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   GG 1 -  PRR, USA (Pemco)    -  Überprüfung der Lokomotive, Kupplungstausch
   GG 1 -  PRR, USA (Mehanotehnica)  -  Überprüfung der Lokomotive, Kupplungstausch
 


 Diesmal hatte ich Interesse an der eleganten amerikanischen Elektrolok, die ich
 in Jugendjahren besaß, aber kaum hatte fahren lassen können. Damals (1970)
 war es die sündteure Lok von Rivarossi, die ich später verkaufte, da wir Geld für
 die Beschaffung von Bodenfliesen für das neue Haus brauchten. Meine Manie,
 die ehemals in meiner Jugend besessenen Dinge wie Loks wieder zu beschaf-
 fen, um sie meinen Enkeln zeign, ihnen darüber berichten zu können und sie
 ihnen zu  überlassen, führte schließlich zum Ankauf der Lok. Eine zweite von
 Mehanotehnika (Mehano) folgte nach, um Unterschiede zu Pemco kennen
 lernen zu können.

 Zufällig fand sich beim Suchen im Internet eine Lok der US Type GG1 von der
 Pennsylvania Rail Road Gesellschaft, die allerdings nicht von Rivarossi stammt.
 Mein Enkel Konstantin sah die Lok am PC und war begeistert und meinte ich
 solle sie kaufen .- Die preiswerte Lok ist aus der Produktion der Firma Pemco,
 Hong Kong, die jedoch nicht mehr besteht. Das lässt die Lok zu einem Exoten
 werden, denn der Hersteller ist nur wenig bekannt. Wie bei Dingen aus Fernost
 üblich, ist vieles nachgemacht, wobei bei dieser Lok Änderungen bei der An-
 triebstechnik von Rivarossi abweichen. Anstelle des bei Riva üblichen stehenden
 Rundmotors wird ein Motor nach dem Vorbild von Lima verwendet, der ebenfalls
 3 Achsen antreibt.

 Etwas eigenartig finde ich bei Pemco die Bauart der Räder der Lok, die nämlich
 nur auf einer Seite mit Spurkränzen aus Metall ausgerüstet sind, die anderen
 Räder der Achsen sind aus schwarzem Kunststoff. Am angetriebenen Drehgestell
 befindet sich nur ein Haftreifen auf einem Rad mit Metallspurkranz, die anderen 3
 Kunststoffräder haben auch Haftreifen aufgezogen. Am mitlaufenden Drehgestell
 sind wechselseitig zum  Antriebsdrehgestell Metallreifen auf den drei Achsen ange-
 ordnet. Möglicher Weise dienen sie zur besseren Stromaufnahme, die sonsr nur
 durch die Vorlaufdrehgestelle erfolgen würde. Zur Verbesserung der Optik wurden
 von mir die Metallreifen mit schwarzem Filzstift bemalt und fallen daher kaum mehr
 auf.

 Die Lok von Mehano ist deutlich solider gebaut. Schon der Gewichtsunterschied
 zwischen Pemco (414g) und der Lok von Mehano (656g) ist erheblich,  was sich
 auch beim Fahren zeigt. Die Mehano Lok hat 6 angetrieben Achsen ohne Haft-
 reifen. Der optische Unterschied zwischen den Loks ist gegeben, was besonders
 bei der Beschriftung und Bemalung sichtbar wird.



GG 1, PRR, USA (Pemco)
Fahrvideo



GG 1, PRR, USA (Mehano)
Fahrvideo
 
 GG 1 Lok-Historie:  Diese Type wurde von Genaral Electric ab 1935 an die Pennsylvanía Rail Road Bahn-
 gesellschaft (PRR) ausgeliefert. Insgesamt wurden bis 1943  134 Stück gebaut. Die Länge der Lok betrug
 24,3m. Zwölf Motore leisteten max.3680 kWh, die der Lok 161km/h Spitzengeschwindigkeit für Schnellzüge
 und 145 km/h für Güterzüge ermöglichten. Bei Höchstleistung unter Last wurden 79 km/h erreicht. Die
 letzten Loks wurden 1983 ausgemustert.


