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Die
Reparatur von gebrauchten
Lokomotiven erfreut mich und daher kaufe ich zu
günstigen Preisen oft Arbeit zu. Diesmal wurde
eine leicht beschädigte schweize- rische
Alt-E-Lok angekauft, die vom Roco-Werk auf Wechselstrom
für Märklin ausgerüstet war. Um die Roco Lok,
die normaler Weise für Zweileiter Gleichstrom konzipierte
ist, wieder als Zweileiterlok auf der Konsti-Bahn fahren
lassen zu kön- nen, wurde angedacht, sie auf
Gleichstrom und das Zweileitersystem rückzubauen.
Bevor das Vorhaben angegangen werden konnte
war zu klären, ob bei der Lok seitens Roco
isolierte Räder verbaut worden sind. Das konnte rasch
festgestellt werden, wobei zu erkennen war,
dass die Radsterne aus Kunsttoff gefertigt sind, also
isoliert sind. Allerdings waren am nicht angetriebenen
Drehgestell beidseits Radschleifer montiert,
die zusammengeschlossen waren. Demnach kann also die Umrüstung
auf Gleichstrom gelingen.
Vorweg gesagt,
ist die Lok optisch interessant, aber kann mich mit
ihren zwei angetriebenen Achsen mit Haftreifen,
nicht überzeugen, denn sie zählt nicht zu den
Kraftprotzen. Inzwischen
sind auch zwei steinharte Plastikhaftreifen zerbröselt Sie werden gegen
.oderne Gummi-Haftreifen ersetzt. Das
störende Motor- bzw. Antriebsgeräusch wertet
die Lok ab. Aber für unsere Loksammlung ist sie interes- sant
und altertümlich schön.
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SBB
Be 4/6 (Roco)
Fahrvideo
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Die
Systemrückrüstung auf Zweileiter Gleichstrom, Service
und Ergänzung mit Zusatzschleifer
Systemumrüstung
Nach dem Eintreffen der Lok konnte keine
Probefahrt durchgeführt werden, da das Testoval für
Märklin nicht zugänglich war. Da ja
beabsichtigt war, die Lok auf Gleichstrom rückzubauen,
wurde begonnen die Leitung zwischen den Rädern
auszutesten. Nachdem zu sehen war, dass die Radsterne
der Räder aus Kunststoff waren, kann es über
die Achsen keinen Kurzschluss geben. Wohl aber bestand
der bei den nicht angetriebe- nen Hauptachsen.
Offenbar gibt es bei diesen zwei Achsen beidseitig
Radschleifer, die wie bei Märklin üblich durchverbunden
sind. Bei Roco wird das mit einer Kabelverbindung
erreicht.
Nach der Abnahme des Gehäuses und
der Printplatte wurde klar, wie die Lok geschaltet wird.
Es gibt auf der Platine eine Magnetspule mit
einem Stufenradschalter, einen Gleichrichter und eine
unkenntlich gemachte Elektronik. Nun galt es
zu klären, wie die Kabel von den Radschleifern geführt
sind und es sind wie angenom- men zwei Kabel.
Vom Mittelschleifer kommt das grüne Kabel zur
Printplatte. Damit die Elektronik für die Wechselstromversorgung
reparabel aber unwirksam gemacht wird, wurden die
zugehörigen Leiterbahnen durchtrennt.
Anstelle
des Mittelschleifers wurde ein Hamo-Schleifer montiert.
Das zweite Radschleiferkabel konnte jetzt als
zusätzliche Kontaktquelle mit dem Kabel des
Hamoschleifers zusammengelötet werden. Dadurch gibt es
eine deutlich bessere Kontaktgabe an den zwei
Rädern. Später wurde noch ein zusätzlicher Radschleifer an
der von den kontaktgebenden Rädern an der Lokgegenseite,
am Vorläufer, angebracht. Der kleine Schleifer
wurde mit UV-Schnellkleber am Vorläufer angeklebt und
mit der Printplatte verbunden. Er kann in
manchen Situatuionen beim passieren von Weichen eine
kleine Hilfe sein.
