute
haben es aus dem Wasser geholt und auf einem Tisch abgelegt. Folglich
sah ich Bedarf an einem Schiff, welches immer mit dabei ist, um andere Modelle
notfalls zum Ufer bringen zu können, - oder
eben nur, um damit Spaß zu
haben. Glücklicher Weise ergab sich der Zugang
eines angefangenen Modells.
Vor
einiger Zeit bekam ich vom Sohn eines Modellbahnfreundes
zwei Schiffs- modelle geschenkt, wobei eines dieser
unbekannte Rohbau war. Angeblich ist das
Schiff aus Balsaholz nach einem Plan der ehemaligen
legendären Firma Sperl aus Wien gebaut worden.
Egal, der Rohbau war sehr "roh" und ich wollte
das Modell weitergeben .- Doch nach nach längerer Zeit
kam die Idee
auf, das Boot doch fertig zu stellen, um es zum Spielen für die Enkel zu haben
und noch besser, als Rückholschiff
an einem Fahrtag einsetzen zu können. Die Ansprüche
an "Schönheit" der Ausführung wurden nicht
sehr hoch angesetzt; also die
Oberflächenbeschaffenheit wird nicht optimal schön ausfallen.
Da für mich das Boot annähernd dem
Polizeiboot Bremen 9 ähnlich sieht, ent- schloss ich mich dazu, das fertig zustellende Modell so weit
möglich dem Vor- bild optisch anzugleichen. Der bereits eingebaute
Getriebemotor wird das Modell nicht sehr flott
bewegen, dachte ich, daher ist für den Spieltrieb ange- dacht,
ev. eine Feuerspritze einzubauen und zu aktivieren,
falls dazu genug Platz besteht. Am Weg zur Fertigstellung wurden
einige Testfahrten durch geführt, die interes- sante Ergebnisse brachten, wie nachfolgend beschrieben wird.
Technische Daten:
Länge 650 mm, Breite 205 mm, Tiefgang ~ 40 mm, Gewicht: ~1700 g,
Motor: Getriebemotor Robbe EF 76 II, 6-8V, Propeller(GR 3
Blatt 45mm Dm.), später ersetzt durch Rennprop
45 Dm, Propellerdrehzahl Leerlauf: ~5500U/Min, Regler: New Rain 35/160A,
Antriebsakku: 2 x Lipo 2S2700 parallel, Lüfter 6V Fernsteuerung:
Graupner FM 314 40Mhz, K 52
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Polizeiboot Wien
Fahrvideo




beherzte Fahrt in enger Kurve
Fahrvideo 1 |
Bestandaufnahme
am Rohbau und Beginn der Aufarbeitung
Der Rohbau war aus 4mm Balsaholz grob zusammengeklebt
und mit Porenfüller oder Ähnlichem überzo- gen worden.
Leider hat der Erbauer nach der Verklebung eine erste
Verschleifung der Teile unterlassen, sodass
reichlich Unebenheiten bestanden. Von mir wurde daher der Rumpf
grob gekittet und verschliffen, bis die gröbsten
Unebenheiten ausgeglichen waren. Ein richtiger Feinschliff erfolgte
nicht. Ebenso erfolg- te keine Beschichtung mit
GFK-Gewebe etc. Nach dem Schliff wurde der Rumpf
lediglich mit
einer Lage Spritzkitt besprüht, damit die noch
vorhandenen größeren Unebenheiten eingeebnet
waren. Eine ab- schließende Bearbeitung und Kittung mit
Nasschliff wird die Arbeiten am Rumpf beenden.
Mehr mache ich nicht. Dann kam schon der Lack drauf.- Gesagt getan, der Unterrumpf wurde
mit rotem Lackspray besprüht, der obere Rumpf
mit Dunkelblau und der Aufbau und das Deck
wurden Hellgrau gestrichen.
Während der
Trocknungszeit wurde ein Ruder angefertigt, indem auf
die 3mm Messingstange
ein großes, etwas überdimensioniert
ausgefallenes Ruderblatt aus Zinkblech angelötet worden
ist. Das Ruder wurde eingebaut und das Führungsrohr mit
angeklebten Balsastegen seitlich abgestützt.
