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   Barbados  Motorboot  (Jamara) 
 
 
 Um für meine Enkel zwei ungefähr gleichwertige Schiffe wie die Acapulco zu
 haben, wurde die Jamara Barbados gekauft. Das preiswerte Boot ist sogar
 mit einer Proportionalsteuerung ausgestattet! Das ist wichtig, denn damit
 kann das feinfühlige Steuern geübt werden. Allerdings macht der Set-Sender
 die Sache nicht einfach, da er das zweihändige Steuern verlangt. Unsere ande-
 ren Schiffsmodelle können mit einem Knüppel gefahren werden.

 Das Schiff wird von zwei Motoren angetrieben. Durch die Elektronik im Emp-
 fänger werden die Drehrichtungen der Motore entsprechend dem Seitenruder-
 knüppelausschlag gesteuert. Die Vorwärtsfahrt wird mit dem linken Knüppel
 gesteuert, der unterschiedliche Fahrgeschwindigkeiten einstellen lässt, so
 lange er nach vorne gedrückt und gehalten wird. Die Retourfahrt ist bei dem
 Boot nicht möglich! Der rechte Knüppel steuert die Kurvenfahrt. -  Doch dieses
 System blieb nicht lange intakt.

 
Technische Daten:
 Länge 700mm, Breite 200mm, Gewicht: 1520g
 Antriebsakku vom Set: NiMh 7Z/2000MAh ,
 Zweitakku 2 x Lipo 2S2700 parallel, wegen Überhitzung nuir 5 Minuten schnell!
 Fernsteuerung neu: Exmitter EX7 2,4Ghz
 




Barbados, Jamara
Fahrvideo



Betrieb mit EX7-Sender


 Erster Fahrbericht mit erstem Problem

 Mit dem geladenen 2000mAh-Akku aus dem Set konnte das Schiff etwa10 Minuten lang flott gefahren
 werden. Mit zunehmender Fahrtdauer sinkt die Fahrgeschwindigkeit des Bootes merklich und nach etwa
 15 Minuten muss der Betrieb beendet werden. Daher wurde die Möglichkeit geschaffen, mit zwei Lipo-
 Akkus 2S 2700 parallel (5400mAh), fahren zu können. Obwohl die max. Ladespannung der Lipos nur 8,4V
 und die Normalspannung 7,4V beträgt, sind die Akkus in der Lage dieses Spannung lange Zeit zur Ver-
 fügung zu stellen. -  MANKO: Wenn das Boot schnell gefahren wird ist es sehr laut.

 Nach max. 15 Minuten mit dem Standardakku wurde die Ausfahrt beendet und die Wärme der Motore und
 des Akkus kontrolliert. Die Motore waren sehr warm, der Akku fast noch wärmer. Im Boot selbst befand
 sich warme Luft, was beim Abnehmen des Aufbaus bemerkt wurde. Am Bug wurde im Deck daher eine
 kleine Öffnung für ein wenig Belüftung hergestellt. Das soll bei längerem flottem Betrieb die Motore viel-
 leicht ein wenig kühlen. Bei Bedarf müssten die Kühlflächen der Motore zusätzlich vergrößert werden.

 Ansonsten ließ sich das Boot gut lenken, aber in Kurven verringert sich die Fahrgeschwindigkeit, da je
 nach Kurvenradius nur ein Motor mit voller Drehzahl weiterläuft. Die Einstellung der Geradeausfahrt macht
 den Kapitän nicht glücklich, weil das fix einzustellende Ruder nur bei einer gewissen Geschwindigkeit auch
 die Gradeausfahrt gewährleistet. Ansonsten kann mit der Rudertrimmung nur die Drehzahl der Motore beein-
 flusst werden, was sich auf die Geradeausfahrt einwirkt.

 Handhabung der Steuerung im Originalzustand  (inzwischen überholt!)
 Zu den Knüppeln ist zu sagen, dass der linke Knüppel eine stufenlose Geradeausfahrt ermöglicht. Damit
 der linke Knüppel nicht ständig nach vorn gedrückt werden muss, wurde provisorisch ein Gummiring vom
 Knüppel zur Antenne gespannt, der eine beliebige Stellung halten kann. Will man stoppen muss man den
 Knüppel in Mittelstellung bringen. - Der Gummi muss so eingestellt werden, dass der Knüppel in Mittelstel-
 lung bleibt, da andernfalls die Motore laufen.
 Die Trimmung für die Geradeausfahrt wird mit dem
mittigen schwarzen Ruder am Rumpf fix eingestellt.
 Der Trimmhebel am Seitenruderknüppel rechts dient dazu, dass die
Drehzahlen der beiden Motore anein-
 ander angeglichen werden, um geradeaus fahren zu können. Dazu müssen beide Motore gleich schnell
 drehen!  -  Fährt man Kurven, werden die Motore entsprechend der Stellung des Seitenruderknüppels durch
 einen elektronischen Mischer im Empfänger unterschiedlich schnell laufen gelassen. Dieser Trimmerhebel
 wurde mit einer Markierung (gün) versehen, damit er immer in diese Stellung gestellt werden kann.
 Zusammengefasst lässt sich sagen, dass das Boot mit originaler Steuerung fahrbar ist, für mich Alten ist es
 aber nicht angenehm.


