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   Carrera Ferran Rumpf  reparieren, kleben und lackieren
 

 
 Carrera Rümpfe sind eine eigenartige Sache, die bei besonders anspruchs-
 vollen Modellbauern keine Akzeptanz finden. Mache Argumente sind nachvoll-
 ziehbar, viele sind nicht haltbar.

 Besondesr negativ wird die Flexibilität und das Temperaturverhalten (Ausdeh-
 nung bei Wärme) der Ferran Rümpfe beurteilt, da sie elastisch sind und nicht
 starr wie Holz, GFK oder gar CFK-Rümpfe. Für bestimmte Anwendungen wie
 zB. harten Wettbewerbs-Kunstflug sind sie natürlich nicht ideal. Aber nicht jeder
 Modellpilot möchte Kunstflug fliegen und zieht daher Modelle vor, die den Mo-
 dellflug möglichst stressfrei lassen und einfache Reparaturen problemlos von
 Ungeübten durchgeführt werden können. Und dazu benötigt man keine starren
 Rümpfe, sondern solche, die Schäden in Grenzen halten und einfach zu repa-
 rieren (geradebiegen) sind. Die Carrera Bausätze waren komplett auf ihren
 EInsatz abgestimmt und vorbereitet. Alle zum betrieb notwendigen Teile, Hebel,
 Scharniere usw. waren exakt in den Rümpfen passend und erforderten keine be-
 sonderen Modellbaukenntnisse oder zusätzliche Modellbauarbeiten.
 
 Ich denke, das war auch die Idee von Carrera, die deshalb ihre Modelle Rümpfe
 aus fast unzerstörbarem Ferran gebaut hatten.I m Allgemeinen waren die Ferran
 Rümpfe für den Normal-Modellflieger eine sehr gute Lösung. Sie sind trotz ihrer
 "Weichheit" sehr widerstandsfähig und Verformungen sind mit geringem Auf-
 wand zu reparieren. Der Wunsch sie zu lackieren war gering und natürlich kein
 Higth Light für Scale Fans.


Rumpf SB 10 5m, (Carrera)


Sportavia Pützer, lackiert

 Verformungen der Rümpfe reparieren:
 Nach eigenen Erfahrungen mit dem Carrera Mistral, lassen sich mehrfache ab-
 sturzbedingte Verformungen am Bug gut "ausbügeln". (Bei anderen Modellen
 wären das Totalschäden der Rümpfe). Nach hartem Bodenkontakt entsteht
 eine bleibende Verformung des Rumpfes. Man kann sie mit Hitze, zB. mit einem
 Föhn, wieder in den Ausgangszustand zurückversetzen. Dazu muss man die
 Schadstellen im Bereich des Schadens lausreichend lange erhitzen und danach
 mit der Hand und einem Tuch (wegen der Hitze!), die Verformung zurückdrücken
 und in der richtigten Position einige Zeit den Druck aufrecht erhalten.
 Erst nach dem Abkühlen kann man loslassen. Manchmal muss man den Vor-
 gang wiederholen, bis die ursprüngliche Form wieder hergestellt ist. Allerdings
 ist die Rückführbarkeit der Form nach einigen Wärmebehandlungen endend und
 muss allfällig mit einer  geschraubten Holzleiste der Rumpf zusammengezogen
 werden, damit die Kabinenhaube noch eine passende Auflage findet.
 
Mistral, geschraubte Kiefernleisten
helfen die Form halten
 
 Bei einem geschenkten Modell einer kleinen Carrera SB 10 - 3,3m  war der
 Rumpf an der Schwachstelle unmittelbar vor dem Seitenleitwerk stark verbogen
 und verdreht. Durch die offenbar falsche und zu starke Erwärmung und nach un-
 geschickter Kraftanwändung hat der Vorbesitzer dem Rumpf Wülste verpasst,
 die besser nicht rückgängig gemacht werden sollten. Er gab das Modell daher
 ab und ich beschränkte mich daher auf die richtige Stellung der Seitenleitwerks.
 Die Festigkeit der Schadstelle hat dadurch aber nicht gelitten, die Optik des
 aus der Nähe betrachteten Modells natürlich schon. 

