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Eigentlich wollte ich ja keine Mustang bauen sondern
eine Twin Mustang. Doch die Lieferung von zwei gleichen Bausätzen stößt manchmal an logistische Grenzen,
sodass das einzeln gelieferte Modell der P 51 anders verwendet werden muss
bzw. kann.
Ich bin nicht ganz unglücklich darüber, so komme ich in meiner Warbird
Sammlung noch eine Mustang dazu.
Bei der Motorisierung des Modells mit 1,55m Spannweite sollte ursprünglich
ein Hype 69 mit TN-Vergaser zum Einsatz kommen. Dem Motor wurde mit dem
geänderten
Vergaser Laufkultur vermittelt und wegen seiner Langhuber-Auslegung
kann er auch
große Propeller bewegen; die erreichbare Drehzahl liegt nur wenig unter der eines Hype 91. Da dann aber Schalldämpfer bei diesem Modell
(ähnlich wie bei meiner Spitfire 2) derart unschön unten aus der Motorhaube herausragen
und die Silhouette stark
verändern würde, habe ich mich doch dazu entschlossen,
mir einen neuen PH 91 Viertakter zu leisten und
einzubauen.
Wie das dann mit dem Bau des Modells weitergegangen ist folgt nun. |

Das
Vorbildflugzeug,
P 51 D, Nr. 413626,
"Sweet Thing"
Mein ex-Modell |
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Der Bau meiner Mustang aus dem Hause Etter/Phönix Models
Die Bauteile in der
Box sind durchwegs gut gefertigt und geklebt, jedoch ist
bei diesem Modell die Obe flächen- bearbeitung am Rumpf vor der Aufbringung der Bügelfolie teilweise mangelhaft aber
gerade noch akzeptierbar. Die erste Arbeit bei mir ist immer der Motoreinbau und die Anpassung des Auspuffsystems und der Motor- haube. Als nächster Schritt ist der Tankeinbau dran. Wegen
des hängend eingebauten Motors muss das Tankniveau in Fluglage so niedrig als möglich eingestellt werden. Dazu
muss im Rumpf innen ein wenig gesägt werden.
Bei den Arbeiten passierte mir ein Missgeschick indem ich irgendwie irrtümlich Superkleber auf die Kanzel
getan habe. Dumm war dann mein Reinigungsversuch mit dem Superkleber-Lösungsmittel
zu reinigen: die Stelle
wurde matt und undurchsichtig. Was nun also? - Dieses Missgeschick
hatte auch einen Vorteil, nämlich die Demontage der
verklebten Pilotenkanzel und damit verbunden, die Überlegung dem
Modell eine andere Farbgestaltung angedeihen zu lassen. Darüber hinaus
ergab sich damit auch die Gelegenheit für eine etwas detailgetreuere Ausfertigung des Modellrumpfes.
Inzwischen wurde von mir die
Entscheidung getroffen, dass das Modell dem obigen Bild
entsprechend gebaut werden soll. Zuerst wurde die blaue Folie vom Rumpf abgezogen und die ebenfalls blaue Motorhaube silber- farben lackiert. Leider nimmt der Klarlack
etwas Helligkeit vom Silber, doch damit muss ich leben.
Die Lackie- rung nur dieses einen Teils bedurfte einiger Nervenstärke. Warum das war beschreibe ich jetzt: Die weitere
Lackierung der Haube mit gelben Bereichen war
unproblematisch. Dann kam der Tarnfarbige Teil dran, der
in einem Fiasko der Farbchemie endete. Der neue Kunstharz-Tarnlack, gemischt
bei Forstinger, verdünnt und ge- härtet mit nicht genau den richtigen Wässerchen weil nicht lagernd, reagiert mit den
Duplicolor-Acryl-Autoaus- besserungslacken nicht positiv.
