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Nach langem Suchen nach
dem legendären und selteten Modell einer Dampf- lok der
ÖBB der Baureihe 12 vom österreichischen
Modellbahnerzeuger Klein- bahn, kam ich per
Zufall zu dieser Lokomotive. Die Lok ist eine
Nachbildung der stärksten, schnellsten und größten Dampflok der ÖBB,
die in der Lokomotiv- fabrik Floridsdorf
(Wien) gebaut wurde. Schon in meiner Kindheit hatte
diese Lokomotive Kultstatus, vermutlich auch wegen des
hohen Kaufpreises. Die Lok wurde ab 1958 bis
1968 gebaut und gibt es kleine Unterschiede in der Serie.
So weit ich den alten Fotografien aus dem Internet
entnehmen konnte, dürfte die Lok den Maschienen
wie zB der BR 12.03 entsprechen.
Im
Zuge einer Hausräumung wurde ich von einem Bekannten
mit einer Entrüm- pelungsfirma angesprochen, dass er eine Modellbahnanlage abbauen
könnte. Dei große Anlage muss zerschnitten
werden, da die Teile anders nicht aus dem Keller
hinaisgebracht werden können. Als "Dank" dafür
könne ich mir einige Dinge
zu einem sehr günstigen Preis mit- nehmen. Das musste er mir nicht zweimal sagen
und so brach ich auf und fand dort u.A. eine noch ganz
brauchbare Dampflok BR 12, als Prototyp BR 214 genannt,
sowie einige andere alte Loks und Waggons von Kleinbahn.
Technische Daten D 214: L.ü.P.:
285mm, Gewicht (m.Tender): 700g, Rundmotor
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BR 12 im
Ankaufszustand

BR 12 fertig,
Fahrvideo |
Die Aufarbeitung
einer alten ÖBB Dampflok der BR 12 / 214 von Kleinbahn
Die Lok befindet sich in einem
guten gebrauchten Zustand und läuft wenn man Strom an die
Räder legt. Allerdings fällt gleich auf, dass
die Räder der vorderen und die hinteren Achse eiern.
Hier kann nur mit vorsichtigtem Nachdruck versucht
werden, an der richtigen Stelle anzudrücken, um den
Schlag zu verrin- gern. Es gelang eine Verbesserung,
zu mehr hemmte mich die Sorge, dass etwas brechen
könnte. Im Fahrtest kann man es zwar noch ein
wenig sehen, aber damit werde ich wohl leben müssen.
Schließlich hat die Lok mindestens 45 Jahre am
Buckel, da darf schon mal etwas kaum feststellbar, unrund laufen.
Technik:
Der Aufbau der Lok ist dem einer Lok von zB.
Trix Express sehr ähnlich, also sehr aufwendig. Es
wundert nicht, dass diese Lok früher nur von
wenigen Leuten gekauft worden ist, da der technische
Aufwand natür- lich erhebliche Kosten
verursacht hat. Neu war für mich, dass die
Räder der Lok wie auch bei ähnlichen Loks anderer
Hersteller, auf der zweiten und dritten Achse keinen Spurkranz haben, jedoch eine optische
Blende am Fahrgestell, welche den Effekt eines Spurkränzes
imitiert. Durch diese Ersparnis kann die Lok auch auf
sehr engen Radien problemlos fahren.
Die Stromabnahme der Lok mit Achsfolge 1 D 2 erfolgt
durch zwei Schleifer, die mit je zwei Rädern für Kontakt sorgen.
Der zweite Pol wird über das Fahrgestell von der Schiene
beigestellt. Damit ich mit der Lok vielleicht einmal
auf der Anlage meines Freunden fahren lassen kann, musste
ich sie umpolen. Das Gewicht der Lok samt Tender
beträgt 700 Gramm und so reichen die zwei
Achsen mit Spurkranz- rädern auch ohne
Haftreifen aus, um auch eine größere Menge von
KLEINBAHN-Waggons auch bergauf ziehen zu können.
Die große und schwere Lok ist mit dem üblichen
Kleinbahn-Motor der Jahre um 1955 und danach ausge- rüstet.
Damals gab es an den Motoren noch keine
Entstörkondensatoren zwischen und keine Droselspulen an den
Anschlüssen bei den Kohlebuchsen.
Servicearbeiten
am Fahrbestell und Kessel
Weiters ergibt die genauere Beschau,
dass am Lokgehäuse die rechte Trittstufe abgebrochen ist
und dass der Vorbesitzer kleine Lackieransätze
machte, die sich zum Glück in kleinem Rahmen hielten.
