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Um eine Twin-Mustang bauen zu
können, hätte ich zwei gleiche Bausätze be- nötigt,
die ich bei Schweighofer bestellt hatte. Doch ich bekam
nur einen Bau- satz, denn mehr gab es nicht
mehr. Nach einem Telefonat bot man mir eine andere
Mustang, die "Marie" sehr günstig an, sodass ich das
Angebot nicht ablehnen konnte. Also baute ich
eine "Marie" rasch zusammen, damit ich ehe- baldigst
damit fliegen gehen konnte um die Flugeigenschaften des
Modelles zu erkunden. Das Flugverhalten des
Modells war deshalb
wichtig, weil ich mei- nen beabsichtigter Eigenbau
einerTwin Mustang aus 2
Bausätzen der "Marie" herstellen wollte.
Zum
Einsatz in der ersten "Marie" kam einer meiner vielen modifizierten Hype 91ziger
mit einem OS-Vergaser (wenn sich dieser
alte Vergasertyp bewährt) und auch das Serien-Einziehfahrwerk
verwendete ich, wissend, dass ich für alle Fälle davon noch 4 gleiche Fahrwerke in Reserve
habe. An Servos baue ich
gebrauchte Servos ein und auch zum Test erstmals auch
drei Digitalservos.
Für
Interessierte die technischen Daten des Modells:
Spannweite: 1, 67m, Länge: 1, 42m, Gewicht:
3,8 kg, Motor: Hype 91 Zweitakt, Prop: 14x7-3Blatt
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das Originalflugzeug

mein Modell

das Modell aus dem Bausatz |
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Der
Bau der Mustang "Marie" Nr. 1
Erster
Tag:
Begonnen
wird bei mir immer mit dem Motoreinbau samt Anpassung der
Motorhaube. Da die vom Bausatz vorgesehene Baulänge eine zu kurze Rumpfnase mit sich bringt, wurde der
Motor so weit als möglich nach vorne gerückt montiert.
Weiters passt die vorgesehene Einbauhöhe des Motors nicht so recht, sie ist
zu niedrig. Also wurde die Einbauhöhe angehoben, was zu
einem originalgetreueren Verlauf der Rumpfkontur
führt. Die Anpassungen der Motorhaube, also kürzen, da
sie bei mir nicht über den Rumpf aufgeshoben wird, war
der nächte Arbeitsschritt. Zusätzlich wurden
auch die Öffnungen für den Auspuff und die Abluftöffnung
grob hergestellt.
Zweiter Tag:
Nun
wurden die Befestigungen samt der Abdeckleisten für die
Motorhaube am Rumpf aufgeklebt und zurechtgefeilt.
Danach erfolgte die langwierige Anpassung der
Motorhaubenlänge. Nachdem das geschafft war wurde mit
dem Bohren der Befestigungslöcher begonnen. Hier stellte
sich ein Hindernis bei den Monta- ge- und
Demontageversuchen in den Weg, nämlich der seitlich
herausragende Auspufftopf.
Danach wurde das
Gasgestänge hergestellt und eingebaut. Ebenso wurde das
Gasservo verbaut und der Servoweg gleich im Sender eingespeichert. Schließlich
begannen die rumpfseitigen Vorbereitungen für den Einbau
des Höhenruders, gefolgt von der Zusammenklebung der Tragflächenhälften.
Dritter Tag:
Die Tragflächen wurden
in der Folge zuerst überall dort wo es verdächtig aussah
mit Nachklebungen be- dacht. Ebenso wurden an den Rippen an denen die Fahrwerksbefestigungen
angeklebt sind, zusätzlich noch je eine
Verstärkungsrippe angepasst und solide eingeklebt.
Jetzt
konnten die Fahrwerke samt den Radschalen montiert
werden. Der nächste Arbeitsgang bestand aus dem Einbau
des Einziehfahrwerksservos (Hitec 75 BB) und
der Montage und Anpassung der Fahrwerks- anlenkungen. Die
bei dem Servo befindliche Steuerscheibe ist
eine Nummer zu klein und mußte gegen eine größere
getauscht werden, um ausreichenden Hub für die
Betätigung der Fahrwerke zu
bringen.
Ein weiterer Schritt betraf die
Fertigstellung des Rumpfes. Dazu gehörte die Lackierung
des Motorspantes mit Slberfarbe und danach mit eine
Überlackierung mit Zweikomponenten Klarlack, damit ein
spritfester Abschluss des Spants gegeben ist. Als
nächstes wurden die Servos für Höhe und Seite in den
vorgesehenen Ausschnitten im Rumpfheck mon- tiert. Die
Herstellung der Anlenkungen für die Ruder
konnte mit den, dem Bausatz beiliegenden Stahldrähten und Anlenkungsteilen rasch erfolgen. Zuletzt
wurde das Heckfahrwerk mit der Seitenruderanlenkung
montiert.