 Inbetriebnahme der PEMCO Lokomotive, Kupplungsumbau und spätere Ertüchtigung
 

 Vorbemerkung: Bei der Suche nach Informationen zur Firma Pemco fand ich den Hinweis, dass die
 Firma nach wenigen Jahren Produktion in den 1980iger Jahren, wegen Geldproblemen geschlossen
 worden ist. In der Folge wurden die produzierten Modelle und auch das Modell der GG 1 von anderen
 Firmen wie Aurora, IHC, AHM und Mehano(tehnika) aus Slovenien übernommenn, weiterentwicklet
 und verkauft. Das Modell der GG 1 entspricht in den Abmessungen und im Aussehen weitestgehend
 dem Modell von Rivarossi.-  Es gibt im Internet Stimmen, dass die Qualität der Pemco Modelle nicht
 ausreichend wäre, viele ander meinen aber, dass die Qualität gut und vor allem für Modellbahnliebhaber
 mit kleiner Brieftasche optimal wäre. 

 Nach Erhalt der Lieferung und der ersten Beschau, wurde der Kabeltest durchgeführt und die Lok über
 Kabel mit Strom versorgt. Es fiel auf, dass der Motor normal anlief und mit längerer Laufzeit schneller
 wurde. Dabei kam es zu etwas Geruchsentwicklung, wie sie auch bei veröltem oder neuenm Kollektor
 auftritt. Auf den Schienen ist das Aufgleisen infolge der 10 Achsen nicht einfach. Das behutsame Anfah-
 ren erwies sich als vernünftig, denn mit etwas zu viel Fahrt fliegt die Lok sofort von der Tischplatte ab.
 Das Befahren des kleinsten Gleisradius der Schienen von KLEINBAHN (780mm Dm.) war anfangs
 nicht möglich.
 Auch auf den KLEINBAHN-Weichen stellte sich ein kleines Handicap dar, denn durch die Befestigung der 
 Gleise auf einem Spielteppich, der lose auf einer Pappelsperrholzplatte liegt, verziehen sich die Weichen
 und die Lok entgleiste öfter und überwiegend mit dem Antriebsdrehgestell. Diese Tendenz verstärken
 auch die niedrigen Spurkränze.
 
 Vor weiteren Testfahrten wurden die Kupplungen durch handelsübliche steckbare Normkupplungen ersetzt,
 die jedoch modifiziert werden mussten. Dazu wurden jeweils deren beide Federteile zum Einrasten in den
 NEM-Schacht, um einen 1mm Stahldraht herum mit Wärmezufuhr (Feuerzeug) zusammengerschmolzen.
 Der originale Haltestift der Kupplung konnte wieder verwendet werden. Die Kupplungshöhe passt zu der
 bei Normkupplungen. Von den montierten Normkupplungen wurden die Bügel entfernt, sodass nur der
 Kupplungshaken übrig blieb.
 
 Die Lok scheint zuvor nicht viel gelaufen zu sein und die Kontaktgabe der kleinen Drehgestelle ist bei weing
 befahrenem Gleis verbesserbar. Nach der Befahrung mit dem Schienenschleifwagen im Schlepptau, bes-
 serte sich jedoch die Kontaktsituation. Bei genauerer Untersuchung konnte festgestellt werden, dass jeweils
 die erste und letzte Achse der großen Drehgestelle von den Metallreifen Strom aufnehmen, wobei die Rad-
 reifen via einen Kupferstreifen mit der Achse verbunden sind. Im Drehgestell sind Achsschleifkontakte durch 
 die Strom zum Motor gelangt. Die Vorlaufdrehgestelle wirken ebenfalls als Stromaufnehmer.

 Offenbar hat unsere Lok ein Fahrtrichtungsproblem in Gleisbögen, da sie besonders in einer Fahrtrichtung,
 mit dem Motor voran, zum Kippen neigt. Mehr als 10V Fahrspannung sind auf unserer Testbahn daher nicht
 ratsam, was geschätzt einer maßstäblichen Fahrgeschwindigkeit entspricht. Bei der Maximalspannung 12V
 fliegt die Lok aus der Kurve und von der Tischplatte, was erprobter Weise, den Stromabnehmern nicht gut
 tut!  Die Zugkraft der Lok ist mehr als ausreichend hoch, denn sie zieht mühelos sieben schweren Hornby-
 Schnellzugwagen. Die Lokomotive läuft mit Anhängelast sicherer und scheinbar flotter durch Kurven.
 Wegen der unbefriedigenden Fahreigenschaften müssen Verbesserungen erfolgen.