Offenbar hat er einmal, vermutlich beim
Lampenwechsel, den schwarzen Kunststoffteil des
Zylinderblocks gebrochen, oder er war infolge
eines Karambolschadens zu Bruch gekommen, wofür auch
eine leichte Verbiegung der linken Kesselgrundplatte
spricht. Die Grundplatte wurde entsprechend dem heiklen
Gussmaterial gefühlvoll wieder gerade gebogen,
der Zylinderblock wie später folgt repariert.
Vor
der Reparatur musste die Lok zerlegt werden. Der Kessel
samt Führerhaus ist mit einer Langschraube im vorderen
Kesslbereich befestigt und beim Fahrerhaus seitlich mit
zwei Senkkopfschrauben. Hebt man den Kessel ab
kommt man zur Kesselgrundplatte mit den abschraubbaren
Wagner-Windleitblechen, die wiederum mit einer
langen Schraube am Fahrgestell befestigt sind. Nach
Abnahme der Kesselgrundplatte liegt das Fahrgestell
frei da und man hat Zugang zu den Kabeln für die
Radschleifer und für die Beleuch- tung. Jetzt liegt auch
der Zylinderblock frei und man sieht die
Kontaktfahne für die beiden Lämpchen.
Ein
Lampenwechsel erfolgt nach Abnahme des Vordertteils über
der Vorlaufachse. Die Befestigungsschrau- be befindet
sich unter dem Vorläufer und ist nach dessen seitlicher
Verschiebung erreichbar.
Die Reparatur des
Zylinderblocks erfolgte mittels Verklebung mit
dünnflüssigem Sekundenkleber, mit dem auch die
kleinen Aluverstärkungen aufgeklebt wurden. Im
Zusammenhang mit der Reparatur wurde die Lage des Zylinderblocks
korrigiert, weil er duch die Aufbringung eines
Isolierbandstreifens am Fahrgestell eine Schieflage bekam,
die nur durch Abfeilen am Rahmen eliminiert werden
konnte. Dann konnte die Kon- taktfahne für die beiden
Lämpchen in die vorgesehene Lage gebracht werden.
Dadurch entstand wegen dem Lötpunkt der Stromzuführung eine
wackelige Auflage der Kesselgundplatte.
Um das zu beheben musste in die auf der Grundplatte
sitzende Isolierplatte an der Druckstelle ein Loch
gebohrt und eine Einfrä- sung für den Kabelverlauf
hergestellt werden. (Wie war das im
Originalzustand?) Danach konnte die Grund- platte wieder richtig aufgeschraubt werden, sodass der
Zylinderblock richtig sitzt. Allerdings hat er duch das
Abfeilen etwas Spiel zur Grundplatte bekommen,
was durch Aufkleben kleiner Alublechstreifen auf der
rech- ten und linken Seite ausgeglichen wurde.
Die
Lok wird nochmals zerlegt und mit Spezialbenzin
gereinigt. Anschließend werden die sichtbaren Rah- menteile
und die Speichenräder und die Tendergrundplatte samt
Drehgestellen dezent mit Rot seidemnatt überlackiert.
Alle Gehäuseteile und das Tendergehäuse werden ebenfalls
entfettet und mit seindenmattem schwarzen
Lackspray lackiert. Da am Kessel usw. keine roten
Lackarbeiten anfallen, erscheint die optische Auffrischung
unproblematisch.
Tenderarbeit
Am Tender fiel auf, dass
die erste Achse ersetzt worden ist, wobei das
Alugussteil des Drehgestells be- schädigt
wurde und durch aufgeklebte Beilagscheiben
eine Lagerbohrung für die Achse hergestellt worden ist. Die Reparatur erfordert, dass das
Tendergehäuse entfernt werden muss. Dann wurde diese
Achse aus- gebaut
und die umgebaute Achslagerung am ersten Drehgestell
entfernt. Erst nach dem Entfernen der als
Lagerung dienenden, aufgeklebten Beilagscheiben, konnte die etwas verbogene Drehgestellwange wieder
vorsichtigst begradigt werden. Eine gleiche Achse fand
sich, doch waren die Bohrungen, die der Vorbesitzer einmal angebracht hat nicht fluchtend, sodass
die Achse schief gelaufen ist. Die
Behebung dieses Scha- dens erfolgte derart, dass die
Bohrungen in den Drehgestellwangen bearbeitet wurden,
sodass die Achse parallel zu den anderen Achsen lief. Da
die originale Spitzachse in den Bohrungen nicht
hielt, wurde eine durchgehende Achse aus einem 2mm
Stahldraht angefertigt. Der Stahldraht wurde durch die
vorhandenen Bohrungen durchgeschoben und später
verklebt. Die beiden Räder der Ersatzachse wurden von
der Spitz- achse abgezogen und mit dem 2mm Bohrer
nachgebohrt, damit sie am 2mm Stahldraht leicht laufen.