Vierter Tag (Halbtag):
Der
Einbau des Motors leitet langsam den Weg zur
Fertigstellung des Modells ein. Auch der Tank wurde
endgültig in seine Lage gebracht, mit
Schaumgummi positioniert und mit Gummiringen fixiert.
Die zwei Schläuche wurden einer mit dem Vergaser und der zweite mit dem Schalldämpferüberdruckventil
verbun- den. Als nächstes begann die Befestigung
der Pilotenfigur und dann die Montage der Kabinenhaube.
Dazu war es nötig, die Haube mit einigen Schrauben
zu befestigen, da sie sehr steif ist und sich nicht
genau an die Rumpfkontur anlegte. Schade.
Fünfter
Tag:
Man fragt sich was mit ARF gemeint ist?
Schließlich arbeite ich schon den fünften Tag (wie in
einer Firma) und muss mich mit den sehr oberflächlichen
Angaben der Bauanleitung herumschlagen. Viele Punkte, zB
die Befsetigung der Kabinenhaube, sind überhaupt nicht dargestellt. Dergleichen unklare
Montagedetails gibt es mehrere und somit ist das Modell
alles andere als für "bauliche" Anfänger geeignet.
Andererseits muss man den Preis bedenken, der ja sehr
moderat ist, und man daher in Summe dennoch sehr gute
Qualität für's gute Geld bekommt.
Nun,
am letzten Tag ging es noch um den Einbau der
Querruderservos. Mit den im Flügel befindlichen Schnüren
lassen sich die Kabel leicht einziehen.
Sechster Tag:
Problematisch
sind jedoch noch die Einbauten der Servos.
Diese müssen etwas schräg montiert werden, was dazu
führt, dass von den Befestigungshölzern der
Servodeckel einige Zentimeter ausgeschnitten wer- den
müssen. Nur so können die Servos dann eingebaut
und angeschraubt werden. - Last not least werden
die Beschriftungen mit Seifenwasser aufgebracht und
zurechtgerückt.
Allerdings ist es schwierig das dem Original möglichst genau entsprechend
nachzustellen, da nur zwei Bilder des Originalflugzeuges zu finden waren.
Ganz wichtig ist
die Schwerpunktseinstellung die als letzte Arbeit an dem
Modell zu erledigen ist. Mit allen Servos usw. auf die Schwerpunktswaage, den beabsichtigten Akku am
Modell verschieben und schon hat man den Schwerpunkt
ohne Bleizugabe eingestellt (S=135mm). Um den Akku an
der erforderlichen Stelle befestigen zu können, musste
ein kleines Brettchen für die Akkubefestigung eingeklebt
werden.
Jetzt fehlen nur mehr die
Fahrwerksabdeckungen die an den Federbeinen befestigt
werden müssen. Doch das erledige ich morgen ....
Tag
sieben - der
Rütteltest:
Damit bezeichne ich den ersten
Probelauf des Motors im fertigen Modell. Da es zur Zeit
zu kalt ist wird es erst in einigen Tagen dazu kommen.
Jedenfalls habe ich noch vor dem Test den Vergaser am
Hype 91 getauscht, da die Erfahrungen damit auf einem
7,5ccm Motor nicht sehr positiv ausgefallen
sind. Jetzt habe ich einen Webra Dynamix-Vergaser
montiert und bin gespannt wie der Motor laufen
wird und mit welcher Leistung. Inzwischen ist auch das
klar: Leerlauf ca 1800-2000, noch optimierbar und
Vollast mit der Graupner 14x7-3Bl mit 7900
U/Min: Das reicht um das Modell senkrecht nach oben aus
der Hand zu ziehen. Jedenfalls zeigt der
Langlauf-Rütteltest, dass der Motor noch nicht
eingelaufen ist und - dass der Holzrumpf die Vibrationen
nicht schluckt - leider. Die Servos werden
hierbei auf herz und Nieren getestet und zeigt sich,
dass die Billigservos zu viel Getriebe-und Achsspiel
haben, denn sowohl die Querruder (Expert Speed digi- tal
3.7kg-Servos) als auch ein altes S300 Robbe Servo am Höhenruder,
flattern in allen Lagen. Das S300 wurde gegen ein JR
5077 getauscht, der Rest bleibt einstweilen. Ein
Rolltest am Gras fiel akzeptabel aus, sieht
man davon ab, dass grausamer Wind gegangen ist, der
schnelleres Rollen wegen Abhebegefahr nicht zuließ. Schon
jetzt ist das Fahrwerk derart wackelig, dass man meint,
der Flieger hätte schon 50 Flüge überstanden.
