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   BR 18.451  (Liliput)   -   Reparaturarbeiten am Antrieb, am Fahrwerk ... und die Geräuschdämmung
 
 
 Nachdem ich schon eine BR 18, eine der berühmten Orientexpress Lokomoti-
 ven in der Sammlung habe, aber nicht voll von deren Laufeigenschaften über-
 zeugt bin, so bin ich weiterhin an solchen Loks anderer Hersteller interessiert.
 Mein Fable liegt an Loks mit Gehäusen aus Metall, so wie es bei der alten Liliput
 BR 18 451 der Fall ist. Ich konnte einem Angebot einer alten Lok von Liliput, mit
 einem Gussgehäuse, nicht widerstehen und kaufte sie. - Wenn die vom Verkäufer
 angegebenen Antriebsfehler behoben sind wird sich zeigen, ob die Liliput 18.541
 besser läuft als die Lok von Trix.
 
 Als Vorinfo möchte ich sagen, dass der Antriebstender der Lok nahezu unbe-
 herrschbare Fahrgeräusch - Probleme bereitet. So lange habe ich noch nie an
 einer Lok herumgebastelt wie hier. Eine befriedigende Lösung wurde nicht erreicht.
 Schade um die so schöne und gut laufende Lok.

 Schon jetzt trage ich mich mit dem Gedanken, später eine Hamo- oder Märklin
 Lok der BR 18 zu besorgen, damit Vergleiche möglich sind und die Sammlung
 dadurch erweitert wird. Doch das wird bestimmt erst später Mal geschehen.


BR 18.451, (Liliput Wien)
Video


 Die Reparatur und umfangreiche Versuche zur Dämmung der Antriebsgeräusche  - eine fast
 unlösbare Aufgabe .....

 Nachdem die auf den Angebotsfotos sichtbaren Radfehlstellungen von vorneherein den Lauf der Lok ver-
 oder behindern, wurde zuerst mit der Behebung der Fehlstellungen begonnen. Dabei fiel auf, dass diese
 Ganzmetall-Lok (?)  auch die Nachbildung der inneren Steuerung des Vierzylinderantriebes der Originallok
 besitzt. Das System kann man in der Ansicht des Fahrgestells von unten gut sehen. Beser fährt die 18er des-
 wegen aber nicht, es ist aber interessanmt und schön anzusehen.

 Punkt 1: Radstellungen korrigieren

 Die Reparatur der Radfehlstellungen beschränkte sich auf die erste und die dritte Achse, wobei beidseits
 die Räder auf den Achsen locker waren. Um zu den Achsen zu gelangen musste der Achshalter in Form der
 Federn und Bremsgestänge abgebaut werden. Da schon früher jemand die Schrauben zu fest angezogen
 hatte, war an einer Seite die Befestigungsbohrung beschädigt. - Nach Abnahme der Halterung hätte man alle
 Achsen aus dem Fahrgestell herausheben können; das war aber nicht notwendig. Aber schon hier file Arbeit
 an, denn alle Bohrungen des Halters waren durch zu festes Anziehen gesprengt und mussten verstärkt wer-
 den. Ein Detail am Rande: alle Schrauben am Fahrwerk haben ein M 1,5 Gewinde!

 Zur Reparatur wurde zuerst jede Achslagerung mit Waschbenzin gereinigt und vor allem entfettet. Zu dem
 Chaos mit den verdrehten Radscheiben kam es durch zu viel Öl! Danach wurde einseitig das erste Rad mit
 einem Tröpfchen Loctide grün versehen, das Rad auf die Achse gedrückt und dann rasch in die richtige Rad-
 position gedreht und einige Minuten ruhen gelassen. Der Vorteil der Radbefestigung bei dieser Lok besteht
 darin, dass die Achsen im Durchmesser größer sind und die metallenen Räder erxakt fluchtende Boihrungen
 haben.  Hier ist Loctide das bestmögliche Mittel zur Befestigung. -  Inzwischen konnte das Rad ser dritten
 Achse behandelt werden. Nach Aushärtung der Klebestellen der beiden Räder wurde der Vorgang auf der
 anderen Lokseiter wiederholt. Mit der Hand konnte die Funktion überprüft werden, da die Lok ja einen
 Tenderantrieb hat.