 Notwendige Verbesserungen am Fahrwerk

 Abhilfe brachten zuerst die Verlängerungen der Kulissen für den Schwenkbereich der Fahrgestellblende
 im Lokchassis. Jedes Ende wurde um 1,5mm verlängert (siehe roter Pfeil am Foto unten), wodurch die
 Drehgestellblende durch die angetriebenen Achsen weiter nach außen gedrückt werden kann. Bisher
 rieben die Räder an der Innenseite der Drehgestellblende und konnten daher nicht weit genug ausschwen-
 ken und dem Gleisbogen folgen, wodurch es zur Entgleisung kam. Das Motordrehgestell hat danach mehr
 seitliches Spiel und kann dem Verlauf der Gleise und Weichen besser folgen und entgleist nicht so oft. Nun
 kann auch der kleinste Gleisbogen der KLEINBAHN-Gleise (780mm Dm) ohne Entgleisung befahren
 werden. Hätten die Räder höhere Spurkränze, würde die Lok auf unserer buckeligen Modellbahnplatte
 wesentlich sicherer laufen.

 Doch stellte sich später heraus, dass vorangehende Änderungen noch nicht völlig befriedigende Ergeb-
 nisse brachten, denn auch die vorderen Kulissen für die Drehgestellblenden mussten verlängert werden.
 Weiters war die Folge, dass die Drehgestellrahmen bei voller Auslenkung, in den Eckbereichen aneinader
 streifen und die volle Ausschwenkung beeinträchtigen. Durch geringes Abfräsen der Rundungen konnte
 auch dieses Handicap bewältigt werden.
 
 Um die Fahreigenschaften weiter zu optimieren, wurden an den großen Drehgestellen die Spurweite der
 mittleren Achse um 1mm verringert. Damit passen sich die Achsen besser dem Gleisbogen an, ohne weiter-
 hin zu "zwicken". -  Bei den beiden Vorlaufdrehgestellen wurde die Spurweite der ersten Achse ebenfalls
 reduziert, was dazu beiträgt, dass bei der vorderen Achse des Drehgestells beim Einfahren in eine Weiche,
 das bogeninnere Rad an der nicht anliegenden Weichenzunge die Achse anliegt. Es wird dadurch das
 kurvenäußere Rad nach innen gezogen und damit das Entgleisen am Herzstück verhindert.

 Durch alle getroffenen Anpassungen konnte das Fahrverhalten erheblich verbessert werden, sodass die
 Lok nahezu in beiden Fahrtrichtungen gleich gut läuft. Einzig besteht noch immer ein kleines Problem, dass
 sich bei Zuglast das Motorfahrgestell "aufstellt" und daher eine Tendenz zum Entgleisen entsteht. Es scheint,
 dass auch eine etwas erhöhte Fahrgeschwindigkeit infolger der div. Anpassungen möglich geworden ist.


 Abschließend kan man sagen, dass die sehr preisgünstige Lok jetzt durchaus brauchbar ist. Sie könnte auf
 einer richtigen (ebenen) Modellbahnanlage sehr gut eingesetzt werden und gut laufen. Einige zum Loktyp
 passende USA-Schnellzugwagen würden das Bild der schönen Lok natürlich noch bessern, doch sind sie
 mir zu teuer. Als optischer Ersatz dienen uns silbrige französiche Hornby-Schnellzugwagen.

       
GG 1, PRR USA (Pemco) Lokbild noch mit der Originalkupplung    
       
Untersicht Antriebsdrehgestell  Untersicht Laufgestell  die Pemco-Kupplung Ersatz durch NEM-Kupplung
Ansicht des Fahrgestells  der Motor der Lok Getriebe der Lok  vergrößerter Schwenkbereich

 Die Überprüfung der GG 1 von Mehano und ihre Erprobung

 
 Die Erprobung der GG1 von Pemco zeigte rasch die Grenzen dieser Lokomotive
 auf. Trotz Nachbearbeitungen ist die Lok für unsere buckeligeTeststrecke wenig
 geeignet. Und bei der Umsicht im Internet entdeckte ich die GG1 der ehemaligen
 Firma Mehano (tehnika) aus Slovenien, die 2008 die Produktion einstellte und sie
 nach China verkaufte. Dort werden die Loks und Wagen noch immer hergestellt,
 wohl in modernisierter und technisch vereinfachter Version und unter anderem
 Firmennamen (Bachmann?).
 
 Die Lok wird von zwei Motoren angetrieben und hat deutlich bessere Laufei-
 genschaften, wie wohl die Vorlaufdrehgestelle sehr empfindlich auf Unebenheiten
 reagieren. Optisch und in der Größe gleicht die Lok der von PEMCO und Rivarossi.
 Sie ist in vielen Details besser ausgeführt als die Pemco-Lok, die wohl eher als
 schöne Spielzeuglok gedacht ist.


