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   VT 5045.06, "Blauer Blitz", ÖBB  (Liliput)   -   Restaurierung
 
       

 Der erste "Blaue Blitz" von Kleinbahn, den ich vor etwa drei Jehrzehnten für
 Märklin adaptiert habe, ist von der Ausführung des Kleinbahnmodells her eher
 Spielzeug zuzuordnen. Dennoch ist mir diese von Kleinbahn nicht ganz soooo
 maßstäblich ausgeführte Type (ist eine im Maßstab ca. 4cm  verkürzte Ausfüh-
 rung) ans Herz gewachsen, denn in meiner Jugend war der Blaue Blitz etwas
 Besonderes. Seit 1951 hatte Firma Liliput ebenfalls einen Blauen Blitz im Pro-
 gramm, der damals noch mit Dreileitersystem, jedoch mit Gleichstrom betrieben
 worden ist. Erst einige Jahre später stieg man bei Liliput auf Zweileiterbetrieb
 mit Gleichstrom um.  

 Inzwischen hat sich zufällig ein weiteres Modell des VT 5045.06, aber von
 Liliput eingefunden, welches vom Verkäufer irrtümlich als Kleinbahn-Modell be-
 zeichnet worden ist. Für mich war das aber umsomehr erfreulich, weil der Zug
 eine sehr willkommene Rarität darstellt. Beim Kauf dachte ich auch, es handle
 sich um eine frühe Produktionsgarnitur von Kleinbahn, doch nach dem Abbau
 des Gehäuses kam der für damals typische Liliputmotor (20V) zum Vorschein.
 Weiters war zu sehen, dass dieses frühe Modell (~ 1953) keine Zuglichtspitzen-
 beleuchtung, wohl aber eine Innenbeleuchtung besaß. Trieb- und Beiwagen
 waren über einen Faltenbalg elektrisch verbunden jedoch kuppelbar. Hier war
 zu erkennen, dass etwas Arbeit ansteht.

 Wie weit das mit den Drehgestellen noch alles dem Originalzustand entspricht,
 läßt sich nicht genau sagen. Obwohl ich davon ausgehen kann, dass die kaput-
 ten und das noch intakte Drehgestell original waren schien mir ein Ersatz mit
 den heute schon brüchigen Originalteilen nicht anstrebenswert. Der Triebwagen
 bedarf eines Generalservices und mit dem Einbau ähnlicher Drehgestelle kann
 er wieder in neuem Glanz erstrahlen.

VT 5045.06 - Blauer Blitz, Liliput
Fahrvideo


 
 Im Internet kann man lesen, dass die frapante Ähnlichkeit der Triebwagengehäuse daher stammt, dass der
 für Fa. Kleinbahn und Liliput arbeitende Werkzeugmacher, die Produktionswerkzeuge der Einfachheit halber
 sehr identisch aufgebaut hat. Auch beim Motorbau sind Ähnlichkeiten nicht zu übersehen und man muss sich
 fragen, wer da bei wem abgeschaut hat. Meiner Meinung nach, dürfte dieser Triebwagen aus einer sehr frü-
 hen Zeit um 1953 stammen, da er keine Zugspitzenbeleuchtung, nichtmal durchsichtige Scheinwerferattrap-
 pen hat. Ich freue mich, dass ich ein gut funktionierendes, seltenes und altes Stück ergattern konnte.

 Zur Reparatur

 Das Demontieren der Gehäuse war eine leichte Aufgabe, denn jedes Gehäuse ist mit 4 kleinen Wurm-
 schrauben am Fahrgestell befestigt. Darunter verbirgt sich ein Blechrahmen der einerseits den Motor trägt
 und eine kleine Lampe für die Innenbeleuchtung (Sonderformatlampe). An jedem Gehäuseteil sind die Teile
 die als Stromkupplung dienen befestigt. Zur Stromübertragung dienen zwei lange Schraubenfedern auf de-
 nen Plättchen aufgeschoben sind, die einen Faltenbalg simulieren sollen. Die beiden Schraubenfedern
 werden im Triebwagen in dafür vorgesehene Buchsen eingeschoben und die Garnitur kann in diesem Zu-
 stand gekuppelt werden. Wenn man die Wagen dann noch ein wenig seitlich verdreht, rutschen die Federn
 noch besser in die Bohrungen und die Kontaktgabe sollte dann besser sein. So weit so gut.

 Defekt waren alle drei Laufdrehgestelle, da unterschiedlich stark die zarten Guss-Drehgestellwangen abge-
 brochen waren. Durch Zukauf eines günstigen Vierachsers von Schicht konnten zwei Drehgestelle flott er-
 setzt  werden. Ein weiteres Drehgestell am Triebwagen wurde mit einer noch brauchbaren Drehgestellwange
 versehen, doch die bei mir gebräuchlichen Kleinbahnachsen waren zu kurz. Mit vorsichtigem Zusammen-
 drücken konnte das Lagerspiel verbessert werden, es war aber zu groß und die Achsen führten ein Eigenle-
 ben und eine Achse war immer entgleist. Also musste ich dieses Drehgestell auch austauschen. Glücklicher
 Weise hatte mein Freund alte Drehgestelle liegen und da wurde ich fündig. - Die Einstellung der Kupplung
 zwischen den Wagen war eine heikle Arbeit und musste das Kuppeldrehgestell am Beiwagen neu verbohrt
 werden. Die Veränderung des Drehpunktes beträgt 3mm und ist nicht erkennbar.