 Punkt 2: Reparaturen am Antriebstender: Motormitnehmer, Radverluste, Zahnradeingriff defekt

 Nun waren die ersten Testrunden am Plan. Die lok fuhr schön und geräuschvoll. Doch schon nach zwei Run-
 den gab es kein Weiterkommen mehr. Es lag nicht an den Radstellungen des Lokfahrwerkes, sondern am
 Antriebstender. Der Motor lief zwar, doch die Achsen standen still. - Das ist ja bei Liliput und anderen
 Herstellern ein bekanntes Problem, dass durch die  Erwärmung der Motore die Aluzahnräder oder- mitneh-
 mer warm werden und sich durch die Erwärmung vergrößern und dadurch locker werden.

 Der Motor musste ausgebaut werden und siehe da, der Mitnehmer sass locker auf der Motorwelle. Es war
 zu erkennen, dass hier schon mal ungeeigneter Klebstoff eingesetzt worden ist. Die Montage erfolgte dann
 mit Loctide grün und das hielt. Danach konnte der Antriebstender wieder zusammengebaut werden. Die näch-
 sten Testrunden starteten.

 Nach einigen MInuten Fahrt neuerlich das Aus bei der Weiterfahrt. - Die Nachschau ergab, dass einseitig die
 Räder der hinteren zwei Antriebsachsen locker auf den Achsen sitzen. Auch hier wurde wieder Waschbenzin
 und danach Loctide eingestezt und siehe da, die Räder haben wieder festen Halt auf ihren Achsen.

 Wieder eine längere Probefahrt, diesmal mit dem Schienenschleifwagen ials Last. Einige Minuten lang
 ging das gut, doch plötzlich wieder der Stopp mit laufendem Motor. Das bedeutet, dass der Fehler
 nur im Anriebsstrang zwischen Motor und den angetriebenen Achsen liegen kann. Schließlich stellte sich
 heraus, dass das Zwischenzahnrad welches die Drehbewegung vom Motor an die Antriebsachsen überträgt,
 durch übergroßes Spiel der Drehachse des Zahnrades im Fahrgestell, außer Eingriff kommt. Das Zahnrad
 hat nur eine kurze Kunststoffachse, die im Fahrgestell endet und welche die Lagerbohrung im Lauf der Jahr-
 zehnte ausgeleibt hat. Dadurch war das Höhenspiel des Zahnrades zu groß und es griff nichtmehr in den
 Achszahnrädern ein.

 Als Reparaturmöglichkeit überlegte ich, die Sacklochbohrung für die Zahnradwelle duch den Fahrwerks-
 block durchzubohren und eine längere Achse einzubauen, auf der das Übertragungszahnrad aufgepresst
 wird. Auf meiner Fräse konnte nach langen Spannversuchen des Fahrgestells, die Sacklochbohrung mit
 2,5mm Durchmesser duchgebohrt werden. Als Zahnradwelle wurde ein Schaft eines 2,5mm-Bohrers verwen-
 det, der die Breite des Fahrwerksblocks zur besseren Wellenführung nützt. Der sehr harte Schaft wurde im
 Bereich der Zahnradaufnahme mit einer Beißzange aufgekerbt, doch hielt sich wegen der Härte der Versuch
 in Grenzen. Das Zahnrad wurde mit seinem Wellenstummel im Amerikaner der Drehmaschiene eingespannt
 und mit dem Zentrierbohrer angebohrt und mit dem 2,4mm Bohrer durchbohrt, sodass der Wellenstummel
 abgefallen ist. Mit einem Tröpfchen Loctide grün wurde die neue Welle in das Zahnrad eingepresst. - Bisher
 hielt es ebenso wie das gleichartig befestigte Zahnrad des Getriebes darüber, welches die gleich großen
 Drehmomente zu übertragen hat. -  Es sollte halten, die Einsatzzeit der Lok wird zeigen wie lange.....

