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Während der kalten Jahreszeit
und den Feiertagen liebe ich die Beschäftigung mit Modelleisenbahnarbeiten.
Besonders Umbauten von Loks auf andere Systeme der
Stromversorgung und Stromart sind eine
Herausforderung. Nachdem es die Märklin E 63 - Lokomotive
(CM 800)
scheinbar nicht als reguläre HAMO-Version gibt, reizt
mich ein insgesamt überschaubarer
Umbau noch mehr. Die für die Umarbeitung
der Lok notwendigen Komponenten sind zu besorgen, als da
sind: Hamo-Magnet (kleiner Scheibenkollektormotor) , Hamo-Schleifer, 3 Isola- tionsbuchsen,
Dioden für den Lichtwechsel. Ein großer
Hamo-Schleifer (E 03) wird in
Eigenleistung um einen Radschleifer erweitert, da diese
Version käuflich kaum verfügbar ist.
Schwierig wird
wieder die Montage der umgearbeiteten Räder, denn sie
sollen ohne jeglichen Seitenschlag montiert werden. Für
die Montage müssen daher zusätzliche Montagebehelfe
hergestellt werden. Farblich wird die Lok in dunkelgrün
lackiert werden, so wie ehemals eine ähnliche
Loktype für den Verschub auf den großen österreichischen
Großbahnhöfen im Einsatz waren.
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E 63 im Ankaufszustand

die umgebaute E 63,
Video |
Umbauarbeiten an der
E 63 (CM 800)
Nach dem Erhalt der Lok erfolgte eine Durchsicht, um zu sehen was an allfälligen Fehlern vor
dem Beginn des Umbaues auffällt. Aber
abgesehen von der altersbedingten Verschmutzung, waren
keine substanziellen Defekte zu finden.
Daher wurde mit der Zerlegung der Lok, insbesondere
des Fahrwerks, begonnen. Nach dem Ausbau des Motors und des Umschalters konnten mit dem eigens
hergestellten Abzieher die Radscheiben, nur die ohne
Zahnräder, abgezogen werden. Nun wurde das
Fahrgestell mit Waschbenzin
gereinigt und für den Wiederein- bau der
Radachsen vorbereitet. Die
Radscheiben mussten auf der Drehbank mit den 3,5mm-Bohrungen
versehen werden, in welche die ein- zusetzenden Kunststoffisolierbuchsen
eingepresst wurden. Um eine möglichst exakte,
schlagfreie Montage der Radscheiben zu
erreichen, wurden zwei Ringe aus Aluminium gedreht, in
denen der Spurkranz eine genaue Auflage der Radscheiben
findet, um dann beim Aufpressen mit dem
Präzisionsparallelschraubstock eine exakt fluchtende
Auflage zu haben. Vor dem
Aufpressen der jetzt isolierten Radscheiben auf den
Achsen müssen alle
drei Isolierbuchsen fix in die Räder eingedrückt
sein. Wegen des notwendigen Axialspiels müssen die
eingepressten Isolierbuchsen auf etwa 0,8mm
abgedreht werden. Ebenso müssen die Distanzanschläge des
Fahrgestells auf Seite der isolierten Räder abgefräst
werden, da andernfalls die Spurweite zu groß und das
Axialspiel zu gering wäre. Danach
können die Radachsen mit einer bestimmten
Stellung der Wuchtgewichte an den Rädern, in genau
der richtigen Position im Getriebe der Zahnräder, im Fahrgetstell
eingeschoben und fixiert werden. Danach können die
isolierten Radscheiben unter Beachtung des
genannten 90-Grad-Versatzes zur anderen Radscheibe der
Achse angesetzt
und aufgepresst werden. Nachdem alle drei Radscheiben
wieder aufgepresst sind, können beidseits die Schubstangen
montiert und ein Test der Funktion des Fahrwerks durchgeführt werden.
Für die nachfolgende Montage der
Schleifkontakte an Seite der isolierten Räder wurde
unter Verwendung eines Hamo-Schleifers ein
weiterer Schleifer für die mittlere Achse angelötet. Die Verkabelung der Lok konnte nun mit
dem Kabel von den
Radschleifern und einem Kabel von der
Fahrgestell-Masse zum Motor erfolgen. Vom Schleiferkabel
werden auch die beidseitigen Lampen mit Strom
versorgt. Zwei Dioden ermöglichen hier die Umschaltung
der Beleuchtung in Abhängigkeit von der Fahrtrichtung.
Anschließend konnte der Hamomagnet
in seine Position gebracht werden und der Anker und das
Motorschild eingebaut werden. Hier gab es das
Problem, dass das Bürstenschild am Magnerten
anstand und nicht ange- schraubt werden
konnte. Daher musste das alte Bürstenschild im Bereich
des Magneten abgefeilt werden. Ebenso wurde
der Kunststoffmantel des Magneten ein wenig
zurechtgefeilt. Der Magnet wurde wegen seiner speziellen
Einbaulage mit einem roten Punkt versehen, der beim
Einbau zu sehen sein muss. Nachdem das Schild
passte drehte sich auch der Anker wieder frei und
willig. Ein Test mit 12V zeigte, dass alles richtig zusammengebaut
und funktionsfähig ist.