 Da am Wagenkasten einige kleine Lackabplatzer waren, wurde ein Lack zurReparaturt gesucht und gefun-
 den. Die Fenster am Triebwagen mussten nachgeklebt werden, wurden aber grundsätzlich weitesgehend an
 Ort und Stelle belassen worden.

 Nach zahlreichen Probefahrten musste festgestellt werden, dass die Kontaktgabe mit den langen Schrau-
 benfedern keine perfekte Lösung ist. Na ja, so war das früher eben, da fand kein Mensch was daran, wenn
 während der Fahrt das Licht manchmal flackerte. Einen Umbau der hinteren Wagenbeleuchtung zur Verbes-
 serung der Situation möchte ich der Originaltreue wegen nicht vornehmen. Ansonsten schurrt der Liliput-Blitz
 recht nett dahin. Doch die unbefriedigende Flackerei am Beiwagen ließ mir keine Ruhe und ich stellte fest,
 dass Die Kontaktgabe vom Drehgestell zum Blechrahmen ungenügend war. Daher rüstete ich das zweite
 Drehgestell mit Achsschleifkontakten nach uind siehe da, jetzt ist die Beleuchtung in Ordnung.

 Typengeschichte meines Blauen Blitz von Liliput

 In einem bekannten Forum wird ein Modell eines Blauen Blitz als älteste Version vorgestellt, die aber mit
 der mir vorliegenden Type wenig Gleiches zeigt. Vermiutlich gab es von der Liliputvariante auch eine späte
 Version mit Dreilicht-Spitzensignal, wie später eben auch bei Kleinbahn. Daher kann die Dreilicht-Version
 sicher nicht aus früher Produktion stammen.  Das zu klären bedurfte der Nachforschung, seit wann die ÖBB
 Züge mit Dreilichtsignalisierung fahren. So weit ersichtlich war das frühestens 1959, aber keinesfalls 1951.

 Jedoch ist mir unverständlich, dass auf keinem Teil der Garnitur ein Firmenlogo zu sehen ist. Einzig an
 der Motorbauart und den Rädern ist eine Zuordnung zu Liliput möglich. Vermutlich habe ich eine Sonder-
 ausführung mit Beleuchtung, denn das sieht nicht nachgebastelt aus. Seltsam, dass keine Stirnlampenbe-
 leuchtung oder zumindest Kunststofflampeneinsätze vorhanden sind, denn das Kleinbahn ja auch schon
 früh geschafft.  Allerdings, die heutigen Drehgestelle muss man sich auf meinen Bildern wegdenken, die
 sind mein Werk.

 Kann mir vielleicht irgtend jemand da draußen im Netz sagen was ich für ein Modell vor mir liegen habe?

 Bei den am Modell vorhandenen Drehgestellen bin ich mir sicher, dass das Liliputerzeugnisse sind, da
 ich in meiner Kindheit Wagen von Liliput hatte, die ebensolche zarten Drehgestelle hatten. Leider brechen
 beim Tausch der Radachsen die alten und zarten Gusswangen sehr leicht ab.  Das führte dazu, dass ich
 auf ähnliche Ersatzdrehgestelle ausweichen musste, von denen ich nicht weiß, wer sie hergestellt hat. Auf
 den Bildern unten stelle ich die Drehgestelle meines Liliput Blauen Blitz denen von Kleinbahn gegenüber.
 Hier kann ich genau sehen, dass der im Forum präsentierte Blaue Blitz  a) entweder nicht aus der frühesten
 Produktionsreihe stammt und/oder  b) die Drehgestelle eher nicht von Liliput sind. Vielleicht sind die Dreh-
 gestelle zeitweise von Kleinbahn abgekupfert oder gar zugekauft worden. Wer weiß es ? 


dei ehemalige Verkaufspackung  und so sieht der gekaufte Zug aus ...   Stromkupplung mit Faltenbalgattrappe 
    die Fragmente des Originaldrehgestells das originale Drehgestell
Liliput Drehgestell unbekanntes Prtodukt aber sehr ähnlich Kleinbahn Drehgestell das neue eingebaute Drehgestell
interessante Ähnlichkeit mit Kleinbahn   die Radschleiferanordnung das Drehgestell mit Zusatzschleifer
vor der Reparatur   nach der Reparatur  
neues Heckdrehgestell mit Kupplung neue Drehgestelle bei Mittelkupplung die Untersicht des Triebwagens die Stromkupplung
       
 
Ansicht Liliput  Ansicht Kleinbahn  Liliput  Kleinbahn