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Kontakt- und Staubprobleme lassen oft die besten Loks zu
Sorgenkindern werden. Die Fahrt wird ruckelig
und die Lichter in den Waggons zucken, und Insider
wissen, dann ist es hoch an der Zeit die Gleisanlagen zu
reinigen. Speziell stellen Gleise von
Zweileitersystemen eine große Problemquelle dar.
Weiniger empfindlich sind nach meinen
Erfahrungen die alten M-Gleise von Märklin. Gleich wie,
alle Schienen müssen gelegentlich gereinigt
werden, was auf Modellbahnanlagen oft eine schwierige Beschäftigung werden kann. Alle möglichen Versuche mit
Schienenschleif- und -putzwagen brachten bisher auch nur
bedingten Erfolg, sodass zusätzlich neue Wege beschritten
werden müssen, um die Gleise sauber zu halten.
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der Staubsauergwagen im Eigenbau
Funktionsvideo |
Ein gutes Beispiel
ist die große Modellbahnanlage meines
Modellbahnfreundes, die mit Qualitätsgleisen von Roco
aufgebaut ist. Viele Jahre hindurch fand kein
Fahrbetrieb mehr statt, sodass der Staub tief in alle
Ritzen vordringen konnte. Mit
Reinigungsklötzen auf Stäben, mit Pinseln mit
Verlängerungen usw, wurde versucht, dem Staub
Herr zu werden, doch das Ergebnis war letztlich nicht
befriedigend. Der Einsatz von Roco-Gleis- reinigungswagen
war mühsam und brachte erst nach längerem Einsatz einen
Erfolg. Damals las ich von Staub- saugwagen,
die hier eine mögliche Ergänzung und Verbesserung
bringen könnten. Der Blick auf die Kosten dieser
"Nützlinge" ließ gleich die Gedanken abgleiten und den
Punkt abhaken.
Da mich meine neuerliche
Erkrankung in meinen Aktivitäten in Freien deutlich
bremst, begann ich mit Überle- gungen, so einen
Wagen zu deutlich günstigeren Konditionen selbst
herzustellen. Durch einen Beitrag im Inter- net
fand ich meine Idee bestärkt und habe mir vorgenommen,
sie demnächst zu verwirklichen. Der Gedanke geht
dahin, einen Reinigungszug zu haben, der bei seiner
Fahrt die Schienen schleift, entfettet und den im Gleisbereich
herumliegenden Staub aufsaugt.
Die
Vorgaben für meinen Staubsaugerwagen: Der
Wagenaufbau muss so veränderbar sein, dass er Platz für
zwei Saugventilaroren bietet und daneben liegend
genug Raum für den aufgesaugten Schmutz haben. Eine gute
Entleerung des Filters muss gege- ben sein
(zB. Dach und dann Filtereinsatz entfernen). Der Wagen muss im Zwei -
und Dreileitersystem verwendbar sein. - Es muss daher
eine Systemunabhängige Onboard-Stromversorgung
der 12V Sauggebläse geben (Lipo 3S) und doppelseitig
isolierte Achsen, um jeglichen Stromfluss von
einer Schiene zum Wagenchassis und um damit Kurzschlüsse
zu verhindern. Die Ventilatoren
sind von außen über einen kleinen Externschalter
ein- und abschaltbar. Eine Kontroll-LED soll auf
unbeabsichtigtes Einschalten hinweisen. Die
gewünschte Saugwirkung wird durch die gewählte Fahrgeschwindigkeit
geregelt.
Der
Bau Als Saugeinheit werden zwei 12V PC-Lüfter
übereinander montiert. Die Einheit wird in einem
Ausschnitt im Boden eines vierachsigen
Paketwagens nahe einem Drehgestell eingeharzt. Das hat
den Vorteil, dass bei Kurvenfahrt möglichst
wenig Auslenkung entsteht, damit der Sauger über dem
Gleis bleibt. Das ist in engen Bögen nicht
ganz befriedigend, - nur halbe Gleisbreite -, da der
Radstand des Vierachsers relativ lang ist. Der lange
Wagen ist aber wegen der Unterbringungsmöglichkeit eines
Akkus für die Sauger und für den Auffang- behälter
notwendig. - Bei Digitalbetrieb wäre es ja möglich ohne
Akku auszukommen, da der Sauger über einen
Decoder direkt versorgt und drehzahlgesteuert werden
könnte.
Die Herstellung des Ausschnittes
für die Lüfter war nicht einfach, denn der Wagenboden
ist aus Stahlblech, welches sich nur ungern
bearbeiten ließ. Der nebenliegende Wagenkasten ist
dünnes Zinnblech, welches jeden Abrutscher
sofort mit einer kaum behebbaren Delle straft. Im Zuge
der Arbeiten war das Drehgestell lose ge- worden
und musste mit Stabilit angeklebt werden.