SB 10 3,3m 

 Schlimmer sind die Schäden an den Kabinenhauben, die mangels Ersatz vorsichtig mit Sekunden-
 kleber dünn "weiterverwendbar" gemacht werden können. Optische Abstriche sind angesagt, oder
 man beherrscht es, die Hauben tiefzuziehen und kommt derart zu Ersatz.

 Kleben und Lackieren von Ferranbauteilen

 Das Kleben und Lackieren eines Ferranrumpfes stellt natürlich eine größere Herausforderung dar. Ich
 selbst habe in den nach 75er Jahren Versuche in dieser Richtung unternommen, wobei dasLackieren
 gelungen ist. Allerdings vermute ich, dass zB beim langen Rumpf der Sb10 5m die Wärmedehnung die
 Eigenschaften von Lacken überfordern könnte. Mit gelang erfolgreich eine Lackierung der Carrera
 Sportavia Pützer. Klebeversuche führte ich nicht durch, da ich die Verformung der bei Abstürzen aufge-
 weiteten Rumpfschäden beim Carrera Mistral durch Wärmebehandlung und dem zusätzlichen Einbau
 von verschraubten Kieferleisten reparieren konnte.

 Mit gewissem überschaubaren Aufwand sind aber heute Klebungen am Ferran Rumpf möglich. Auch
 wie man diese Rümpfe haltbar lackieren kann, wird im nachfolgenden Bericht des Modellbaufreundes
 B. Küppers mit seinen Worten beschrieben:

 Mein Freund versichert, dass es eines recht großen Arbeitsaufwandes bedurfte, einen Rumpf zu repa-
 rieren, damit er optisch einem „nicht ZU EMPFINDLICHEN Ästethen“ als halbwegs akzeptierbar
 erscheinen mag. Mir selbst gelang die Lackierung einer Carrera Sportavia Pützer, die viel Aufwand
 brauchte, und der Lack am Ferran gehalten hatte. Leider habe ich mir das Prozedere aber nicht ge-
 merkt, sehe aber im Bericht des Freundes weitgehende Ähnlichkeit.

 Konkret zum Kleben von Ferran:
 
Im Sporthandel wird zur Reparatur von Skibelägen ein Kunststoff Material benutzt, das man zunächst
 mit einem Feuerzeug anzünden muss und die Tropfen in Risse und Kratzer träufeln läßt. Nach dem Ab-
 kühlen kann man den Überschuss mit einer Klinge abziehen und alles glätten. Der große Nachteil die-
 ser Methode bei einem Ferran Rumpf ist der Umstand, dass das tropfende Material beim „Verbrennen“
 mehr der weniger stark rußt.
 Augfrund der Ähnlichkeit des Materials kam mir in den Sinn, die Arbeit mit einem Heißsiegelkleber fort-
 zusetzen. Langer Rede kurzer Sinn, es gelang hervorragend, als der - große - Überschuss mit Skalpelll
 und nachfolgenem Informschleifen entfernt war, half eine feine Spachtelmasse die restlichen „„Kratzer“
 und Unebenheiten zu glätten.

 Kleben:
 Nach dem Lackieren des Rumpfes, leider habe ich es versäumt vorher den gesamten Rumpf ordentlich
 aufzurauen und vor dem Lackieren einen Bonder aufzubringen, habe ich einen Motorspant mit Stabilit
 Express - eingeklebt. - Beides, Heißkleber und Stabilit Express halten bei mir hervorragend am Ferran!

 Lackieren:
 Es ist erwähnenswert, dass gründliches Aufrauhen mit Sandpapier - 80er oder 120er Körnung die Er-
 folgsaussichten erheblich verbessern dürfte. Anschließend Aufbringen einer Bondergrundierung vor der
 eigentlichen Lackierung. Insgesamt erhält man durch das Lackieren eine lohnenswerte - optische - Auf-
 wertung des Modells!, zumal die „nackten“ Ferranrümpfe optisch Enthusiasten nicht vom Hocker zu reis-
 sen vermögen.

 Die beschriebenen Reparatrurtipps und die Haltbarkeit der Klebungen bestätigten sich bei einem nicht
 beabsichtigten Absturz meines Carrera Optimist, was mich zu dieser Berichterstattung veranlasst hat.

                                                                                                                                             B. Küppers