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Gaupner's Idee auf die
Retro-Modellflugzeuge aus den guten alten Sechzigern zurück zu greifen und diese in zeitgemäßer Ausführung anzubieten, schlägt
voll ein. Irgendwie ist man ja von den neumodischen
hochtechnischen Möglichkeiten schon übersättigt. Der Wunsch
nach echtem, nach Piloten- und Baukenntnissen lässt das
Interesse an dem Früheren wachsen. Doch heute gibt es
kaum mehr Bausätze oder Schnellbausätze angeboten, heute
ist alles in ARF. Letzteres ist kein
Schimpfwort mit Schreibfehler, sondern das bedeutet All-Ready
to Fly. Insider wissen, dass dieser Ausdruck nicht
sosehr den Tatsachen entspricht.
Egal, auch mich traf das Nostalgiemodellflugfieber und
ich bestellte mir eine Kwick Fly in
ARF-Neuauflage. Allerdings den Bausatz ohne Motor (OS 55
...) denn Motore habe ich genügend in den Schachteln, noch dazu
alte. Nun möchte ich eine Beschreibung meiner Baufortschritte erstellen, die Interessenten hilft oder
jemand auf die Idee bringt, sich auch die Retro Kwick
Fly zu bauen. |

Kwik Fly MK 3 |
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Historisch gesehen, - wir betreiben ja Retromodellbau -,
ist die Kwick Fly vom Konstrukteur und Piloten Phil
Kraft erbaut und bekannt gemacht worden. Der
Bekanntheitsgrad ist ein Ergebnis des Siegens bei der
Kunstflug-WM im Jahr 1967. Das Originalmodell war all
orange und hatte einen stehenden 10ccm OS-Motor (noch kein KRAFT-Motor) ohne Resorohr. Ein fixes
Dreibeinfahrwerk war ebenso Standard. Das alles reichte
damals zum Gewinn des WM-Titels.
Davon abgeleitet galt für mich, möglichst alte Sachen
aus den Vorsiebzigern, wie Motor und Fernsteuerung, in das Modell einzubauen.- Aaaaaaaallerdings, ein
Einziehfahrwerk musste eingebaut werden, denn für mich
ist das Modell mein Trainer für die Warbirds, die eben
auch alle ein Einziehfahrwerk haben. Das Ergebnis
schaute dann so aus, dass ich einen HP 61 F (1970)
einbaute und
alle Vorbereitrungen zum Einbau einer originalen
amerikanischen KRAFT FP5B Goldmedal Series Fernsteuerung (72Mhz)
traf . Die Servos sind allerdings aus dem Hause JR
usw., da ich zuwenig brauchbare Kraft-Servos habe.
Außerdem kann ich dann ganz einfach auf die MC 24
umsteigen, was ja aus Sicherheitsgründen sicher kein
Nachteil ist.
Als weitere Bauspezialitäten möchte ich mein Fahrwerk
erwähnen. Eigentlich wollte ich ein elektrisches
Dreibeinfahrwerk von Giezendanner einbauen. Schließlich
beschränkte sich das aber auf das Bugfahrwerk, denn die
Hauptfahrwerke hatten 105 Grad Einziehwinkel (für Me
109, Spitfire, ...) Also wurden zwei mecha- nische
Fahrwerke eingebaut - alles zusammen gewichtsmäßig
gleichzusetzen mit Giezendanners Fahrwerken.
Der Bau war ARF-mäßig einfach, wenngleich meine
Bauanleitung bei weitem nicht den Graupner Standard
aufweist; - aber wie man ließt, soll das noch verbessert
werden. Mit ARF-Bauerfahrung geht es allerdings schon.
Die gelieferten fertig gebauten Bauteile Rumpf, Flügel,
Leitwerk usw. sind sehr gut und genau gebaut und vorbereitet. Selbst der Motorträger für den 55er OS ist
fertig eingebaut. Lediglich der Einbau des Giezendanner Bugfahrwerkes
bedurfte einiger kleiner Eingriffe im inneren Motorspantbereich.
Leider ergibt sich bei diesem
Fahrwerk dass der Drehpunkt des Fahrwerkes weit hinten
liegt, also der Rad- stand zwischen Bugfahrwerk und
Hauptfahrwerk ist um 5 cm kürzer als beim fixen
Fahrwerk. Die Praxis zeig- te, dass dadurch erhebliche
Nickbewegungen entstehen, wenn das Hauptfahrwerk
beispielsweise über eine Grasnarbe rollt. Auch der Motorträger musste umgebaut werden, damit der etwas
größere 61er HP-Motor passte. Sturz und Zugrichtung
wurden überarbeitet und die notwendigen Öffnungen für
die Luftzufuhr in die Motorhaube hineinfabriziert. Der
Einbau der Servos und der Höhen und Seitenleitwerkes
stellten kein Problem dar. Allerdings ist beim
Seitenruder eine Verbesserung notwendig geworden, da das
Modell im Schnellflug schlingerte. Grund dafür dürfte
ein fehlendes Scharnier auf Höhe der Anlenkung des
Gestänges sein, wodurch das Seitenruder ausweichen kann
und es zu den Schlingerbewegungen kommt.
Die Flugeigenschaften des
nur 2,9kg schweren Modells sind denen des ehemaligen Modells angeglichen und hervorragend. Als Nichtkunstflieger gelingen die
Figuren sehr gut und machen Mut die Figuren mehr zu
trainieren. Sowohl Start als auch Landungen sind
einfach; insbesondere bei Landungen kann man butterweich
aufsetzen und mit noch angehobenen Bugrad
rollen. Der Anflug und die Landung sind ein Kinderspiel.
Ein empfehlenswertes
Modell für "alte Herren" !
Und wie ging es weiter? - Inzwischen beendete ein schadhafter Akku das
Dasein dieses Modells. Nach einer Startrunde sollte das Fahrwerk eingezogen werden, was jedoch nicht mehr bis zur
Endgültigen Endstellung gelang und auch sonst keine Ruderwirksamkeit mehr möglich war. Und am Absturzort war der Akku
durch die Verrutschung im Rumpf ausgesteckt, also er sollte eigentlich noch genug Saft haben. Daheim
angesteckt bewegt sich nix mehr, sehr wohl aber mit einem neuen Akku. Die gemessene Leerlaufspannung betrug 4,08V,
das
ist offenbar zu wenig gewesen und da half auch der PCM Empfänger nix.
Die Lehre daraus: In jedes Modell kommt künftig ein Akkuwächter
(bei den größeren Modellen gibt's das natürlich schon
bisher bei mir).
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Phil Kraft mit
seiner Kwik Fly mit der er 1967 Kunstflug-Weltmeister
war. |
Die Graupner
Kwick Fly aus früheren Tagen |
Die neue Kwick
Fly 3 von Graupner |
und dazu die
gleiche Fernsteuerung aus dem Hause KRAFT (72,400 Mhz) |