Um Leben in die Lok zu bekommen
wurde ausgetestet, dass es nur an der Fahrzeuigmasse
liegt, die sich durch das Anschrauben der
Platine erst ergibt. Der Lichtwechsel erfolgt nach der
Roco-Methode (Gleichrich- terplättchen) und nicht durch einen eigens
dafür vorgesehenen Gleichrichter.
Nach
einem Test am Gleis erwachte die Lok und begann zu
laufen. Auch der Lichtwechsel fünktionierte wieder. Das
Gehäuse wurde aufgesetzt und damit bekommt das zuvor an sich
angenehme Betriebsgeräusch eine an- dere, negative
Auswirkung. Das Brummen des Kardanantriebes klingt nur
wenig leiser als bei den Triebwa- genzügen Vt
137 aus DDR-Produktion. Schade!
Haftreifen
erneuern
In einem
neuen Anlauf zur Verbesserung wurden neue Gummi-Haftreifen
aufgezogen, die der Lok etwas mehr Zugkraft verleihen.
Das Gewicht der als groß einzuschätzenden Lok wird den
Abmessungen nicht wirklich gerecht. Hängt man
zB.3 alte Trix Exp. Blechwagen mit
Schienenschleifern für die Innenbeleuchtungen dran, bricht die
Zugleistung auf der geringen Steigung unserer Testkreise
zusammen, weil die Lok durchdreht. Grund dafür
sind auch die harten Haftreifen aus Kunststoff.
Der
Ersatz der Haftreifen ist eine heikle Arbeit,
insbesondere wenn die Sehkraft nicht optimal ist. Um die neuen
Haftreifen aufzuziehen müssen zuvor die Kuppelstangen
abgenommen werden. Ich habe gleich alle 4 Haftreifen
erneuert, denn die Vorarbeiten sind doch ziemlich
umfangreich und so geht es in einem Arbeits- gang.
Dann müssen die alten Haftreifen abgekratzt werden, denn
sie scheinen angeklebt gewesen zu sein. Die
Aufbringung der originalen ROCO-Haftreifen beginnt am
Besten so, dasszuerst der Haftreifen zwischen einer
Bremsbacke und dem Radreifen eingefädelt wird. Dann hält
man mit dem Finger dort drauf und mit einem
zarten Schraubenzieher zieht manden Reifen um eine
Radhälfte herum. Dann muss man bei der zwei- ten
Bremsbacke durch. Dabei muss der Reifen in der Fuge
liegen. Dann kann man den Reifen weiter herum ziehen
bis er zur Gänze im der Ringnut drinnen liegt.
Sicherheitshalber drücke ich den Gummi mit der flachen
Seite einen kleinen Schraubenziehers in die
Ringnut.
Mit den vier neuen Haftreifen ist
die Zugkraft merklich gewachsen und ausreichend. Mit dem
Zusatzkontakt fährt die Lok jetzt anstandslos
über die Klenbahn-Weichen. Jetzt habe ich mich schon an
die Betriebsgeräu- sche der Lok gewöhnt und ich
freue mich, dass sie gut läuft.
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Zerlegung |
Ansicht Wechselstrom-Umschaltelektr. |
Kabel von den Schleifern zum Print |
Kabelanschlüsse am Print, Originalzustd |
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Serienschleifert |
Hamo-Schleifer |
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neue Verdrahtung |
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Haftreifen bricht weg |
Ansicht Haftreifen - erneuern sofort |
Kuppelstange abmontieren |
Haftreifen bei Bremsbacke einklemmen und rundherum
auflegen |
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Ansicht der 4 erneuerten Haftreifen |
Montagehilfe für Kuppelstangen |
ein Zusatzschleifer
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Ansicht Vorlaufachse |
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