Nun konnte das Ruderservo eingebaut werden. Um
im vorderen Bereich des Bootes genug Platz zur An- ordnung
der Akkus, des Empfängers und Akkus zu bekommen, wurde
das Servo knapp beim Heckspiegel eingebaut. Durch
die Gestängeführung ergibt sich zwar ein ungleicher Ausschlag,
der mit dem modernen Sender ausgeglichen
werden konnte. Am Folgetag wurde der
Oberrumpf mit dunbkelblauerm
seidenmatt Farbspray besprüht. Wegen zu mattem
und ungleichmäßigem Farbton wurde mit klarem
Seidenmattspray nachlackiert. Jetzt bin ich zufrieden.
Der Aufbau wurde mit weißem Lack überpinselt.
Schließlich wurden der Motor mir dem New Rain 160A Regler
verkabelt. Der Regler wurde danach an den Empfänger
angeschlossen. Nun konnte der Probelauf des Motors
erfolgen, der zufiredenstellend ausfiel. Somit
stünde einem ersten Wassertest wegen der Gewichtsverteilung im
Rumpf nichts entgegen. Der erste Fahrtest war
unspektakulär, weil das Boot nur sehr langsam fuhr. Der
Grund dafür .... ? Die Erwärmung des Motors war
trotz nur schleichender Vollgasfahrt unspektakulär
nur auwarm. Fahrbericht
mit dem Rennpropeller
Das Boot
war bei der Erstfahrt mit dem 45 Dm Dreiblattpropeller eher langsam und
uninteressant. Zum Schieben anderer Schiffe
wäre es in dieser Form vermutlich gut geeignet. Möchte man das
Boot ein wenig flotter fahren, wird der Wunsch nach mehr
Tempo geweckt. Einen nichts Gutes erwarten lassenden,
neuen zerstörerischen Versuch mit 3S-Akkus erspare ich
mir, auch wenn vermutlich kurzfristig mit
Vollgas gefahren werden könnte. Nach Beschreibungen
in Internetinformationen half es oft,
einen anderen Prop zu montieren., speziell zweiblättrige
Rennpropeller. Das war einen Versuch wert. Also wurde dem Getriebemotor ein Renn- prop
mit 45mm Dm angehängt und siehe da, der Motor kommt damit
gut
zurecht. Unglaublich, der
Renn-Propeller wirkte Wunder und dem Boote wurde
erstaunliches Leben einhaucht. Das Boot wurde
sehr flott, neigt sich in ganz engen Kurven und sogar so weit, dass kurz die
Schiff- schraube aus dem Wasser ragt. Das
passiert, wenn man bei Vollgas einen zu großen Ruderausschalg steuert. Die verwendete einfache 40Mhz
Steuerung ermöglicht keine Exponentialfunktion, also
wirkt das Ruder bereits bei geringem
Knüppelweg sehr stark. Das
erzwingt, mit dem Steuerknüppel behutsam umzugehen.
Behübschung
des Polizeibootes Wien
Damit das Boot ein wenig
besser aussieht, wurde eine Reling hergestellt und montiert. Weiters wurden
ein Suchscheinwerfer,
das Radargerät, ein Schlauchboot und
Rettungsringe am Aufbau angeklebt. Zwei unterschiedlich
lange Funkantennen wurden auch noch nachgerüstet. Zuletzt wurde
beidseitig am Bug
und am Heck mit Klebebuchstaben das Wort
"WIEN" angebracht. Jetzt fehlt noch ein Bugfender,
der wahlweise bei Schiebefahrten montiert werden könnte.
Zufällig sah ich im Internet ein Bild des
echten Polizeibootes WIEN, als es im Werfhafen
Korneuburg ge- fahren
ist. Es besteht bei meinem Boot eine Ähnlichkeit, doch
hat es einen modernen Bügel über der Brücke, dere es
optisch sehr flott aussehen lässt. Hätte ich
das Bild früher gesehen, hättre ich das Modell optisch
entsprechend nachempfunden.
Zusammenfassung
Die Einfachheit des Bootes, besonders seiner Antriebstechnik, hat
Vorteile. Die Stromversorgung des Getriebemotors
mit einer Nennspannung bis 8V, machen die Stromversorgung
mit 2S-Lipo-Akkus un- problematisch. Die
Besonderheit des untersetzten Motors macht ihn geeignet
für Propeller mit großer Steigung, die das Boot
dann zur Bespaßung werden lässt, ohne Sorge haben zu
müssen, der Motor brennt nach einigen Minuten ab. Das Schiff ist nun doch optisch erheblich ansprechender
geworden und
macht den Kindern Spaß beim Fahren, doch
schreckt sie vorläufig ein wenig das flotte Tempo. Man lernt
hier, mit einem Steuerknüp- pel zwei Funktionen
gleichzeitig zu steueren und lernt dafür das notwendige Gefühl
aufzubauen,
mit dem Ruder dabei feinfühlig zu steuern, um zu schnelle
Kurven mit Kippeffekt zu verhindern. - Und als
Schub- schiff für defekte Modelle kann es auch verwendet
werden.