Auf den
Lüftern wird eine Umlenkhaube montiert, die den
aufgesaugten Staub in einen Sammelbehälter bläst. Die
Bauweise des Saugwagens bedingt, dass bei jedem Einsatz
des Wagens das Wagendach abgeschraubt werden
muss, um den Akku und den Fangbehälter einzubauen. Wegen
der Gefährlichkeit der Lipo-Akkus muss am Ende
des Saugwageneinsatzes wieder das Dach abgeschraubt
werden, damit der Fangbehälter und der Akku
herausgenommen werden können. Dann ist brandsicheres
Verstauen des Lipo-Akkus angesagt!
Die
Staubfangkammer wurde aus 3mm Messingrohr hergestellt.
Nach Verlöten der Teile wurde ein Boden aus dünnem
Polystyrol eingeklebt. Danach konnte die Nylonbespannung
als Filter aufgebracht und mit Sekunden- kleber vaufgebracht
werden. Nun kann die Staubkammer auf die Sauggebläse
aufgesetzt werden. Danach wird der Akku in den
Wagen eingeschoben und die Steckverbindung hergestellt.
Zur Steuerung der Sauglüfter wird in die
Leitung zum Akku ein Schalter eingebaut.
Schalterstellung oben ist EIN. - Jetzt kann der Wagen am
Gleis eingesetzt werden.
Meine
Herstellungskosten: Ein alter
vierachsiger Trix Express Paketwagen: 7.-, ein Lipo-Akku:
19.-, ein Schalter: 1.-, vier Normspur- achsen:
4.-, 2 Lüfter: 18.-, das macht insgesamt: 45.- Euro aus.
Ich bin zufrieden, denn das ist weniger als die
Hälfte eines im Modellbahnhandel käuflichen Saugwagens
(der vielleicht besser arbeitet?).
Erprobung:
Man benötigt eine nicht allzustarke Zuglok,
die aber sehr langsam fahren kann, denn nur so kann der
beste Reinigungseffekt erzielkt werden. Der
Saugwagen wird bei Inbetriebnahme eingeschaltet und die
Sauglüfter vom dafür eingebauten Akku
unabhängig vom Bahnstrom versorgt werden. Nach jedem
Saugeinsatz muss das Wagendach demontiert und
wegen der Brandschutzsicherheit der Akku entnommen und
nach Ladung an einem Lipo-Ladegerät an einem
Brandsicheren Ort aufbewahrt werden! Beim
Testensatz am Trix Express Pappgleis wurde Rasierstaub
in etwas gehäufter Form auf das Gleis geleert. Diese Art des
Staubes ist erfahrungsgemäß sehr fein und unangenehm; in
dieser Art und Menge ist die Menge auf einer Modellbahnanlage
wohl kaum anzutreffen.
Der im Außenbereich an den Schwellen noch leicht gehäuft
liegende Staub kann aber auch bei mehreren
Vorbeifahrten nicht abgesaugt werden. Der Nutzeffekt des
Wagens ist natürlich nicht
mit einem Industriestaubsauger vergleichbar, dennoch ist
der Wagen eine ideale Ergänzug bei der
Reinigung nicht händisch erreichbarer Anlagenbereiche.
Nachrüstung: Um
den Wagen auch an Märklinloks und andere kuppeln zu
können, wurde an einem Ende eine Märklin-Kup- plung
montiert. - Damit das Abnehmen und Anschrauben des
Daches im Zuge der Reinigung einfacher geht, werden
jetzt zwei Spezialschrauben als Ersatz für die M2
Senkkopfschrauben verwendet. Eine LED zur
Einschaltkontrolle muss später noch eingebaut werden.
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Oberseite des Saugblocks |
Unterseite mit provisor. Schutzbügeln |
Luftumlenkhaube |
der Saugblock |
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der Saugwagen |
die fertige Öffnung im Wagenboden |
so knapp als möglich beim Drehgestell |
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die Staubkammer mit Nylonstrumpf |
Umlenkhaube und fetrtig Staubfangkammer |
die Einbausituation |
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der betriebsbereite Staubsauger |
Ansicht Sauger und re. Auffangraum |
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Ansicht des fertiggestellten Staubsaugerwagens |
der Ein-/Aus-Schalter |
einseitig montierte Märklin-Kupplung |
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Einschalten der Sauglüfter
Funktionsvideo Saugwirkung |
die Umlenkhaube in der Endversion |
der Filterbehälter mit Staubpartikeln |
auch hier sind die Partikel im Filtermaterial zu sehen |
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