 Zweiter Fahrtest - mit Ende durch abgebrannte Reger-/Empfängerelektronik

 Am 14.04.2022 packte ich zwei 2S Lipos ins Boot und führ los. Das Boot geht flott ab und kann Spaß
 machen, wäre da nicht der Lärm, wenn man Vollgas gibt. Offenbar kommt der Lärm von den Wellenkupp-
 lungen. Aber das Bott saust mit eine Fontaine übers Wasser, wenn man Vollgas fährt. Wenn man dabei zu
 einer Kurve einlenkt, beginnt ein Motor weniger Hoch zu drehen. Je nach Kurvenradius mehr oder weniger.
 Das bedeutet, dass das Boot in Kurven automatisch langsamer wird. Ist aber auch kein Problem.
 
 Die Freude währte nicht lange, denn nach fast einer halben Stunde flottem Fahren bemerkte ich bereits das
 Nachlassen der Akkus. Plötzlich wurde das Boot ruhiger und vibrierte nicht mehr so stark, sodass ich dachte,
 jetzt hätten sich die Wellen eingelaufen. Doch das war ein Irrtum, denn plötzlich fuhr das Boot nurmehr mit
 einem aktiven Motor im Kreis. - Da es nichtmehr zu mir zu steuern war, musste die Hilfe des Windes abge-
 wartet werden, der das Boot dann zum Ufer trieb. Von dort konnte ich es mit dem Slipwagen zum Ufer ziehen
 und dann aus dem Wasser heben.
 
 Erste Schadenerhebung und nachfolgend Umbau der Steuerung

 Nach dem Abnehmen des Aufbaues griff ich die Motore an, die noch immer heiß waren. Optisch sahen
 sie normal aus, doch beim genauen Hinsehgen erkannte ich, dass bei einem Motor das Stromkabel
 seltsam verdrillt war und etwas angebruzzelt. Daheim stellte sich heraus, dass der Motor locker geworden
 ist und sich verdreht hat wobei die Litzen der Kabel aneinander kamen und einen  Kurzschluss verursach-
 ten. Das Endergebnis war, dass der Empfänger bzw der Regler auf der Printplatte verbrutzelt war und es
 typisch nach einem Hitzeschaden roch.
 Die Kontrolle der Akkukapazität war auch interessant. Es zeigte sich, dass sich die Akkus mit anfangs
 99% Kapazität auf 20% heruntergeglüht hatten. Die Akkuspannung beim Zweizeller lag noch bei 7,4V.
 Zum Glück hatte der Kurzschluss keine Rückwirkung auf die Lipo-Akkus.

 Der Neubeginn und Umbau

 Nach kurzer Überlegung entschloss ich mich zum Einbau eines Exmitter Empfängers und eines meiner
 Regler vom Lager. Es fand sich ein 80A Regler mit Lüfter und zwei Motorausgängen und er wurde getestet
 und gliech verwendet. Zuvor musste jedoch die alte Empfangsanlage ausgebaut werden und die ebenfalls
 ausgebauten Motore mit Steckern  für die Kabel den neuen Regler bestückt werden. Danach konnten die
 Motore eingebaut, der Regler und Empfänger günstig platziert werden. Diesmal werden beide Motore
 parallel geschaltet und laufen jeweils in die gleiche Richtung. - Rückwärtsfahrt ist jetzt möglich. Ein Seiten-
 ruder musste eingebaut werden.

 Interessant war nach dem Motoreinbau eine Drehzahlmessung an beiden Propellern, die für mich über-
 raschende, erschreckend hohe Werte ergab. Beide Propeller drehen mehr als 12000U/Min (!) wobei ein
 Motor bis etwa 500U/Min weniger schnell dreht. Aber das kann man jetzt mit der Sendertrimmung aus-
 steuern. Jetzt war mir klar geworden, weshalb sich das Boot fast so wie ein Rennboot mit Verbrenner-
 motor anhört.
 