Der
Erstflug:
Nach neuerlicher Feinjustierung des
Motors wurde der Erstflug versucht. Schon beim Standlauf
zeigte sich das Wackelige beim Fahrwerk -
damit muss manwohl vorerst leben. Das Rollen zum Start
ist kaum möglich, denn kaum hat man den Rollwiederstand
im Gras überwunden, reicht der Propellerzug um
das Modell sofort auf die Nase gehen zu lassen.
Das Ziehen nützt NULL. Dann also hinaus auf
die Piste tragen und dort mit Vollgas und voll gezogen
weg. So schenll kann man als Einzelperson dann nicht
reagieren, hebt das leichte Modell nach 3 m
ab. Die Korrekturen an den Knüppeln verhinderten
Schlimmes. Die Maschine steigt dann unter gut 45 Grad
weg, und das ganz schön flott. Also der Reiz eine Rolle
zu fliegen ist da und es funktioniert auch mit den
scheinbar kleinen Querrudern. Der Expowert am
Höhenruder mit 20% und am Querruder mit 30% sind für
meine Flugweise ideal gewählt. - Ich bin begeistert
und drehe etliche Rollen, teste den Rücken- flug und
möchte gerne einige Turn fliegen. Diese Figur schafft
mir seltsamer Weise derzeit Probleme - es wird
nie was. Dann noch Loopings und eine Kuban-Acht und ich
bin mit meinen Künsten vorerst zufrieden, mit
dem Modell allemal noch mehr. Fliegt wirklich gut und
kann auch langsam geflogen werden. Um zum Ende zu kommen beginne ich den Landeanflug aus einer halben
Kuban-Acht und setze butterweich auf - und schwupps, das
Modell steht und stützt sich am Propeller ab.
Beim Modell sehe ich dann, dass ein Rad fast 90 Grad
quer zur Fahrtrichtung steht.
Das muss
ich rasch ändern und ich baute daher noch am
gleichen Tag ein mechanisches Eurokit-Fahrwerk ein. An
diesem Fahrwerk muss man wegen der Bauhöhe
etwas feilen und eine kleine Steuerscheibe am
Einzieh- fahrwerkservo montieren. Der Einziehvorgang hört
sich dann etwas angestrengt an, aber es
funktioniert und ist wesentlich stabiler und exakter.
Anstelle der 4mm-Federbeine verwende ich jetzt
mittelfeste 5mm Federstahl- drähte (ohne
Windung). Wenn es zu einer Verformungen kommen sollte,
kann man das Bein wieder zurückbie- gen. Vielleicht
baue ich später auch noch ein Federbein ein, doch
eigentlich möchte ich das Modell so einfach
als möglich
zu belassen.
Noch ein Wort zum Hype 91 mit
Dynamix-Vergaser: Tja, das Ding läuft sehr
zufriedenstellend (8000 U/min mit 14x7-3Blatt) und mancher Modellflieger am Flugplatz war nicht wenig erstaunt
darüber. Ich hoffe das bleibt
so und wenn der Motor eingelaufen ist, wird es noch
besser.
Zusammenfassung: Dieses Modell ist
für Warbirdeinsteiger sehr preisgünstig,obwohl man ein
anderes mechanisches Einziehfahrwerk (ca. 50.- €) mit etwas nach vorne
geneigten Federbeinen vom
Startweg ein- bauen sollte.
Nachruf :
Leider hat
mich das gut fliegende Modell zum Übermut verleitet. Im
Zuge einerin niedriger Höhe geflogenen langsamen Rolle
hatte ich zu viel gedrückt und das Modell
stieg viel zu steil im Rücken nach oben. Das korrigier- te
ich mit Ziehen - leider etwas zu viel und zu lang
- und ehe es mir bewußt wurde, steckte das Modellbis zum
Flügelansatz in der weichen Erde.
Ergebnis:
Totalschaden am Modell, wegen abgebrochener Kurbelwelle
und gespregtem Vergaseransatz auch der Motor, wegen zerbrochenem
Gehäuse und gebrochener Platine auch der Empfänger.
Nachdem das Modell jedoch so angenehme
Flugeigenschaften hatte bestellte ich bereits einen
neuen Bausatz. Hier werde ich die Erfahrungen
einfließen lassen, die das wären: Winkel der Befestigung
der Fahrwerke in Richtung zu mehr Vorlauf ändern sowie
die Tiefe der Höhenruderblätter um 1cm
vergrößern. Beide Maßnahem dienen einzig dazu, dass das
Modell am Boden beim Rollen besser steuerbar
wird.
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