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Nach
dem ich einige Segler habe, die, wenn naturähnlich sehr
unhandlich sind (über 4,7m Spw), oder E-Segler bis 1,8m Spannweite, die mir nicht gefallen, ent- stand der Wunsch nach einem schönen und interessanten Segelflugmodell,
welches leicht zu handhaben ist.
Das Flugverhalten soll normal, also halb ther- misch und halb windverträglich sein und etwa 3m Spannweite haben. - Ja, und
erschwinglich soll der Flieger auch
noch sein.
Bei der Suche wurde ich bei Lindinger fündig und um 159.- konnte ich einen
2,8m Segler mit großer Nachbau- genauigkeit beschaffen. Gehe ich nach einem
Internetforum, dann ist das Modell wirklich günstig und genau meinen Vorstellungen entsprechend.
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Rheinland, FVA-10B |
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Baubericht
Die Schachtel ist schlicht und einfach,
nicht mal ein Bild oder Daten des Inhalts sind
aufgedruckt. Doch dass hier gespart wird ist OK, wichtig ist, dass in der Schachtel nicht gespart
wurde. Dem scheint auf den ersten Blick auch so zu sein. Schön aufgeräumt und alle Baugruppen sind gut gegen
Verrutschen gesichert. Wenn man möchte könnte man die Box für das fertige Modell wieder verwenden, denn das
Höhenleitwerk könnte demontiert werden.
Ich beginne mit den Bremsklappen, deren rote Farbe einem die "Augen
einschlägt" und lackiere sie reinweiß. Das
muss man oft tun, denn die rote Farbe durchwirkt das
Weiß eindringlich bis es endlich deckend wird. Im Internetforum las ich, dass der Klappenschacht einer kleinen Aufdopplung bedarf, damit sie bündig zu Flügel- oberfläche sitzen. Stimmt, und ich habe etwa 1mm auf die unter den Klappen sitzenden
Flügelrippen aufgeklebt. Anschließend muss man sich den
Kopf darüber zerbrechen, wie man die Klappenservos einbaut, denn mit den
vorgebogenen Gestängen geht das nicht. Also wurde das Gestänge geändert und mit einem Gabelkopf verse- hen, der dann am Servo eingehängt werden kann. Der Mechanismus funktioniert hervorragend. Auch die Quer-
ruderanlenkung war einfach zu realisieren, obwohl die zarten Gabelköpfe des Bausatzes mein
Sehvermögen und das Gefühl in den Fingern forderten.
Der Einbau der Servos für Quer und Klappen bedurfte im Voraus der Umpolung
zweier Servos. Der Grund dafür war die beabsichtigte Verwendung meiner neu überholten Multiplex 434 Mhz (UHF)
Fernsteuerung aus den Mittsiebzigern, die ja nicht so mirnix-dirnix Mischungen ermöglicht. Daher verwende ich zwei
V-Kabel wodurch eben die Umpolung je eines Klappen- und eines Querruderservos notwendig ist. Sowohl das Klappenservo als
auch das Querruderservo wurden mit Superkleber
angeheftet - fertig. Beim Einziehen des Servokabels in den
Flügel ist der Stecker nur schwierig durch den Rippendurchbruch zu
bekommen, aber es geht.
Interessant ist bei dem Modell ja auch die Flügelbefestigung die ohne Gummiringe im Rumpf
auskommt, da sie aus zwei die Flächenhälften verbindenden Stahlstiften besteht, welche jeweils im Flügel mit einer
Klemm- schraube angeschraubt werden.
Nun startete ich mit den Vorbereitungen der Montage des Seitenruders und
des Höhenleitwerkes. Beim HLW ist die Anlenkung mit den Minigabelköpfen und Miniruderhörnern ein
Geschicklichkeitsspiel der Sonderklasse. Also habe ich sie modifiziert und einen anderen Ruderhebel verwendet, damit der
Anlenkungsstahldraht nur einfach abgebogen wird und so seitlich in die Löcher des Hebels eingeschoben werden kann. Durch
die Steifigkeit des Stahldrahtes und des Bowdenzugrohres kann des Draht nicht von selbst aus dem Ruderhebel herausrutschen.
Somit bleibt das Höhenleitwerk demontierbar. Dann wurde die EWD ermittelt und von 3,5 Grad auf 2,5 Grad
verringert, sowie die Parallelität der HLW-Achse zu Tragflügelachse durch geringes Unterlegen auf einer Seite
hergestellt.