Fahrvideo

 Die Nachforschungen im Internet zum Hersteller der Lok waren aufschlussreich. Der Antrieb der Lok aus
 der Produktion von 1997 erfolgt durch zwei am jeweiligen Rumpfbug sitzende Motoren mit Schwungmassen.
 Über kurze Kardanwellen aus Metall werden die zwei Drehgestelle antgetrieben. Es sind somit 6 Achsen
 angetrieben die im Verbund mit den erheblichen Gewicht der Lok von 656g für ausreichend Zugkraft sorgen.
 
 Da die Lokomotive wie neu aussieht, ist kein Service erforderlich. Auch die Kupplungen sind Normkupplun-
 gen, sodass auch hier keine Umrüstung erforderlich wurde. Allerdings verursachen die beiden Vorlaufdreh-
 gestelle durch Entgleisungen in den buckeligen Kurven kleine Probleme. Ja, die Kurven an denen die Achsen
 gerne herausspringen sind bei vielen Loks problematisch. Offenbar liegt es daran, dass die Drehgestelle
 seitlich zu wenig flexibel sind. Der Länge des Drehgestells nach reicht die Beweglichkeit aus. Damit an den
 Drehgestellen der neuen Lok keine Umbauten erfolgen müssen, wurde ein Gleisbogen getauscht.

       
      Video   Weichen
    Ansicht des Fahrgestells Innenansicht der Lok
Motor 1 Motor 2 oben Mehano, unten Pemco  
   
Mehano Pemco

 Zusammenfassung der Erfahrungen mit beiden Loks

 Schon vorweg kann ich sagen, dass die Mehano GG 1 die deutlich hochwertigere Lokomotive ist. Sie
 fährt angenehm leise und anständig, auch auf welliger Schienenlage und auf alten Weichen. Der Schwer-
 punkt liegt tiefer als bei der Pemco-Lok und sie kann daher schneller in den Bögen gefahren werden. Die
 Lok ist technisch aufwendiger und sauberer gearbeitet und ist für mich das Non plus Ultra.- SUPER.
 Leider fehlt mir zum Vergleich der Spitzenklasse eine GG 1 von Rivarossi, die ja das Ur-Produkt vieler
 Nachbauten war.

 Die Pemco GG 1 hatte von Beginn an ein ungünstiges Fahrverhalten gezeigt, das fahrrichtungsabhängig
 ist. In der Fahrtrichtung mit dem Motor voran, ist die Lok kritisch. Das trifft nicht nur das Motordreh-
 gestell, sondern auch den Vorläufer. - Sie fährt nach einigen Anpassungen am Schwenkwinkel der Dreh-
 gestellblenden der großen Fahrgestelle und durch die Spurweietenverringerung an einigen Achsen deutlich
 besser. Seither sind Entgleisungen bei der Weicheneinfahrt vorbei.
 
 Noch immer darf die Lok nur mit mäßiger Geschwindigkeit gefahren werden, damit sich der Lokaufbau
 infolge des hoch liegenden Schwerpunktes der Lok, nicht zu weit nach außen neigt. Besonders bei der
 Einfahrt in einen Normalkreisbogen aus der Geraden heraus entsteht ein Kippmoment, wodurch mit dem
 kippenden Gehäuse das Antriebsaggregat kurz angehoben wird und die niedrigen Spurkränze danach
 sofort entgleisen. Durch die Verbesserungen wurde die Lok brauchzbarer und kann etwas flotter gefahren
 werden. Noch immer gibt es die Tendenz, dass bei schneller Fahrt in Gleisbögen, das sich Antriebsdrehge-
 stell infolge einer Anhängelast, aufrichtet und entgleist. Paradoxer Weise läuft die Lok in die andere Fahrt-
 richtung nahezu problemlos und sollte auch in dieser Fahrtrichtung betrieben werden.

 Insgesamt zeigt sich, dass das Pemco-Modell zwar schön, aber technisch nicht ausgrereift ist. Auf Modell-
 bahnanlagen mit weiten Bögen, Gleislagen ohne Wellen und mit flachen Weicheneinfahrten, wird die Lok
 brauchbare Fahrleistungen erbringen. Für den Spielbetrieb von Kindern auf Normalgleisen ist sie weniger
 zu empfehlen.