 Erste Zusammenfassung

 Nach Behebung der Defekte mit losen Rädern am Lokfahrwerk, konnten auch die Fehler im Bereich des
 Antriebstenders behoben werden. Dafür gingen mit Unterbrechungen gut 10 Stunden Arbeit auf.
 Die Lok fährt jetzt sehr schön, allein die Antriebsgeräusche schaden dem Gesamteindruck der Lok sehr.
 Insgesamt hat mir die Instandsetzung der schönen schweren Lok sehr viel Spaß gemacht, da einige knifflige
 Probleme zu beheben waren. Ich hoffe, dass künftige Testfahrten ohne neuerliche Antriebsstörungen verlau-
 fen werden.

 Punkt 3: Fahrgeräuschdämmung  - eine fast unlösbares Ansinnen

 Wenn man die Lok wieder mal fahren lässt, stört das laute knarrige Antriebsgeräusch sehr. Also wurde der
 Tender sehr oft zerlegt und nach den Geräuscherzeugern durchsucht. Wie eingegrenzt werden konnte,
 stammt das klappernde manchmal vibrierende Geräusch aus dem Bereich des Motors und der Schwung-
 masse. Hier konnte achsiales Spiel der Schneckenantriebswelle entdeckt werden, die gelegentlich am
 Fahrgestellgussteil anschlagen kann. Um also das Spiel zu begrenzen wurde zuerst versucht, zwischen
 Lagergehäuse und dem ersten Lagerring der Schneckenwelle einen dünnen Berylliumstreifen einzulegen,
 der das verschieben der Welle verhindert. Die Erprobung verflief erfolglos, das Geräusch war noch immer da.
 Nun wurde ersichtlich, dass die Schneckenachse am Guss noch immer anschlagen kann. Um das zu verhin-
 dern wurde die Schneckenwelle 1mm tiefer in die Schwungmasse gepresst. -  Das Ergebnis war besser.

 Bei einer langen Testfahrt mit 7 Schnellzug-Blechwagen von Trix löste sich wieder der Mitnehmer auf der
 Motorwelle. Er wurde ausgebaut und da nicht zentrisch laufend, etwas überdreht, um die Exzentrizität zu
 vermindern. Der Mitnehmer wurde auf die nun etwas aufgekerbte Motorwelle mit Loctide grün aufgepresst.
 Das brachte jedoch nur eine kleine Besserung der Geräuschentwicklung.

 Doch das Vibratíonsgeräusch war aber noch immer störend laut. Es ist ein Geräusch, welches sonst nur bei
 hochdrehenden, trocken laufenden Wellen mit viel Spiel, bei bestimmten Drehzahlen auftritt. Da die Schnek-
 kenwelle mit Motordrehzahl läuft, könnte in diesen Lagern Schmierung helfen; ebenso an der Motorwelle, die
 aber schon vorher dezent geölt worden ist. Die Lager im Bereich der Schnecke sind derzeit nicht "über-
 schmiert" und wird ein Tröpfchen Öl auf jedes Lager gegeben, um zu sehen, ob damit die Geräuschkulisse
 endlich erträglich geworden ist. Vielleicht wird ein dickeres Motoröl bessere Ergebnisse bringen? Die Probe-
 fahrt brachte keine weitere Verbesserung. Also musste nach anderen Möglichgkeiten gesucht werden.

 Geht man nach Berichten aus einschlägigen Foren, ist eine fixe Verbindung der Motorwelle und der Getriebe-
 welle mit einem Kunststoffrohr zweckmäßig und verringert die Geräuschkulisse. Also eine nahezu fixe Verbin-
 dung zwischen Motor und Getriebe ist anzustreben. Da mit den Kunststoff-Wellenverbindungen die Schwung-
 masse abgenommen werden muss, scheidet diese Methode für mich aus. - Sie brachte mich auf die Idee,
 eine quasi fixe Verbindung herzustellen, indem die Klauenkupplung mit einem Tropfen 5-Minuten-Epoxydharz
 gefüllt wird und der Motor mit dem Mitnehmer in das Harz eingedrückt wird, wenn der Motor dann ange-
 schraubt wird. Er befindet sich dann auch in der richtigen Position. Und wenn das Harz fest ist, besteht eine
 quasi feste Verbindung, die aber lösbar bleiben soll, da der Mitnehmer außen eingefettet worden ist, damit er
 nicht verklebt wird.

