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Der
Optimus ist eigentlich ein
Elektrosegler gewesen. Ich bekam das Modell von einem
Freund. Er hat anstelle des
Elektroantriebes einen Verbrenner der Marke HP 21 VT,
einen 3,5ccm Hirtenberger Viertakter eingebaut. Das
abgelebte Modell wurde von mir wieder gereinigt und
optisch aufgeputzt und ich hatte viele schöne Flüge damit.
Der Segler legte ob der schwachen aber ausreichenden
Motorisie- rung nur sehr flache Steigflüge hin, die deutlich
erkennen ließen, wenn es Aufwind- gebiete gibt.
Ein tolles Modell für alle Tage und Flüge ohne
Streß!
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Optimus Carrera |
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Meine
Modelle von Carrera haben etwas "unkaputtbares" an sich.
Eine kleine Geschichte dazu: Ich wurde von der Bezirksvorstehung
des Wiener 21. Bezirkes einmal zur Organisation einer kleinen
Flugmodelldemonstra- tion am Bisamberg, einem
Hausberg von Wien, eingeladen. Nun befanden sich damals
dort noch einer der stärksten Radiosender für
Mittelwelle und ein UKW-Sender. Die Abklärung mit
Funktechnikern ergab keine zu erwartenden funktechnischen Probleme
mit den in etwa 1km Entfernung stehenden Sendemasten.
Mit Blick über Wien ging es los und die
anderen Kollegen starteten ihre Flüge. Das ungewöhnliche
windstille Wetter ergab hervorragende
Flugbedingungen. Schleißlich kam auch ich die Reihe
und ich hatte viele Helfer. Kurz es war der Hilfe
zu viel, denn es wurde die Empfangsanlage zweimal
eingeschaltet, also abgeschaltet. Der Start
über den falchen Abhang ließ sofort böses Erahnen, denn
das Modell streifte fast den Boden, bevor es
langsam zu steigen begann. Das mehrfache Ein-
und Ausschalten des Senders änderte nichts daran und der
Segler stieg langsam und stetig höher. Zuerst
vom Hang weg und hinaus in die Weite in Richtung Wien.
Dann einkreisend über die Donau in Richtung
Leopoldsberg.
Man bekam den Eindruck der Segler flöge in enorm großen
Kreisen hinüber zum Leopoldsberg und der Motor
wollte nicht und nicht stehen bleiben. Er war ja so weit
draußen und man hörte den ohnedies sehr leisen Motor
schon lange nicht mehr. Nur am ständigen leichten
Steigen konnte man erahnen, dass er noch immer läuft.
Vom Standort beim Eichendorffdenkmal
gesehen, fast so hoch wie der Leopoldsberg, begann nun
der Sinkflug. Gemächlich und wieder in
riesigen Kreisen sank das Modell endlich. Ein Team von
Rückholern hatte sich schon längst mit einem
VW-Bus auf die Verfolgung des Modells gemacht. Wir
anderen sahen entzückt dem Optimus zu, wie
sich dieser in ganz flachen Kreisen wieder dem Boden näherte.
Wir dachten das Modell flöge schon auf der
anderen Seite der Donau, doch
dann sah es wieder so aus, alsob es über einem großen Baumarkt
seine Runden dreht. Schließlich verdeckte der Geländeverlauf
die Sicht auf das schon in Bodennähe fliegende Modell.
Nachdem die Demonstation für die Zuschauer
nun den ungewollten Höhepunkt erreicht hatte und nachdem
das Modell nun schon eine Stunde in der Luft
war, kam ohnedies die Zeit des Einpackens. Nur wenig
Hoffnung hatte ich, dass ich das Modell
nochmals zu sehen bekäme und wenn, dann in welchem
Zustand? Doch da kam der VW-Bus mit der
Suchmannschaft daher. Die Leute stiegen aus und brachten
den zerlegten aber gänzlich heilen Optimus
mit. Er war in Langenzersdorf, unterhalb unseres
Startortes, in unmittelbarer Nähe der
Hauptstraße, am einzig damals unbebauten Grundstück,
in einem riesigen Busch gelandet. Einige Meter im
Umkreis dane- ben, hätte es bestimmt Trümmer gegeben.
Nach der eindrucksvollen Flugdemonstration verschenkte
ich das alte Modell an einen polnischen Modellfliegerfreund.
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