Glücklicher Weise hielten sich die Auswüchse in Grenzen. Der erste Test
der Acryl-Klarlackoberfläche auf Silber mit Treibstoff endete ebenfalls mit einem Desaster, der Lack wurde
angelöst. Da ich
darauf vorbereitet war kam es zu keinem großen Schaden. Als Konsequenz erfolgte dann ein
Anstrich mit einem angeblich
universellen 2K-Modellbau-Klarlack. Also wurde die gesamte silberne mit Gelb
und Tarnoliv bereits lackierte Haube raschest
überstrichen, um Schlieren vom Pinsel zu vermeiden. Dieser dicke
Anstrich funktionierte auf dem Acryl-Klarlack, auf den gelben
Flächen und auch auf Tarnoliv, wo es auf einer kleinen Fläche dennoch der zum Aufzug des unteren Anstriches kam. Nach der leichten Überschleifung wurde
neuerlich Tarnoliv nachgestrichen, diesmal aber nicht mit Härter abgemischt, sondern
nur verdünnt, um besser streichen zu können. Die Erfahrung für die Zukunft heißt also: grundsätzlich nur Lacke einer
Marke und Type zu benützen. Vor der Mehrfarblackierung sollte man sich die Zeit nehmen und die Verträglichkeit
der Lacke im vorhinein zu erproben! Am Modell ist es
dann zu spät und kann Ganzlackierungen notwendig werden lassen.
Nach dieser unsäglichen Quadratur der Lackierarbeit konnte wieder zu
normalen Arbeiten übergegangen wer- den. Es konnte die Spornradlagerung annähernd an die Stelle verlegt werden, an der
sie sich beim Original befindet. Das Spornfahrwerk
wird mit Seilen angelenkt, es wurde jedoch nicht einziehbar ausgeführt.
Die Montage des Höhenleitwerks verlief undramatisch, da eine gute
Passgenauigkeit der Teile bestand. Die Kontrolle der EWD ergab + 1Grad. Eine leichte Nachkorrektur führt zu einer verkleinerten EWD
auf +0,5
Grad.
Dann nahm ich die Tragflächenhälften in Arbeit. Zuerst wurden alle
Öffnungen für die Servos und die Fahrwerke mit dem Lötkolben ausgeschnitten. Das ist eine
"neue Technologie" und vorteilhaft,
da die Folie am Rand gut zusammenschmilzt und abdichtet. Dann habe ich die Servos eingebaut, wobei ich sehr preiswerte
Sanwa-Ser- vos (3,0 kg Drehmoment) verwendete. Der Test des Antriebsspieles und des sehr gleichen Drehwinklels hat
mich
dazu bewogen diese Servos zu verwenden. Trotz des geringen Preises von 7.- Euro schreckte ich vor der
Verwendung nicht
zurück. Nach dem Einziehen der Servokabelverlängerungen und dem Einbau der Servos
konnte ich die Flügelhälften endlich zusammenkleben. Bevor ich mich mit den
im Bausatz enthaltenen, brauchbaren Fahrwerken beschäf- tigte, begann ich
die Fahrwerkshalterungen im Flügel nachzukleben bzw die Klebungen zu verstärken.
Das mache ich immer! Dann folgten probeweise die
Anpassungen fertiger Federbeine. Die würden passen wenn
die Federbeinschlinge abgeschnitten würde. Das habe ich bei
meinen bisherigen Einziehfahrwerken so gehandhabt, meine aber, dass dadurch viele Stöße nicht abgefedert worden
sind und die Fahrwerksnocken oder der Flügel diese Energie hat aufnehmen müssen (:-). Diesmal belasse ich die
Federschlinge, was jedoch die Herstellung eigener Federbeine bedeutet. Federbeine verwende ich deshalb, weil sie doch den
Aufsetz- stoß lindern. Nach Erstellung einer Skizze schritt ich zur Tat und fertigte aus einem Alurohren und einer Alustan- ge
die Federbeine. Leider habe ich den Trick noch nicht gefunden, wie ich die Bohrungen für die Befestigungs- schrauben und das
Langloch für den Führungsbolzen exakt mittig hinbekomme. Meine Messungen sind eigent- lich in Ordnung, doch im
durchbohrten Aluminiumrund liegt das Loch dennoch etwas aus dem Mittel und ich
muss schummeln. Zum Glück sind die Teile trotzdem brauchbar, die Fahrwerke federn auch in vertikaler
Richtung.