 Es erfolgte eine neuerliche ausgedehnte Probefahrt. Das mich besonders störende Geräusch durch ein von
 mir angenommenes übergroßes Spiel in einem Lager, war nicht mehr vorhanden. Aber das grummelnde Ge-
 räusch, vermutlich vom Motor selbst, war da. Erst bei Überspannungsfahrt ab 12V bis 16V verschwand es
 fast. Allerdings wurde das Fahrgeräusch der Lok nach halbstündiger Fahrt unter Belastung angenehmer,
 weicher, aber noch immer brummig, wenn Langsamfahrt eingestellt war.
 Dann gab es 10 Stunden Pause für die Lok. Anschließend wieder eine Probefahrt: "ich kenne meine Pap-
 penheimer(-loks)" ja und da gibt es immer wieder Rückschläge. So auch diesmal. Mit dem zur Belastung an-
 gehängten Schienenschleifwagen erbgibt sich ein plötzlicher Lok Stillstand und das sausen des frei laufenden
 Motors. Die Motorwelle wird untere Last und Langzeitbetrieb heiß, der Alu-Mitnehmer geht auf und wird wieder
 lose.......

 Anmerkung zum Gebrauch von Modellbahn-ÖL im Modellbahnbetrieb
 Ich möchte hier darauf hinweisen, dass selbst dezente Ölung zur Lösung von Rädern auf ihren Achsen, -
 mit und ohne Kunststoffbuchsen -, führt. Besondesr Räder die schon mal  mit Loctide grün "aufgeklebt"
 wurden, lösen sich, wenn das Zuviel an Öl in die Naben kriecht. - Was man da tun kann? - Vielleicht ist die
 Verwendung spezieller Schmierfette,- angeblich gibt es das bei Roco-, zielführender, da sich das sparsam
 aufgetragene Fett nicht verflüssigt und daher nicht in die Radnaben kriecht, denke ich. Aber sicher weiß ich
 das nicht.

 Weiter mit der Geräuschdämmung....

 Die neuerliche Reparatur erfolgte nach Reinigung der Motorwelle und der Klauenkupplung mit Waschbenzin
 und nach dem abtrocknen, mit UHU-PLUS-ENDFEST 300. Auf die neuerlich aufgekerbte Motorwelle wurde
 der mit einem Tropfen Harz befüllte Mitnehmer ein Stück weit aufgedrückt. Anschließend wurde der Motor mit
 dem Mitnehmer in die Kupplung eingefädelt und der Motor in seine Endmontagelage gepresst. Dadurch hat
 sich der Mitnehmer auf der Motorwelle auf seine künftige Betriebsposition eingerichtet. Nach zumindest
 12 Stunden ist er fest, nach 24 Stunden "endfest". Jetzt wird sich zeigen, ob die Lok wieder fährt und ob sie
 vielleicht einen Deut leiser geworden ist. - Denkste! - Leider war der Mitnehmer zu knapp aufgeklebt und mit
 der Kupplung im Schwunggewicht verspannt, sodass sich der Motor nicht drehen konnte. Durch den Versuch
 wieder Axialspiel durch verschieben des Mitnehmers zu erreichen, wurde die feste Klebung wieder gelöst.
 Ergebnis: nach neuerlicher Klebung und danach vorgenommener längerer Schnellfahrt mit Belastung war der
 Mitnehmer wieder locker! Es war zum Verzweifeln!

 Auch dem Versuch, zwischen dem Getriebeteil und dem Tendergehäuse einen zähen Schaumstoff hineinzu-
 stopfen, um den Körperschall des Gusstendergehäuses zu schlucken, war kein wirklicher Erfolg beschieden.
 
 Die letzte Chance die Geräuschkulisse zu verbessern, vermutete ich, durch den Einbau eines neuen Motors
 zu verwirklichen. Dann kann man eingrenzen, ob das Geräusch vom Motor kommt oder von den Zahnrädern
 im Fahrgestell. -  Der neue Bühler-Motor ist im Leerlauf fast lauter als der alte, weshalb es nicht am Motor
 liegen kann.