Der Einbau erfolgte schrittweise, damit die Achse mit
je einer dickeren Beilagscheibe zur Drehgestellwange hin distanziert werden konnte.
Motor- und
Anschlussarbeiten
Die
Montage der schließlich neu lackierten Kesselteile und
des neu gestrichenen Fahrgestells mit den neu lackierten
Rädern und Schubstangen artete in Feinarbeit aus, denn
es sollte ja alles exakt passen. Dem Einbau des
Motors folgte die Verdrahtung inklusive Umpolung. Es ist
jetzt wie bei den englischen Autos in den 70-iger Jahren,
denn die hatten auch Plus am Fahrgestell. Grundsätzlich
ist das bei der Lok egal, da die allenfalls heiklen
Teile ohnedies isoliert sind.
Beim Einbau
des Motors musste ich feststellen, dass am großen
Antriebszahnrad ein Zahn fehlt (Zg=36 und Zk=14). Die Kontaktaufnahme
mit dem Kleinbahn Werk ließ Hoffnung aufkommen, dass
vielleicht ein Ersatzlösung gefunden werden
kann. Unverständlicher Weise hat man bei der an sich
bemühtenm Klein- bahn (der Betrieb ist 2021
geschlossen worden), keine Unterlagen über die
Lok und ihre technischen Details. Schade! Also musste
ich Zähne zählen, denn der Modul der Räder ist
offenbar (hoffentlich) gleich geblieben. Leider gab es/ gibt es kein
36er Zahnrad mehr. Also muss ich mich umsehen,
dass ich zu so einem Zahnrad komme, welches ich dann am
Material des kleinen Zahnrades befestigen
möchte. Eine knifflige und spannede Arbeit kommt da auf
mich zu. Doch bisher ergab sich kein Erfolg bei der
z36-Suche. Eigentlich fährt die Lok fährt auch so
gut, doch ich glaube zu merken, dass doch eine kaum
bemerkbare Unregelmäßigkeit bei Schleichfahrt besteht. Wie lange
die anderen Zähne die etwas "falsche" Belastung aushalten ist
fraglich. Eine Reparatur, ein Ersastz, wäre daher
irgendwann wünschenswert.
Jetzt fährt die
Lok sehr schön und problemlos. Möge das nach vielen
Jahren der Lagerung auch weiterhin so bleiben, wenn meine
Enkel die alte österreichische Lok finden und fahren
lassen.
Einige Jahre später erstand ich
eine
BR 12 von Liliput,
die natürlich eine wesentlich detailliertere Ausführung hat,
aber eher nur für Modellbahnanlagen verwendet werden
sollte. Sie ist schön aber kein Spielzeug.
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ÖBB BR 12 (Kleinbahn) |
Bilder des Urzustandes |
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keine Betriebsnummer nur Aufschrift KLEINBAHN |
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die zum Teil zerlegte Lok |
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der gebrochene Zylinderblock wird geklebt |
Zylinderblock mit Aluverstärkung in eingebautem Zustand
auf Isolierung |
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Zerlegung am Beginn des Neuaufbaues |
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alle Teile mit Benzin gewaschen |
Steuerung linke Seite |
Steuerung rechte Seite |
Fahrgestell und Räder neu gestrichen |
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Nachlaufdrehgestell gestrichen |
Teile Vorlaufachse und Tender |
Kesselgrundplatte mit Windleitblechen neu lackiert |
Kessel lackiert |
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Zylinderblock und Pufferbohle lackiert |
Tendergehäuse lackiert |
am Beginn der Reparatur Tenderachse |
reparierte Achsen und gekürzte Anhängelasche |
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alle Teile der zerlegten Lok |
Pufferbohle mit Lämpchen |
Zusammenbau Fahrgestell |
umgepolte Verdrahtung |
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Motor montiert |
Kesselgrundplatte montiert |
Ansteckteil Leiter, selbst angefertigt |
Ansicht Fahrwerk |
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fertige Lok |
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