Das Seitenruder wird mit der schmalen Dämpfungsfläche mit einem 6mm
Rundstahl und einem Verdrehungs- schutzbolzen am Rumpf befestigt. Leider ist das im Rumpf eingelassene Rohr nicht genau
im Rumpfmittel und nicht im rechten Winkel zur Flügelebene, sodass nachzuarbeiten war. Der Stahl wurde aus
Gewichtsgründen durch einen Holzrundling gleicher Dimension ersetzt. Derzeit ist offen, ob die Seitenruderdämpfungsfläche
angeklebt oder anderweitig befestigt werden soll. Ihre allfällige Entfernung erleichtert die Montage des
Höhenleitwerks.
Die Anlenkung des Seitenruders mit den dünnen
Stahlseilen wurde ohne Verwendung der Minigabelköpfe
rea- lisiert. D.h. die Seile wurden direkt durch die jeweilige innerste Bohrung im Lenkhebel
gezogen, durch die Quetschhülse gefädelt, die Hülse gequetscht und schließlich die Quetschung mit Sekundenkleber
gesichert. Servoseitig wurde ebenfalls eine andere Anlenkung gewählt: Beim Höhenruder
erfolgt die Anlenkung durch einen Gestängeanschluss. Die Seitenruderseile wurden jeweils in eine
Augenschraube eingefädelt, welche ebenfalls in Gestängeanschlüssen längenverstellbar befestigt wurden.
Während des Einbaues und der Anlenkung der Servos stellte sich schon
heraus, dass meine Multiplex- 434 Mhz-Fernsteuerung eben nicht mehr ganz auf dem heute bei Sendern üblichen
Programmier-Standard steht. Es gibt noch keine Expofunktion, keine Mischer, auch keine variierbare
Mischungsmöglichkeit Quer-Seite mit Übersteuerbarkeit des Seitenruders, sondern nur einen Kombiswitch. Das bedeutet, dass man wieder
einze- lne Servos umpolen muss, damit bei geswitchter Schalterstellung die gekoppelten Servos auch in die gleiche
Richtung wirken. Bei fortgeschrittenem Alter und doch schon merkbarer Sehschwäche fallen die Lötungen bei
den
Nanoservos schon verdammt schwer. Dann, die Ruderwegverkürzungen können nur je Knüppel auf einen
Kanal geschaltet
(gesteckt) werden. Dummer Weise ist mein Sender ursprünglich ein Mode 2-Gerät, sodass für das Höhenruder am linken
Knüppel (weil ja eigentlich der Gashebel dort ist) keine Verkürzungsmöglichkeit
besteht. - Ein Umbau ist zwar auch
heute noch möglich, aber.... Und alle Mitten und Differenzierungen muss
man wie ehemals mit den Anlenkhebeln und deren
Positionen bewerkstelligen. Früher ging das auch alles,
warum sollte es heutzutage nicht auch funktionieren. Noch ein Wort zum Empfänger. Der ist, verglichen mit heute, ein
Riesending. Nachdem das Modell jedoch in der Nase ohnedies 300g Blei vorgeschriebener Weise benötigt, ist das Gewicht und
die Größe des Empfän- gers ein Zusatzplus für die 434-Anlage. Ich möchte die Anlage dennoch verwenden, da ich davon
ausgehe, dass ich damit weitgehend ungestört fliegen werde können. Somit geht es, dass ich mit meinem Big
Lift die Rheinland hochschleppen kann, egal ob ich 35 Mhz oder 2,4 Ghz verwende, denn die 434 Hz sind weit von
beiden Frequenzen entfernt. - So lernt man die moderne Sendertechnik heutiger Tage schätzen. Wenn
ich so schaue, dann merke ich, dass ich mich schon beim
Bau der Kabinenhaube und des Cockpits befinde.
Tja die Flächen sind mit Servos bestückt, ebenso der Rumpf, es fehlen noch die
V-Kabel für Klappen- und Querruderservos, aber das ist ja keine Hexerei mehr. Das Blei wird noch
ein wenig Kopfzerbrechen bereiten, denn es soll ja ganz nach vorn, und für Akkus ist auch noch Platz zu schaffen. Also da
gibt es noch Tüfteleien.....
Bevor es
noch zu einem Erstflug gekommen ist, wurde das schöne Modell
verkauft / eingetauscht, dabei aber wenig Trauer
empfunden.
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