 Also wurde weitergesucht und die Mitnehmer-Ausnehmung in der Schwungmasse mit einem kleinen Fräser
 innen gereinigt und begradigt. Das soll dem allenfalls nicht ganz rund laufenden Mitnehmer mehr Spiel zur
 Ausnehmung geben. Aber auch das brachte nichts, die Lautstärke war gleich geblieben.

 Neuerlich wurde versucht, durch einen härteren Schaumstoff der oben am Getriebedeckel befestigt wurde,
 die Gehäuseschwingungen zu dämpfen. Dabei war der Druck beim Aufsetzen des Metalltendergehäuses zu
 groß geworden und der Kunststoffoberteil mit der Kohlenimitation sprang aus der Verankerung. Bei der
 danach durchgeführten Testfahrt war die Lok nicht wieder zu erkennen! Ein angenehmes Summen, mehr
 nicht, kein Klackern und dröhnen mehr. Die Quelle des Unmuts war gefunden.

 Der Lärmverursacher und die Problemlösungsversuche

 Es ist also der Kohleoberteil aus Kunststoff, der im Tendergehäuse eingeklinkt wird, der wie eine Laut-
 sprechermembrane funktioniert und die Gehäuseschwingungen in hörbare Frequenzen übersetzt oder diese
 exponential verstärkt. Die Lösung wurde darin gesucht und gefunden, dass das Kohle-Kunststoffimitat aus-
 gesägt wird, sodass nur der Rahmen zur Befestigung am Tendergehäuse bleibt. In dessen Öffnung wurde
 dünnes Gasseidengewebe eingelegt und mit Sekundenkleber an der Innenseite des Kunststoffteils angeklebt.
 Der Fahrtest mit diesem Oberteil zeigte, dass der eingeschlagene Weg richtig ist, obwohl selbst dieser
Rahmen wieder Geräusche verstärkt. Die Spannungen des am Tendergehäuse eingezwängt sitzenden
 Oberteils übertragen die Schwingungen an den Kunststoffteil. - Das git es zu unterbinden.
 Mehrere Varianten mit unterschiedlichen Werkstoffen wurden versucht, doch es kam zu keiner befrideigenden
 Version.

 Der letzte Versuch zur Geräuschdämmung am Tender war, dass anstelle des Kunststoffoberteils ein
 schwarzer Stoff mit einseitig rauer Oberfläche per Doppelklebeband auf der Stromplatine ungespannt aufge-
 klebt wurde. Ohne diesem Stoff lief die Lok nahezu leise. Obwohl der Stoff nicht am metallenen Tendergehäuse
 angeklebt oder eingespannt ist, wirkt auch er wieder ein klein wenig als Lautsprechermembrane. - Mit diesem
 Geräuschpegel muss ich leben, denn für eine optimale Verbesserung fehlt mir jede Idee.

 Obwohl das Hauptübel der lauten Fahrgeräusche im Tendertgehäuse zu suchen ist, so ist noch immer unklar
 wodurch die Geräusche erzeugt werden. Ist es die Motorkupplung oder liegt es bei den Zahnrädern im Achs-
 bereich. Nur zu gerne wüßte ich, ob andere Besitzer dieser Lok ähnliche Probleme haben.

 Punkt 4: Motortausch wegen Motorschaden

 Nachdem die Lok reichlich mit Behang, zb.Schienenschleifwagen plus Schnellzugwagen, gefahren und maltre-
 tiert worden ist, fiel mir auf, dass der Tender immer sehr warm geworden ist. Schon in der Experimentalphase
 während der Lärmdämmungsversuche hatte ich mir einen neuen Bühlermotor zugelegt, der jedoch im Leerlauf
 ebenso laut wie der eingebaute Bühlermotor war. Der neue Motor wurde ins Ersatzteillager gelegt. - Siehe da,
 bei der letzten länger dauernden "Kontrollfahrt"  zwecks Rauchgenerator Test, blieb die Lok plötzlich stehen.
 Die Kontrolllampe am Trafo wurde dünkler, so als läge ein Kurzschluss vor.