Reparatur
wegen Wassereintritt
Nach der
etwa 10 Minuten dauernden Fahrt am 4.7.22 stellte ich
nach der Abnahme des Aufbaus fest, dass
scheinbar Wasser im Rumpf an vorerst unbekannter Stelle
eingetreten ist. Bei der Öffnung im Rumpf an der
Motorvorderseite, konnte man eine kleine Menge Wasser
erkennen. Da keine Bohrungen im inneren Rumpfboden
vorhaden waren, blieb das Wasser im Rumpf und musste
in der Sonne austrocknen. Da der Rumpf zum Kiel hin
geschlossen ist, mussten zur Abdichtung der
Innenseiten des Rumpfes Löcher gebohrt werden, um
dort Epoxyharz einbringen zu können. Da auch beim
Stevenrohr Wasser eindringen könnte, war zur Abdichtung
und Schmierung das Einbringen von Wellenfett
erforderlich. Dazu musste der Rumpfboden aufgesägt
werden und der innere Kiel teilweise abgeschliffen
werden, damit die Schrauben- welle mit dem Zahnrad aus dem
Stevenrohr herausgezogen werden konnte. Ganz
gelang das nicht, also wurde auf die Welle das Fett
aufgetragen und durch Drehen möglichst
gleichmäßig verteilt. Nach der
Wellenschmierung und Klebung wurden die aufgesägten
Öffnungen mit Balsaholz abgedeckt. Um die Befestigung
des Stevenrohres am Motorspant und beim Wellendurchtritt
zu verbessern, wurde Stabilit aufgetragen. Die
Behebung des Wassereintrittes wurde danach mit etwas
Nitroverdüpnnung verflüssigtem
5-Minuten-Epoxyharz vorgenommen. Nach dem Einbringen des
Harzes im Heckbereich zeigte sich die undichte
Stelle am Rumpfheck. Der Schiffboden besteht dort aus
zwei Lagen, die offenbar nicht ausreichend
verklebt waren. Und beim Bohren der Löcher für die
Befüllung mit Harz, wurde im Heck irrtümlich
der Rumpfboden durchstoßen. Er wurde mit Harz und
nachträglich noch mit Sekundenkleber dick verfestigt.
Mit dem roten Lackspray wurde die Klebestelle übersprüht. Bei
der Reparatur wurde auch das Ruderblatt verkleinert und
ich
hoffe, dass die Steuerung jetzt ein wenig "weicher"
wird. Bei der Retourfahrt half auch das riesige Ruder
nicht, um Kurven fahren zu können. Beim Zusammenbau wurde die Rudewelle
ebenfalls mit Wellenfett bestrichen. - Das Boot ist
jetzt wieder einsatzbereit und wird interessant sein,
wie es sich jetzt fährt.
Neuerungen
Zur optischen Aufwertung wurde ein
Rundum-Blaulicht montiert, welches vom Sender auf andere
Blinkfolge mit dem Seitenruderknüppel umgeschaltet
werden kann. Zur Vermeidung einer
Motorüberhitzung wegen langer Schnellfahrten wurde am
Motor ein Lüfter aufgeklickt. Der Lüfter läuft
solange das Boot eingeschal- tet ist (!), - er wird vom
Empfänger gespeist.
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Polizeiboot W"ien |
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Blaulicht montiert |
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Arbeitsbeginn am Aufbau |
Ansicht Rumpf |
bereits gekitteter Rumpf |
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Gertiebemotor EF 76 II |
Aufbau hellgrau gestrichen, nicht schön |
Deck gestrichen |
Rumpf unten lackiert |
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Rennprop montiert |
Situierung Motor und Regler New Rain |
Heck mit Blei, Servo und Empfänger |
Einblick in fahrfertiges Schiff |
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nach der Rumpfabdichtung |
Ruder verkleinert |
der Lü+fter wird aufgesetzt |
der Lüfter ist am Motor aufgeklickt |
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Rumpf, Deck und Aufbau lackiert |
Aufbau in weißer Farbe gestrichen |
die Reling gelötett |
Reling fertig |
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vor erster Testfahrt |
müdes Tempo bei erster Fahrt |
Fahrt mit Rennprop bei Halbgas |
eine Vollgaskurve
Fahrvideo |
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