 Ruder Nachrüstung

 Die neue Motorschaltung erfordert ein Ruder, um Kurven fahren zu können. Da ich mir keine großen
 Gedanken für eine "saubere Lösung" machen wollte, baute ich das starke 4,0 kpcm Corona Servo in den
 oberen Bordrand am Heck ein. Die Sorge wegen möglicher Störungen allfälliger Sprühnebel vom Antrieb
 ist vernachlässigbar.
 Das Servo sitzt oben und der Ruderarm ist auf Höhe des originalen Einstellhebels für das Ruder. Am be-
 stehenden Ruderhebel wurde zusätzlich ein Ruderarm aufgesetzt und verschraubt. Auf dem kurzen Ruder-
 hebel wurde ein Kugelkopfgelenk montiert. Eine kurze Schubstange ist am anderen Ende in einer Klemm-
 anlenkung drinnen und dadurch kann auf einfache Art die Geradeaustrimmung auch mechanisch eingestellt
 werden.
 Der Ruderausschlag beträgt beidseits etwa 45 Grad, was ausreichend sein dürfte. - Es ist das keine ele-
 gante Lösung, aber sie funktioniert und ist für ein Spielboot OK.

 Konsequenz nach dem Defekt

 Wenn man deutlich hört, dass bei voller Fahrt die Vibrationen den Aufbau lockern, muss sofort eine
 Kontrolle der Motorbefestigungen und ein Nachziehen der Motor Schrauben erfolgen ! Erst nach dem
 Festziehen der Motorbefestigungen kann weitergefahren werden. -  Nach jeder längeren Fahrt sind
 alle Motorschrauben auf festen Sitz zu überprüfen! 

 Wird das Boot längere Zeit abgestellt, muss auf den Wellenlagern im Boot und außen bei den Propellern,
 ein Tropfen Öl aufgebracht werden und die Motore ganz langsam einige Umdrehungen laufen zu lassen,
 damit sich das Öl verteilen kann.

 Mit Spannung sehe ich der nächsten Barbados-Testfahrt entgegen, bei der dann auch in den Kurven die
 volle Motorleistung vorhanden ist. Die Frage ist aber offen, ob das kleine Ruder für die Steuerung des
 Schiffes ausreichen wird. Deshalb klebte etwa 15mm Kunststoff als Verlängerung an das Ruder.

 Erneuter Fahrtest nach Umbau
 
 Bei schönem Wetter eilte ich zum Teich nach Würnitz. Das Boot eingeschaltet, zu Wasser gebracht und
 langsam losgefahren und schon stellte sich Ungemach ein. Dann wollte ich mit mäßiger Fahrt, die Ruder-
 wirkung testen, erschrak jedoch wegen plötzlicher Lärmentwicklung. Offenbar streiften die Propeller die an-
 geklebte Rudervergrößerung. Daraufhin begann ich zurück zu fahren und das Boot herauszuholen, um das
 angeklebte Stück abzubrechen. Dabei sah ich, dass ein Propeller fehlte. Ergebnis: Der  Fahrtest war
 damit beendet.- Ein Test zur Rückwärtsfahrt wurde unternommen, der kaum zu einer Rückwärtsbewegung
 geführt hat.
 Daheim angekommen, musste ein Reservepropeller (der beim Boot dabei war) montiert werden. Da die
 Muttern zur Befestigung des Propellers ebenso verloren waren, musste eine andere Lösung gefunden wer-
 den. Allerdings weist die Schraubenwelle ein linksgängiges Feingewinde M 3,5 auf, was zur Änderungen
 zwang: Es wurde ein M3-Gewinde nachgeschnitten und eine Mitnehmerhülse hergestellt. Zur Befestigung
 des Propellers wurde eine Stoppmutter aufgeschraubt, die mit dem Propeller gekontert ist. - Jetzt kann ein
 neuerlicher Fahrtest erfolgen. (Bei Jamara gibt es für das Boot Reservepropeller zu kaufen).

 Neuerliche Testfahrt mit Problem

 Und wieder trieb es mich zum Teich in Würnitz. Das Boot ins Wasser gelassen und vorsichtig losgefahren,
 kam Freude auf. Einmal kurz volle Leistung geschaltet und das Boot rast davon. Um von der Fahrt ein Video
 anzufertigen, wechselte ich den Standort und ließ das Boot im Kreis fahren. Ich steigerte dabei langsam die
 Geschwindigkeit bis zur vollen Leistung. Aus dem Vollgaskreis herausfahrend reduzierte ich das Tempo und
 lenkte wieder in meine Richtung. Doch plötrzlich war es still und kein Motor drehte sich mehr.