 Für die nachfolgende Kontrolle wurde die Lok abgekuppelt und das Stromkabel am Tender abgelötet. Der
 Test der Lok ergab keinen Kurzschluss. Also lag die Sache am Tenderantrieb. Letztlich musste der Motor
 ausgebaut werden und siehe da, er verursachte den Schluss.
 Der Motortausch wäre eigentlich einfach, doch musste zuerst am neuen Motor das dortige Messingritzel ab-
 genommen werden. Der Versuch das Zahnrad mittels zweier Schraubenzieher vom Gehäuse weg zu bewe-
 gen schlug fehl, da dadurch die Motorwelle aus dem Motor (Anker?) herausgezogen wurde. EIn Millimeter war
 zum Glück nicht zu viel. Das Abnehmen des Ritzels stellte sich als nicht ganz einfaches Unterfangen dar, bei
 dem letztlich nur half, das Ritzel bis auf die Motorwelle abzufeilen und den Rest dann mit einem Meißel von der
 Welle zu trennen. Der Alu-Mitnehmer vom ausgebauten Motor ließ sich relativ leicht abnehmen. Er wurde auf
 die mit einigen kleinen Einkerbungen (durch einen Seitenschneider) versehene Motorwelle mit Loctide grün
 aufgepresst. DIe heutigen langen Testfahrten hat er seither einwandfrei überstanden und sich nicht gelockert.

 Im Zuge der Arbeiten wurde das Lämpchen im Tender getauscht und auch die Loklampe geprüft. Sie ist eine
 3,2mm-Lampe die nur schwach leuchtet. Zum Tausch der Lampe mussder Lokoberteil entfernt werden (zwei
 Schrauben im Fahrgestell). Dann kann der Alu-Rauch- und Lichteinsatz nach oben herausgezogen und allfäl-
 lige Auswechslungen vorgenommen werden. Die Funktion der Lampe wurde ohne aufgesetzten Kessel über-
 prüft und sie leuchtete. Mit wieder montiertem Kessel kann man das Leuchten der schwachen Lampe nicht
 erkennen.

 Aber ansonsten fährt die Lok wieder, vielleicht einen Deut lauter, mit Tendenz zur Beruhigung. Egal, Haupt-
 sache sie läuft wieder. - Abschließend möchte ich sagen, dass diese Lok kein Kinderspielzeug ist, denn sie
 ist in vielen Punkten sehr feinfühlig zu justieren, damit die Vorlaufachsen und der Nachläufer immer schön im
 Gleis bleiben. Auch der Tender mit den steif gelagerten Achsen ist nur für wirklich ebene Gleislagen geeignet.
 Aber schön ist sie schon, die Liliput 18-zehner Lok.

 Punkt 5: Behebung Lärmquellen und Behebung weiterer Fahrwerksmängeln am Antriebstender

 Die Lärmkulisse stört mich immer wieder. Also wieder mal Tender abbauen und der Sache nachgehen. Ja
 das erste Übertragungszahnrad hat extremes Höhenspiel, welches besonders in einer Fahrtrichtung, nach
 vorne, bemerkbar ist. Also baute ich die Antriebsachse aus, um das Zahnrad mit kurzer Welle ausbauen zu
 können. Das war schwierig und beim Abnehmen des Rades auf der Getriebeseite verbog ich die Achse und
 sie schlägt jetzt. Nach dem Aufbohren des Achslagers, damit ein Rohr eingepresst werden kann, wurde der
 Einschub auf das Maß des Wellenstummels des Zwischenzahnrades aufgebohrt. Stehend freihändig, da
 lässt die Präzision zu wünschen übrig. Aber das Ergebnis ist annehmbar geworden. Nun konnte alles wieder
 zusammengebaut werden und eine Testfahrt erfolgen. Chaos total! Der verbogene Achsstummel verursacht
 bei der Rückwärtsfahrt im Bogen ständig Entgleisungen, da durch den Höhenschlag die erste Achse kurz an-
 gehoben wird und aufsteigt. Das Achsialspiel der anderen Achsen reicht nicht aus, dass das Fahrgestell
 im Bogen nicht zu klemmen beginnt. Abhilfe war angesagt, denn eine Lok die nur in einer Richtung fahren
 kann gefällt mir garnicht.