Der Einbau der Fahrwerke und des zentralen
Ezfwk-Servos gestaltet sich
unproblematisch. Die originale Steuerscheibe am Fahrwerksservo muss jedoch durch eine größere Ersetzt werden, denn nur so
erreicht man die Verriegelung der Fahrwerke in beiden Endstellungen. Sogar ohne Kröpfungen können die
Bausatz-Schub- stangen verwendet werden, wodurch eine
exaktere Funktion des Fahrwerks erreicht wird. Andernfalls kommt es zB wegen
schwererer Räder zum Ausknicken und das Fahrwerk fährt im Flug nicht komplett ein, obwohl das
Servo in seine Endstellung
läuft. Die Fahrwerksschachtabdeckungen im Bausatz sind zwar recht nett, für meine um 5mm im Durchmesser größeren Scale-Räder aber zu klein; daher lasse ich sie weg. Es fehlt jedoch im Bau- satz die
Garnitur der Federbeinabdeckungen. Also nehme ich eine 1mm Kunststoffplatte und schneide mir
passende Abdeckungen zu. Mit
leichtem und dünnen Eisendraht werden die Abdeckungen am Fahrwerk befes- tigt und mit Distanzstücken gegen verdrehen
gesichert. Dadurch können sie sich beim eingezogenen Fahrwerk
genau an die Flügelkontur anlegen.
Jetzt geht es an den endgültigen Zusammenbau und Einbau des Motors und des
Empfängers. Und bevor der Akku eingebaut werden kann, muss noch das Modell ausgewogen werden. Nun, der Schwerpunkt,
das ist so eine Sache. Besonders dann, wenn die originale Anleitung 150mm schreibt und die deutsche Übersetzung/
Ergänzung 130mm. Auch eine Internetnacht verhalf nicht zur gewünschten Aussage, wo der Schwerpunkt jetzt
wirklich
hin gehört. Da hilft dann die Erfahrung und eventuell vergleichbare Modelle (Spitfire) und siehe da, die
taiwanische
Angabe dürfte doch die Richtige sein. Ich verwendete also das Maß 150mm gemessen direkt am
Rumpf an der Nasenleiste. Mit der
Verwendung eines 3000er Akkus der im Bereich der hinteren Flächenbe- festigungsschrauben liegt konnte der Schwerpunkt
genau eingestellt werden. Ich trachte durch die Befestigung
des Empfängers etwas weiter vorn im Rumpf, doch noch eine gewisse Kopflastigkeit zu erreichen. Spätestens
durch die Verwendung des Aluspinners mit der Dreiblattluftschraube wird
mein "Gefühl" dann vermutlich verbes- sert werden.
Nach dem Zusammenbau und dem Eintrimmen aller Ruder usw. wurde der Motor
wieder ausgebaut und am Prüfstand eingelaufen. Der 91er "Chinese" der Marke P.H. startete sehr hart, will
heißen, er schlägt sehr leicht zurück. Aber schließlich nach einem Liter Sprit sieht die Sache schon freundlicher aus. Um meine
Finger vor Schnitten zu schonen, startete ich
jedoch mit dem E-Starter. Zum Einlaufen verwendete ich eine Master 12x8
Dreiblattluftschraube mit der bei kurzzeitiger
spitzer Einstellung gut 9000 U/Min erreicht wurden. Mit dem
hängenden Motor unter der Motorhaube kam ein APC-Zweiblattprop 14x6
zum Einsatz, mit dem ebenfalls 9000 U/Min erreichbar waren. Nachdem während ca. 20 Minuten fast Vollgas keine thermischen Probleme unter der Haube entstanden
war, gehe ich davon aus, dass es mit dem Motor nun in die Luft gehen kann.
Nun gab es noch einige Abschlussarbeiten zu machen, vor allem das
zeitraubende Ausschneiden der Beschriftungen des Modells. Die einzelnen Buchstaben werden aus der Klebefolie ausgeschnitten
und nach dem Abziehen der Deckfolie mit Seifenwasser an der Stelle an die sie hin gehören aufgebracht. So kann man die Buchstaben und Ziffern leicht verschieben und einrichten. Schließlich konnte ich zu später Stunde noch
einige Fotos
schießen (s.u.).
Über
die Flugleistungen des Modells kann ich später
berichten, wenn mich der neue Besitzer zum Erstflug
einlädt.
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