 Bei der Fahrt sah die Barbados super aus und neigte sich in die Kurven hinein, wie ein richtige Yacht. Mit
 der Ruderwirkung kann man zufrieden sein, das funktioniert gut. Beim Fahren muss man sich auf die Fahr-
 geschwindigkeit einstellen, um die Kurven richtig zu fahren und nirgends anzufahren. Wenn das Boot endlich
 einmal einen Akku lang durchgefahren werden kann, ohne Defekt, dann macht es Spaß.
 Allerdings darf man bei Anwesenheit von Leuten am Teich, nicht Vollgas fahren, denn das Schiff macht sehr
 viel Lärm!

 Aus Zeitmangel konnte ich nicht abwarten, bis das liegen gebliebene Schiff irgendwo ans Ufer trieb, weil ich
 rechtzeitig zu Konsti's  8. Geburtstag daheim sein wollte. Daher musste ich den Teich verlassen, in der Hoff-
 nung, dass ich am nächsten Tag das Schiff finden werde.   -  Da meine Gattin am nächsten Tag zum Haar-
 schneider musste, konnte ich in der Zwischenzeit nach Würnitz fahren und das Schiff suchen. Schon als ich
 beim Teich angekommen war, sah ich schon vom Parkplatz, dass jemand lieber das Modell auf einem Tisch
 abgestellt hat. Ich gab an der Stelle einen Zettel hin, in dem ich mich bedankte.

 Daheim zerlegte ich den Regler, da ich angenommen hatte, dass dort ein Fehler vorliegt. Ich lötete auf Ver-
 dacht die Lötstellen der dicken Kabel nach. Ich kontrollierte die Leitung zum Schalter für die EInschaltung der
 Steuerung und alle anderen Stecker, ob dort ein Kontaktfehler vorliegt. Nein. Zuletzt musste ich einen Stecker
 an einem Motorkabel anlöten, der lose war. Siehe, das könnte die Ursache das Ausfalls gewesen sein,
 denn ohne dass beide Motore angesteckt sind, läuft nichts! - Aber auch der Tamya-Stecker ist verdächtig
 und muss man immer prüfen ob der Kontakt in Ordnung ist.
 Jetzt läuft wieder alles und ein neuerlicher Fahrtest kann erfolgen. Als Rettung werde ich künftig noch die
 Graupner Commodore mitnehmen, um damit die Barbados notfalls zum Ufer schieben zu können.
 Außerdem ist es wichtig, vor jeder Fahrt die Motorschrauben nachzuziehen und darauf zu achten, dass die
 Akkustecker guten Kontakt haben.

 Am 12.05.22

 war es wieder so weit, ein neuer Versuchslauf startete. Erschwerend kam dazu, dass der Wind am Vortag
 kleine Blätter und Samenschoten ins Wasser geweht hat. Meine Meinung, dass die beiden Prop mit bis
 zu 13 000U/Min die Dinger zerhacken werden, erwies sich leider als Fehler, aber das Boot blieb fahrbar.
 Jedoch Vollgaskurven gingen nurmehr in eine Richtung. - Technisch gab es diesmal keine Ausfälle!
 jedoch muss das Seitenruder um 10mm nach unten verlängert werden, um mehr Wirkung zu erzielen.

 Fahrtechnisch gibt es noch einen wichtigen Hinweis, der logisch nachvollziehbar ist: Vollgaskurven können
 bis zu einem gewissen Grad nicht enger gefahrenwerden, da vermutrlich die Fliehkraft hier mitspielt. Möchte
 oder muss man enge Kurven fahren, geht das nur mit langsamer Fahrt, oder im Werfthafenbecken.

 Bei Fahrten mit dem Boot muss man auf Blätter oder umherschwimmende Algenreste etc.a chten, die sich
 prompt um die Propeller wickeln und Schwierigkeiten bescheren; denn sonst macht das flotte Bötchen kei-
 nen Spaß. Künftig wird das Schiff nurmehr mit dem mitgelieferten Akku betrieben. Da kommt man bei
 flotter Fahrt auf maximal 10 Minuten Fahrzeit. Diesen Zeitraum werden die heißen Motore bestimmt immer
 überdauern. Mein Lipo-Akkupack mit 5400mAh liefert zu lange hohe Spannung. Klar, man muss ja nicht
 immer Vollgas fahren, doxch so ein Boot verleitet dazu..

     
Fahrt nach Steuerungsumbau       
      die Propeller und das fixe Seitenruder 
Set mit Originalakku, Lader und Sender Zweitakku Motore mit Kühlblechen Boot mit neuem Sender Exmitter EX7 der neue Regler und links der Empfänger
Motore wieder eingebaut und ganz festgeschchraubt  die Einbausituation des Lenksorvos  Ansicht Antrieb und Ruderanlenkung   
   
Ersatzpropeller mit neuer Verschraubung