 Es stellte sich weiters heraus, dass durch das zu unflexible seitliche Achsialspiel die bearbeitete, schlagen-
 de Achse bei Fahrt nur in einem Gleisbogen, zum Klemmen des Fahrgestells führt, da sie nicht weit genug
 an das Fahrgestell hinkommen kann. Als Maßnahme blieb nur, den Spurkranz abzudrehen, sodass der Hö-
 hen- und Seitenschlag des Spurkranzes verschwindet. Daher musste das am Zahnrad aufgezogene Rad
 abmontiert und abgedreht werden, sodass der Spurkranz im Bogen nicht mehr Klemmen verursachen kann.
 Auch die Auflagefläche wurde ein wenig abgedreht, damit sie nicht am Gleis aufliegt. Außerdem wurde
 versucht, die verbogene Radachse zu begradigen, damit der Höhenschlag kleiner wird. Das gelang und der
 Fahrversuch war vielversprechend. Jedoch krankte es jetzt an Entgleisungen bei der Befahrung der Weichen,
 besonders bei Rückwärtsfahrt. - DIe Vermessung der Innenweite der Radachsen des Tenders ergab, dass
 es Unterschiede gibt. Besonders die erste Achse mit den Radschleifern, hatte zu großen Abstand und der
 musste duch zusammendrücken der Räder neu eingestellt werden. Neuerlich folgte eine lange Probefahrt die
 zu Beginn erfreulich verlaufen ist. Doch plötzlich wieder das Problem mit der ersten Kointakt-Tenderachse, da
 sich der Radstand wieder vergrößert hat, da ein Spurkranz vom Schleifer blockiert worden ist. Nun wurde mit
 etwas Loctide das Rad wieder aufgeschoben und gewartet, bis die Klebung ausgehärtet war.

 Eine gute Möglichkeit die Geräuschentwicklung zu verbessern ist, das Problem mit der Wellenkupplung zu
 lösen. Ein gangbarer Weg wird von einem ebenso geplagten Liliput Freund K.H. Drewlani berichtet und ich
 darf siene Worte hier einfügen:

  Die Geräuschentwicklung ist eindeutig auf die Kupplung Motor - Schneckenwelle zurückzuführen.  Das
 Aluteil auf der Motorwelle löste sich permanent und nach vielen vergeblichen Versuchen habe ich heute
 die Radikallösung gewagt. Ich habe den Mitnehmer auf der Schneckenwelle, also das Teil das vor der
 Schwungmasse sitzt, mit dem Fohrmann-Werkzeug abgezogen. Aus dem Rest eines Bowdenzuges habe
 ich ein 9mm Stück abgetrennt und die vorhandene Bohrung auf 2mm und 2,5mm aufgebohrt. Auf die
 beiden Wellenenden aufgesteckt ergibt sich eine stramme und feste Verbindung.

 Ergebnis: ein leiser und ruhiger Lauf. Sogar extreme Langsamfahrt ist möglich.  Allerdings: der Tender
 ist  eine absolute Fehlkonstruktion.


 Punkt 5: Erfolgreiche Nachbesserungen

 Nachdem  sich zwar die Geräuschentwicklung insgesamt gebessert hat, doch nach längerer Fahrt unter
 Belastung sich die Temperatur des Tenders merklich erhöhte, trat das drehzahlabhängige Schwingungs-
 geräusch (Schwebung), wenn auch deutlich leiser als anfangs, wieder auf. Ist die Lok "kalt" aus der Box,
 fährt sie jetzt angenehmn leise. -  Das Temperaturverhalten bewog mich zu einer für Modellbahner verpönten
 Methode, nämlich Auto-Motoröl als Schmiermittel zu verwenden. Am Schneckentrieb bei der Schwungmasse
 und bei den Zwischenzahnrädern, wurde mit Bedacht geölt und siehe da, es half die der Lok abträgigen Ge-
 räusche stark zu reduzieren. Auch das zuvor immer wieder verwendete Modellbahnöl hatte ja geholfen, doch
 nur kurzzeitig.