Im Anschluss an die elektromechanischen Arbeiten
wurde am Gehäuse die Vorbereitung für eine Neulacklie- rung in Angriff
genommen. Dazu mussten alle Griffstangen und Auftritte
abmontiert werden. Bedenkt man wie- viel Arbeit
das macht und aus wievielen Einzelteilen diese kleine
Lok besteht, muss man sagen, die E 63 (CM 800)
war ehemals
zu einem günstigen Preis erhältlich. - Weiter ging es
mit: Anstelle des
bisherigen Fahrtrichtungsumschalters wurde ein Bleiklotz
eingebracht, der die Lok zu erhöhter
Zugleistung ertüchtigt.
Gehäuseüberarbeitung: Die
Ausbesserung der kleinen Lackabplattungen am Gehäuse
wurden gut überlegt und schließlich mit TANGIT-Lösungsmittel
behandelt. Das Mittel löst den Lack und macht die
Oberfläche des Kunst- stoffs matt. Nachgebessert
wurde an diesen Stellen mit 360iger Schleifpapier.
Danach wurde das Dach abge- deckt und die Karosserie mit
Flaschengrün (RAL 6007) gespritzt. Nach dem Aushärten
konnte die Lok abge- deckt werden, sodass nur das Dach
frei war. Es wurde mit einem Grauton besprüht, da auch
die Originale nicht mit einem silbernen Dach unterwegs
waren. Erst nach einigen Tagen werden die Auftritte und
umlaufenden Haltestangen montiert.
Schließlich
ging es an die Fahrerprobung.
Dabei stellte sich heraus, dass die Lok in einer
Richtung und mit der Umschalterseite voran,
große Schwierigkeiten in der Bogenfahrt hatte. Außerdem
war die Kontakgabe auch nicht optimal. Mit
Bedaueren musste damit zusammenhängend festgestellt
werden, dass die Spurkränze der alten
Märklin-Lok auf den Schwellen leicht aufstiegen und
dadurch die Kontaktgabe am Kleinbahn-Gleis deutlich
reduziert worden ist. Darüber
hinausgehend musste aber das Fahrwerksproblem mit dem
"Zwicken" in der Bogenfahrt gelöst werden.
Dazu wurden mehrere Versuche mit der Veränderung der
Spurweite unternommen. Sie zu verringern ging
nur bedingt, da die Bünde der Isolierbuchsen freien Raum
beanspruchten. Rasch war aber festzustellen, dass
der Bund der mittleren Achse dicker als alle anderen
war, wodurch die Achse auf einer Seite der Lok "weiter
herausragte" als auf der anderen. Daher immer nur
Fahrprobleme in dieser Fahrtrichtung. Da auch die Entscheidung
die Spurkränze abzudrehen vorlag, führte das zur
Abziehung aller Räder. Nach der Bearbeitung wurde
alles wieder neu montiert und siehe da, das Problem war
zumindest zu 95% gelöst. Die Mittelachse hätte
noch mehr Spiel vertragen, doch dann hätte an dieser
Lagerstelle das Fahrgestell um 0,5mm eingefräst werden
müssen. Doch auch ohne diese schwierige Prozedur läuft
die Lok jetzt ganz gut. Einzig die
Kontaktgabe könnte besser sein. Dazu müsste die
Mittelachse mit einem Höhenspiel ausgestattet werden.
Da sie in Messingbuchsen gelagert ist, kann das
Ausfräsen nur mehr Probleme bringen, denn das Einspannen
des Fahrgestells in der Fräse ist schwierig und die
Genauigkeit daher sehr fragwürdig. Daher bleibt das
Kontaktproblem bei den Kleinbahn-Weichen bestehen.
Vielleicht kann durch einen zusätzlichen Schleifer am Spurkranz der Achse mit den Haftreifen die
Kontaktgabe noch weiter verbessern. Vorerst aber soll
ein Probebetrieb auf einer Roco-Gleisanlage
erefolgen, der zeigt, ob ein Zusatzschleifer notwendig
ist.
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die Lok im Ankaufszustand |
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probeweise der Hamomagnet eingeklickt |
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ein Rad wird abgezogen |
das Fahrgestell fretig für die Reinigung |
ein Haufen Teile und da fehlen noch die Griffstangen |
lackiert mit "Flaschengrüm" RAL 6007 |
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Motor wird eingebaut |
Problem mit dem Magneten und dem Bürstenschild |
das bereits angepasste Bürstenschild kann festgeschraubt
werden |
Motor betriebsbereit |
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Ansicht E 63 Umbau Hamo |
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Ansicht der Radschleifer |
Lok fertig |
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