 Die in den letzten Wochen trotz der vorangegangenen Verbesserungen noch immer auftretende schlechte
 Fahrverhalten des Tenders führte bei einer bestimmten Weiche  immer zur Tenderentgleisung. Es wurde die
 Spurweite der nicht angetriebenen Achse verändert, die Anpresskraft durch stärkere Vorspannung der
 Schleifer erhöht und das beidseitige Seitenspiel dieser Achse gleich groß eingestellt. Es half alles nichts,
 denn immer wieder stieg diese Achse beim EInfahren auf die Weichenzunge auf undder Tender entgleiste.
 Schließlich beschränkte ich das Höhenspiel dieser Achse im Fahrgestell mit einem 0,5mm x 1mm Alustreifen.
 Siehe da, nun läuft die Lok auch mit Überspannung oder mit Kriechfahrt ohne zu entgleisen.

 Fazit aller Reparaturen

 Diese Lok hatte offenbar starke Abnützungen im Bereich des Antriebstenders, der deswegen zur Quelle
 allen Unmutes geworden ist. Entweder liegt es am Material des Fahrgestells, welches zu weich ist oder
 auch an der Konstruktion, wie  zB. kurze Stummelachsen bei den Übertragungszahnrädern und auch am
 Alu-Motormitnehmer, oder an dem langen Gebrauch der Lok, dass sie so viele Probleme hatte?

 Ich hätte mir vermutlich viel Arbeit ersparen können, hätte ich von Beginn an die Schmierung des Schnecken-
 antriebes und der Zwischenzahnräder mit dezenter Gabe von Autoöl verkürzen können. Und die Behebung der
 Getriebeprobleme hat auch zur Verbesserung der Lärmentwicklung des Antriebstenders beigetrragen. Den
 echten Fortschritt brachte der Stoffeinsatz anstelle des Kohlenimitates. Die abschließende Höhenspielredu-
 zierung der nicht angetreibenen Tenderachse brachte schließlich eine entscheidendende Verbesserung des
 Fahrverhaltens der ganzen Lok

 Es zeigt sich mir, dass diese Lok für große Modellbahnanlagen gedacht sein dürfte, wo sie unter gleichmäs-
 siger Belastung und ohne ständig angegriffen zu werden, längerfristig gut läuft. Für den Spielbetrieb scheint
 mir diese Lok nicht nur wegen ihrer Ausstattung mit feinen Details, sondern auch wegen ihrer Technik nicht
 geeignet zu sein. Ich habe die Lok im Moment sehr gut eingestellt und lege sie daher jetzt ins Lager. Ich bin
 mir aber nicht sicher, wenn die Lok in zwei Jahren wieder am Gleis steht, ob sie dann noch immer zufrieden-
 stellend läuft. Es ist eine schöne Lok, die möglicher Weise im Neuzustand sehr viel Freude gebarcht hat.

 Änderungsstand 5/20

       
DR BR 18.451      
      das Fahrwerk vor der Reparatrur
die Kurbelwellenachse, nachgebildet wie beim Original die Räder sitzen wieder richtig auf ihren Achsen der Achsenhalter mit den Verstärkiungs-
 plättechen wieder montiert
Achshalter fertig
Ansicht des Motors mit lockeren Antriebs- und Zahnrädern Einblick in das Getriebe das mittlere Zahnrad mit der kurzen Achse hatte schoin zu viel Spiel Mittelzahnrad jetzt auf langer Stahlachse aufgeklebt und montiert
eingelegtes Distanzblech   ohne Blech, die Welle steht am Guss an der überdrehte Mitnehmer
Tenderoberteil mit Glasseidenmatte der "Kohleersatz" ist aufgebracht der lackierte Split - leider viel zu laut die endgültige Lösung aus Stoff
Achslager sind ausgebohrt  wieder zusammengebaut  mit abgedrehtem Rad ohne Spurkranz  Fahrgestell Untersicht